Autor Thema: ST -Bücherthread  (Gelesen 34558 mal)

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Max

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Antw:ST -Bücherthread
« Antwort #345 am: 09.08.18, 20:33 »
Man muss sagen beides.

Sehe ich aber auch irgendwie ein grundsätzliches Problem bei Romanen die sich einem "historischen " Ereignis, dass innerhalb eines Franchise nur erwähnt wurde, widmen.
Man verwendet da eben bereits etablierte Figuren und wenn es nicht viele gibt, wird da schnell eine gewisse Ballung draus.

Klar kann man sagen, gerade Lorca oder Georgiou hätte man da nicht in der Mission gebraucht, sondern dass das auch Lieschen Müller und Hans Schmidt machen können. Aber so hat man als Leser bereits eine gewisse Beziehung zu den beiden Hauptprotagonisten.

Kurz gesagt, die Enterrprise - die aber auch nur ganz kurz auftaucht - hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber Kirk und Leighton und eben auch die beiden Helden passen da schon ganz gut rein.

Und wenn ich so über den Punkt nachdenke, war es vielleicht ganz gut, dass der junge Kevin Riley ( der müsste zu dem Zeitpunkt ein kleines Kind gewesen sein) oder auch jemand wie Cornwall da nicht noch extra mit herumgesprungen ist. Das wäre "too much" gewesen.
Das sehe ich ähnlich. Es ist natürlich praktisch, wenn man auf Figuren zurückgreifen kann, mit denen die Leser schon was verbinden. Ganz böse gesagt, würde ich vielleicht sogar so weit gehen, zu behaupten, dass das dann für die Autoren auch besonders leicht wird: Einfach nur die Nennung des Namens genügt, und der Leser füllt quasi jeden Schemen von Figur mit den Charakteristika auf, die er von der "echten" Figur kennt. Und gleichzeitig muss man sich nicht die Mühe machen, eine neue Figur vorzustellen und vielschichtig zu gestalten.
Bei mehreren Tausend Kolonisten hätte man da glaube ich ganz spannende Figuren herausgreifen können, zumal wir da ja auch mal wiederum Leute haben dürften, die nicht nur die stereotypen Sternenflottenoffiziere sind.

Zitat
Oh, ah, wenn wir schon bei solchen Auftritten sind: Wird dann auch Hoshi erwähnt? ;) :)
Wieso grade sie?
Laut der Biographie von Sato, die ganz kurz in "In a Mirror, Darkly" auftaucht, ist Hoshi mit ihrer Familie unter den Opfern.

Nachdem sein Plan A, die Frucht mit einen Transportschiff vereiltelt wird, hat Kodos noch einen Plan B in der Hand. Er taushct die Identität mit seinen Assistenten, inklusive Unterlagen und opfert ihn mit einer Thermitgranate, wodurch der Mann bis zur Unkenntlichkeit verbrennt.

Das deckt sich auch ziemlich gut mit seiner Entdeckung als Karidian, weil abgesehen von seinen Leuten haben nur Kirk und Leighton ihn direkt gesehen. Kodos war sonst eher sehr öffentlichkeitscheu.
Ah, okay, interessant :) Der Identitätsdiebstahl klingt für mich nach einer im Rahmen so einer Geschichte, so einem Ereignis, schon sehr guten Lösung. Ich weiß nicht warum, aber ich für meinen Teil kann so spontan sehr gut darüber hinweg sehen, dass der Leiter einer Kolonie sehr bekannt sein sollte; unter den richtigen Voraussetzungen kann sich auch jemand, der das Sagen hat, im Hintergrund halten und Kodos' Entourage wird sich auch nur bedingt trauen, ihm in den Rücken zu fallen. Hat er das mit der Granate eigentlich selber gemacht?

Die paralleln gehen schon sehr weit.

wie Kodos sich in der krise als "starker Mann" profiliert und  die gewählte Gouverneurin absetzt. Wie schnell er und seine Anhänger ihr handeln als "notwendig" bezeichnen, Gelichzeitog wird dennoch der keim der gewissensbiss ein Kodos gelegt, der inder TOS Folge sein Ende bedeutet.

Doch schon fast gruselig wird es, wenn man bedenkt, dass die Vorraussetzungen für die Tauruskrise nicht aktueller sein könnte. Die Kolonie nimmt Flüchtlinge aus eienr anderen Kolonie auf udn diese bringen wiederum etwas mit, die sich erst zu dem Pilz, der die Nahrungsvorräte befällt, entwickelt. Die Parallelen zur aktuellen Weltsituation sind sehr offensichtlich.
Hmm, dann wohl eher Parallelen zum Fremdenhass und zu einer Art Faschismus als zum Holocaust.
Eine Stilisierung als starker Mann widerspricht eigentlich aber eher einem öffentlichkeitsscheuen Anführer, es sei denn, es wird ein Kult um einen (fast schon gesichtslosen) Mythos aufgebaut.
Ich weiß noch nicht so ganz, wie ich das finden soll, dass die Tarsus-Krise mit einer Flüchtlingsthematik verbunden wird.

Alexander_Maclean

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« Antwort #346 am: 10.08.18, 10:26 »
Man muss sagen beides.

Sehe ich aber auch irgendwie ein grundsätzliches Problem bei Romanen die sich einem "historischen " Ereignis, dass innerhalb eines Franchise nur erwähnt wurde, widmen.
Man verwendet da eben bereits etablierte Figuren und wenn es nicht viele gibt, wird da schnell eine gewisse Ballung draus.

Klar kann man sagen, gerade Lorca oder Georgiou hätte man da nicht in der Mission gebraucht, sondern dass das auch Lieschen Müller und Hans Schmidt machen können. Aber so hat man als Leser bereits eine gewisse Beziehung zu den beiden Hauptprotagonisten.

Kurz gesagt, die Enterrprise - die aber auch nur ganz kurz auftaucht - hätte ich jetzt nicht gebraucht, aber Kirk und Leighton und eben auch die beiden Helden passen da schon ganz gut rein.

Und wenn ich so über den Punkt nachdenke, war es vielleicht ganz gut, dass der junge Kevin Riley ( der müsste zu dem Zeitpunkt ein kleines Kind gewesen sein) oder auch jemand wie Cornwall da nicht noch extra mit herumgesprungen ist. Das wäre "too much" gewesen.
Das sehe ich ähnlich. Es ist natürlich praktisch, wenn man auf Figuren zurückgreifen kann, mit denen die Leser schon was verbinden. Ganz böse gesagt, würde ich vielleicht sogar so weit gehen, zu behaupten, dass das dann für die Autoren auch besonders leicht wird: Einfach nur die Nennung des Namens genügt, und der Leser füllt quasi jeden Schemen von Figur mit den Charakteristika auf, die er von der "echten" Figur kennt. Und gleichzeitig muss man sich nicht die Mühe machen, eine neue Figur vorzustellen und vielschichtig zu gestalten.
Bei mehreren Tausend Kolonisten hätte man da glaube ich ganz spannende Figuren herausgreifen können, zumal wir da ja auch mal wiederum Leute haben dürften, die nicht nur die stereotypen Sternenflottenoffiziere sind.
Der Punkt ist aber auch.

Ward konzentriert sich im Buch fast nur auf die Jagd nach Kodos und Co. und deren Gegenreaktionen. Die eigentliche Hilfskationen, wie zum Beispiel auch die Bekämpfung des Pilzes stehen her im Hintergrund und werden nur etwas prominenter hervorgehoben, wenn diese Aktionen mit den Plänen von Kodos in Berührung kommen. So zum Beispiel auch der Austausch der medizinischen Unterlagen von Kodos im Hauptkrankenhaus der Kolonie.

Zitat
Oh, ah, wenn wir schon bei solchen Auftritten sind: Wird dann auch Hoshi erwähnt? ;) :)
Wieso grade sie?
Laut der Biographie von Sato, die ganz kurz in "In a Mirror, Darkly" auftaucht, ist Hoshi mit ihrer Familie unter den Opfern.
[/quote]
Das hatte ich ich gar nicht so auf den Schirm.

Da aber die Ermorderung der Kolonisten im Nachgang erzählt wird, liegt der Focus eben nicht auf den Opfern. Was ich persönlich für eine verpasste Chance halte, weil man damit verhindert, dass der leser die Opfer kennenlernt, was IMO wiederum die Wut und Trauer beim Lesen über den Vorfall fast nicht vorhanden ist. Die 4000 Toten sind eine abstrakte Zahl.

Aber ich gehe mal davon aus, das Hoshi mit zu den Opfern gezählt haben dürfte, den Kodos hat diese nach "Nützlichkeit" ausgewählt. Eine über 100 Jährige Linguistin wird unter Gesichtspunkt durchgefallen sein.

Zitat
Nachdem sein Plan A, die Frucht mit einen Transportschiff vereiltelt wird, hat Kodos noch einen Plan B in der Hand. Er taushct die Identität mit seinen Assistenten, inklusive Unterlagen und opfert ihn mit einer Thermitgranate, wodurch der Mann bis zur Unkenntlichkeit verbrennt.

Das deckt sich auch ziemlich gut mit seiner Entdeckung als Karidian, weil abgesehen von seinen Leuten haben nur Kirk und Leighton ihn direkt gesehen. Kodos war sonst eher sehr öffentlichkeitscheu.
Ah, okay, interessant :) Der Identitätsdiebstahl klingt für mich nach einer im Rahmen so einer Geschichte, so einem Ereignis, schon sehr guten Lösung. Ich weiß nicht warum, aber ich für meinen Teil kann so spontan sehr gut darüber hinweg sehen, dass der Leiter einer Kolonie sehr bekannt sein sollte; unter den richtigen Voraussetzungen kann sich auch jemand, der das Sagen hat, im Hintergrund halten und Kodos' Entourage wird sich auch nur bedingt trauen, ihm in den Rücken zu fallen.
Kodos war ja nur kurzzeitig, maximal zwei Wochen Leiter der Kolonie. Seine Gewährsleute im Kolonierat haben die eigentliche Gooverneurin abgesetzt. Was ja zu anfangs begrüßt wurde, weil es schien, dass sie mit der krise überfordert war. Und zu dem Zeitpunkt hatte Kodos schon seinen grausamen Plan gefasst und wusste, dass man ihn jagen würde.

Zitat
Hat er das mit der Granate eigentlich selber gemacht?
Wenn ich mich richtig entsinne, ja. Die Thermitgranaten kamen aus seinen Beständen, weil diese Waffen in der Föderation verboten sind.

Zitat
Die paralleln gehen schon sehr weit.

wie Kodos sich in der krise als "starker Mann" profiliert und  die gewählte Gouverneurin absetzt. Wie schnell er und seine Anhänger ihr handeln als "notwendig" bezeichnen, Gelichzeitog wird dennoch der keim der gewissensbiss ein Kodos gelegt, der inder TOS Folge sein Ende bedeutet.

Doch schon fast gruselig wird es, wenn man bedenkt, dass die Vorraussetzungen für die Tauruskrise nicht aktueller sein könnte. Die Kolonie nimmt Flüchtlinge aus eienr anderen Kolonie auf udn diese bringen wiederum etwas mit, die sich erst zu dem Pilz, der die Nahrungsvorräte befällt, entwickelt. Die Parallelen zur aktuellen Weltsituation sind sehr offensichtlich.
Hmm, dann wohl eher Parallelen zum Fremdenhass und zu einer Art Faschismus als zum Holocaust.
Eine Stilisierung als starker Mann widerspricht eigentlich aber eher einem öffentlichkeitsscheuen Anführer, es sei denn, es wird ein Kult um einen (fast schon gesichtslosen) Mythos aufgebaut.
Ja schon. Wobei Kodos kein "einheimischer" war. Und wie bereit weiter oben beschreiben wurden die Opfer nach nützlichkeit oder eher deren Mangel in Kodos Augen herausgesucht. Und mit dem Fanatismus einiger seiner Anhänger kann man da schon gewisse Ansätze zum faschismus sehen.

Zitat
Ich weiß noch nicht so ganz, wie ich das finden soll, dass die Tarsus-Krise mit einer Flüchtlingsthematik verbunden wird.
Ich fand es gut gemacht. Weil hier ebendiese Facette von star Trek, aktuelle Gesellschaftsprobleme indirekt anzusprechen eingesetzt wird, um eben die schlimmstmöglichsten Folgen zu zeigen.

Als wir vor ein paar MOnaten mal eine Idee herumgesponnen haben für ein eigenes ST serienkonzept entwickelt haben, war mir persönlich klar, dass da eine Doppelfolge, wenn nicht sogar ein kompletter Storybogen, sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinander setzt.
Portfolio
Projekt "One Year a Crew" Status: Konzept 100% Schreiben 21,34% Grafisches 0% Erscheinjahr 2019


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« Antwort #347 am: 15.08.18, 14:37 »
Ward konzentriert sich im Buch fast nur auf die Jagd nach Kodos und Co. und deren Gegenreaktionen.
Eigentlich ist das schade und eine große verpasste Gelegenheit. Wäre nicht eigentlich die spannendeste Geschichte die gewesen, wie Kodos überhaupt zu dieser krassen Entscheidung gekommen ist? Da hätte man viel rausholen können - ohne anschließend auf eine Jagd (die, wie Du ja auch hervorgehoben hast, erfolglos bleiben muss) verzichten zu müssen.

Da aber die Ermorderung der Kolonisten im Nachgang erzählt wird, liegt der Focus eben nicht auf den Opfern. Was ich persönlich für eine verpasste Chance halte, weil man damit verhindert, dass der leser die Opfer kennenlernt, was IMO wiederum die Wut und Trauer beim Lesen über den Vorfall fast nicht vorhanden ist. Die 4000 Toten sind eine abstrakte Zahl.
Stimmt, klingt überzeugend. Schade bei der Prämisse.

Aber ich gehe mal davon aus, das Hoshi mit zu den Opfern gezählt haben dürfte, den Kodos hat diese nach "Nützlichkeit" ausgewählt. Eine über 100 Jährige Linguistin wird unter Gesichtspunkt durchgefallen sein.
Hmm, Nützlichkeit... Welche Kriterien hat er denn da gewählt? Dann wurden eigentlich gleich alle Kinder getötet, denn die sind Null nützlich.

Und zu dem Zeitpunkt hatte Kodos schon seinen grausamen Plan gefasst und wusste, dass man ihn jagen würde.
Hmm, ich frage mich, ob der Autor wirklich die Möglichkeiten dieser Geschichte erfasst hat. Kodos wirkt dadurch schon sehr merkwürdig auf mich. Wäre er da geradezu hineingerutscht, hätte sich da eine Dynamik entwickelt, an deren Ende er in diese Einbahnstraße mit der nach normalen Maßstäbe unfassbaren Entscheidung geraten ist, dann... Aber so klingt das einfach nach einem S(upers)churken.

Als wir vor ein paar Monaten mal eine Idee herumgesponnen haben für ein eigenes ST serienkonzept entwickelt haben, war mir persönlich klar, dass da eine Doppelfolge, wenn nicht sogar ein kompletter Storybogen, sich mit der Flüchtlingsproblematik auseinander setzt.
Besteht der Plan noch, eventuell ja auch für "One Year a Crew"?

 

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