Autor Thema: Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"  (Gelesen 22987 mal)

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Tolayon

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #15 am: 14.09.09, 10:40 »
Was mir auch noch eingefallen ist:

Die Zusammen- und Darstellung der Hauptpersonen hängt auch stark davon ab, ob man wirklich eine komplette durchgehende Serie oder nur eine einmalige Geschichte (sei es als kurze Erzählung oder kompletter Roman) schreiben will.
In letzterem Fall kann man durchaus auch ein kleines Kammerspiel konstruieren, bei dem nur zwei, maximal drei Personen vorkommen (natürlich wäre das Gleiche auch als einzelne Folge einer Serie möglich, aber da müsste man die handelnden Personen sinnvollerweise aus den bereits bekannten Hauptcharakteren rekrutieren).
Bei einer einzelnen Geschichte wiederum sind die Charaktere dem Leser von Anfang an fremd und offenbaren sich ihm lediglich durch ihre Taten und Äußerungen.

ulimann644

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #16 am: 14.09.09, 11:10 »
Zitat
Original von Max
Ding??? ;) :D


Ja - Ich las die Geschichte und dachte anschließend: \"Also, das ist ja ein DING...\" ;) :D

Zitat
Original von Max
Es muss sich ganz und gar ausschließen; daran glaube ich fest.
Eine kleine (wechselnde) Verschiebung kann ja auch spannend sein.


Ich glaube da habe ich mich undeutlich ausgedrückt.
Gemeint war: Den Focus auf die Figuren und nicht primär auf die Geschichte zu legen, muss eine spannende Geschichte drum herum nicht ausschließen...

Zitat
Original von Max
Ob Du es richtig oder falsch machst, weiß ich ja (noch) nicht, aber ich finde, man muss sich ohnehin davor hüten, von \"richtig\" oder \"falsch\" zu sprechen. Jeder hat da seinen eigenen Weg, jeder möchte etwas ganz eigenen ausdrücken. Die Motivation des Autoren ansich würde so schnell nicht infrage stelle.


Dass du aber auch immer die Worte auf die Goldwaage legst...
Bei den vielfältigen Möglichkeiten zu schreiben, kann man natürlich nicht so derart polarisieren - das war ( wieder einmal ) nur im übertragenen Sinne gemeint.
Diese Art zu posten werde ich wohl etwas einschränken müssen... ;)

Zitat
Original von Max
Je nachdem ;)
Nein, im Ernst, wenn Du willst kann ich das schon dann genauer ausführen; Sachlich möchte ich eh immer bleiben und wenn ich meinen Eindruck kundtue, dann ist das eben nur mein Eindruck, den ich aufgrund meiner Vorlieben und für mich vailder Argumente vertrete, ohne deswegen den Respekt vor anderen Meinungen zu kurz kommen zu lassen.


Alles Andere würde mich auch erstaunen. Denn so bin ich es gewohnt von dir.

Zitat
Original von Max
Nein, nein, für jede Geschichte muss man das Experimentieren ganz und gar nicht ins Spiel bringen. Aber bestimmte Stilmittel, bestimmte \"Tricks\" bieten sich eben zur Vermittlung hin und wieder an oder drängen sich gar auf.
Du wirst auch sicher nicht ohne Grund diese Passage in der Ich-Form geschrieben haben. Das meine ich.


Da meinst du richtig.
Ich selbst sehe diese Art zu erzählen als Chance den Leser näher an das jeweilige Geschehen ( und auch an die Person ) heran zu führen. Das Teilnehmen an den Ereignissen durch die Augen und Ohren der erzählenden Person und seine überlegungen zu teilen, kann ein viel intensiveres Gefühl für die Szene vermitteln.

Andererseits gibt es die Einschränkung, dass man in diesem Fall zumeist keine Szenenwechsel durchführen kann - man muss dann mit der erzählenden Figur \"da durch, komme was da wolle\" Deshalb eignet sich diese Erzählform besser für zusammenhängende Ereignisse und Szenen, denn für monumentale mit vielen Handlungssträngen... ( Oder eben für kleine Rückblenden, in denen Jemand aus dem Nähkästchen \"plaudert\"... )

Eine lustige Begebenheit am Rande war, dass ich mehrmals in die \"Dritte Person\" abgedriftet bin und dann einige Passagen nachträglich in die Ich-Form bringen musste. Macht der Gewohnheit...

Max

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #17 am: 14.09.09, 21:08 »
Zitat
Original von Tolayon
Was mir auch noch eingefallen ist:

Die Zusammen- und Darstellung der Hauptpersonen hängt auch stark davon ab, ob man wirklich eine komplette durchgehende Serie oder nur eine einmalige Geschichte (sei es als kurze Erzählung oder kompletter Roman) schreiben will.

Meine Rede. Das stimmt schon: mit dem gewählten Formate kann man ganz andere Regeln nutzen (oder, um es böser auszudrücken: bekommte man ganz andere Regeln aufgedrängt).

Zitat
Original von Tolayon
Bei einer einzelnen Geschichte wiederum sind die Charaktere dem Leser von Anfang an fremd und offenbaren sich ihm lediglich durch ihre Taten und Äußerungen.

Wobei man dazu sagen muss: das ist auch die Ausgangslage für den Leser (und Schreiber) bei der Folge eines Serienkonzepts, denn da \"gibt\" es die Figur ja eigentlich auch noch nicht. Umgekehrt sehe ich es aber auch als Chance, in einer vielleicht noch allzu langen aber in sich abgeschlossenen Geschichte, eine Figur so vorzustellen, dass der Leser zufrieden sein kann.


Zitat
Original von ulimann644
Zitat
Original von Max
Ding??? ;) :D


Ja - Ich las die Geschichte und dachte anschließend: \"Also, das ist ja ein DING...\" ;) :D

Was man so alles erfährt, nachträglich ;) :D
Aber so wie das schreibst empfinde ich das als Lob :D

Zitat
Original von ulimann644
Den Focus auf die Figuren und nicht primär auf die Geschichte zu legen, muss eine spannende Geschichte drum herum nicht ausschließen...

Das glaube ich ja auch.

Zitat
Original von ulimann644
Dass du aber auch immer die Worte auf die Goldwaage legst...
[...]
Diese Art zu posten werde ich wohl etwas einschränken müssen... ;)

Tja, ja ;) .... und :
Bloß nicht :D

Zitat
Original von ulimann644
Ich selbst sehe diese Art zu erzählen als Chance den Leser näher an das jeweilige Geschehen ( und auch an die Person ) heran zu führen. Das Teilnehmen an den Ereignissen durch die Augen und Ohren der erzählenden Person und seine überlegungen zu teilen, kann ein viel intensiveres Gefühl für die Szene vermitteln.

Und ohne die Szene zu kennen, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Idee aufgehen wird, denn es ist eine geschickte Möglichkeit, aus einer Haupt- gut eine Identifikationsfigur zu machen. Okay, man könnte es auch als eine ein wenig anbiedernde Methode empfinden...... man könnte ;) :D

Zitat
Original von ulimann644
Andererseits gibt es die Einschränkung, dass man in diesem Fall zumeist keine Szenenwechsel durchführen kann - man muss dann mit der erzählenden Figur \"da durch, komme was da wolle\" Deshalb eignet sich diese Erzählform besser für zusammenhängende Ereignisse und Szenen, denn für monumentale mit vielen Handlungssträngen... ( Oder eben für kleine Rückblenden, in denen Jemand aus dem Nähkästchen \"plaudert\"... )

Stimmt, rasche Wechsel sind damit wirklich schwer zu realisieren, aber bevor man banale Schritte geht, einfach, weil die Figur zwischen A und C noch B erleben muss, empfielt sich doch eher ein Schnitt, vielleicht einfach in Form eines neuen Kapitels (mit dann eben anderem Setting).
Die Luft wurde immer feuchter. Wind kam auf, er brachte Brandgeruch mit.

ulimann644

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #18 am: 14.09.09, 21:34 »
Zitat
Original von Max
Und ohne die Szene zu kennen, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Idee aufgehen wird, denn es ist eine geschickte Möglichkeit, aus einer Haupt- gut eine Identifikationsfigur zu machen. Okay, man könnte es auch als eine ein wenig anbiedernde Methode empfinden...... man könnte ;) :D


Da ein Teil der Action in dieser Szenerie auf persönlichen Erfahrungen beruht, bin ich guten Mutes, dass dieses Erlebnis so intensiv wird, wie ich es erhoffe...

Zitat
Original von Max
Stimmt, rasche Wechsel sind damit wirklich schwer zu realisieren, aber bevor man banale Schritte geht, einfach, weil die Figur zwischen A und C noch B erleben muss, empfielt sich doch eher ein Schnitt, vielleicht einfach in Form eines neuen Kapitels (mit dann eben anderem Setting).


Wahr - Was auch geht ist die Variante, die Story von verschiedenen Personen erzählen zu lassen - habe da mal einen Perry Rhodan Roman in der Hand gehabt, wo diese Methode fantastisch umgesetzt wurde...
Leider kann ich mich nicht mehr daran erinnern, welcher genau das war...

Tolayon

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #19 am: 14.09.09, 22:21 »
Ich habe zwar nur sehr wenige Perry-Rhodan-Romane gelesen, aber einer an den ich mich vom Grundkonzept her noch relativ gut erinnern kann und auf den das hier Gepostete mit den verschiedenen Erzählern zutrifft, war \"Ich, der Ganjo\" oder so ähnlich.

Darin wurde die Geschichte abwechselnd sowohl aus der Perspektive des originalen Ganjos als auch aus der seines Doppelgängers (Klons?) erzählt.
Beide haben die Ich-Form benutzt, nur der Doppelgänger hat stets die Gegenwartsform benutzt und das Original die Vergangenheit soweit ich mich noch erinnere.
Der Grund dafür war, dass der Doppelgänger am Schluss starb, nachdem er den echten Ganjo getroffen hat.

Alexander_Maclean

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #20 am: 14.09.09, 22:29 »
Was man vielleicht auch damit umsetzen könnte, wäre eine spezielle Geschichte, in der alles quasi im Nachgang erzählt wird. Und jeder mainchar seien eigene sichtweise darstellt.
Portfolio
Projekt "One Year a Crew" Status: Konzept 100% Schreiben 28,26% Grafisches 0% Erscheinjahr 2020


ulimann644

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #21 am: 15.09.09, 11:25 »
Zitat
Original von Alexander_Maclean
Was man vielleicht auch damit umsetzen könnte, wäre eine spezielle Geschichte, in der alles quasi im Nachgang erzählt wird. Und jeder mainchar seien eigene sichtweise darstellt.


Jopp - auch eine Möglichkeit.
Gab es mal in Comic-Form ( Die vier Gesichter des BATMAN )

SSJKamui

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #22 am: 21.03.10, 16:48 »
Das, was ich auch häufig gemacht habe bei manchen Geschichten ist das Zusammenstellen der Heldengruppe nach dem Hauptthema der Geschichte. Zum Beispiel habe ich bei meiner Fanfiction Dimensional Prophecy of Zohar das Thema gehabt \"der Mensch aus philosophischer Betrachtung\", um es mal so zu nennen. In dem Philosophiebuch, was ich hatte und im Unterricht war dieses Thema in bestimmte Unterthemen gegliedert, zum Beispiel die Bedeutung der Sprache für das menschliche Leben.

Dann habe ich die meisten Charaktere so entworfen, dass sie auf einen Themenkomplex passten und diesen quasi in irgendeiner Weise verkörperten. (Bei dem Charakter Madoka Michael war das zum Beispiel so, dass sie quasi das Thema der Sprache für das Menschliche Leben \"zum Thema hatte\".)

Später als ich ein Remake der Geschichte in Comicform anfing kamen dann noch einige Charaktere hinzu, deren Ausrichtung eher auf das Thema Mathematik war und die alten Charaktere erhielten auch noch fast alle Charakteraspekte, die mit Mathematik in Verbindung standen.

(Dieses Aufteilen in Aspekte hat man ja teilweise auch bei den Star Trek Serien gemacht, zum Beispiel standen die Charaktere Data,Odo und Seven of Nine meistens für das Thema der Bedeutung der Menschlichkeit. Leider hat man bei den Star Trek Serien später das \"Aufteilungsschema\" fast immer ähnlich gemacht und nicht wirklich viel daran geändert.)

Manchmal habe ich auch einige Charaktere danach entworfen, dass sie verschiedene Positionen zum Thema der Geschichte hatten und sich so im Verlauf der Geschichte eine Diskussion zu dem Thema entwickelte. (So ähnlich, wie zum Beispiel in den Schriften des griechischen Philosophen Platon, bei dem meistens auch verschiedene Charaktere über ein bestimmtes Thema diskutiert haben.) Manchmal habe ich das auch gemacht bei der Beziehung zwischen dem Protagonisten und dem Haupt Antagonisten.

Ähnliche Zusammenstellungen der Gruppierungen der Antagonisten und Protagonisten sind auch ein gutes Mittel um bestimmte Dinge auszudrücken. Dafür müssen sich die Gruppen aber in nur wenigen Aspekten klar unterscheiden, damit dem Publikum das auch auffallen kann.

(Natürlich reicht sowas bei weitem nicht aus, um gelungene Charaktere zu erstellen. Solche Elemente sind eher eine gewisse intellektuelle \"Würze\", um die eigene Geschichte intellektuell anspruchsvoller zu machen.)

ToVa

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #23 am: 21.03.10, 17:25 »
Zitat
Original von ulimann644
Was auch geht ist die Variante, die Story von verschiedenen Personen erzählen zu lassen - habe da mal einen Perry Rhodan Roman in der Hand gehabt, wo diese Methode fantastisch umgesetzt wurde...


Ich glaube die kaum zu erreichende Referenz auf diesem Gebiet ist Rashomon.
http://de.wikipedia.org/wiki/Rashomon_%E2%80%93_Das_Lustw%C3%A4ldchen

Interessanter- wie überflüssigerweise gibt es davon ein US-amerikanisches Remake, mit einem für Science Fiction Fans nicht gänzlich Unbekanntem.


ulimann644

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #24 am: 22.03.10, 11:27 »
Zitat
Original von ToVa
Zitat
Original von ulimann644
Was auch geht ist die Variante, die Story von verschiedenen Personen erzählen zu lassen - habe da mal einen Perry Rhodan Roman in der Hand gehabt, wo diese Methode fantastisch umgesetzt wurde...


Ich glaube die kaum zu erreichende Referenz auf diesem Gebiet ist Rashomon.


Das Werk ist genial - trifft aber nur zum Teil auf das zu, was ich meinte.
Ich wollte bei meinem Comment darauf hinaus, dass die Geschichte fortschreitend von verschiedenen Personen erzählt wird, nicht dieselbe Geschichte - oder Teile der Geschichte - mehrmals aus verschiedenen Perspektiven...

Wobei diese Form der Erzählung sicher auch interessant für eine ST-Episode wäre...

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #25 am: 22.03.10, 14:37 »
Hallo,

es gibt da gewisse Star Wars-Kurzgeschichten-Bände, die auch nur eine kurze Zeitspanne zum Thema haben, die von verschiedenen \"Helden\" durchlebt werden. Das war eigentlich mein erster Kontakt mit dieser Erzählmethode und ich bin davon recht begeistert.

Man hat die Möglichkeit, diese Geschichten sowohl aus Erzählersicht zu schreiben, als auch wirklich als Erlebnis einer der Charaktere.

Ich denke diese Methode ist die Beste für mein Projekt, deswegen habe ich sie ja auch adaptiert.


Mfg

Visitor5

ToVa

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #26 am: 22.03.10, 15:13 »
Zitat
Original von ulimann644
Das Werk ist genial - trifft aber nur zum Teil auf das zu, was ich meinte.
Ich wollte bei meinem Comment darauf hinaus, dass die Geschichte fortschreitend von verschiedenen Personen erzählt wird, nicht dieselbe Geschichte - oder Teile der Geschichte - mehrmals aus verschiedenen Perspektiven...

Wobei diese Form der Erzählung sicher auch interessant für eine ST-Episode wäre...


Oh, dann habe ich das missverstanden. Auf jeden Fall sind beides interessante erzählerische Ansätze. Mir fällt dabei ein, dass es zumindest eine Star Trek Episode gibt, die zumindest starke Tendenzen in die Richtung hat: \"Riker unter Verdacht\"
Wo in der nachträglichen Verhandlung auf dem Holodeck alle Zeugen ihre ganz eigene Version der Vorfälle schildern.

Max

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #27 am: 22.03.10, 20:24 »
Zitat
Original von SSJKamui
Das, was ich auch häufig gemacht habe bei manchen Geschichten ist das Zusammenstellen der Heldengruppe nach dem Hauptthema der Geschichte. Zum Beispiel habe ich bei meiner Fanfiction Dimensional Prophecy of Zohar das Thema gehabt \"der Mensch aus philosophischer Betrachtung\", um es mal so zu nennen. In dem Philosophiebuch, was ich hatte und im Unterricht war dieses Thema in bestimmte Unterthemen gegliedert, zum Beispiel die Bedeutung der Sprache für das menschliche Leben.

Dann habe ich die meisten Charaktere so entworfen, dass sie auf einen Themenkomplex passten und diesen quasi in irgendeiner Weise verkörperten. (Bei dem Charakter Madoka Michael war das zum Beispiel so, dass sie quasi das Thema der Sprache für das Menschliche Leben \"zum Thema hatte\".)


Ich finde Deine Herangehensweise einfach nur super!

Die Themen, die man per Geschichten (oder Romanen oder anderen literarischen oder gestalterischen Formen) behandeln kann, stehen zu selten im Vordergrund und oft unnötiger Weise wird aus der stärkeren Beleuchtung von bestimmten Themen ein Widerspruch oder ein Konflikt zur klugen und emotional packenden Charakterdarstellung konstruiert.
Philosophie und Science Fiction, Technik(bewusstsein) und Science Fiction sind auch einfach zu gute Partner, um ihre Verbindung nicht immer wieder zu fördern!
Die Luft wurde immer feuchter. Wind kam auf, er brachte Brandgeruch mit.

SSJKamui

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #28 am: 23.03.10, 09:10 »
Zitat
Original von Max
Zitat
Original von SSJKamui
Das, was ich auch häufig gemacht habe bei manchen Geschichten ist das Zusammenstellen der Heldengruppe nach dem Hauptthema der Geschichte. Zum Beispiel habe ich bei meiner Fanfiction Dimensional Prophecy of Zohar das Thema gehabt \"der Mensch aus philosophischer Betrachtung\", um es mal so zu nennen. In dem Philosophiebuch, was ich hatte und im Unterricht war dieses Thema in bestimmte Unterthemen gegliedert, zum Beispiel die Bedeutung der Sprache für das menschliche Leben.

Dann habe ich die meisten Charaktere so entworfen, dass sie auf einen Themenkomplex passten und diesen quasi in irgendeiner Weise verkörperten. (Bei dem Charakter Madoka Michael war das zum Beispiel so, dass sie quasi das Thema der Sprache für das Menschliche Leben \"zum Thema hatte\".)


Ich finde Deine Herangehensweise einfach nur super!

Die Themen, die man per Geschichten (oder Romanen oder anderen literarischen oder gestalterischen Formen) behandeln kann, stehen zu selten im Vordergrund und oft unnötiger Weise wird aus der stärkeren Beleuchtung von bestimmten Themen ein Widerspruch oder ein Konflikt zur klugen und emotional packenden Charakterdarstellung konstruiert.
Philosophie und Science Fiction, Technik(bewusstsein) und Science Fiction sind auch einfach zu gute Partner, um ihre Verbindung nicht immer wieder zu fördern!


Danke für das Lob. (Das ganze habe ich mir überlegt als ich eine Zeit lang meine lieblings sci Fi Serien, Games und Bücher \"analysiert\" habe um mich im Bereich \"Philosophische Themen in der eigenen Geschichte\" zu verbessern. Unter anderem deshalb fand ich später aber Themen der Existenzphilosophie, die bei Star Trek häufig eher eine sekundäre Stellung hatten viel interessanter als die eher Star Trek typischen Ethik Themen. Deshalb wurden die dann von mir etwas stärker in den Vordergrund gerückt. Außerdem dachte ich mir, Ethik themen müssen in meinen Star Trek Fanfictions nicht unbedingt stark thematisiert werden, denn da gibt es ja genug andere Autoren, die das machen (und nicht zu Vergessen, die meisten Star Trek TV Serien und Filme selber), weshalb ich mich in meinen eigenen Projekten auf andere Bereiche der Philosophie konzentrieren kann.)

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Die Zusammenstellung der "Heldengruppe"
« Antwort #29 am: 23.03.10, 15:43 »
Hallo zusammen.

Für einen Autoren sind Charaktere ein Mittel zum Zweck, um seine Geschichte erzählen zu können.

Ich möchte hier keine Regeln aufstellen oder Beispiele von besonders gelungenen Helden-Konstellationen nennen, denn es gibt gewiss ebenso viele Beispiele dafür, als auch dagegen. Ich möchte lieber Tipps geben, wie man sich das Leben - und kreiern von Charakteren einfacher machen kann wenn man anfängt zu schreiben und wer weiß, vielleicht lernt auch noch der ein oder andere Alte Hase etwas.



Zuerst einmal: Was macht einen Charakter aus?

Gute Frage. Die Antwort? Beginnen wie bei Maslow. Ihr wisst schon, Maslow war derjenige, der die Bedürfnisse der Menschen analysierte und sie in einer Pyramide der Wichtigkeit anordnet. Das Fundament besteht aus Nahrung und Trinken, Luft, Schlaf und solche Dinge.
Dann folgt der Wunsch nach Sicherheit, etc. pp.

Dies mag in unseren Augen banal klingen und etwas Neues erzähle ich euch damit gewiss nicht - allerdings:

Wenn wir nun einen Charakter kreiern, einen Sklaven: Was wird wohl seine Motivation sein? Wie sieht die Welt aus seinem Blickwinkel aus? Und schon können wir anhand dieser Banalitäten diesen Sklaven recht gut charakterisieren, seine Not, aber auch seine Hoffnungen und Wünsche, seine Motivation und sein Verhalten. Seine Handlungen werden nachvollziehbar, er scheint auf den Leser \"gut durchdacht\" - und wir haben weder Hobbies, noch Spezies, Ausbildung und Familie ins Spiel gebracht um ihn von anderen Charakteren zu unterscheiden.


Die nächste Stufe, die man sich überlegen könnte wäre wie man die grundlegende Einstellung des Charakters definiert: Handelt er aufgrund von Fakten oder instinktiv? Zwei ansonsten identische Raumschiffcaptains würden sich nur allein aufgrund dieses Umstandes komplett unterscheiden: Der eine vertraut seinem Gefühl, der andere recherchiert. Und das trifft nicht nur auf Captains zu, sondern auf alle Sparten: Polizisten, Wissenschaftler, Psychologen, Köche, ...


Auch ein interessanter Aspekt, der nur selten so namentlich benannt wird ist die Erziehung:

Was, wenn ein Ferengi von einem Klingonen aufgezogen wird? Oder ein Klingone von einem Ferengi? Oder ein Tellarite von einem Bolianer? Ich bin sicher ihr versteht, worauf ich hinaus will: Ein bolianischer Sternenflottenoffizier ist... naja, gewöhnlich. Aber wenn er von einem Tellariten großgezogen wurde ergeben sich... \"interessante Gespräche\" zwischen ihm und diversen Vorgesetzten und das schon zu Akademie-Zeiten! :D

Ich muss sagen ich mag diese Art von Charakteren und ich greife sehr oft auf solche Konstellationen zurück, einfach um der Tristigkeit zu entfliehen. Ein Klingone wird geboren, geht zur Raumflotte und stirbt in einer glorreichen Schlacht. Habe ich euch nun etwas Neues erzählt, das euch vom Sessel reißt? Ich glaube nicht... ;)


Auch wichtig ist sich die Rasse des Charakters gut zu überlegen. Schreibt euch die Eigenschaften auf, die ihr der Rasse als Alleinstellungsmerkmal zuschreibt, zum Beispiel: \"Ehre\" bei den Klingonen. Die Sternenflottenoffiziere handeln auch ehrvoll, allerdings würde ich das schon grundlegend anders bennenen! Sie handeln nicht auf Basis eines Ehrenkodexes, sondern aufgrund ihrer ethischen und moralischen Überlegungen. Sicher, dieser Unterschied mag banal klingen, weil es ja de Fakto nicht wirklich große Unterschiede sind, allerdings macht der Ton die Musik und Assoziationen sind die halbe Miete, um sich wirklich in einen Charakter hineinzuversetzen!


Wozu ich auch raten kann ist sich einen zeitlichen Ablauf zu notieren, nicht nur der Sternenflotten-Werdegang, sondern auch die Kindheit! Es ist ein Unterschied ob ein Charakter seine Kindheit auf der Erde verbrachte oder auf einer Kolonie in der DMZ! Die Zeiteinteilung hilft euch später, um eure Geschichte besser in das Star Trek-Universum einbetten zu können.

Es ist auch ein Unterschied ob ein Charakter sich in Kriegszeiten der Sternenflotte anschließt, oder in Friedenszeiten!

Eure Geschichte spiel 2368? Schön - ein Vermerk auf den klingonischen Bürgerkrieg und die Gefahr von klingonischen Renegaten entlang der Klingonischen Grenze und jeder Leser kann sie einordnen. 2369 wurde das Wurmloch entdeckt, ich denke kein Forscher oder Händler, der in der Lage ist an diese Information zu gelangen, wird diesen Umstand ignorieren können! Auch kein Stratege, denn schließlich weiss man nicht, welche bedrohlichen, aggressiven Spezies sich dort anbahnen - kurzum: Es nicht nicht egal ob man 2368 in der Nähe von Bajor einen Planeten besiedelt oder 2369 nach dem Auffinden des Wurmlochs! Diesen Umstand werden auch eure Charaktere spüren und es verquickt eure Geschichte einmal mehr mit dem bestehenden Star Trek-Universum.


Ein Charakter, der 2350 den Bajoranern Waffen verkauft kann als Spieler dargestellt werden, der riskante Geschäfte tätigt und er wird gewiss anders dargestellt werden als jemand, der im Auftrag der Föderation Handphaser für diese produziert... Hier gilt: Zeig\' mir deine Freunde und ich sage dir, wer du bist!
Auch diese Möglichkeit könnt ihr nutzen, um euren Charakter zu definieren! Ein Sternenflottenoffizier wirkt doch gleich ganz anders, wenn er nicht mit Offizierskollegen unter Freunden pokert, sondern auch mal einen Landurlaub in etwas fragwürdigerem Terrain zu einem Spielchen nutzt. Es ist ein Unterschied, ob er im \"Zehn Vorne\" seinen Whiskey trinkt oder in einer schäbigen Kneipe in einer eben nicht so feinen Gegend, in der auch leichtbekleidete Damen über die Tische huschen und ihre Dienste anbieten...


Denkt euch Schwächen für euren Charakter aus, die auch zum Tragen kommen! Man akzeptiert keinen Charakter, dessen Schwäche einfach nicht ausgespielt werden kann: \"Er hat vor nichts und niemandem Angst, nur vor den Borg.\" Ja... schön... Ich denke wir sind uns einig, dass so eine \"Schwäche\" nicht wirklich zur Geltung kommen wird. Und sooo oft greifen die Borg ja auch nicht an... \"Er ist ein Trinker\" bringt auch nicht viel, wenn der Charakter niemals in die Nähe einer Kneipe kommt und in Versuchung geführt wird.


Die Motivation. Kennt ihr das? Alle Kadetten wollen zur Sternenflotte, wollen tapfer ihren Beitrag leisten für die Sicherheit aller! Sicher? Wo sind die, die ihren langjährigen Jugendfreunden nachziehen, die einfach nicht riskieren wollen, dass sich ihre Clique auflöst? Wo sind die, die sich vielleicht in die Nachbarstochter verliebt haben und sie beeindrucken wollen? Wo sind die, die nur als Mittel zum Zweck zur Flotte gehen, um dann als Ensign und Pilot lieber auf einem zivilen Schiff anheuern oder sich gar selbständig machen, oder \"umschulen\"? Wo sind die, die auf der Vulkanischen Wissenschaftsakademie (oder einer anderen rennomierten Wissenschaftsakademie) nicht aufgenommen wurden und versuchen, in die Sternenflotte zu kommen, um auf wissenschaftlichem Terrain Erfahrungen sammeln zu können, um dann doch für den ein oder anderen vonihnen begehrten Job in Frage zu kommen? Wo sind die Ärzte, die nur temporär der Flotte dienen, um Erfahrungen zu sammeln, vier Jahre ihren Beitrag für die Gemeinschaft leisten, um dann doch eine eigene Praxis zu eröffnen? Auch diese Liste ist noch lange nicht vollständig, aber auch sie könnte eure Charaktere definieren und sie einzigartig machen! Auch mancher Admiral könnte sich wünschen, seinen Sohn bei der Flotte zu sehen. Doch was ist, wenn er nicht im Delta-Quadrant festsitzt, sondern auch noch als Ensign von seinem Vater angefordert wird!?



Die Differenzierung anhand von Hobbies und Interessen kennt ihr ja schon zur Genüge, dazu möchte ich an dieser Stelle gar nichts sagen.

Ich hoffe es gab doch den ein oder anderen Aspekt, der euch bei euren Werken voranbringt.


Mfg

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