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Military Science Fiction

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SSJKamui:
Ich dachte, es währe vielleicht auch eine gute Idee, bei Autorentipps auch spezielle Threads für häufig gebrauchte Sci Fi Genres zu eröffnen.

Da Das Genre der Military Science Fiction eines der häufigsten hier im Forum ist dachte ich, ich fange mal damit an.

Bedeutende Szenarios:

Invasion:
Die Protagonisten gehören zu einem Staat, der von einem anderen Staat angegriffen wird. Häufig ist dieser Staat (meistens Aliens) Technologisch weit vorraus, weshalb der Konflikt zu einer David gegen Goliath Situation führt.

Beispiele: Krieg der Welten, Die Schlacht von Dorkin

(Zum Teil gehört auch Neon Genesis Evangelion in den Bereich der Alieninvasion.)

Infanteriekampf:
Ein Szenario, welches sich hauptsächlich mit einfachen Soldaten an der Front beschäftigt. Raumschiffe spielen dabei eher eine untergeordnete Rolle.

Beispiele: Starship Troopers, The Forever War, Aliens, Gasaraki, Command and Conquer (teilweise), Starcraft (kombination mit anderen Elementen)

Marine
Szenarios, die sich hauptsächlich mit Raumschiffen und Kämpfen von Schiff zu Schiff beschäftigen. Häufig haben diese Geschichten Anspielungen auf die Kolonialzeit bis zur Zeit des ersten Weltkriegs. Vor allem bei Uniformen.

Beispiele: Honor Harrington, Legend of the Galactic Heroes, Gundam (zum Teil), Babylon 5 (zum Teil)

-Subszenario: Jägerkorpskampf
Eine Variante des Marinekampfes, wo ein Hauptaugenmerk der Story stark auf Jagdgeschwadern an Board der Schiffe geht.

Beispiele: Battlestar Galactica, Babylon 5 (teilweise, Einsatz eher untergeordnete Rolle im Vergleich zu anderen Serien), Wing Commander, Robotech, Macross, Gundam (die Mechsquads werden häufig genau so behandelt wie Jagdgeschwader), Lylat Wars (ziemlich stark eine Parodie des Szenarios.)

Raumstation:
Eine Raumstation als Handlungsort. Der Unterschied zu den meisten anderen Szenarios ist hier, dass die Raumstation ständige An-/Abfreise von zivilisten Ermöglicht, weshalb ein breiteres Spektrum gezeigt werden kann. Die Raumstation befindet sich in dem Szenario an einem zentralen Ort von strategischer Bedeutung, sodass diese gleichzeitig häufig ein zentraler Kampfplatz wird.

Häufig sind diese Raumstationen auch Sitz von Botschaftern oder werden häufig von Botschaftern besucht, was das politische Element näher an die Protagonisten bringt.

Beispiele: Babylon 5, Star Trek: Deep Space 9

Flucht:
Die Flucht ist ein Szenario, was häufig mit der Invasion zusammen hängt. Dort haben die Angreifer einen entscheidenen Schlag schon ausgeführt und nur noch eine kleine Rag Tag Fleet Überlebender kann fliehen, wird aber gejagt von den Feinden und muss ums Überleben kämpfen. Häufig hat das Schiff an Board eine große Anzahl verstörter Flüchtlinge.

Beispiele: Battlestar Galactica, Robotech, Macross, Space Runaway Ideon

Die Gundam Serien arbeiten häufig mit Elementen dieses Szenarios, zusätzlich zum Marinekampf.

Es gibt einige Elemente, die dem Genre seine Relevanz geben:


1. Der Symphatieträger der feindlichen Armee
Um dem Konflikt vom platten Gut gegen Böse wegzubewegen hat man häufig in Military Sci Fi Geschichten eine Figur auf der Seite der feindlichen Armee, die fast noch stärker ein Symphatieträger ist als die eigentlichen Protagonisten. So vermittelt man dem Publikum auch, das nicht jeder Soldat auf der feindlichen Seite direkt ein Monster ist und versetzt sie in eine eher neutralere Position.

Bekanntestes Beispiel dafür ist wohl Char Aznabel aus Mobile Suit Gundam, der Oberflächlich sogar komplett alle klassischen Heldenattribute vereint (Ein Blonder Held mit schwert, Umhang und strahlender Rüstung), der aber auf der Seite der Gegner steht.

Ein ähnlicher Effekt mit solchen \"Symphatieträgern\" kam auch bei einer Folge der Originalserie von Star Trek zu tragen, wo Kirk das Duell mit diesem einen Kommandanten des romulanischen Bird of Prey hatte, den der Zuschauer durchaus als ehrenhafte \"Respektsperson\" Wahr nahm, der nur leider auf der falschen Seite stand.

Bei solchen Charakteren kommt auch immer ein wichtiges Element auf im Bezug zu ihrer Beziehung zu den Protagonisten, und zwar \"Unter Umständen hätten sie Freunde sein können\". Somit wird in der Geschichte auch ein Wenig der Sinn des Konflikts hinterfragt.

Manchmal wechseln solche Charaktere die Seiten und kooperieren mit den Protaonisten, ich sehe so ein Element aber mehr als Skeptisch, da man so das Element des \"guten Feindes\" wieder relativiert.

2. \"Wer mit Ungeheuern Kämpft muss darauf achten, dass ihn dieser Kampf nicht selber zu einem Ungeheuer macht\"

Dies ist ein häufiges Element um die Ideologien des Konfliktes zu hinterfragen. Sehr häufig haben Military Sci Fi Geschichten nämlich das Plotelement, dass der Krieg beide Konfliktparteien immer mehr korrumpiert und radikalisiert, bis am Ende alle Ideale nur noch Schall und Rauch sind und nur als fade Rechtfertigung für das Vernichten der Gegenseite dienen. Dies ist auch meistens eine der stärksten Kritiken an Kriegen, die solche Geschichten haben können.

 Beispiele für so ein Plot Element  sind unter Anderem der versuchte Genozid an den Gründern durch den Virus in Deep Space Nine oder die Entwicklung der Erdallianz in Mobile Suit Gundam, die durch den Krieg mit dem faschistoiden Erzherzogtum Zion selber sich immer mehr in eine Diktatur wandelt, oder . bei dem Remake von Battlestar Galactica wo die Menschen später ebenfalls einen Genozid an den Zylonen überlegen.

3. Der historische Blick
Military Sci Fi Geschichten gehören zu den Sci Fi Stories mit den meisten Anspielungen auf die Weltgeschichte. Diese ermöglichen gewisse historische Vergleiche und können so die Message ein wenig vertiefen. (Außerdem wecken sie das interesse bei Sci Fi Fans mit interesse für die Weltgeschichte, was gerade Fans von Military Sci Fi Geschichten häufig sind.)

Beispiele dafür sind zum Beispiel die Spartan Einheiten aus Halo und gewisse Namen bei Mobile Suit Gundam. (Zum Beispiel \"Der Rote Komet\", der eine Anspielung auf den roten Baron darstellt, oder den \"Wüstentiger\", oder auch Botschafter \"Adenauer\".)

4. Der unwichtige Protagonist.
Dies ist eine der realistischsten, aber gleichzeitig auch zynischsten Seiten des Genres. Während in anderen Genres einzelne zu alles entscheidenden Helden werden können ist die Bedeutung des einzelnen Charakters für die Geschichte in der Military Science Fiction meistens mehr als Gering. Häufig sterben sogar extrem viele Protagonisten einen absolut sinnlosen Tod, der für den Verlauf der politischen Ereignisse absolut keine Bedeutung hat, unter Anderem auch deshalb, weil es genügend Ersatz gibt. Charaktere können häufig auch am Verlauf der Geschichte nichts ändern.

Da muss man aber aufpassen, da es lächerlich wirken kann, wenn ein zu großmäuliger \"Soldatenmacho\" zusammenbricht an seiner eigenen Chancenlosigkeit. (Bestes Beispiel ist da dieser eine Soldat aus Aliens, der zuerst so große Töne gespuckt hat.)

5. Die Zivilbevölkerung
Ein weiteres zentrales Element von Military Sci Fi ist ausserdem, das dieses Genre eines der Sci Fi Genres ist, bei dem am stärksten auf die Schiksale der Zivilbevölkerung bezug genommen wird. Dies hat unter Anderem den Vorteil, dass man so auch Charaktere hat, die näher dran sind am Leben des Teils des Publikums, welcher keinen militärischen Hintergrund hat und die Ereignisse höchstens durch Nachrichten verfolgen kann.

Dies kann sehr Häufig durch Flüchtlinge geschehen. (Zum Beispiel bei Gundam, Ideon und Battlestar Galactica.) Manchmal, zum Beispiel bei Battlestar Galactica wird auch auf die Politik einer Zivilregierung eingegangen.

Ein Aspekt, der damit zu tun hat ist die Darstellung von Massenkommunikation. Zum Beispiel durch die Rekrutierungsvideos in Starship Troopers oder die Reportage durch D\'anna Biers auf der Galactica. (Das bekannteste Beispiel für dieses Glaubwürdig machen durch Darstellung von Massenkommunikationsmitteln ist das von Orson Welles produzierte Hörspiel Krieg der Welten, das sogar viele Amerikaner ja bekanntlich wirklich glauben ließ, man befinde sich im Krieg mit Aliens.)

6. Logistik
Military Sci Fi ist das Sci Fi Genre mit der höchsten Bedeutung der Versorgung mit notwendigen Rohstoffen und Proviant. Als Autor kann das zwar manchmal lästig sein, auf dieses Thema einzugehen, es erlaubt aber sehr viele interessante Plots.

Häufig bei Military Science Fiction ist es nämlich so, dass die Protagonisten auch sehr stark bereit sind, Dinge zu tun, die sie zu Gewissensproblemen bringen um den Proviant sicher zu stellen. Zum Beispiel bei Gundam Seed kommen die Protagonisten an eine zerstörte Raumstation, die eigentlich als Mahnmahl eines Kriegsverbrechens dient. Man beschließt aber, um die Wasservorräte aufzufüllen trotz Gewissensbissen dieses Wrack zu durchsuchen und zu plündern.

Dieses Element kommt natürlich bei Raumstationen weniger zu Tragen, da diese meistens gut an Versorgungslinien gekoppelt sind.

Beispiele: Battlestar Galactica, Gundam Seed

edit:
Jagdgeschaderkampf bei Szenarios hinzugefügt.

Alexander_Maclean:
Interessante auflistung

Bei UO wird es wohl auch in die richtung gehen aber gewisse elemente vereinen.

Zum einen Infanteriekampf (bei größeren operationen) der MACOs

dann Marine (naturgemäß)

und etwas Invasion wobei hier der Punkt mit der technologischen Überlegenheit fehlt.

SSJKamui:

--- Zitat ---Original von Alexander_Maclean
Interessante auflistung

Bei UO wird es wohl auch in die richtung gehen aber gewisse elemente vereinen.

Zum einen Infanteriekampf (bei größeren operationen) der MACOs

dann Marine (naturgemäß)

und etwas Invasion wobei hier der Punkt mit der technologischen Überlegenheit fehlt.
--- Ende Zitat ---


Genau meine Meinung. Ich halte auch eine Mischung für das Beste, was man in dem Genre machen kann. (Gerade bei Invasion kommt zwangsläufig auch die Infanterie ins Spiel. )

Viele der berühmteren Military Sci Fi Geschichten sind auch Mischungen, zum Beispiel ist Krieg der Welten Invasion, Infanteriekampf und zum Teil auch Marinekampf. (Gerade der Teil um die USS Thunderchild)

Mir ist aufgefallen, bei den Szenarios habe ich auch noch ein Unterszenario des Marinekampfes vergessen:

-Jägerkorpskampf
Eine Variante des Marinekampfes, wo ein Hauptaugenmerk der Story stark auf Jagdgeschwadern an Board der Schiffe geht.

Beispiele: Battlestar Galactica, Babylon 5, Wing Commander, Robotech, Macross, Gundam (die Mechsquads werden häufig genau so behandelt wie Jagdgeschwader), Lylat Wars (ziemlich stark eine Parodie des Szenarios.)

Alexander_Maclean:
Babylon 5 würd eich nicht in die Kategorie Jägerkampf einsortieren.

klar hatten die ihre Starfurystaffeln und alle Erdallianzführungsoffiztiere abgesehen vom Doc hatten ne Fluglizenz.

aber die Flieger wurden nur eingesetzt wenn es sein musste. und das war nicht in jeder episode. und ab der einführung der whitestarflotte standen die SFs sowiewos eher inder zweiten reihe.

Babylon lässt sich in sachen Military sciFi wirklich scher kategorisieren.

SSJKamui:

--- Zitat ---Original von Alexander_Maclean
Babylon 5 würd eich nicht in die Kategorie Jägerkampf einsortieren.

klar hatten die ihre Starfurystaffeln und alle Erdallianzführungsoffiztiere abgesehen vom Doc hatten ne Fluglizenz.

aber die Flieger wurden nur eingesetzt wenn es sein musste. und das war nicht in jeder episode. und ab der einführung der whitestarflotte standen die SFs sowiewos eher inder zweiten reihe.

Babylon lässt sich in sachen Military sciFi wirklich scher kategorisieren.
--- Ende Zitat ---


Hab gerade meinen Eingangspost um eine kleine Erklärung bei dem Thema Babylon 5 erweitert.

Es stimmt. Einige berühmte Serien haben wirklich eine Szenario Mischung.

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