Autor Thema: Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"  (Gelesen 12123 mal)

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ulimann644

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #15 am: 23.10.11, 20:39 »
Gefallen hat mir die kleine Szene mit der Andorianerin (irgendwie ahnte ich bei der Vorsilbe Tal bereits, von wo die kommt... :andorian) und Van de Kamp.
Auch schön, die Antennenbewegung bei Missfallen - der kleine Wiedererkennungswert hat mir gefallen.
Dass die Katze zufällig die Lösung findet war IMO arg konstruiert daran, aber na ja...

Klar ist es konstruiert. Aber lustig. Und erspart mir seitenlangen Technobabble ;).

Als ich den Trick durchschaut hatte, war es für mich schon zu spät - da hatte ich die Szene mit Tearash Corin für ICICLE-4 - mit jeder Menge Techbabble - schon im Kasten... ;) :andorian

Was mir dabei ebenfalls etwas aufstieß war, dass die Cardassianer in Meilen messen...(??) (Klingons haben Kellicams - für Cardassianer könnte man sich etwas einfallen lassen.)

Klar könnte man sich statt der Meilen was anderes Ausdenken. Dann dürften die Cardies aber - konsequenten Weise - die Zeit auch nicht in Stunden messen, das Gewicht nicht in Kilos etc. Man müsste sich für jede Spezies und jede maßeinheit irgendwelche anderen komischen Begriffe ausdenken und irgendann wäre das Glossar länger als der ganze Roman. Oder weiß zufällig jemand aus dem Kopp, wie viele Kilometer ein Kellicam sind? ;)

Da ist man gefordert, als FF-Autor... ;)
Gut, man muss es auch nicht übertreiben. Vielleicht wären Kilometer in einer deutschen FF weniger aufgefallen... (BTW: Nicht unbedingt jeder Leser weiß auf Anhieb, wie lang eine Meile ist.)

Hier war es halt so: Deutsche FF --> Cardassianer --> Angabe in Meilen (BTW: Nautische Meilen, oder Landmeilen...??)

Die Traumsequenz (die mit der Ratte) war mir dann des Guten etwas zuviel - diese Szene hätte ich gerne sehr viel kürzer gesehen.

Gerade die Sache mit der Ratte möchte ich nicht wegstreichen. Gegen Ende (als die Wühläuse Jilano fressen), könnte evtl. was weg. Und eine Passage ist sogar doppelt - die kommt sowieso weg. Schon wird das ganze Kapitel eine Seite kürzer ;).

Deshalb hat sich das - an der Stelle - so gezogen... ;)

Was mir seltsam anmutete waren die Bedenken des Commanders Kayn, wegen der Torpedos.

Mir mutet seltsam an, dass dir das seltsam anmutet :P.
Natürlich ist in der Situation kein Platz für Pazifismus, aber dass Jerad gegen eine Waffe protestiert, die in der Föderation aus gutem Grund geächtet ist, fügt sich IMO nur in den ST-Canon ein. Wenn ich mich recht erinnere,  wurde in DS9 erwähnt, dass Subraumminen geächtet sind - eben weil sie dem Gegner keine Chance zur Verteidigung lassen.

Ansonsten ist die Frage Moral vs. Taktischer Vorteil ein Thema, dass sich durch die gesamte DEFENDER-Reihe zieht und schon mit der Tarnvorrichtung losgeht.
Klar, hat jeder auf der Defender schon den Algeron Vertrag gebrochen. Aber genauso stellt sich eben jeder die Frage, wie viele moralische Bedenken/Prinzipien/Vorschriften man noch über Bord schmeißen will.

Für mich ist genau letzteres der entscheidende Punkt dabei: Der Mann hat keine Hemmungen Erster Offizier eines höchst illegalen Schiffes zu sein - regt sich dann aber über höchst illegale Torpedos auf (Sind die wirklich illegal, solange davon gar keiner weiß, und man sie offiziell gar nicht verbieten konnte...??)

Für mich ist der Unterschied zwischen einer tödlichen Waffe, die man gezielt auf einen Gegner abfeuert und einer getarnten tödlichen Waffe, die man auf einen Gegner abfeuert nur minimal. Da wären andere Aufreger dann IMO folgerichtiger.

Wenn es sich um eine signifikante Nachwirkung der Torpedos gehandelt hätte (Strahlung, die ein qualvolles Siechtum und einen schmerzhaften ellenlangen Todeskampf beinhaltet) dann hätte ich diese moralischen Bedenken eingesehen.

Ganz ehrlich? Wenn die Föderation in meiner Geschichte so einen Mist erfunden hätte, kenne ich etliche Trekkies, die mir die Geschichte aus diesem Grund um die Ohren gehauen hätte - und zwar zu Recht! Eine Waffe mit soclhen Auswirkungen zu entwickeln, traue ich nicht mal Layton zu.

Eben. Zurecht.
Die sehr unterschiedliche Bewertung zwischen Tarnvorrichtung und Torpedos (erst die Tarnvorrichtung macht einen getarnten Waffeneinsatz möglich...!!) scheint mir bei dem Commander inkonsequent.

Wenn er sich vordringlich Gedanken darum gemacht hätte, wohin eine solche Entwicklung führt (z.B. Taskforces... ;)) aber die momentane Notwendigkeit eines solchen Waffeneinsatzes etwas schneller eingesehen und befohlen hätte, dann hätte ich das als besser erachtet.

Auch "Transphasentorpedos" (die gibt es erst im 25. Jhd. !!) sind etwas Über-Drüber für die frühen 70er... Wenn´s "Interphasen-Torpedos", oder "Multiphasen-Torpedos" gewesen wären, irgendwas, dass zur Tarnvorrichtung passt, dann hätte es irgendwie folgerichtiger geklungen...

OK, ich überarbeite die Geschichte sowieso und kann die Dinger immer noch Interphasen-Torpedos nennen. Dass Transphasen-Torpedos eine Cononwaffe sind, wurde mir erst im Nachhinein klar. Der Begriff ist irgendwie bei mir hängen geblieben und klingt gut. Aber mit den Dingern aus VOY-Endgame haben meine eher nichts zu tun ^^.

Aha...
Etwas ähnliches hatte ich vermutet, aber man weiß ja nie.

Und Commander Kayn ist IMO falsch auf der DEFENDER (das ist offiziell ein Kriegsschiff) wenn er in einer solchen Lage derartige Überlegungen anstellt, bevor er endlich handelt.

Ich wundere mich, dass sich noch niemand auf Tygins und van de Kamp eingeschossen hat - meine Pazifisten von Dienst *LOL*.

Hier würde ich soweit mitgehen, dass Jerad in der Final Version das Briefing gleich nach seinem Gespräch mit Wilbury abhält - und nicht die ganze Nacht damit wartet. Das ist natürlich höherer Blödsinn und kommt davon, wenn man gazen 2 Jahre an einer Epi schreibt und am Ende nicht mehr weiß, waqs am Anfang war ^^.

Ja - sowas kenne ich. Beim Betalesen von ICICLE-4 sind mir in den letzten Tagen auch einige Klöpse aufgefallen...
Bei dem Arzt kann ich die Bedenken (den Pazifismus) verstehen, zumal der ja mehr oder minder eingezogen wurde...
Und ein Ingenieur muss nicht unbedingt etwas von Waffen halten. Er kann evt. aber er muss nicht... Und irgendwie kaufe ich dem das auch eher ab. Denn der hatte bereits bei der Tarnvorrichtung Skrupel, wenn ich mich da recht erinnere. Vielleicht hätte sich überhaupt einer dieser Beiden darüber ereifern, und dem Commander die Bude einrennen, sollen...??

Aber seine Bedenken sind IMO trotzdem angebracht. Du musst auch sehen, dass die Defender neben der Defiant eines der ersten richtigen Kriegsschiffe der Sternenflotte war und es zu diesem Zeitpunkt nicht so viele Offiziere gab, die von der Mentalität her auf ein Kriegsschiff passen.

Sicher sind seine Bedenken angebracht - nur bin ich der Meinung, in anderer Form. Eben in der, dass er sich Sorgen um die Zukunft der Werte der Föderation macht, und weniger, dass er einen unmittelbaren Pazifismusanfall auf dem ersten Kriegsschiff der Feds bekommt. (Das wäre mir wiederum dann folgerichtig erschienen, wenn er bereits lautstark einen Ausbau der Tarnvorrichtung gefordert hätte - oder zumindest sich dagegen sträuben würde sie einzusetzen.)
(BTW: Ich weiß, dass man die TV nicht so ohne weiteres ausbauen kann... ;))

Ansonsten, wie Alex richtig feststellt:

Zitat
Ich denke bei seinen bedenken ging es Jerad eher um die ALLGEMEINE Anwendung. Denn gerade in Verbindung mit der Interphasentarnvorrichtung, sind diese waffen nur zu eines zu gebrauchen. Und zwar für einen ERSTSCHLAG.

In den spezifischen fall, wo es wirklich nur gegen die Subrauminen ging, hat er sich ja recht schnell FÜR die Lösung mit den Torpedos entschieden.

Eben. Jerad hat ein (IMO völlig nachvollziehbares) Problem damit, dass diese Waffe später weiterentwickelt wird und zur "Marktreife" gelangt. In dem konkreten Fall (Rettung von Lairis und der Mek'Shor) war er ja bereit, eine Ausnahme zu machen.

Vielleicht war der Punkt nicht klar genug...

Wie gesagt, das waren am Ende nur Peanuts in einer grandiosen Episode, das sollte man dann auch nicht überbewerten, sondern als Feedback eines begeisterten Lesers - ganz wertfrei, als Denkanstoß, nehmen.

Lairis77

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #16 am: 05.11.11, 19:04 »
Ich hab's noch mal überarbeitet. Wer es noch nicht gelesen hat - bitte die neue Version runterladen :).
"Ich habe diese Geschichte nur gepflanzt, aber sie wächst, wie sie will, und alle verlangen, dass ich voraussehe, welche Blüten sie treiben wird." (Cornelia Funke: Tintentod)


ulimann644

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #17 am: 05.11.11, 19:10 »
Ich werde auf jeden Fall mal die neue Version überfliegen, um zu sehen, was sich getan hat... :andorian

David

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #18 am: 05.11.11, 19:11 »
Sobald ich Episode 5 durch habe, nehme ich mir dein neuestes Werk auch vor.

Wird sicher spannend. ;)

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #19 am: 10.11.11, 18:45 »
So, steht auf meiner Liste! Mit Glück hab' ich's durch über's Wochenende - aber ohne Gewähr!



( Hmhm... da kommt mir gerade eine doofe Idee: PDF's während der Bahnfahrt lesen - auf so einem neuen Tablet... 'tschuldige, ist mir nur gerade so assoziativ in den Sinn gekommen.)

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #20 am: 13.11.11, 20:22 »
So, gelesen habe ich sie - Icycle werde ich mir heute noch runterladen;

Kritik kommt baldmöglichst, versprochen.

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #21 am: 14.11.11, 16:48 »
So, meine Kritik:

Plastische Charaktere, plastische Situationen nur ein paar Dinge haben mich gestört. Am Meisten Folgendes:

Bei einer gewaltvollen Auseinandersetzung (Schlacht, Krieg, Zweikampf, sportlichem Wettkampf, ...) kommt es abstrahiert darauf an, punktuelle Überlegenheit zu schaffen um zu gewinnen. Wie kann das aussehen?
  • Strategische Bomberverbände können Produktionsanlagen bombardieren, so dass der Nachschub des Feindes nicht mehr funktioniert!
  • Alexander der Große konzentrierte seine Phalanx nur an der rechten Seite! Seine zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen - aber hochmotivierten Truppen - schafften es die persischen Linie in Unordnung zu versetzen. Als das Gros der persischen Armee sah, dass diese Linien bröckelten flohen sie vom Schlachtfeld ohne gekämpft zu haben!
  • Ein kleiner Karate-ka wird auf seine Geschwindigkeit und Wendigkeit vertrauen müssen, um einem großeren Kämpfer begegnen zu können, der gut und gern zwanzig Zentimeter mehr an Reichweite hat
  • ...

Kurzum: Um so eine Auseinandersetzung zu gewinnen bedarf es eines (unfairen) Vorteils und der Gabe den Gegner in eine Situation zu zwingen, in dem dieser Vorteil zum Tragen kommt!

Seit tausenden von Jahren wetteifern die Waffenherstellern mit denen, die Rüstungen produzieren: Kettenhemd gegen Bolzen, Kürass gegen Musketen - Panzerungen der Kampfpanzer gegen Hohlladungsgeschosse - Schilde gegen Torpedos. Unfair? Hm... Nunja. Bis hier hin erst einmal nicht.

In diesem Punkt sehe ich es wie die anderen Leser. Dein Statement als Reaktion darauf gibt mir ein etwas anderes Bild: Die Ächtung der Subraumwaffen hättest du vielleicht noch einen Tick deutlicher herausarbeiten sollen, in meinen Augen. Damit hättest du gewiss nicht so immens laute Kritik, diesen Punkt betreffend, bekommen. Man hätte damit dieses "ethische Problem" (Fairness auf dem Schlachtfeld) auf ein politisches verlagert, das sicher nicht das ganze Zündpotential absorbiert hätte, aber es doch entschieden hätte mildern können.

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Zu der Parallele Lairis-Belora: Die eine ist ein Monster, die andere ist durch Monster selbst zu einem geworden, poetisch ausgedrückt. Parallelen halte ich da nicht für verkehrt, im Gegenteil. Ich habe auch einige Passagen bei denen ich mich als Autor selbst fragen muss, wie sich die "ethisch Gute Fraktion" mit dem offensichtlich "Bösen" arrangieren kann. Dennoch ist es möglich. Die beiden Damen in ihrer Entwicklung zu verfolgen empfinde ich als spannend.

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Die cardassianischen Grausamkeiten sind mal herzallerliebst ausgemalt (erst recht im Hinblick darauf, dass du da ja schon gekürzt hast)! Und ich dachte schon Darsha hätte ein schlimmes Los gezogen.

Diese Cardassianische Gedankenmanipulationstechnik ist aber sehr gewagt, einfach weil sie vielleicht schon einen Tick zu übermächtig ist. Natürlich ist diese Technik spätestens seit "TNG - Das fremde Gedächtnis" durchaus erklärbar und "realistisch" (ganz zu schweigen von den Möglichkeiten der Borg) und auch die Vulkanier haben gewisse Fähigkeiten, die ziemlich imba sind. Ich bin gespannt wie sich diese Technologie und Möglichkeiten noch weiterentwickeln und was du daraus machen wirst.

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Die Klingonen-Szene
Ja, Klingonen müssen auch in meinen Stories immer wieder für einen Gag herhalten.

Ein bisschen wurde ich an "USS Calypso" erinnert - aber mit einer betrunkenen Lairis konnte diese Geschichte natürlich nicht aufwarten! Das Angebot des Kriegers, sie zu tragen fand ich einfach nur süß! Das muss wahre Klingonenromanze sein! ("He, Kleine, wenn du nicht mehr laufen kannst - kein Problem! Dich halbe Hose werf' ich mir einfach über die Schulter und dann trage ich dich zu deinem Shuttle. Ich muss nur kurz noch auf Romulus vorbei... hab' da noch etwas zu tun. Aber keine Sorge, ich schaff' das auch so...")

Gewiss wird ihnen (den Klingonen) ihre kriegerische Ausbildung und ihr Kampfgeist sie dazu veranlassen, es immer wieder mit uns Autoren aufzunehmen! :thumb (Hoffe ich jedenfalls!)

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Katzen & Technik
Das war eine knuffige Idee! Eine Katze, die mit einer Andorianer-Antenne spielt ist einfach nur putzig! Da juckt es mich in den Fingern, "Mau" auch mal so ein Ding in die Finger bekommen zu lassen - mit einem Symbionten sollte sie lieber nicht spielen... :dpanik

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Wirklich hingerissen bin ich davon, wie du deine Vulkanierin in Szene gesetzt hast. Ihren eigentlichen Auftritt hatte sie, ohne wirklich dabei zu sein. Faszinierend, die du die Weisheit, Kraft und Möglichkeiten dieses Charakters ausgeschöpft hast. Die Einflussnahme durch die Weisheit ihrer Worte - erst Recht dadurch, dass sie als Vulkanierin ja nicht auf den ersten Blick als Fachmann genannt werden kann - wow, das ist einfach episch!

Ihre kleine "Sprechrolle" in dieser Episode hätte ich nicht gebraucht um an sie erinnert zu werden. Diese Rolle verblasst vor dem Hintergrund ihres Wirkens, wie ein Glühwürmchen vor der Sonne, aber wer weiß, was noch kommen wird...


So, das soll's erst einmal gewesen sein, damit hab' ich alles, was mir auf der Zunge liegt, niedergeschrieben. Ich bin schon gespannt auf die nächste Folge...

Lairis77

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #22 am: 18.11.11, 21:23 »
@Visitor:
danke für die Kritik und sorry für die späte Antwort. Aber ich war die letzten 2 Wochen praktisch nur per Smartphone im Internet und das postet sich nicht so toll ...

Was genau dich gestört hat, wird mir jetzt nicht ganz klar, abgesehen von der Tatsache, dass Jerad sich über die Interphasen-Torpodos echauffiert ... Hm, ich bin ja völlig bei dir, wenn du meinst, dass es völlig normal ist, sich im Kampf einen taktischen Vorteil zu Verschaffen. Andererseits hoffe ich natürlich auch auf Verständnis für Jerads Position, da die moralischen Werte der Föderation wirklich nach und nach vor die Hunde zu gehen drohen, vor allem im Dom-Krieg. Jerad tut eigentlich nicht mehr und nicht weniger, als daran zu erinnern - denn am Ende erlaubt er ja die Ntuzung dieser Waffen für einen "guten Zweck" (und überlegt nicht mal besonders lange).

Die Ächtung der Subraumwaffen hättest du vielleicht noch einen Tick deutlicher herausarbeiten sollen, in meinen Augen. Damit hättest du gewiss nicht so immens laute Kritik, diesen Punkt betreffend, bekommen. Man hätte damit dieses "ethische Problem" (Fairness auf dem Schlachtfeld) auf ein politisches verlagert, das sicher nicht das ganze Zündpotential absorbiert hätte, aber es doch entschieden hätte mildern können.

Diese Waffen werden mit Sicherheit noch mal ausgebuddelt - und damit auch die ethische Debatte. Das ganze Dilemma "Moral vs. Überleben" zieht sich ja mehr oder weniger durch die komplette DEFENDER-Serie, daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich mal den Focus auf die Ächtung gewisser Waffen lege. In dieser Epi war es nicht das vordergründige Thema, aber ich habe noch lange nicht alles Pulver verschossen ^^.

Zu der Parallele Lairis-Belora: Die eine ist ein Monster, die andere ist durch Monster selbst zu einem geworden, poetisch ausgedrückt. Parallelen halte ich da nicht für verkehrt, im Gegenteil. Ich habe auch einige Passagen bei denen ich mich als Autor selbst fragen muss, wie sich die "ethisch Gute Fraktion" mit dem offensichtlich "Bösen" arrangieren kann. Dennoch ist es möglich. Die beiden Damen in ihrer Entwicklung zu verfolgen empfinde ich als spannend.

Karthal und Lairis sind also beides Monster - interessante Betrachtungsweise :andorian.
Sicher sind sie beide durch ihre Gesellschaft und die Lebensumstände geprägt und haben in der Vergangenheit Dinge getan, auf die man nicht unbedingt stolz sein kann.
Mit dem Unterschied, dass sich Lairis darüber im Klaren ist (das Perforieren von Kronjuwelen z.B. gehört nicht gerade zu ihrem normalem Umgang mit dem anderen Geschlecht - sie war in einer Ausnahmesituation, aber die Reaktion vielleicht over-the-top), während Belora vieles noch für völlig normal hält und erst allmählich beginnt, das eine oder andere zu hinterfragen.
Interessant wird es sicher, wenn sich Lairis in eine Richtung zu entwickeln beginnt, die Belora gerade hinter sich lässt (dieses "Ich weiß, ich bin fies - aber ich habe keine andere Wahl"). Dann wird auch Jerad als moralischer Kompass gebraucht.

Die cardassianischen Grausamkeiten sind mal herzallerliebst ausgemalt (erst recht im Hinblick darauf, dass du da ja schon gekürzt hast)! Und ich dachte schon Darsha hätte ein schlimmes Los gezogen.

Die Sache mit Darsha ist ist schon fies, weil sie noch so jung ist.
Ansonsten ist es leider so, dass 1.) Cardassianer auch canonmäßig grausam sind und 2.) Belora wirklich an ihre Grenzen getrieben werden musste, für das gewünschte Ergebnis. Hätte ich es noch mehr weichgespült, wäre ihre Reaktion IMO weniger glaubwürdig gewesen. 

Diese Cardassianische Gedankenmanipulationstechnik ist aber sehr gewagt, einfach weil sie vielleicht schon einen Tick zu übermächtig ist. Natürlich ist diese Technik spätestens seit "TNG - Das fremde Gedächtnis" durchaus erklärbar und "realistisch" (ganz zu schweigen von den Möglichkeiten der Borg) und auch die Vulkanier haben gewisse Fähigkeiten, die ziemlich imba sind. Ich bin gespannt wie sich diese Technologie und Möglichkeiten noch weiterentwickeln und was du daraus machen wirst.

Gewagt - sicher. Aber wie du schon sagt: Im ST-Universum eigentlich nix Neues.
In naher Zukunft habe ich damit nichts vor, weil die Technologie noch im frühen Experimentierstadium steckt und Cardassian gerade ziemlich am A*** ist. Unwarscheinlich also, dass es sich vor den Dom-Krieg zu einer echten Bedrohung auswachsen wird (es sei denn, es kommt irgendwie auf den Schwarzmarkt, aber ich plane nichts in der Richtung).
Aber sobald Cardassia dem Dominion betritt, eröffnen sich bestimmt einige Möglichkeit, aus denen sich was machen lässt - also THX für den Denkanstoß!  :smoke

Die Klingonen-Szene
Ja, Klingonen müssen auch in meinen Stories immer wieder für einen Gag herhalten.

Yep, dich machen einfach Spaß ;). War auch nicht der letzte Auftritt von Ko'Tagh, Lurka, Torrn & Co. Die sind auf jeden Fall gebucht als wiederkehrende Nebenchars  :Viking

Katzen & Technik
Das war eine knuffige Idee! Eine Katze, die mit einer Andorianer-Antenne spielt ist einfach nur putzig! Da juckt es mich in den Fingern, "Mau" auch mal so ein Ding in die Finger bekommen zu lassen - mit einem Symbionten sollte sie lieber nicht spielen... :dpanik

Glaub mir, mit Katzen und Technik kenn ich mich aus. Die haben es sogar schon geschafft, meinen PC neu zu starten. Und mit andorianischen Fühlern spielt nicht nur Misty gerne :andorian.
Aber wenn sie das mit einem Symbionten machen soll, müsste sie schon in Jerads Bauchhöhle rumfuhrwerken - das geht ja GAR nicht ^^.

Wirklich hingerissen bin ich davon, wie du deine Vulkanierin in Szene gesetzt hast. Ihren eigentlichen Auftritt hatte sie, ohne wirklich dabei zu sein. Faszinierend, die du die Weisheit, Kraft und Möglichkeiten dieses Charakters ausgeschöpft hast. Die Einflussnahme durch die Weisheit ihrer Worte - erst Recht dadurch, dass sie als Vulkanierin ja nicht auf den ersten Blick als Fachmann genannt werden kann - wow, das ist einfach episch!

OK, ich wüsste jettz nicht, wo T'Liza s immensen Einfluss hatte (abgesehen von ihren prophetischen Träumen, die einiges über die nächsten Episoden verraten) - aber danke für die Blumen! :)
Die Vulkanierin ist wohl einer meiner schwierigsten Charas - und wenn ich sie charismatisch hinbekommen habe: um so besser  :bounce.

Noch mal danke fürs Lesen & Reviewen!  :knuddel
"Ich habe diese Geschichte nur gepflanzt, aber sie wächst, wie sie will, und alle verlangen, dass ich voraussehe, welche Blüten sie treiben wird." (Cornelia Funke: Tintentod)


Visitor5

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #23 am: 19.11.11, 15:07 »
@Visitor:
danke für die Kritik und sorry für die späte Antwort. Aber ich war die letzten 2 Wochen praktisch nur per Smartphone im Internet und das postet sich nicht so toll ...
Das kann ich gut nachvollziehen; Das geht schon in Ordnung.


Zitat
Was genau dich gestört hat, wird mir jetzt nicht ganz klar, abgesehen von der Tatsache, dass Jerad sich über die Interphasen-Torpodos echauffiert ... Hm, ich bin ja völlig bei dir, wenn du meinst, dass es völlig normal ist, sich im Kampf einen taktischen Vorteil zu Verschaffen. Andererseits hoffe ich natürlich auch auf Verständnis für Jerads Position, da die moralischen Werte der Föderation wirklich nach und nach vor die Hunde zu gehen drohen, vor allem im Dom-Krieg. Jerad tut eigentlich nicht mehr und nicht weniger, als daran zu erinnern - denn am Ende erlaubt er ja die Ntuzung dieser Waffen für einen "guten Zweck" (und überlegt nicht mal besonders lange).
Ich meinte damit, dass es zum Geschäft gehört, Vorteile auszunutzen und den Feind an der empfindlichsten Stelle zu treffen. Alles andere ist sinnlos. Es gibt keine Fairness in diesem Sinne. Natürlich kann ich auch Jerads Intensionen nachvollziehen: Er steht da völlig unvorhersehbar als Captain (!) auf einem Kriegsschiff, das eigentlich gar nicht existieren dürfte - und dann stellt er auch noch fest, dass dieses Schiff nur die Spitze des Eisberges darzustellen scheint. Das kann einem schon mal die Sprache verschlagen...


Zitat
Die Ächtung der Subraumwaffen hättest du vielleicht noch einen Tick deutlicher herausarbeiten sollen, in meinen Augen. Damit hättest du gewiss nicht so immens laute Kritik, diesen Punkt betreffend, bekommen. Man hätte damit dieses "ethische Problem" (Fairness auf dem Schlachtfeld) auf ein politisches verlagert, das sicher nicht das ganze Zündpotential absorbiert hätte, aber es doch entschieden hätte mildern können.

Diese Waffen werden mit Sicherheit noch mal ausgebuddelt - und damit auch die ethische Debatte. Das ganze Dilemma "Moral vs. Überleben" zieht sich ja mehr oder weniger durch die komplette DEFENDER-Serie, daher ist es nur eine Frage der Zeit, bis ich mal den Focus auf die Ächtung gewisser Waffen lege. In dieser Epi war es nicht das vordergründige Thema, aber ich habe noch lange nicht alles Pulver verschossen ^^.

Zu der Parallele Lairis-Belora: Die eine ist ein Monster, die andere ist durch Monster selbst zu einem geworden, poetisch ausgedrückt. Parallelen halte ich da nicht für verkehrt, im Gegenteil. Ich habe auch einige Passagen bei denen ich mich als Autor selbst fragen muss, wie sich die "ethisch Gute Fraktion" mit dem offensichtlich "Bösen" arrangieren kann. Dennoch ist es möglich. Die beiden Damen in ihrer Entwicklung zu verfolgen empfinde ich als spannend.
Freut mich zu hören!


Zitat
Karthal und Lairis sind also beides Monster - interessante Betrachtungsweise :andorian.
Sicher sind sie beide durch ihre Gesellschaft und die Lebensumstände geprägt und haben in der Vergangenheit Dinge getan, auf die man nicht unbedingt stolz sein kann.
Krieg ist ein schmutziges Geschäft - erst recht ein Bürgerkrieg/ Guerillakrieg. Ich sehe zwischen den Erlebnissen von Lairis, Belora und Darsha viele Gemeinsamkeiten und bin neugierig auf jede Information, die ich dazu zwischen den Zeilen herauslesen kann.


Zitat
Mit dem Unterschied, dass sich Lairis darüber im Klaren ist (das Perforieren von Kronjuwelen z.B. gehört nicht gerade zu ihrem normalem Umgang mit dem anderen Geschlecht - sie war in einer Ausnahmesituation, aber die Reaktion vielleicht over-the-top), während Belora vieles noch für völlig normal hält und erst allmählich beginnt, das eine oder andere zu hinterfragen.
Interessant wird es sicher, wenn sich Lairis in eine Richtung zu entwickeln beginnt, die Belora gerade hinter sich lässt (dieses "Ich weiß, ich bin fies - aber ich habe keine andere Wahl"). Dann wird auch Jerad als moralischer Kompass gebraucht.
Ich denke Jerad ist dazu genau der Richtige. Lairis' Moral und Grundhaltung zu durchschauen ist im Moment nicht so einfach: Sicher war sie im Widerstand und hat dort viel Grausames erlebt, aber sie ist auch Captain der Sternenflotte und hat ihrer Tochter ein relativ beschauliches Leben ermöglicht. Damit kann man sagen, dass sie (im Moment) durchaus gut eingenordet ist, was Richt und was Falsch ist. Ich werde ganz gewiss die Ausreißer aus diesem Kurs mit Interesse verfolgen und genau beobachten.


Zitat
Die cardassianischen Grausamkeiten sind mal herzallerliebst ausgemalt (erst recht im Hinblick darauf, dass du da ja schon gekürzt hast)! Und ich dachte schon Darsha hätte ein schlimmes Los gezogen.

Die Sache mit Darsha ist ist schon fies, weil sie noch so jung ist.
Ansonsten ist es leider so, dass 1.) Cardassianer auch canonmäßig grausam sind und 2.) Belora wirklich an ihre Grenzen getrieben werden musste, für das gewünschte Ergebnis. Hätte ich es noch mehr weichgespült, wäre ihre Reaktion IMO weniger glaubwürdig gewesen.
 
Hier eine allzu sanfte Weichspülnummer zu fahren halte ich ebenfalls für verkehrt. Wir sind nunmal nicht ausschließlich vernunftgesteuert - Emotionen beanspruchen einen viel zu großen Aspekt, als dass man diesen vernachlässigen könnte. Cardassianer sind grausam - richtig, das sollte auch ganz klar so rüberkommen!
Das Alter schützt uns leider nicht vor Grausamkeiten anderer...


Zitat
Diese Cardassianische Gedankenmanipulationstechnik ist aber sehr gewagt, einfach weil sie vielleicht schon einen Tick zu übermächtig ist. Natürlich ist diese Technik spätestens seit "TNG - Das fremde Gedächtnis" durchaus erklärbar und "realistisch" (ganz zu schweigen von den Möglichkeiten der Borg) und auch die Vulkanier haben gewisse Fähigkeiten, die ziemlich imba sind. Ich bin gespannt wie sich diese Technologie und Möglichkeiten noch weiterentwickeln und was du daraus machen wirst.

Gewagt - sicher. Aber wie du schon sagt: Im ST-Universum eigentlich nix Neues.
In naher Zukunft habe ich damit nichts vor, weil die Technologie noch im frühen Experimentierstadium steckt und Cardassian gerade ziemlich am A*** ist. Unwarscheinlich also, dass es sich vor den Dom-Krieg zu einer echten Bedrohung auswachsen wird (es sei denn, es kommt irgendwie auf den Schwarzmarkt, aber ich plane nichts in der Richtung).
Aber sobald Cardassia dem Dominion betritt, eröffnen sich bestimmt einige Möglichkeit, aus denen sich was machen lässt - also THX für den Denkanstoß!  :smoke
 
War mir ein Vergnügen. :Hallo


Zitat
Die Klingonen-Szene
Ja, Klingonen müssen auch in meinen Stories immer wieder für einen Gag herhalten.

Yep, dich machen einfach Spaß ;). War auch nicht der letzte Auftritt von Ko'Tagh, Lurka, Torrn & Co. Die sind auf jeden Fall gebucht als wiederkehrende Nebenchars  :Viking
 
Ja, das war Klasse! Aber zugegebener Maßen war die Szene, in der ich die Andorianerin Zhari fast mit gebratener Bregit-Lunge "vergiftet" hätte auch nicht schlecht, oder?  :andorian


Zitat
Katzen & Technik
Das war eine knuffige Idee! Eine Katze, die mit einer Andorianer-Antenne spielt ist einfach nur putzig! Da juckt es mich in den Fingern, "Mau" auch mal so ein Ding in die Finger bekommen zu lassen - mit einem Symbionten sollte sie lieber nicht spielen... :dpanik

Glaub mir, mit Katzen und Technik kenn ich mich aus. Die haben es sogar schon geschafft, meinen PC neu zu starten. Und mit andorianischen Fühlern spielt nicht nur Misty gerne :andorian.
Aber wenn sie das mit einem Symbionten machen soll, müsste sie schon in Jerads Bauchhöhle rumfuhrwerken - das geht ja GAR nicht ^^.
 
Hmhm... Für "Mau" habe ich bislange nur einen Einsatz geplant. Darsha erkennt in dem Verhalten dieser niederen, vierbeinigen "Hauskatze" Charaktermerkmale wieder, die auch ihre humanoiden Verwandten aufweisen - und kann ihrer Vorgesetzten dadurch ihre Macken vergeben. Als diese Vorgesetzte dann aber herausfindet, wie Darsha ihre Erkenntnisse gewonnen hat...
Vielleicht ist so eine ähnliche Situation ja auch auch für Misty und deine Caithianerin möglich. :whistle


Zitat
Wirklich hingerissen bin ich davon, wie du deine Vulkanierin in Szene gesetzt hast. Ihren eigentlichen Auftritt hatte sie, ohne wirklich dabei zu sein. Faszinierend, die du die Weisheit, Kraft und Möglichkeiten dieses Charakters ausgeschöpft hast. Die Einflussnahme durch die Weisheit ihrer Worte - erst Recht dadurch, dass sie als Vulkanierin ja nicht auf den ersten Blick als Fachmann genannt werden kann - wow, das ist einfach episch!

OK, ich wüsste jettz nicht, wo T'Liza s immensen Einfluss hatte (abgesehen von ihren prophetischen Träumen, die einiges über die nächsten Episoden verraten) - aber danke für die Blumen! :)
Die Vulkanierin ist wohl einer meiner schwierigsten Charas - und wenn ich sie charismatisch hinbekommen habe: um so besser  :bounce.
 
Hrhrhr... Um ehrlich zu sein - ich hätte nicht vorhersagen können, ob du meine Betrachtungsweise und die Anspielungen verstehen würdest oder nicht. Es ist verdammt schwierig, ich habe mich ja auch absichtlich sehr schwammig ausgedrückt, auf der anderen Seite habe ich dir durchaus zugetraut darauf zu kommen.

War es nicht T'Lizas Aussage, dass Belora von ihrem Mann immer noch geliebt wird?
Diese Aussage ist es, die verhindert dass Belora zusammenbricht und stattdessen den Kampf sucht! Sie vertraut ihm in einem Schlüsselmoment - und ich bin sicher: Ohne diese Aussage damals hätte Belora anders gehandelt. Ohne diese Aussage wäre die Geschichte wohl anders ausgegangen...


Zitat
Noch mal danke fürs Lesen & Reviewen!  :knuddel
Gern geschehen, ich hab' die Episode doch gerne gelesen!

Max

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #24 am: 19.08.12, 13:54 »
So, ich wollte nur mal ankündigen, dass "Konsequenzen" heruntergeladen und auf meiner Leseliste obe steht :) Ich hoffe, Du hast mit mir als Langsamleser Nachsicht, Lairis. Ein Review wird folgen :)
Jenes anfängliche Stadium zeichnerischer Tätigkeit, in dem Kleinkinder Kopffüßler oder dicke Männchen mit L-Beinen und in Gabelzinken endenden Armen zeichnen, machte er niemals durch; vielmehr mied er die menschliche Gestalt völlig, und als der Papa (Dr. Erich Wind) ihn drängte, doch mal die Mama (Dr. Lisa Wind) zu malen, reagierte er mit einem lieblichen Wellenmuster, das ihm zufolge ihr Schatten auf dem neuen Kühlschrank war.

Lairis77

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #25 am: 19.08.12, 18:25 »
Kein Problem, wenn es länger dauert, max. Ich freu mich auf dein Feedback :).
"Ich habe diese Geschichte nur gepflanzt, aber sie wächst, wie sie will, und alle verlangen, dass ich voraussehe, welche Blüten sie treiben wird." (Cornelia Funke: Tintentod)


Max

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #26 am: 24.08.12, 23:35 »
So, fertig.

Nitpicking!!!! ;) :D Ich möchte mit einem Detail beginnen.
Ich zitiere:
"Turo schämte sich seines Vaters so sehr, dass er sich jeden Tag mehr in sein inneres Reich zurückzog, wo er mit seiner eigenen Armee gegen feuerspuckende, klauenbewehrte Fantasiegegner kämpfte. Seine Mitschüler und Freunde nahm er nicht mit, er blieb am liebsten für sich allein."
Genial, wie Du es hier mit sprachlichen Mitteln ganz schnell erreichst, dass dem Leser eindrücklich klar wird, wie intensiv Turo sein Inneres erlebt: In etwas ideelles kann man niemanden mitnehmen, aber Turo identifiziert sich damit so stark, dass es nich mehr nur ideell zu sein scheint.

Ohnehin fallen mir bereits auf den ersten Seiten ein paar sprachliche Wendungen auf, die mir äußert gut gefallen ("Innerhalb weniger Tage wurden aus Helden Verdächtige" - sowas finde ich genial!).
Das ist für mich als Leser deswegen so wichtig, weil die sprachliche Ebene für mich ein bedeutsamer Teil der Lektüre ist. Hier kann ich die Geschichte dann genießen, denn ich will nicht verhehlen, dass mir die "dunkleren" Plotelemente für Star Trek schlicht nicht gefallen.
Die andere Seite sind Ausdrücke, die ich so oder so als unpassend empfinde. Wenn ein Cardassianer etwa "Schlampe" oder "Popel" sagt, oder eine Klingonin von Internetcafés redet... Ich bin wohl zu sehr durch Geschichten von Stanislaw Lem geprägt, um wirklich anzunehmen, eine außerirdische Zivilisation sei so sehr eine Kopie irdischer Verhältnisse.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich vom Interphasen-Torpedo halten soll. Klar, es ist nicht die feine englische Art, einen Gegner so hinterlistig anzugreifen. Aber der Einsatz von Waffen ist in diesem Kontext (Torpedos können ja beispielsweise auch dazu benutzt werden, einen Asteroiden zu zerstören, damit dieser nicht auf eine Welt hinabstürzt) Krieg doch nur dazu da, den Feind zu töten. Die darunter liegende Stufe - das gegnerische Schiff kampfunfähig zu schießen etwa - liegt im Ermessen desjenigen, der die Waffe einsetzt. Ansonsten halte ich es beinahe schon für eine scheinheilige Politik, eine Waffe für edler zu halten, weil sie dem Gegner zeigt, dass sie bald einschlagen wird. In diesem Kontext geht es ja nicht um eine sportliche Auseinandersetzung. Ansonsten könnte man auch sagen: "Hey, wir dürfen jetzt den Phaser nicht mehr einsetzen, weil die Schilde des cardassianischen Schiffs schon zusammengebrochen sind und die Triebwerke nicht mehr funktionieren und es deswegen nicht fair wäre, weil die Cardassianer nicht ausweichen können."
An sich zeugt diese Unentschlossenheit - so will ich das mal nennen - durchaus von einer erstaunlichen Position der Sternenflotte, die nicht weiß, wie sie einen Krieg führen soll. Der in meinen Augen spannendste Weg, aus dieser Erkenntnis, um beim Folgentitel zu bleiben, Konsequenzen zu ziehen, wäre der, sich der Gewalt zu verschließen, aber ich weiß, dass dieser radikale Ansatz nicht nur durch Canon-Ereignisse aus DS9 verbietet; der gelebte Pazifismus scheint selbst in der ST-Zukunft nicht möglich zu sein.

Zu den cardassianischen Verhältnissen:
Der ganze Sadismus, der Karthal widerfährt, gibt mir als Leser nicht viel. Vielleicht bin ich zu old fashioned, aber weder unterhalten mich diese Qualen, noch muss ich sie ausführlich lesen, um zu begreifen, dass sie es schwer hat ;)

Ich habe hier im Thread ja schon geschrieben, dass ich nichts gegen zwei parallel laufende Handlungsstränge habe. Dabei bleibe ich und ich finde es eine mutige Entscheidung mit Weitblick so zu verfahren. Letztlich kann man sagen, dass damit auch für jeden was dabei sein kann. Da ich mich ehrlich gesagt nicht sehr für Cardassianer interessiere, freute ich mich dann auch schneller auf die Lairis-Parts oder die Teile der Geschichte, die an Bord der "Defender" spielten.

Tja, wie lautet mein Fazit?
Ich sehne mich nach FanFiction, in der ein Sternenflottenraumschiff mal auf eine Forschungsmission geht und ein völlig unbekanntes Phänomen enträtselt. Die "Defender" hat andere Ziele und es wäre nicht gerecht, es Deiner Reihe zum Vorwurf zu machen, dass meine Sehnsüchte noch unerfüllt sind. Du schreibst plastisch, wie ich am Anfang gleich feststellen durfte oft auch mit wirklich zauberhafter Ausdrucksweise. Du entwirfst einen großen Plot mit verschiedenen Schauplätzen und dennoch bleibt der Fokus auf den Figuren. Geniale Zutaten. Und mit einem gelungenen Cliffhanger, mit einem Ausblick (die geheime Mission anzudeuten), schaffst Du es auch, nicht nur Neugierde zu wecken, sondern der Serie noch weitere Entwicklungen zu ermöglichen.
Dass ich mit der "Defender"-Reihe trotzdem nicht warm werde, liegt am grundsätzlichen Setting, das so ziemlich nichts von dem beinhaltet, weswegen ich einst Star Trek-Fan wurde. Die exzessive Zurschaustellung von Gewalt ist ein Exponent davon.
Ich hoffe, Du bist nicht enttäuscht, denn ob der Relativierungen könnte es sein, dass das Lob nicht mehr so deutlich hervorsticht.
« Letzte Änderung: 24.08.12, 23:47 by Max »
Jenes anfängliche Stadium zeichnerischer Tätigkeit, in dem Kleinkinder Kopffüßler oder dicke Männchen mit L-Beinen und in Gabelzinken endenden Armen zeichnen, machte er niemals durch; vielmehr mied er die menschliche Gestalt völlig, und als der Papa (Dr. Erich Wind) ihn drängte, doch mal die Mama (Dr. Lisa Wind) zu malen, reagierte er mit einem lieblichen Wellenmuster, das ihm zufolge ihr Schatten auf dem neuen Kühlschrank war.

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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #27 am: 25.08.12, 14:06 »
Lustig, diese FF lese ich auch gerade. Mein Feedback folgt also auch bald.
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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #28 am: 25.08.12, 14:51 »
Hi Max,

danke für dein Feedback!  :knuddel
Eins vorweg: ich hab mich sehr gefreut, dass du die Story gelesen hast - gerade weil das Setting eigentlich nicht dein Ding ist und ich das weiß. Ich fühle mich geehrt, dass du es trotzdem noch mal mit Defender versucht hast :).
Deshalb bin ich auch nicht enttäuscht darüber, dass dir manches nicht so zusagt. Geschmäcker sind halt verschieden.

Ohnehin fallen mir bereits auf den ersten Seiten ein paar sprachliche Wendungen auf, die mir äußert gut gefallen ("Innerhalb weniger Tage wurden aus Helden Verdächtige" - sowas finde ich genial!).
Das ist für mich als Leser deswegen so wichtig, weil die sprachliche Ebene für mich ein bedeutsamer Teil der Lektüre ist.

Ehrlich, ich freue mich über jeden Leser, der das zu schätzen weiß.  :bounce
Mit ist die sprachliche Ebene jedenfalls sehr wichtig und ich versuche mich auf der Ebene auch ständig zu verbessern. Leider scheint die "Fabulierkunst" für die meisten FF-Leser eher nebensächlich sein sein, oder ist lediglich ein Mittel zum Zweck für den guten Lesefluss :duck:.
Ein Lob wie "Toller Schreibstil" oder "Hat sich in einem Rutsch gelesen" schmeichelt zwar dem Ego - aber wenn man hört, was genau besonders gefallen (oder auch nicht gefallen) hat, ist das natürlich viiieeel besser :).

Die andere Seite sind Ausdrücke, die ich so oder so als unpassend empfinde. Wenn ein Cardassianer etwa "Schlampe" oder "Popel" sagt, oder eine Klingonin von Internetcafés redet...

Schlampe oder Popel halte ich für Universelle Kraftausdrücke :andorian.
Bei dem Internetcefe hab ich ehrlich gesagt, lange überlegt, ob ich das so schreiben soll. Sprachlich verlasse ich damit das 24. Jh., was mir durchaus bewusst ist (und ich wundere mich ein bisschen, dass bisher noch keiner darüber gemeckert hat ^^).
Andererseits ist mir leider kein andere Ausdruck aufgefallen, womit der Wortwitz erhalten bleibt - also hab ich es drin gelassen, als bewusst non-canonischen Gag.

Ich bin wohl zu sehr durch Geschichten von Stanislaw Lem geprägt, um wirklich anzunehmen, eine außerirdische Zivilisation sei so sehr eine Kopie irdischer Verhältnisse.

Davon würde ich auch nicht ausgehen.
Aber gerade in den Canon-ST-Serien sieht man doch mehr Spezies, die den Menschen ähnlich sind (oder bestimmte Teilaspekte der menschlichen Gesellschaft verkörpern: Klingonen = Krieg, Cardassianer = Totalitarismus, Ferengi = Kapitalismus, Bajoraner = starke Religiösität) als Aliens mit völlig eigenständigen Charaktereigenschaften oder Gesellschaftsformen.
Mich reizt es durchaus, auch mal ein eigenes Universum zu erfinden, wo außerirdische Lebensformen mal KEIN Spiegelbild der Menschen sind.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich vom Interphasen-Torpedo halten soll. Klar, es ist nicht die feine englische Art, einen Gegner so hinterlistig anzugreifen. Aber der Einsatz von Waffen ist in diesem Kontext (Torpedos können ja beispielsweise auch dazu benutzt werden, einen Asteroiden zu zerstören, damit dieser nicht auf eine Welt hinabstürzt) Krieg doch nur dazu da, den Feind zu töten. Die darunter liegende Stufe - das gegnerische Schiff kampfunfähig zu schießen etwa - liegt im Ermessen desjenigen, der die Waffe einsetzt. Ansonsten halte ich es beinahe schon für eine scheinheilige Politik, eine Waffe für edler zu halten, weil sie dem Gegner zeigt, dass sie bald einschlagen wird. In diesem Kontext geht es ja nicht um eine sportliche Auseinandersetzung. Ansonsten könnte man auch sagen: "Hey, wir dürfen jetzt den Phaser nicht mehr einsetzen, weil die Schilde des cardassianischen Schiffs schon zusammengebrochen sind und die Triebwerke nicht mehr funktionieren und es deswegen nicht fair wäre, weil die Cardassianer nicht ausweichen können."

Die Föderation ist halt auch nicht konsequenter als die UNO (schaust du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Ge%C3%A4chtete_Kriegsmittel) ;). Ein Verbot aller Kriegswaffen ist nicht möglich, weil man sich ggf. auch mal verteidigen muss, also werden ehtische Unterschiede vorgenommen, die man bei genauer Betrachtung auch in Frage stellen könnte: Chemische und biologische Waffen sind geächtet - konventionelle Bomben aber nicht. Ungeachtet der tatsache, dass sie dir das Haus überm Kopf abfackeln oder einstürzen lassen können, so dass du tagelang verschüttert bist und irgendwann elendig verhungerst. Anti-Personen-Mienen sind geächtet, was ja auch gut und richtig ist (eben u.a. weil man sich gegen sie nicht wehren oder schützen kann). Aber was ist mit Luftangriffen, durch die auch immer wieder unschulgige Zivilisten hops gehen?
Wenn man es ethisch genau nimmt, müsste man alle Waffen verbieten, die wahllos töten können. Ich wäre sehr dafür, aber das lässt sich weltpolitisch leider nicht durchsetzen. Jedenfall NOCH nicht.
Wenn also das Verbot von Subraumminen (Star Trek Canon) oder mein davon abgeleitetes Verbot von Interphasen-Torpedos (Non-Canon, läuft aber auf das selbe hinaus), scheinheilig sein soll, ist es die Haager Landkriegsordnung auch ^^.

An sich zeugt diese Unentschlossenheit - so will ich das mal nennen - durchaus von einer erstaunlichen Position der Sternenflotte, die nicht weiß, wie sie einen Krieg führen soll.

Wenn du das so interpretierst, hab ich mein Ziel erreicht ;).
Die Sternenflotte scheint mir auch in der Serie nicht wirklich einen Plan zu haben, wie sie diesen Krieg führen soll. Zuerst zieren sie sich, Kriegsschiffe zu bauen, dann fuhrwerken sie (trotz ausdrücklicher Warnung der Gründer) weiter im Gammaquadranten herum, und vor einer Generalmobilmachund, die letztendlich alle verfügbaren (zivilen) Ressourcen einzieht, schrecken sie scheinbar bis zum Schluss zurück. Ist einerseits verständlich, da sie disen Krieg nie gewollt haben, andererseits führt es dazu, dass sie eine Niederlage nach der anderen einstecken und sich letztendlich nur durch hinterhältige Mittel retten (die Seuche gegen die Gründe, die Intrige um die Romulaner in die Krieg zu ziehen usw.).

Der in meinen Augen spannendste Weg, aus dieser Erkenntnis, um beim Folgentitel zu bleiben, Konsequenzen zu ziehen, wäre der, sich der Gewalt zu verschließen, aber ich weiß, dass dieser radikale Ansatz nicht nur durch Canon-Ereignisse aus DS9 verbietet; der gelebte Pazifismus scheint selbst in der ST-Zukunft nicht möglich zu sein.

Traurig, aber wahr.
Die Konsequenz der totalen Gewaltfreiheit hätte zum Zeitpunkt von "Defender" bedeutet, dass man sich vom Dominion platt machen lässt :(.
Eine Strategie, diesen Krieg zu VERHINDERN, d. h. ein ernsthaftes Bemühen, mit dem Dominion eine diplomatische Lösung zu finden, habe ich in der "kalten Phase" des DK vermisst.
Außerdem war die Sternenflotte auch vorher nicht gewaltfrei und immer wieder in irgendwelche Konflikte verwickelt (Klingonen, Romulaner, Cardassianer, Zhenketi ...)

Der ganze Sadismus, der Karthal widerfährt, gibt mir als Leser nicht viel. Vielleicht bin ich zu old fashioned, aber weder unterhalten mich diese Qualen, noch muss ich sie ausführlich lesen, um zu begreifen, dass sie es schwer hat ;)

Das habe ich auch nicht zur Unterhaltung geschrieben ;), sondern um glaubhaft darzustellen, warum Karthal am Ende so verzweifelt war, dass sie bereit war, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Genau an diesem Punkt wollte ihre Kidnapper sie treiben und hätten das auch beinahe geschafft :(.

Ich sehne mich nach FanFiction, in der ein Sternenflottenraumschiff mal auf eine Forschungsmission geht und ein völlig unbekanntes Phänomen enträtselt. Die "Defender" hat andere Ziele und es wäre nicht gerecht, es Deiner Reihe zum Vorwurf zu machen, dass meine Sehnsüchte noch unerfüllt sind. Du schreibst plastisch, wie ich am Anfang gleich feststellen durfte oft auch mit wirklich zauberhafter Ausdrucksweise. Du entwirfst einen großen Plot mit verschiedenen Schauplätzen und dennoch bleibt der Fokus auf den Figuren. Geniale Zutaten. Und mit einem gelungenen Cliffhanger, mit einem Ausblick (die geheime Mission anzudeuten), schaffst Du es auch, nicht nur Neugierde zu wecken, sondern der Serie noch weitere Entwicklungen zu ermöglichen.
Dass ich mit der "Defender"-Reihe trotzdem nicht warm werde, liegt am grundsätzlichen Setting, das so ziemlich nichts von dem beinhaltet, weswegen ich einst Star Trek-Fan wurde. Die exzessive Zurschaustellung von Gewalt ist ein Exponent davon.

Dann werden dir Episode 7 und 8 vielleicht eher deinen Geschmack treffen: Weltraumforschung (ja, WIRKLICH, wenn auch ungeplant ^^), eine unbekannte Zivilisation im Gamma-Quadranten, Streitfragen um die Oberste Direktive und KEINE Cardassianer :andorian.

Was Gewaltdarstellung angeht, war Episode 6 auch für mich hart an der Schmerzgrenze (beim Schreiben). Die nächsten Folgen werden jedenfalls "harmloser".
Gänzlich lässt sich der "dunkle" Touch und die Gewalt bei dem Thema natürlich nicht vermeiden. 

@Belar:
Yippiee, ich freu mich auch schon auf dein Feedback!  :happy
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Antw:Star Trek Defender - Episode 6: "Konsequenzen"
« Antwort #29 am: 25.08.12, 19:01 »
Hi Max,

danke für dein Feedback!  :knuddel
Eins vorweg: ich hab mich sehr gefreut, dass du die Story gelesen hast - gerade weil das Setting eigentlich nicht dein Ding ist und ich das weiß. Ich fühle mich geehrt, dass du es trotzdem noch mal mit Defender versucht hast :).
Das freut mich :) Und wie erwähnt ist da ja auch einiges dabei, was ich gut finde (und wegen dem ich ja auch manchmal umso betrübter bin, dass Du Dich nicht auch in einem anderen, "fröhlicheren" Setting austobst :( ;)).

Ehrlich, ich freue mich über jeden Leser, der das zu schätzen weiß.  :bounce
Mit ist die sprachliche Ebene jedenfalls sehr wichtig und ich versuche mich auf der Ebene auch ständig zu verbessern. Leider scheint die "Fabulierkunst" für die meisten FF-Leser eher nebensächlich sein sein, oder ist lediglich ein Mittel zum Zweck für den guten Lesefluss :duck:.
Ein Lob wie "Toller Schreibstil" oder "Hat sich in einem Rutsch gelesen" schmeichelt zwar dem Ego - aber wenn man hört, was genau besonders gefallen (oder auch nicht gefallen) hat, ist das natürlich viiieeel besser :).
Und ich freue mich über jeden Autor, der auch auf die Ausdrucksweise Acht gibt. Hier weiß ich, dass ich bei Dir gut aufgehoben bin :) Und dann finde ich es auch richtig, auf was besonders hinzuweisen, einfach weil es so klasse war.

Ich finde Lesen immer dann besonders schön, wenn es wirklich auch ästhetische Bereiche berührt. Gerade in der Science Fiction wird man hier für gewöhnlich nicht unbedingt verwöhnt, aber deswegen weiß man dann einen schönen Stil umso mehr zu schätzen.

Schlampe oder Popel halte ich für Universelle Kraftausdrücke :andorian.
Naja, schon darüber ließe sich meiner Meinung nach streiten ;)

Bei dem Internetcefe hab ich ehrlich gesagt, lange überlegt, ob ich das so schreiben soll. Sprachlich verlasse ich damit das 24. Jh., was mir durchaus bewusst ist (und ich wundere mich ein bisschen, dass bisher noch keiner darüber gemeckert hat ^^).
Andererseits ist mir leider kein andere Ausdruck aufgefallen, womit der Wortwitz erhalten bleibt - also hab ich es drin gelassen, als bewusst non-canonischen Gag.
Es ist bei mir vielleicht so, dass ich die Dinge (in Bezug auf die FF ;)) zu ernst nehme, und deswegen wäre der Gag bei mir wohl weggefallen.
Dieser Punkt ist mir sozusagen aus zwei Gründen wichtig. Dazu jetzt gleich mehr:

Ich bin wohl zu sehr durch Geschichten von Stanislaw Lem geprägt, um wirklich anzunehmen, eine außerirdische Zivilisation sei so sehr eine Kopie irdischer Verhältnisse.

Davon würde ich auch nicht ausgehen.
Aber gerade in den Canon-ST-Serien sieht man doch mehr Spezies, die den Menschen ähnlich sind (oder bestimmte Teilaspekte der menschlichen Gesellschaft verkörpern: Klingonen = Krieg, Cardassianer = Totalitarismus, Ferengi = Kapitalismus, Bajoraner = starke Religiösität) als Aliens mit völlig eigenständigen Charaktereigenschaften oder Gesellschaftsformen.
Mich reizt es durchaus, auch mal ein eigenes Universum zu erfinden, wo außerirdische Lebensformen mal KEIN Spiegelbild der Menschen sind.
Bei Star Trek ist das mit den Außerirdischen halt immer so eine Sache. Sie sollen fremdartig sein und sind dann doch meist eine Übersteigerung einzelner menschlicher Eigenschaften. Anders als Lem ging es Roddenberry dabei wohl erst recht darum, Gemeinsamkeiten aufzuzeigen.
Meine zwei "Probleme" also: Zum einen finde ich, dass der Ansatz von Lem sowohl fürs Schreiben als auch fürs Lesen interessanter ist, weil er mehr Neues zum Entdecken anbietet und es macht mMn halt mehr Spaß, von Fremdem zu erfahren, das durch seine Andersartigkeit nicht einseitig ist oder gar zum Klischee abdriftet. Der andere Punkt betrifft dann auch "Defender": Mit einem genauen Blick und viel, lass es mich so nennen, Leidenschaft zeichnest Du Lebenswege von Außerirdischen wie eben einer Cardassianerin nach, indem Du auch das Umfeld auch geradezu schonungslos miteinbeziehst: Dabei schonst Du auch den zartbesaiteten Leser Max mit gewissen Darstellungen nämlich nicht ;) Das soll dem realistischen Eindruck zugute kommen und das ist ein klasse Ansatz - nur jetzt kommt's... Mit Gags wie dem Internetcafé oder einer Ausdrucksweise, die - das ist freilich schon mal subjektiv - manchmal so gar nicht zu Cardassianern passen will, unterminierst Du all diese tollen Anstrengungen. In meiner Wahrnehmung kommt das sicherlicher tragischer rüber als bei vielleicht gar allen anderen. Aber mir kommt es halt vor, als würdest Du das, was Du mühsam aufgebaut hast, mal eben nebenher einreißen; denn eine Gesellschaft plausibel zu erklären ist schwieriger, als die Beschreibungen deplaziert wirken zu lassen.

Allerdings möchte ich Dir nicht unbedingt von dieser Route abraten. Ich habe zum Beispiel mit "L'homme nouveau - Der neue Mensch" ein wenig die Erfahrung gemacht, dass eine andere Verfahrensweise eine große Distanz zwischen Leser und Figuren aufbaut, die nicht jeder schätzt, obgleich das Konzept in sich stimmig war.

Die Föderation ist halt auch nicht konsequenter als die UNO (schaust du hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Ge%C3%A4chtete_Kriegsmittel) ;). Ein Verbot aller Kriegswaffen ist nicht möglich, weil man sich ggf. auch mal verteidigen muss, also werden ehtische Unterschiede vorgenommen, die man bei genauer Betrachtung auch in Frage stellen könnte: Chemische und biologische Waffen sind geächtet - konventionelle Bomben aber nicht. Ungeachtet der tatsache, dass sie dir das Haus überm Kopf abfackeln oder einstürzen lassen können, so dass du tagelang verschüttert bist und irgendwann elendig verhungerst. Anti-Personen-Mienen sind geächtet, was ja auch gut und richtig ist (eben u.a. weil man sich gegen sie nicht wehren oder schützen kann). Aber was ist mit Luftangriffen, durch die auch immer wieder unschulgige Zivilisten hops gehen?
Wenn man es ethisch genau nimmt, müsste man alle Waffen verbieten, die wahllos töten können. Ich wäre sehr dafür, aber das lässt sich weltpolitisch leider nicht durchsetzen. Jedenfall NOCH nicht.
Wenn also das Verbot von Subraumminen (Star Trek Canon) oder mein davon abgeleitetes Verbot von Interphasen-Torpedos (Non-Canon, läuft aber auf das selbe hinaus), scheinheilig sein soll, ist es die Haager Landkriegsordnung auch ^^.
Das ist alles richtig, aber hier bin ich halt immer noch am Überlegen, wie man das in ST am besten verarbeiten sollte.

An sich zeugt diese Unentschlossenheit - so will ich das mal nennen - durchaus von einer erstaunlichen Position der Sternenflotte, die nicht weiß, wie sie einen Krieg führen soll.

Wenn du das so interpretierst, hab ich mein Ziel erreicht ;).
Die Sternenflotte scheint mir auch in der Serie nicht wirklich einen Plan zu haben, wie sie diesen Krieg führen soll. Zuerst zieren sie sich, Kriegsschiffe zu bauen, dann fuhrwerken sie (trotz ausdrücklicher Warnung der Gründer) weiter im Gammaquadranten herum, und vor einer Generalmobilmachund, die letztendlich alle verfügbaren (zivilen) Ressourcen einzieht, schrecken sie scheinbar bis zum Schluss zurück. Ist einerseits verständlich, da sie disen Krieg nie gewollt haben, andererseits führt es dazu, dass sie eine Niederlage nach der anderen einstecken und sich letztendlich nur durch hinterhältige Mittel retten (die Seuche gegen die Gründe, die Intrige um die Romulaner in die Krieg zu ziehen usw.).
Hier muss oder, je nach Sichtweise, darf man mit dem, was DS9 so vorgegeben hat, leben und damit weiterschreiben.
Ohne DS9 hätte sich die Sache meiner Meinung nach anders entwickeln können - friedlicher und souveräner.
Aber so, wie die Dinge stehen, beschreibe ich in der Satyr-Reihe den Dominion Krieg als einschneidendes Trauma, wobei die Folgerungen, die zu ziehen sind, auch extremer werden, als man es zu TNG womöglich gedacht hätte.
Ich bin gespannt, auf was für Herausforderungen die "Defender"-Crew noch stoßen wird!

Die Konsequenz der totalen Gewaltfreiheit hätte zum Zeitpunkt von "Defender" bedeutet, dass man sich vom Dominion platt machen lässt :(.
Ja aber ganz ehrlich: Das wäre mal ein Konzept nach meinem Geschmack. Das klingt etwas seltsam, aber wäre trotzdem mal ein spannendes, originelles, neuartiges Konzept, wenn man eine besiegte Föderation zeigen würde. "Besiegt" würde ich dabei nicht mit vernichtet oder versklavt gleichsetzen, durchaus aber mit 'enorm eingeschränkt'. Vorstellbar wäre etwa ein verschärftes Kontrollsystem à la Vulkanier zur ENT-Zeit. Vielleicht dürfte es noch eine Sternenflotte geben, doch ohne Waffensysteme und was die Schiffe der Sternenflotte dann so anstellen, entscheiden die neuen Machthaber. Alles sehr gewagt, aber ich fände es enorm spannend, wenn eine Föderation des sagen wir 26. Jahrhunderts Freiheit anders (anders - nicht "besser") definieren würde und dem Pazifismus einiges unterordnen würde: Vielleicht wäre der Weg dieser Gesellschaft, zu überleben und erobert zu werden. Für DS9-Verhältnisse undenkbar und eine FF-Serie, die in diesem Zeitraum spielt, kann nicht plötzlich in so ein Extrem umschwenken. (Vielleicht schreibe ich aber mal eine Einzelgeschichte mit so einem Plot-Motiv).

Traurig, aber wahr.
Die Konsequenz der totalen Gewaltfreiheit hätte zum Zeitpunkt von "Defender" bedeutet, dass man sich vom Dominion platt machen lässt :(.

[...]

Außerdem war die Sternenflotte auch vorher nicht gewaltfrei und immer wieder in irgendwelche Konflikte verwickelt (Klingonen, Romulaner, Cardassianer, Zhenketi ...)
Das stimmt. Aber ich habe den Eindruck, dass die Botschaft der Friedfertigkeit, die es in ST dennoch gab, zuletzt etwas zu kurz kam. Leider auch in der FF. Action und Raumschlachten sind spannend zu lesen und an sich bieten (Anti)Kriegsgeschichten auch die Basis für Charakterinhalte. Aber ich habe den Eindruck, als würde DS9 und die damit verbundenen Ereignisse nur allzu gerne als Vorwand genutzt, die Sternenflotte von Schlacht zu Schlacht zu schicken und das widerspricht der eigentlichen Botschaft Star Treks, wie ich sie früher immer wahrgenommen habe.
Hier freue ich mich, dass sich "Defender" die Sache nicht einfach macht und da halte ich es auch für einen äußerst geschickten Schachzug, sozusagen ein paar Pazifisten an Bord des Kriegsschiffs zu stationieren. Es gilt, was ich oben schon geschrieben habe: Ich bin gespannt, auf was für Herausforderungen die "Defender"-Crew noch stoßen wird!

Dann werden dir Episode 7 und 8 vielleicht eher deinen Geschmack treffen: Weltraumforschung (ja, WIRKLICH, wenn auch ungeplant ^^), eine unbekannte Zivilisation im Gamma-Quadranten, Streitfragen um die Oberste Direktive und KEINE Cardassianer :andorian.

Was Gewaltdarstellung angeht, war Episode 6 auch für mich hart an der Schmerzgrenze (beim Schreiben). Die nächsten Folgen werden jedenfalls "harmloser".
Gänzlich lässt sich der "dunkle" Touch und die Gewalt bei dem Thema natürlich nicht vermeiden. 
Na ja, aber das klingt trotzdem toll!
Warte mal ab: Am Ende bin wahrscheinlich noch ein richtiger "Defender-Junkie" ;) Was ich da jedenfalls zu den weiteren Teilen lese, weiß mich zu begeistern. ich freue mich schon auf die nächsten Folgen :)

Jenes anfängliche Stadium zeichnerischer Tätigkeit, in dem Kleinkinder Kopffüßler oder dicke Männchen mit L-Beinen und in Gabelzinken endenden Armen zeichnen, machte er niemals durch; vielmehr mied er die menschliche Gestalt völlig, und als der Papa (Dr. Erich Wind) ihn drängte, doch mal die Mama (Dr. Lisa Wind) zu malen, reagierte er mit einem lieblichen Wellenmuster, das ihm zufolge ihr Schatten auf dem neuen Kühlschrank war.

 

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