Autor Thema: Inkarnat - 01/2400  (Gelesen 3679 mal)

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Dahkur

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Antw:Inkarnat - 01/2400
« Antwort #15 am: 30.09.15, 11:26 »
... Ich gestehe ... bei manchen Szenen hier wollte ich sie mir gar nicht so genau vorstellen, sonst wäre mir wohl schlecht geworden ... ;)

Hi Max,

"Inkarnat" ist für mich irgendwie die Quintessenz aller Hunter-Folgen. Eine vollkommen irre Handlung eines vollkommen irren Charakters. Ich habe mich streckenweise an das klassische (eher weibliche) Phänomen erinnert gefühlt: "Es geht mir nicht gut, also kaufe ich mir neue Klamotten, gehe zum Friseur, lasse meine Nägel machen ..." whatever - der Versuch eine innere Einstellung durch äußere Veränderungen zu beeinflussen. Etwas, was natürlich nie klappen kann (jedenfalls nicht für längere Zeit), wenn man nicht an die innere Einstellung selbst geht.

Hunter macht mir den Eindruck, als ob er tatsächlich glaubt, dass sein Charakter ein "normalerer" würde, nur weil er sein Aussehen dem Normaldurchschnitt angleicht. Eine völlig verquere und total faszinierende Logik. Und für Hunter einfach nur durch und durch passend.

In Folge von "Gelb" und "Weinrot" empfinde ich seine Handlung hier als seltsam passend. "Inkarnat" ist daher meines Erachtens nach eine Episode, die man nicht aus der chronologischen Reihenfolge herausgerissen lesen sollte.

Seine Gedanken darüber, dass er sich u.a. für Pµ bessern möchte, sind stellenweise richtig rührend, und dann auch wieder so hilflos, weil er diesen radikalen Weg dafür geht, statt - wie die meisten geistig gesunden Personen - mir ihr zu reden und sich bei ihr zu entschuldigen.

Gut finde ich auch die Reaktion des Admirals im folgenden Gespräch. Er kann sich ja überhaupt nicht sicher sein, ob nicht ein Eindringling die Satyr übernommen hat. Erst da wird Hunter dann bewusst, dass er zumindest vorausschauender hätte handeln sollen, wenn er schon einen solchen Unsinn macht. Dass er durch seine spontane Frankenstein-Nummer die Möglichkeit auf eine eventuell aufregende Mission vergibt, dürfte an ihm mehr nagen als alle Irritation, die er durch seine Umwandlung bei anderen auslöst.

Die Idee zu "Inkarnat" finde ich (im positiven Sinne) irrwitzig, und - von allzu bildlichen pathologie-ähnlichen Vorstellungen abgesehen - hat es mir richtig Spaß gemacht, diese Folge zu lesen.

"Schneeweiß" werde ich mir jetzt auch noch einmal vornehmen, bevor ich dazu meine Meinung schreibe. Beim ersten Durchgang habe ich die Geschichte stellenweise nicht verstanden. Mal sehen, ob mir beim zweiten die Erleuchtung kommt.
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Antw:Inkarnat - 01/2400
« Antwort #16 am: 03.10.15, 21:22 »
Danke für Deinen Kommentar :) :)

... Ich gestehe ... bei manchen Szenen hier wollte ich sie mir gar nicht so genau vorstellen, sonst wäre mir wohl schlecht geworden ... ;)
So schlimm? Zu sowas bin ich doch gar nicht fähig ;)

"Inkarnat" ist für mich irgendwie die Quintessenz aller Hunter-Folgen. Eine vollkommen irre Handlung eines vollkommen irren Charakters. Ich habe mich streckenweise an das klassische (eher weibliche) Phänomen erinnert gefühlt: "Es geht mir nicht gut, also kaufe ich mir neue Klamotten, gehe zum Friseur, lasse meine Nägel machen ..." whatever - der Versuch eine innere Einstellung durch äußere Veränderungen zu beeinflussen. Etwas, was natürlich nie klappen kann (jedenfalls nicht für längere Zeit), wenn man nicht an die innere Einstellung selbst geht.
Bei Hunter geht wahrscheinlich fast nichts lange gut ;) Es freut mich, dass Du die Geschichte der Figur angemessen findest :)
So, wie ich ST gesehen habe, sind Schönheitsoperationen überhaupt nicht an der Tagesordnung - und das, obwohl da so viel möglich wäre. Hunter denkt da irgendwie - oder ist das zu positiv ausgedrückt? - "frei". Er ist halt jemand, der alle Mittel benutzt, um sich zu definieren.

Hunter macht mir den Eindruck, als ob er tatsächlich glaubt, dass sein Charakter ein "normalerer" würde, nur weil er sein Aussehen dem Normaldurchschnitt angleicht. Eine völlig verquere und total faszinierende Logik. Und für Hunter einfach nur durch und durch passend.
Es zeigt vielleicht auch, dass Hunter meint, so eine Äußerlichkeit wäre bestimmend. Andererseits: Schon allein die Idee, normaler werden zu wollen, ist auf eine gewisse Weise fast schon löblich für Hunter ;)

In Folge von "Gelb" und "Weinrot" empfinde ich seine Handlung hier als seltsam passend. "Inkarnat" ist daher meines Erachtens nach eine Episode, die man nicht aus der chronologischen Reihenfolge herausgerissen lesen sollte.
Interessant :) Du wirst sicher Recht haben. Man muss Hunter schon aufgrund der anderen Geschichten schon ein bisschen besser kennen, um "Inkarnat" voll zu "durchleben".

Seine Gedanken darüber, dass er sich u.a. für Pµ bessern möchte, sind stellenweise richtig rührend, und dann auch wieder so hilflos, weil er diesen radikalen Weg dafür geht, statt - wie die meisten geistig gesunden Personen - mir ihr zu reden und sich bei ihr zu entschuldigen.
Ich weiß gar nicht: Habe ich das Schicksal von Pµ eigentlich angedeutet? ;) Aber, nein, ich glaube, ich will nur ihr Bestes :D Nach vielen Jahren als Erste Offizierin hat sie kein tragisches Ende verdient :)

Das Thema der Kommunikation ist ja dann eigentlich in "Schneeweiß" noch mal sehr wichtig.

Gut finde ich auch die Reaktion des Admirals im folgenden Gespräch. Er kann sich ja überhaupt nicht sicher sein, ob nicht ein Eindringling die Satyr übernommen hat. Erst da wird Hunter dann bewusst, dass er zumindest vorausschauender hätte handeln sollen, wenn er schon einen solchen Unsinn macht. Dass er durch seine spontane Frankenstein-Nummer die Möglichkeit auf eine eventuell aufregende Mission vergibt, dürfte an ihm mehr nagen als alle Irritation, die er durch seine Umwandlung bei anderen auslöst.
Da hast Du Recht :) Das ist wohl auch so ein Moment gewesen, bei dem die Admiralität mal merkt, für waws Hunter eben auch steht. Andererseits: Letzten Endes hat er ja in erster Linie höchstens sich selbst geschadet und man darf sich natürlich auch fragen, welche Freiheiten dem Einzelnen in der Zukunft zugestanden werden. TNG hatte ja sehr restriktive Tendenzen, wenn man die Angepasstheit mal durchdachte.

Die Idee zu "Inkarnat" finde ich (im positiven Sinne) irrwitzig, und - von allzu bildlichen pathologie-ähnlichen Vorstellungen abgesehen - hat es mir richtig Spaß gemacht, diese Folge zu lesen.
Danke, das freut mich, denn sie ist ja ein wenig, ähh, ein wenig extrem ;) :D :))

"Schneeweiß" werde ich mir jetzt auch noch einmal vornehmen, bevor ich dazu meine Meinung schreibe. Beim ersten Durchgang habe ich die Geschichte stellenweise nicht verstanden. Mal sehen, ob mir beim zweiten die Erleuchtung kommt.
Da bin ich aber schon sehr gespannt. "Schneeweiß" fällt schon ziemlich aus dem Rahmen, ist fast schon keine Sci-Fi-Geschichte mehr, aber inzwischen finde ich, dass sie nicht nur deswegen herausragt. Ich mag die ruhige Aufdringlichkeit. Okay, jetzt habe ich Dich aber genug beeinflusst ;) Du kannst trotzdem einen Verriss schreiben :)

 

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