Autor Thema: Weinrot - 05/2397  (Gelesen 2886 mal)

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Max

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Weinrot - 05/2397
« am: 10.09.13, 10:57 »
Da gedachte ein zweiter des Satyrs
Weinrot (05/2397)


Inhalt: Auf der Suche nach verschollenen Crewmen setzt sich Captain Hunter in den Kopf, ein gefährliches Rätsel zu lösen.


Leseprobe:
»Wir kommen aus einem der benachbarten Systeme«, meldete Captain Logan. »Der einzige Weg, den Ihre Männer genommen haben könnten, ist der in Richtung des Helena-Systems.«
»Gut«, versetzte Hunter. »Dann suchen wir dort nach ihnen.«
Hunter war bereits im Begriff, sich aus seinem Sessel im Bereitschaftsraum zu erheben, seine Hand fuhr schon gen Konsole, um den Kanal zu schließen.
»Halt«, hörte er Logan rufen und als er wieder auf die Anzeigefläche blickte, bemerkte er, wie der Kommandant der Paris die Stirn in Falten legte. »Sie können dort nicht hinfliegen.«
»So?«, fragte Hunter. Es klang unschuldig, der Unterton besaß für denjenigen, der Hunter aber kannte, eine Provokation. Während Logan antwortete, sah der Captain zu seiner Ersten Offizierin hoch, die das kurze Gespräch still verfolgte.
»Hunter! Das Helena-System ist Sperrgebiet. Kein Föderationsschiff darf es ansteuern.«
Commander Pµ nickte bestimmt, aber langsam. Hunter dachte kurz nach. Seine Entgegnung an Logan fiel knapp aus.
»Ah! Ja, in diesem Fall… Vielen Dank für die Erinnerung, Logan. Hunter, Ende.«
Den letzten Gesichtsausdruck, den Hunter bei Captain Logan sah, zeugte von Verunsicherung.
Der Kanal war geschlossen.
»Sperrgebiet?«, meinte Hunter. »Seit wann gibt es Sperrgebiete?«
»Das Helena-System anzufliegen, ist erst seit etwa zwei Jahren verboten. Der Grund dafür ist aber geheim«, hob Pµ leise an. »Es gab in der Geschichte der Sternenflotte schon öfter solche Verbote. Talos, der Mutara-Sektor, Beta Agnes Zwei…«
»Schon gut. Was ich eher zum Ausdruck bringen wollte: Seit wann halten wir uns an derartige Verbote, wenn eine Mission das Gegenteil erfordert?«
Pµ wusste, dass er darauf keine Antwort erwartete. Er hatte ›wir‹ gesagt und doch ›ich‹ gemeint. In Entscheidungen bezog er sie für gewöhnlich nicht ein und das galt eigentlich auch für den Rest der Mannschaft, selbst wenn er sie in Sätzen wie diesen zu einer scheinbaren Gemeinschaft erhob. Er hatte ›Mission‹ gesagt und in seinem Mund klang es tatsächlich, als seien manche ihrer Flüge mit einer heilsbringerischen Motivation verbunden. Auch in diesem Punkt richtete sich viel, nach Pµs Empfinden zu viel, nach den Vorstellung Hunters. Vor ein paar Jahren, vielleicht auch Jahrzehnten, hätte er diese Freiheit, die Vor- und Nachteile haben konnte, wohl nicht genossen.
Pµ hatte also geschwiegen, der Captain richtete sich erneut und mit veränderter Intonation an sie.
»Kurs setzen auf das Helena-System.«
»Und was ist mit Captain Logan? Er wird uns gemäß der Sternenflottenstatuten aufhalten wollen.«
»Logan?«, Hunter lachte. »Nein, nein, wir fliegen ins Helena-System. Zuerst für eine halbe Stunde mit vollem Impuls, dann mit Maximum-Warp.«
»Warum nicht gleich mit Warp? Oder warum nicht ein paar Minuten auf altem Kurs, ob mit Warp oder Impuls?«
»Weil ich sehen will, was passiert. Was wird Logan machen, wenn er merkt, wohin wir schleichen? Das möchte ich wissen.«
Im Hinausgehen wurde ihr wieder einmal klar, wie wenig sie Hunter verstand, obwohl sie ihn inzwischen eigentlich ganz gut einzuschätzen glaubte. Seinen Humor teilte sie jedenfalls nicht. Hunter blieb im Bereitschaftsraum zurück.
»Computer«, sagte er. »Nach welcher Bestimmung ist es verboten, das Helena-System anzufliegen?«
»Order Drei-A-Einhundert verbietet es jedem Raumschiff der Sternenflotte und der Föderation kategorisch, das Sternensystem Hof Eins-Sieben, auch bekannt unter dem Namen Helena-System, anzusteuern.«
»Computer, zeige mir Bestimmung Drei-A-Hundert!«




Umfang: 14 Seiten

Hunter ist wieder da. Er hat es also mit einem mysteriösen Geheimnis zu tun und es wäre nicht Hunter, wenn er nicht zu einem hohen Einsatz bereit wäre, um es zu lösen!

Wie immer im Anhang: eine zweite Version mit größerer Schrift für eBook-Reader.
« Letzte Änderung: 19.01.17, 23:04 by Max »

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #1 am: 10.09.13, 17:54 »
Yay, Hunter on the hunt again. Habe die Geschichte eben auf den E-Book-Reader gezogen und werde sie bei nächster Gelegenheit verschlingen :)
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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #2 am: 10.09.13, 20:14 »
Super! Danke, Star, dass Du Hunter auf seinen Trip begleitest  :thumbup

Leela

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #3 am: 11.09.13, 03:03 »
Ich bin zwar durch... aber mache es mir mal einfach und warte auf Star, dann spoiler ich auch nicht. ;)

Max

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #4 am: 11.09.13, 10:23 »
Cool, danke fürs Lesen, Leela!! Zwei Downloads - zwei Leser  :bounce
Aber, Leela, kannst Du vielleicht eine Tendenz verraten, damit ich nicht zu sehr auf die Folter gespannt werde? ;)
"Weinrot" ist eine für mich ambivalente Folge; aber um dazu mehr zu sagen, müsste ich auch spoilern ;)

Leela

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #5 am: 11.09.13, 12:59 »
Tendenz... ist schwierig. Der Text zerfällt für mich in zwei Teile... gegenüber dem ersten bin ich ambivalent, den zweiten mag ich. Insgesamt regt es mich selber zum schreiben an und hat mir sogar eine (kuriose) Idee beschert - das ist eigentlich schon sehr sehr viel Wert und spricht sehr für die Geschichte und nimmt mich auch für sie ein. =)

Insgesamt.... war für mich sehr früh absehbar wo die Geschichte hinläuft. Es war für mich nur die Frage ob es in die Richtung geht die es am Ende genommen hat, oder doch noch etwas mehr in Richtung Solaris/Lem - wobei der Unterschied zwischen beiden Richtungen nicht so gross ist.

Zu Hunter könnte ich drei Dinge schreiben... die Figur wirkt durch die zwei Teile nicht ganz.... geschlossen auf mich. Aber das kann auch an mir liegen.

[Achtung nun doch Spoiler]
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bei mir hätte er das Ende übrigens nicht überlebt. Ich hätte es passender und konsequenter gefunden in sterben zu lassen.

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #6 am: 11.09.13, 14:43 »
[Vorsicht, enthält Spoiler]
Das ist es also; mein zweites Abenteuer mit Captain Hunter. Das erste war sehr... ehrgeizig, aber vielleicht auch deshalb ein wenig gewöhnungsbedürftig. Diese Geschichte nun hat mir jedoch sehr gut gefallen. Ich würde sie definitiv im oberen Bereich ansiedeln, wenn auch nicht unbedingt bei den Top5. Nach ein paar eher gemächlichen Seiten, wird das Rätsel um den verbotenen Planeten dann auch zunehmend interessanter, schließlich spannend, und mündet in einer tollen Auflösung, die auch einiges an Atmosphäre versprüht! Die Idee begeistert mich jedenfalls; Tod durch Schönheit! Wieviel schönes verträgt der (verstrahlte) Mensch?

Hunter ist schon auch ein cooler Charakter. Der versprüht ja so eine Selbstsicherheit und einen derartigen Tagendrang..., das ist schon ein ordentlicher Kontrast zu Ligeti oder Guttapercha. Teilweise erinnerte er mich an Captain Calhoun aus "New Frontier", was dir jetzt zwar nicht viel sagen dürfte, was aber ein großes Kompliment ist, da Calhoun zu meinen Lieblingsfiguren gehört. Allerdings ist Hunter auch noch ein gutes Stück verrückter - und das muss man erst mal schaffen :P

Dass er ein Verbot eher als Einladung betrachtet, fand ich dann auch recht passend und unterhaltsam. Mit welchen Gedankensprüngen er dann aber den Hintergrund dieses Verbots ausklamüsert, ist hingegen... hm..., nun, Sherlock Holmes wäre sicher stolz auf ihn, aber einige seiner Annahmen waren dann doch recht weit hergeholt und mir persönlich etwas zu viel Spekulation (vor allem, dass Menschen dann wohl sicher auf die Oberfläche können). Ich muss gestehen, dass ich es ironischerweise besser gefunden hätte, wenn er so manche Spekulation einfach mit einem Bauchgefühl oder seinem Instinkt begründet hätte. Ich fand es aber auch interessant zu sehen, dass er gegenüber seinem ersten Offizier tatsächlich als Lehrer auftritt (ob ausgerechnet er jemandem was beibringen sollte, ist eine andere Frage). Ligeti und Guttapercha sind in der Hinsicht ja doch sehr viel zurückhaltender.

Die Untersuchung des System war dann wieder klassisches Satyr und recht ausführlich. Hätte nicht sein gemusst, stört aber auch nicht. Eigentlich mag ich das sogar und irgendwo gehört es auch zu Satyr. Umso schöner, dass auch Hunter die Sonden und Wissenschaftler noch ihre Arbeit machen lässt. Dass er dann als Mann der Tat gleich selbst dem Rätsel auf die Pelle rückt war wohl typisch Hunter und irgendwo auch amüsant, und als er instinktiv der Schlange hinterherjagen wollte, da dachte ich mir nur, dass sein Nachname schon richtig gewählt ist ;) :D.

Den Schlusstwist fand ich wie gesagt sehr toll. Anders als Leela hatte ich diese Art Auflösung auch nicht kommen sehen. Vielleicht muss ich mehr Lem lesen. Nur eine Sache macht für mich keinen Sinn: Selbstmord durch Genickbruch? Und das auf einer flachen Ebene? Wie geht das?

Unterm Strich kann man nur sagen: Die Erfolgsstory hält an. Bei solchen Geschichten kannst du Hunter gerne öfter in den Mittelpunkt rücken :)
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Leela

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #7 am: 11.09.13, 16:51 »
Selbstmord durch Genickbruch? Und das auf einer flachen Ebene? Wie geht das?

Wenn ich Max richtig verstanden habe, deute sich das später bei Hunter an. Der empfindet ja ZB die Nachbarplaneten als.... zum greifen nach. Das Crewmember, so meine Interpretation, hat das auch empfunden und sprichwörtlich versucht auf den nächsten Planeten zu springen - ist dabei offenbar unglücklich gestürzt und gestorben. So hatte ich dieses Rätsel... aufgel(o)est. =)

Ich setz mich auch mal an eine etwas ausführlichere Kritik. =)


..........................

... ok. Dann wollen wir mal. *Fingerknacks* Bitte wieder bedenken, es ist wie immer Nitpickerei auf hohem  Plateau-bis-Wolkenstadt Niveau.

Der erste Teil der Story - die "Belehrungen" durch Hunter... ich bin nicht ganz sicher was ich davon halten soll. Einerseits wird Hunter als Risikofreudiger, Haudrauf- und Zupackcaptain angeboten - andererseits behandelt er hier seine erste Offizierin wirklich wie Watson, offenbar um mit seinem eigenen Intellekt zu glänzen. Ich fand das etwas selbstverliebt und es scheint mir eher weniger zu dem Hunter zu passen der später in Erscheinung tritt oder von den anderen/sich selbst wahrgenommen wird.


Anbei bemerkt; Ich hätte gleich zu Beginn der Folge noch eine Absturz-Action Szene erwartet... (im nachhinein) So was ist herausfordernd zu schreiben und hätte die beiden Figuren die dann Hops gehen noch vorstellen und so zum Leser eine emotionale Bindung aufbauen können - ihr Tod wäre so auch für den Leser schwerwiegender gewesen.
Und - auch diese beiden Figuren hätten eben aus ihrer Notlage heraus diskutieren können ob sie den Planeten anfliegen - oder nicht. Vielleicht hätten sie andere Ansichten - denn ehrlich gesagt ich hätte bei einem Absturz in dem System - wohl eher den Crash auf einem unwirtlichen Planeten in Kauf genommen und gehofft das über die Bühne zu bringen - als einenPlaneten anzufliegen der offenbar aus Gefährlichkeit ... schon gesperrt ist.
Also die beiden Figuren anfänglich noch mit in die Geschichte zu nehmen hätte einen interessanten Gegenpart zu Hunters Ausführungen gebildet... meiner Meinung nach.



Das zweite ist... eine kleine dramaturgische Falle. Dadurch das Hunter soviele Sachen ausschliesst, war mir an derem Ende eben halbwegs klar was passieren würde. Da blieb in meinen Augen nur sehr wenig übrig... (und Sachen wie einen "Virus" hätte ich auch nicht erwartet. So hat Hunter selber schon viel von der schlussendlichen Lösung des Rätsel verraten. Ich hätte mich auch gefreut wenn er komplett daneben gelegen hätte - aber das wäre dann wohl auf die Glaubwürdigkeit der Figur gegangen. Und er hätte wie ein Idiot da gestanden. Was weiteren Geschichten sicher nicht unbedingt... zuträglich ist.

Das Hunter dann allein runtergeht... halte ich beinahe für Grössenwahn. Sicher wollte er keinen anderen gefährden - aber genauso sicher hätte es 1-2 Freiwillige gehabt die ihn begleitet hätten. Währen diese in einer Gruppe zusammen geblieben und hätten sich (bei offenem Bordfunk) auch beständig über ihre Eindrücke und Fortschritte unterhalten - wäre es wohl nicht so schnell zu einem/dem Unfall gekommen.

Der Planet an sich ist grandios beschrieben... eine gewisse schöne Melancholie zieht sich durch die Farben und Beschreibungen. Auch die hat mich von Anfang an darauf vorbereitet was.. passieren würde. Aber das ist auf ganz hohem NIveau geschrieben und für mich der stärkste Teil der Geschichte... Allerdings, wie oben beschrieben, wäre Hunter bei mir am Ende konsequenterweise... gestorben, aufgrund seiner (doch gar nicht so wenigen) Fehlschlüsse. Ich habe sogar einen Moment wirklich gedacht Du... machst das. ;) Das er am Ende doch überlebt hat mich am meisten überrascht.

Was ich im Nachgang von seinem Selbstmordversuch halten soll - wenn ich das hier gerade so schreibe - ist mir auch nicht mehr... so ganz klar. :D Ich hatte bei den beiden Crewmember eher den Eindruck sie seien zu Tode gekommen, weil sie einfach durch die Schönheit des Ortes... den Bezug verloren hatten und dadurch traumtänzerisch durch ihre UMgebung gekillt wurden. Der eine (siehe oben) hatte wohl versucht tatsächlich ind en Himmel/Nachbarplaneten zu springen weil sie so nah/eins schienen.... und der ander scheint mit beim durchwaten eines dieser Tümpels hingefallen und im flachsten Gewässer ertrunken... weil die Betrachtung der Schönheit um ihn, verhinderte das er sich rettete... ihn also betäubte. Womöglich habe ich das falsch gelesen oder interpretiert - aber ich sah in beiden Fällen keinen Selbstmord... sondern die Überweltigung (ha, Wortspiel!) durch diese Schönheit und den Tod als Konsequenz der Acht- und Sorglosigkeit. Das Hunter das versucht aktiv durch Selbstmord zu bleiben - fällt etwas aus dem Rahmen.... oder (aus meinem Lesemuster). ;)


Aber... so oder so - eine inspirierende und erstklassige Geschichte - einmal mehr. Und in jedem Fall eine Leseereignis. Ich habe sie sehr gerne gelesen und dabei auch genossen  (und beim lesen fielen obige Punkte eigentlich gar nicht so auf, wie es nun hier erscheinen mag). =)
« Letzte Änderung: 11.09.13, 17:31 by Leela »

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #8 am: 13.09.13, 21:43 »
[Vorsicht, enthält Spoiler]
Das ist es also; mein zweites Abenteuer mit Captain Hunter. Das erste war sehr... ehrgeizig, aber vielleicht auch deshalb ein wenig gewöhnungsbedürftig. Diese Geschichte nun hat mir jedoch sehr gut gefallen. Ich würde sie definitiv im oberen Bereich ansiedeln, wenn auch nicht unbedingt bei den Top5. Nach ein paar eher gemächlichen Seiten, wird das Rätsel um den verbotenen Planeten dann auch zunehmend interessanter, schließlich spannend, und mündet in einer tollen Auflösung, die auch einiges an Atmosphäre versprüht! Die Idee begeistert mich jedenfalls; Tod durch Schönheit! Wieviel schönes verträgt der (verstrahlte) Mensch?
Danke, Star :) :) Hunter ist mein Mann fürs Extreme - aber so extrem, wie in "Inkarnat" wird es deswegen nicht immer sein :D Ich glaube, für diese Geschichte war er gut geeignet, weil eben andere Captains vorsichtiger gewesen wären. Es freut mich, dass Dir die Auflösung und die Atmosphäre gefallen hat!!!
Folgen wie "Schwarz" sind sozusagen ein gewöhnlicher Zugang zum Thema Leid und Tod. Hier wollte ich eine andere Seite beleuchten, die Überforderung durch überfordernder Schönheit.
Mein Problem dabei war eigentlich, dass man das, worüber ich da schreiben, ja eigentlich gar nicht beschreiben kann :(

Hunter ist schon auch ein cooler Charakter. Der versprüht ja so eine Selbstsicherheit und einen derartigen Tagendrang..., das ist schon ein ordentlicher Kontrast zu Ligeti oder Guttapercha. Teilweise erinnerte er mich an Captain Calhoun aus "New Frontier", was dir jetzt zwar nicht viel sagen dürfte, was aber ein großes Kompliment ist, da Calhoun zu meinen Lieblingsfiguren gehört. Allerdings ist Hunter auch noch ein gutes Stück verrückter - und das muss man erst mal schaffen :P

Dass er ein Verbot eher als Einladung betrachtet, fand ich dann auch recht passend und unterhaltsam. Mit welchen Gedankensprüngen er dann aber den Hintergrund dieses Verbots ausklamüsert, ist hingegen... hm..., nun, Sherlock Holmes wäre sicher stolz auf ihn, aber einige seiner Annahmen waren dann doch recht weit hergeholt und mir persönlich etwas zu viel Spekulation (vor allem, dass Menschen dann wohl sicher auf die Oberfläche können). Ich muss gestehen, dass ich es ironischerweise besser gefunden hätte, wenn er so manche Spekulation einfach mit einem Bauchgefühl oder seinem Instinkt begründet hätte. Ich fand es aber auch interessant zu sehen, dass er gegenüber seinem ersten Offizier tatsächlich als Lehrer auftritt (ob ausgerechnet er jemandem was beibringen sollte, ist eine andere Frage). Ligeti und Guttapercha sind in der Hinsicht ja doch sehr viel zurückhaltender.
Stimmt, der Calhoun-Vergleich sagt mir leider - noch - nicht viel :( Aber danke für Deine Worte zu Hunter, wobei ich hoffe, dass Calhoun am Ende und alles in allem doch sympathischer ist als Hunter :D

Dass er das Verbot nicht ernst nimmt, fand ich für diesen Charakter irgendwie konsequent - und lustig: Wir kennen das ja von, nun, sagen wir Kirk, Sisko, Janeway oder Archer, die gerne schon mal auf eigene Faust gehandelt haben. Einerseits könnte man jetzt sagen, dass sich Hunter dann halt nur in die Captain-Liste einreiht. Andererseits ist Hunter halt eben überheblich und meint, es müsse sich ohnehin an nichts halten. Und das ist kein angenehmer Wesenszug, im Vergleich zu den anderen Captains..!

Stimmt, die Annahmen von Hunter sind sehr spekulativ. Aber das gehört auch so. Er meint, er hätte alles im Griff, er meint, er hätte alles und alle durchschaut; und das muss er dann natürlich auch gleich Pµ gegenüber entsprechend präsentieren. Hunter hätte sicher auch kein Problem gehabt, seine Folgerungen Pµ anders, also nicht durch seinen "überlegenen Intelekt", zu verkaufen. Aber hier wählte er halt irgendwie diesen Weg. 

Die Untersuchung des System war dann wieder klassisches Satyr und recht ausführlich. Hätte nicht sein gemusst, stört aber auch nicht. Eigentlich mag ich das sogar und irgendwo gehört es auch zu Satyr. Umso schöner, dass auch Hunter die Sonden und Wissenschaftler noch ihre Arbeit machen lässt. Dass er dann als Mann der Tat gleich selbst dem Rätsel auf die Pelle rückt war wohl typisch Hunter und irgendwo auch amüsant, und als er instinktiv der Schlange hinterherjagen wollte, da dachte ich mir nur, dass sein Nachname schon richtig gewählt ist ;) :D.
Solche Beschreibungen müssen bei Satyr irgendwie immer mal wieder sein ;) :D In der Serie will ich ja auch sozusagen den Weltraum entdecken gehen und da gehört das halt dazu, weil die beschriebenen Objekte die sind, mit denen es die Raumfahrer (auch in ST) zu tun bekommen.
Die Wissenschaftler sind Hunter, so fürchte ich, fast egal. Gut, das kann eben auch positiv sein, denn dann stört es ihn sozusagen auch nicht, wenn die Wissenschaftler ihrer Arbeit nachgehen. Hier würde ich das so interpretieren: Es gibt ein Verbot der Sternenflotte und Hunter hat sich in den Kopf gesetzt, es zu missachten. Das toppt er dann ja noch, indem er seinen Leuten eingehendere Untersuchungen erlaubt ;)
Hunter hatte gegenüber den anderen Captains den Vorteil, dass er unbedingt selbst nachschauen wollen würde. Das Tierchen habe ich reingebracht, weil ich noch einmal auf die unterschiedliche Fauna eingehen wollte: Es gibt wenige Tiere und die haben dann (scheinbar) auch nicht die Wahrnehmungsorgane, die bei den Fremden (wie Hunter) die "Störungen" hervorrufen. Und dann ist es wirklich typisch, dass er das Tier jagen will :D Dass er diesen Plan nicht weiterverfolgt, ist dann auch schon ein Hinweis, dass sich bei ihm etwas verändert hat.

Den Schlusstwist fand ich wie gesagt sehr toll. Anders als Leela hatte ich diese Art Auflösung auch nicht kommen sehen. Vielleicht muss ich mehr Lem lesen.
[...]
Unterm Strich kann man nur sagen: Die Erfolgsstory hält an. Bei solchen Geschichten kannst du Hunter gerne öfter in den Mittelpunkt rücken :)
Da bleibt mir einfach nur noch einmal mehr, mich bei Dir für das Lob zu bedanken  :ebounce
Lem lesen ist mMn nie verkehrt ;) :D Gut, die "Sternentagebücher" überzeugen mich leider nicht so sehr; ich bleibe ein Fan seiner Romane. (Bundestagswahl, äh, ich meine by the way: wie gefällt Dir "Fiasko" bis jetzt oder war der Einstieg schon abschreckend ;)?) Ob man der Lösung von "Weinrot" durch diese Lektüre schnell auf die Spur kommt oder nicht - hmm, das weiß ich gar nicht recht einzuschätzen.
Ich bin aber auch mal auf den nächsten Hunter-Einsatz gespannt! Er wird sicher mal wieder eine Aufgabe bekommen.



Tendenz... ist schwierig. Der Text zerfällt für mich in zwei Teile... gegenüber dem ersten bin ich ambivalent, den zweiten mag ich. Insgesamt regt es mich selber zum schreiben an und hat mir sogar eine (kuriose) Idee beschert - das ist eigentlich schon sehr sehr viel Wert und spricht sehr für die Geschichte und nimmt mich auch für sie ein. =)
Na, das höre ich gerne. Geschichten sind ja auch nicht immer nur "Einbahnstraßen", sondern können ja auch etwas, nun, "auslösen" :)

Selbstmord durch Genickbruch? Und das auf einer flachen Ebene? Wie geht das?

Wenn ich Max richtig verstanden habe, deute sich das später bei Hunter an. Der empfindet ja ZB die Nachbarplaneten als.... zum greifen nach. Das Crewmember, so meine Interpretation, hat das auch empfunden und sprichwörtlich versucht auf den nächsten Planeten zu springen - ist dabei offenbar unglücklich gestürzt und gestorben. So hatte ich dieses Rätsel... aufgel(o)est. =)
Ja, das ist die Lösung, die sich am ehesten aufdrängt. Eigentlich kann man sagen: genau so ist es. Wie Du aber auch sagst: Es kann aber noch ein paar Zweifel geben, ob es jetzt eben ein genau wie von Dir beschriebener Unglücksfall war oder eben doch Selbstmord war.

Ich setz mich auch mal an eine etwas ausführlichere Kritik. =)
Ich liebe ausführliche Kritiken  :bounce

Der erste Teil der Story - die "Belehrungen" durch Hunter... ich bin nicht ganz sicher was ich davon halten soll. Einerseits wird Hunter als Risikofreudiger, Haudrauf- und Zupackcaptain angeboten - andererseits behandelt er hier seine erste Offizierin wirklich wie Watson, offenbar um mit seinem eigenen Intellekt zu glänzen. Ich fand das etwas selbstverliebt und es scheint mir eher weniger zu dem Hunter zu passen der später in Erscheinung tritt oder von den anderen/sich selbst wahrgenommen wird.
Dein Eindruck des selbstverliebten Captains ist schon passend, jedenfalls wollte ich das schon so haben. Richtig sympathisch sollte Hunter ja nicht sein, Pµ und andere leiden ja durchaus schon mal ein wenig unter bzw. durch ihn. Ich weiß nicht, ob das nicht auch zu seinem "zupackenden" Wesen passen kann...

...zumal die Schlussfolgerungen Hunters nicht unbedingt wirklich zutreffend sein mussten oder eben auch waren:
Dadurch das Hunter soviele Sachen ausschliesst, war mir an derem Ende eben halbwegs klar was passieren würde. Da blieb in meinen Augen nur sehr wenig übrig... (und Sachen wie einen "Virus" hätte ich auch nicht erwartet. So hat Hunter selber schon viel von der schlussendlichen Lösung des Rätsel verraten. Ich hätte mich auch gefreut wenn er komplett daneben gelegen hätte - aber das wäre dann wohl auf die Glaubwürdigkeit der Figur gegangen. Und er hätte wie ein Idiot da gestanden. Was weiteren Geschichten sicher nicht unbedingt... zuträglich ist.
Es gehört mMn zu Hunter, dass er so von sich überzeugt ist, dass er seine Gedanken so springen lässt und gar nicht an einen eigenen Fehler glauben kann. Insofern wäre es auch gar nicht schlimm, wenn er am Ende als Idiot dastünde. Sein "Problem" ist, dass er am Ende (jedenfalls früher) immer Erfolge vorweisen konnte und seine anderen Fehler deswegen nicht so arg auffielen. Pµ ärgert sich ja darüber eigentlich auch.
Hier verhielt es sich ja so, dass er unbedingt auf diesen Planeten wollte und dann zum Fazit kam, es wäre ja für ihn als Mensch vielleicht gar nicht gefährlich. Damit lag er ja vollkommen daneben. Aber auch jetzt ist es so, dass er am Ende von "Weinrot" ja (sozusagen "leider" ;)) überlebt hat und er die Erfahrung als bereichernd empfunden haben wird.

Anbei bemerkt; Ich hätte gleich zu Beginn der Folge noch eine Absturz-Action Szene erwartet... (im nachhinein) So was ist herausfordernd zu schreiben und hätte die beiden Figuren die dann Hops gehen noch vorstellen und so zum Leser eine emotionale Bindung aufbauen können - ihr Tod wäre so auch für den Leser schwerwiegender gewesen.
Und - auch diese beiden Figuren hätten eben aus ihrer Notlage heraus diskutieren können ob sie den Planeten anfliegen - oder nicht. Vielleicht hätten sie andere Ansichten - denn ehrlich gesagt ich hätte bei einem Absturz in dem System - wohl eher den Crash auf einem unwirtlichen Planeten in Kauf genommen und gehofft das über die Bühne zu bringen - als einenPlaneten anzufliegen der offenbar aus Gefährlichkeit ... schon gesperrt ist.
Also die beiden Figuren anfänglich noch mit in die Geschichte zu nehmen hätte einen interessanten Gegenpart zu Hunters Ausführungen gebildet... meiner Meinung nach.
Ich teile Deine Meinung! Das hätte eine super spannende Szene sein können und Du hast recht: Es hätte einem Nau und Sikaa als Figuren nähergebracht. Aber ich wollte die Distanz eigentlich ganz gerne haben, denn das ist so ein wenig ein kleines "Spiel" zwischen Hunter, Pµ und letztlich vielleicht auch dem Leser, wenn es darum geht, ob man diesen Planeten wirklich besuchen soll, ob man dieses Rätsel wirklich lösen soll.
Für einen Freund oder geliebte Personen etwas zu riskieren, ist nicht unbedingt immer leicht, da darf man sich nicht die größten Illusionen machen. Aber man hat da eine emotionale Verbindung, man möchte helfen, man weiß, was zu tun ist. Aber wenn dieser Faktor praktisch wegfällt, was bleibt dann? Ich habe keine großen Zweifel daran, dass es Hunter eigentlich bald schon nicht mehr um seine Crewmen ging, sondern dass er einfach das Rätsel lösen wollte. Pµ verbietet sich diese Sicht auf die Dinge, sie wollte in erster Linie Nau und Sikaa helfen, läge es an einer Freundschaft, dann wäre die Sache klar, aber bei ihr geschah es vielleicht auch nur aus Pflichtgefühl heraus. Der Leser kann seinen Standpunkt eigentlich auch nur an den von Hunter oder Pµ anlehnen und es ist irgendwie schon auch ein wenig schockierend, wenn man merkt, dass man sich wie Hunter irgendwann praktisch nur noch für das Geheimnis interessiert oder wie Pµ ernüchternd feststellt, dass man für den zweiten Crewman eigentlich auch kaum mehr Hoffnung haben kann.

Das Hunter dann allein runtergeht... halte ich beinahe für Grössenwahn. Sicher wollte er keinen anderen gefährden - aber genauso sicher hätte es 1-2 Freiwillige gehabt die ihn begleitet hätten. Währen diese in einer Gruppe zusammen geblieben und hätten sich (bei offenem Bordfunk) auch beständig über ihre Eindrücke und Fortschritte unterhalten - wäre es wohl nicht so schnell zu einem/dem Unfall gekommen.
Ich glaube, Hunter hat niemanden mitnehmen wollen, weil es dann möglich gewesen wäre, dass ein anderer die spannende Entdeckung macht.
Ich weiß, ich lasse kaum ein gutes Haar an ihm, aber natürlich sorgt das auch für, nun, "besondere" Stories :D
Es ist nicht immer leicht, die Zuspitzungen wie in "Weinrot" zu erklären, aber ein Charakter wie Hunter erlaubt einem da eben sehr viel: Will ich, dass sich da einer verantwortungslos (wenigstens sich selbst gegenüber) verhält, kann ich nicht auf Captain Ligeti oder Guttapercha zurückgreifen.

Der Planet an sich ist grandios beschrieben... eine gewisse schöne Melancholie zieht sich durch die Farben und Beschreibungen. Auch die hat mich von Anfang an darauf vorbereitet was.. passieren würde. Aber das ist auf ganz hohem NIveau geschrieben und für mich der stärkste Teil der Geschichte... Allerdings, wie oben beschrieben, wäre Hunter bei mir am Ende konsequenterweise... gestorben, aufgrund seiner (doch gar nicht so wenigen) Fehlschlüsse. Ich habe sogar einen Moment wirklich gedacht Du... machst das. ;) Das er am Ende doch überlebt hat mich am meisten überrascht.
Das freut mich sehr, weil ich auch diese Art on Beschreibungen auch gerne schreibe :)
Hunter die Geschichte nicht überleben zu lassen, war keine Option, weil er ja später noch auftaucht. Gut, wir sind in der Science Fiction - da ist viel möglich ;) Aber das wäre etwas zu viel "Magie" à la Spock (und neuerdings Kirk) gewesen.
Auch hier kann ich mich auf die Figur Hunter berufen: Er ist auch gerne mal wie ein kleiner Junge, der überheblich ist und rauft, als könne ihm nichts geschehen und nicht selten hat er mehr Glück als Verstand, jedenfalls in den Fällen, in denen es bisher um Leben und Tod ging. Und das führt bei ihm als unreflektierten Menschen dann aben auch dazu, dass er gar nicht groß dazu bereit ist, sich zu überlegen, ob er wirklich alles richtig gemacht hat. Er sieht sich in seiner Handlungsweise (bis "Inkarnat") bestätigt.

Was ich im Nachgang von seinem Selbstmordversuch halten soll - wenn ich das hier gerade so schreibe - ist mir auch nicht mehr... so ganz klar. :D Ich hatte bei den beiden Crewmember eher den Eindruck sie seien zu Tode gekommen, weil sie einfach durch die Schönheit des Ortes... den Bezug verloren hatten und dadurch traumtänzerisch durch ihre UMgebung gekillt wurden. Der eine (siehe oben) hatte wohl versucht tatsächlich ind en Himmel/Nachbarplaneten zu springen weil sie so nah/eins schienen.... und der ander scheint mit beim durchwaten eines dieser Tümpels hingefallen und im flachsten Gewässer ertrunken... weil die Betrachtung der Schönheit um ihn, verhinderte das er sich rettete... ihn also betäubte. Womöglich habe ich das falsch gelesen oder interpretiert - aber ich sah in beiden Fällen keinen Selbstmord... sondern die Überweltigung (ha, Wortspiel!) durch diese Schönheit und den Tod als Konsequenz der Acht- und Sorglosigkeit. Das Hunter das versucht aktiv durch Selbstmord zu bleiben - fällt etwas aus dem Rahmen.... oder (aus meinem Lesemuster). ;)
Du hast vollkommen Recht: Es ist eine heikle Frage, uneindeutig, ob man es auf Helena III jetzt allgemein mit sozusagen eröhtem Unfallrisiko oder mit gesteigerter Selbstmordgefahr zu tun hat. Hier kann es mehrere Faktoren geben: Hunter spekuliert über die Spezies. Vielleicht reagieren Menschen anders als andere Wesen. Vielleicht liegt es aber auch an Hunter. Während andere von ihren tollen Erfahrungen live berichtet hätte, sog er alles in sich auf. Vielleicht liegt es an seinem Charakter, vielleicht auch an den (bescheidenen) Schutzmaßnahmen, dass er nicht zu dem Punkt kam, an dem er von den Eindrücken sozusagen vollkommen fremdgesteuert wurde. Mein Problem war, dass ich zu einer willentlichen Entscheidung Hunters kommen wollte und es eine enge Verbindung zu "Weinrot" geben sollte: Er kann eine Träne nicht verhindern, er will sich töten, indem er sich die Pulsader öffnet, also das Weinen und das Rot des Blutes, während die andere Assoziation der Farbe Weinrot für Pµ voll Melancholie, wie sie auch der Planet verströmt, ist. Das sollte ein Grundmotiv sein: Schönheit und Schmerz.

Aber... so oder so - eine inspirierende und erstklassige Geschichte - einmal mehr. Und in jedem Fall eine Leseereignis. Ich habe sie sehr gerne gelesen und dabei auch genossen  (und beim lesen fielen obige Punkte eigentlich gar nicht so auf, wie es nun hier erscheinen mag). =)
Vielen Dank, Leela. Gerne hätte ich Dich mit der Auflösung überrascht, aber Du warst einfach zu schlau  :thumbup Ein Glück, dass Hunter sich da nicht so geschickt angestellt hat, sonst hätte es die letzten Seite ja gar nicht gegeben ;) :D Es freut mich in jedem Fall sehr, dass Du die Geschichte gerne gelesen hast :) :)

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« Antwort #9 am: 14.09.13, 12:59 »
Zitat
Hier wollte ich eine andere Seite beleuchten, die Überforderung durch überfordernder Schönheit.
Mein Problem dabei war eigentlich, dass man das, worüber ich da schreiben, ja eigentlich gar nicht beschreiben kann

Dafür ist es dir aber ausgezeichnet gelungen, dieses Element gut rüberzubringen. :)

Zitat
Stimmt, der Calhoun-Vergleich sagt mir leider - noch - nicht viel :( Aber danke für Deine Worte zu Hunter, wobei ich hoffe, dass Calhoun am Ende und alles in allem doch sympathischer ist als Hunter

Ja, ist er. Wie gesagt, er gehört zu meinen absoluten Lieblingsfiguren. Der Vergleich drängte sich etwas auf, weil Calhoun sich auch immer einen Spaß daraus macht, Regeln zu missachten, und seine ganz eigene Vorstellung von Recht und Ordnung ins Universum hinauszutragen. Was - je nach Erfolg - ja auch als Arrogant oder eben Heldenhaft gewertet werden kann. Ich schätze, da greift dann wieder der Spruch "Der Erfolg gibt ihm Recht", was ja bislang auch auf Hunter zuzutreffen schien. Anders wäre es auch schwer nachzuvollziehen, warum er überhaupt das Kommando über ein Raumschiff der Galaxy-Klasse bekommen hat. Aber im Grunde könnte man auch argumentieren, dass all jene wirklich herausragenden Captain etwas arrogant und verrückt sein und daher ein entsprechendes Ego haben müssten, schon alleine, weil die Riesenhaftigkeit des Alls sie sonst erdrücken würde. Natürlich liegt auch immer ein schmaler Grad zwischen Genie und Wahnsinn und deshalb halte ich Hunter inzwischen für eine sehr gute Figur! Mit dem kannst du noch viele interessante Sachen anstellen.

Interessant ist natürlich auch, dass gewissenhafte Leute wie Ligeti und Guttapercha obgleich sie auch wichtige Beiträge leisten, wohl eher nicht in die Geschichtsbücher eintreten werden, jedenfalls nicht in einem Maße, wie es "verrückte Rowdies" wie Kirk oder Archer und vielleicht auch Hunter schaffen. Wenn ich da nur mal an den Tapferkeitsorden denke, den Ligeti abgeleht hat, und den Guttapercha wohl ohne großen Aufsehens "ertragen" hätte... da wäre Hunter wohl noch ans Podium getreten, um eine feurige Rede zu schwingen, die definitiv lange in den Medien und im Gedächtnis bleibt, und die zweihundert Jahre später vielleicht auch im Lehrstoff der Akademie auftaucht. So kann man sich natürlich auch einen Namen machen... sofern man Glück hat und nicht in die Ecke von Maxwell oder Ransom rutscht. :)

Zitat
Solche Beschreibungen müssen bei Satyr irgendwie immer mal wieder sein ;) :D In der Serie will ich ja auch sozusagen den Weltraum entdecken gehen und da gehört das halt dazu, weil die beschriebenen Objekte die sind, mit denen es die Raumfahrer (auch in ST) zu tun bekommen.

Und das würde ich auch nicht mehr missen wollen. Ich denke auch, dass das eines der Markenzeichen von Satyr ist, womit du dich auch von den anderen FFs abhebst.

Zitat
Da bleibt mir einfach nur noch einmal mehr, mich bei Dir für das Lob zu bedanken  :ebounce
Lem lesen ist mMn nie verkehrt ;) :D Gut, die "Sternentagebücher" überzeugen mich leider nicht so sehr; ich bleibe ein Fan seiner Romane. (Bundestagswahl, äh, ich meine by the way: wie gefällt Dir "Fiasko" bis jetzt oder war der Einstieg schon abschreckend ;)?)

Und ich bedanke mich für die Geschichten, die du schreibst. Ich freue mich immer auf etwas aus deiner Feder!
Was "Fiasko" betrifft, den Roman habe ich etwas nach hinten geschoben. Schon die ersten paar Seiten haben mir gefallen, aber im Moment betreibe ich eher Recherche für meinen eigenen Roman an dem ich gerade schreibe und versuche mich mithilfe von "Quatermain" "Sherlock Holmes" und diversen Archäologie-Sachbüchern in Stimmung zu bringen, damit ich auch den richtigen Ton treffe. :)

Dann wollte ich mir einen Michael Crichton Roman vornehmen, den ich noch nicht kannte ("Travels"), die beiden "Typhon Pakt" Romane und dann Fiasko. :)

Zitat
Ja, das ist die Lösung, die sich am ehesten aufdrängt. Eigentlich kann man sagen: genau so ist es. Wie Du aber auch sagst: Es kann aber noch ein paar Zweifel geben, ob es jetzt eben ein genau wie von Dir beschriebener Unglücksfall war oder eben doch Selbstmord war.

Damit... habe ich trotzdem noch ein bisschen Probleme. Da müsste er sich schon sehr ungeschickt angestellt haben. Aber vielleicht hat er ja versucht mit den Füßen voran auf den Nachbarplaneten zu gelangen und hat einen Back-Flip probiert ;) :)

Ehrlich gesagt, wäre es vielleicht besser, wenn er sich "einfach" den Schädel an einem harten Stein eingeschlagen hätte. Dann hätte man noch spekulieren können, dass er einfach ausgerutscht ist. Aber um sich das Genick im Gras zu brechen, da muss man schon ein extremer Pechvogel sein 8[

Bei der grandiosen Beschreibung des Planeten und der letzten Szenen kann ich mich Leela übrigens nur anschließen. Die Stimmung ist toll geworden, und deiner schriftstellerischen Erfahrung zu verdanken. Aber solche Sachen bekommst du ja sowieso immer sehr gut hin! :)
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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #10 am: 15.09.13, 20:32 »
Dafür ist es dir aber ausgezeichnet gelungen, dieses Element gut rüberzubringen. :)
Da bin ich aber sehr, sehr beruhigt :) :)

Ja, ist er. Wie gesagt, er gehört zu meinen absoluten Lieblingsfiguren. Der Vergleich drängte sich etwas auf, weil Calhoun sich auch immer einen Spaß daraus macht, Regeln zu missachten, und seine ganz eigene Vorstellung von Recht und Ordnung ins Universum hinauszutragen. Was - je nach Erfolg - ja auch als Arrogant oder eben Heldenhaft gewertet werden kann. Ich schätze, da greift dann wieder der Spruch "Der Erfolg gibt ihm Recht", was ja bislang auch auf Hunter zuzutreffen schien. Anders wäre es auch schwer nachzuvollziehen, warum er überhaupt das Kommando über ein Raumschiff der Galaxy-Klasse bekommen hat. Aber im Grunde könnte man auch argumentieren, dass all jene wirklich herausragenden Captain etwas arrogant und verrückt sein und daher ein entsprechendes Ego haben müssten, schon alleine, weil die Riesenhaftigkeit des Alls sie sonst erdrücken würde. Natürlich liegt auch immer ein schmaler Grad zwischen Genie und Wahnsinn und deshalb halte ich Hunter inzwischen für eine sehr gute Figur! Mit dem kannst du noch viele interessante Sachen anstellen.
Du sagst es :D
Hunter versucht viel zu kompensieren und es ist wirklich spannend, zu verfolgen, wie wenig fehlt, damit sein Erfolg am Ende doch ein grandioses Scheitern wird. Das Problem mit Hunter ist, dass er wohl die Leute in seiner Umgebung schon öfter behindert. Pµ zieht sich den Schuh, wenn man sich so ausdrücken will, natürlich auch an. So spitzt sich das jedenfalls zu und "Inkarnat" ist diesbezüglich wirklich ein Wendepunkt. Wenn ich mich mit Hunter austoben will, muss ich mich also in erster Linie vor 2400 austoben ;) :D (Wobei lustig ist, dass Hunter auch nicht jedes Risiko eingehen will; das ist einfach Tagesform, oder viel besser: eine Frage, ob er Lust auf etwas hat oder nicht. In "Gelb" möchte er ja eigentlich bei Bowmans Plan gar nicht richtig mitmachen).

Interessant ist natürlich auch, dass gewissenhafte Leute wie Ligeti und Guttapercha obgleich sie auch wichtige Beiträge leisten, wohl eher nicht in die Geschichtsbücher eintreten werden, jedenfalls nicht in einem Maße, wie es "verrückte Rowdies" wie Kirk oder Archer und vielleicht auch Hunter schaffen. Wenn ich da nur mal an den Tapferkeitsorden denke, den Ligeti abgeleht hat, und den Guttapercha wohl ohne großen Aufsehens "ertragen" hätte... da wäre Hunter wohl noch ans Podium getreten, um eine feurige Rede zu schwingen, die definitiv lange in den Medien und im Gedächtnis bleibt, und die zweihundert Jahre später vielleicht auch im Lehrstoff der Akademie auftaucht. So kann man sich natürlich auch einen Namen machen... sofern man Glück hat und nicht in die Ecke von Maxwell oder Ransom rutscht. :)
Hunter wäre aber auch eine passende Figur, um die "mediale Wirkung", um die Wahrnehmung von Taten in der Föderation ein wenig zu beleuchten; vielleicht, indem sich erweist, wie toll seine überstürzten Handlungen ankommen, dass sein Scheitern, das zu zeigen dann vielleicht auch nicht schlecht wäre, dann aber vielleicht gar nicht groß beachtet wird. Es könnte ihn als Person in den Augen der Gesellschaft einfach "auslöschen", wodurch nur noch seine früheren "Leistungen" von ihm übrig bleiben würden. Ironischer Weise fiele diese Scheitern dann in die Zeit nach 2400, weil er ja bis 2406 Captain der "Satyr" sein soll; in eine Zeit also, zu der er ein wenig geläutert sein soll.

Und das würde ich auch nicht mehr missen wollen. Ich denke auch, dass das eines der Markenzeichen von Satyr ist, womit du dich auch von den anderen FFs abhebst.
Darüberh abe ich mir in dem Sinne noch gar keine Gedanken gemacht, aber Du könntest glaube ich wirklich Recht haben :)

Und ich bedanke mich für die Geschichten, die du schreibst. Ich freue mich immer auf etwas aus deiner Feder!
:lieb

Was "Fiasko" betrifft, den Roman habe ich etwas nach hinten geschoben. Schon die ersten paar Seiten haben mir gefallen, aber im Moment betreibe ich eher Recherche für meinen eigenen Roman an dem ich gerade schreibe und versuche mich mithilfe von "Quatermain" "Sherlock Holmes" und diversen Archäologie-Sachbüchern in Stimmung zu bringen, damit ich auch den richtigen Ton treffe. :)
Ha, verstehe :)! Ich weiß nicht, ob Du die Recherche nötig hast (ich glaube es ja eigentlich nicht), aber wir werden uns am Ende in jedemfall über Deinen Text freuen können!
Meine Nachfrage bezüglich "Fiasko" geschah aus großer Neugierde, weil ich jetzt ja bei den Sternentagenbücher immer weiter komme und die wenigsten Geschichten mir so zusagen, wie seine großen Romane (wie "Solaris" oder "Eden", das, man wundert sich angesicht meiner Signaturtexte nicht sehr darüber ;)). Deswegen hatte ich auch schon die Befürchtung, die Tichy-Geschichten wären nicht der beste Einstieg in Lems Werke, wobei das natürlich immer subjektiv ist.

Damit... habe ich trotzdem noch ein bisschen Probleme. Da müsste er sich schon sehr ungeschickt angestellt haben. Aber vielleicht hat er ja versucht mit den Füßen voran auf den Nachbarplaneten zu gelangen und hat einen Back-Flip probiert ;) :)

Ehrlich gesagt, wäre es vielleicht besser, wenn er sich "einfach" den Schädel an einem harten Stein eingeschlagen hätte. Dann hätte man noch spekulieren können, dass er einfach ausgerutscht ist. Aber um sich das Genick im Gras zu brechen, da muss man schon ein extremer Pechvogel sein 8[
Du hast schon Recht, der Genickbruch ist schon etwas extrem gewesen. Ich dachte an diese Lösung, weil sie nicht einfach so passieren kann, nicht einfach durch einen gewöhnlichen Unfall. Wenn ich mich noch einmal entscheiden könnte, ob ich es so schreiben will oder nicht, würde ich vielleicht dann noch einmal die Option wählen, wenn ich mich nach reiflicher Überlegung wieder dazu durchringen möchte, dass Extreme an der Situation herauszustreichen, auch wenn es auf Kosten des Realismus geht.

Bei der grandiosen Beschreibung des Planeten und der letzten Szenen kann ich mich Leela übrigens nur anschließen. Die Stimmung ist toll geworden, und deiner schriftstellerischen Erfahrung zu verdanken. Aber solche Sachen bekommst du ja sowieso immer sehr gut hin! :)
Vielen Dank für das Kompliment  :bounce Wie würde ein Politiker sagen: Das ist mir Auszeichnung und Ansporn zugleich :)

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #11 am: 24.09.15, 10:26 »
Ich habe ´"Weinrot" jetzt ein zweites Mal gelesen, weil ich es nach dem Urlaub ja nicht auf die Reihe bekommen habe, etwas dazu zu schreiben (ich müsste mein Grafik-Tablet mal für eine Woche verbannen ;) ). Dabei ist mir jetzt auf jeden Fall aufgefallen, dass ich meine Aussage zu "Gelb" dahingehend revidieren muss, als dass ich da anmerkte, "Weinrot" hätte nicht in die Zeit zwischen "Gelb" und "Inkarnat" gepasst. Mir war Dein letzter Abschnitt hier entfallen, in welchem Du andeutest, dass der Planet für Hunter tatsächlich eine Veränderung bedeutet hat. Das könnte dann eine logische Fortführung zu "Inkarnat" sein. Schön!

"Eigentlich ist ja jedes Verbot eine Aufforderung, es zu übertreten" - oh ja! Ein Satz wie für Hunter gemacht. Ich musste wahrlich breit grinsen als ich ihn diese Aussage tätigen "hörte". Auch die weitere Überlegung, dass das Verbot ja "nur" von der medizinischen Abteilung ausgesprochen wurden und daher sicherlich nicht so hoch zu bewerten sei, wie wenn es von der taktischen käme, passte ausgezeichnet in seine Sicht der Dinge.
Ein Captain wie Hunter muss der personifizierte Alptraum für das Flottenkommando sein.

Die Handlung hat mir hier wieder sehr gut gefallen hat, weil Du uns einen Planeten präsentiert hast, der eben nicht wie der 08/15 Planet, der meist in den Serien vorkam, lediglich wegen der Fauna und Flora gefährlich ist, sondern von der gesamten Ausstrahlung her, und das auf eine nicht wirklich fassbare Art und Weise. Es war spannend mitzuerleben, was es mit dem rätselhaften Verschwinden der Crewmitglieder auf sich hatte.

Besonders gelungen ist Dir hier wieder die Beschreibung der fremden Atmosphäre. Der Blick vom Horizont hinauf hat vor meinen Augen ein wunderschönes Gemälde entstehen lassen - und so ein wenig den Wunsch, dort zu stehen und diesen Himmel betrachten zu können. Vor allem das zerlaufende Silber würde ich gerne sehen.

Auch Pµ kommt wieder sympathisch herüber. Vielleicht interpretiere ich in folgenden Satz zu viel hinein: "...Sie würde ihn auf diesem Planeten ja nicht zurücklassen, aber ein Gedanke, der dem sehr nahe kam, durchschoss ihre Gedanken schon...", aber ich hatte schon den Eindruck, dass sie sich überlegt, ob sie ihren nervigen Boss auf diese Weise nicht elegant loswerden könnte :D ... oder wäre sie nicht so gemein veranlagt?

Eine sehr schöne, ruhige Geschichte, die wieder gut mit den beiden Polen Hunter-Pµ spielt und tatsächlich von der Atmosphäre passend zu "Inkarnat" überleitet.
"I am the sum of my art, therein lies my life." (Duncan Regehr/"A Dragon's Eye")

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #12 am: 24.09.15, 11:35 »
:bounce

Ich habe ´"Weinrot" jetzt ein zweites Mal gelesen, weil ich es nach dem Urlaub ja nicht auf die Reihe bekommen habe, etwas dazu zu schreiben (ich müsste mein Grafik-Tablet mal für eine Woche verbannen ;) ). Dabei ist mir jetzt auf jeden Fall aufgefallen, dass ich meine Aussage zu "Gelb" dahingehend revidieren muss, als dass ich da anmerkte, "Weinrot" hätte nicht in die Zeit zwischen "Gelb" und "Inkarnat" gepasst. Mir war Dein letzter Abschnitt hier entfallen, in welchem Du andeutest, dass der Planet für Hunter tatsächlich eine Veränderung bedeutet hat. Das könnte dann eine logische Fortführung zu "Inkarnat" sein. Schön!
Danke. Cool, dass Du wieder ein Feedback schreibst, ich freue mich jedesmal sehr.
Und es freut mich, dass Du findest, dass "Weinrot" in die Chronologie passt. Hunter ist eine sehr sprunghafte Figur: Würde der Schritt aus "Inkarnat" unpassend wirken, würde ich mich versuchen, mit besagter Eigenschaft Hunters herauszureden ;) :D Trotzdem versuche ich natürlich das große Ganze immer im Auge zu behalten.

"Eigentlich ist ja jedes Verbot eine Aufforderung, es zu übertreten" - oh ja! Ein Satz wie für Hunter gemacht. Ich musste wahrlich breit grinsen als ich ihn diese Aussage tätigen "hörte". Auch die weitere Überlegung, dass das Verbot ja "nur" von der medizinischen Abteilung ausgesprochen wurden und daher sicherlich nicht so hoch zu bewerten sei, wie wenn es von der taktischen käme, passte ausgezeichnet in seine Sicht der Dinge.
Ein Captain wie Hunter muss der personifizierte Alptraum für das Flottenkommando sein.
;) :))
Anstrengend ist er sicher. Aber versuche ich mich da mal in einen Admiral hineinzudenken... Von einigen Eskapaden wird das Kommando wohl erst erfahren, wenn die Sache schon durch ist ;) Okay, bleiben die Konsequenzen, die Hunters Ausflüge so mit sich bringen ;) Aber gut, sie sind ja auch selber schuld, schließlich hätten sie ihm das Kommando ja mal endlich entziehen können ;)
Wenn ich mir Hunter vorstelle, dann gelange ich wirklich immer wieder zu einem Punkt, an dem ich mir sage, dass bestimmte Einschränkungen für ihn wirklich wie eine Herausforderung wirken. Sein (nicht selten ja auch respektloses) Denken ist da einfach gegensätzlich zu den Erwartungen.

Die Handlung hat mir hier wieder sehr gut gefallen hat, weil Du uns einen Planeten präsentiert hast, der eben nicht wie der 08/15 Planet, der meist in den Serien vorkam, lediglich wegen der Fauna und Flora gefährlich ist, sondern von der gesamten Ausstrahlung her, und das auf eine nicht wirklich fassbare Art und Weise. Es war spannend mitzuerleben, was es mit dem rätselhaften Verschwinden der Crewmitglieder auf sich hatte.

Besonders gelungen ist Dir hier wieder die Beschreibung der fremden Atmosphäre. Der Blick vom Horizont hinauf hat vor meinen Augen ein wunderschönes Gemälde entstehen lassen - und so ein wenig den Wunsch, dort zu stehen und diesen Himmel betrachten zu können. Vor allem das zerlaufende Silber würde ich gerne sehen.
Ich glaube, dass ist eine der Geschichte, die mir auch beim Schreiben besonders viel Spaß gemacht haben - eben weil ich die Grundidee so mochte und sie auch flüssig umzusetzen war, das Schreiben also ziemlich von selbst ging. Fremde Umgebungen beschreiben zu dürfen, ist wahrscheinlich sowieso der Hauptgrund, warum ich mich der Sci-Fi zugewandt habe :)

Auch Pµ kommt wieder sympathisch herüber. Vielleicht interpretiere ich in folgenden Satz zu viel hinein: "...Sie würde ihn auf diesem Planeten ja nicht zurücklassen, aber ein Gedanke, der dem sehr nahe kam, durchschoss ihre Gedanken schon...", aber ich hatte schon den Eindruck, dass sie sich überlegt, ob sie ihren nervigen Boss auf diese Weise nicht elegant loswerden könnte :D ... oder wäre sie nicht so gemein veranlagt?
Also da liegst Du ganz bestimmt nicht falsch :D Pµ ist für mich in ihrem bewussten Handeln so lieb, dass sie sogar den ganz spontanen, aus dem Unterbewusstsein kommenden Gedanken, ihren unmöglichen Hunter loszuwerden, so nicht stehen lassen kann; aber der Wunsch ist halt schon da ;) :( Ihr Problem könnte vielleicht sein, dass sie (noch) keinen Weg gefunden hat, ihm sozusagen erwachsen die Stirn zu bieten, aber ich könnte ihr daraus keinen Vorwurf machen, weil Hunters Art auch das - wahrscheinlich ziemlich wirksam - torpedieren würde.

Eine sehr schöne, ruhige Geschichte, die wieder gut mit den beiden Polen Hunter-Pµ spielt und tatsächlich von der Atmosphäre passend zu "Inkarnat" überleitet.
Danke  :lieb
Ich bin gerade am Überlegen, welches "Echo" bei mir nach "Weinrot" übrig geblieben ist. Ja, ruhig ist die Geschichte irgendwo schon, aber auch wenn ich gar nicht wüsste, wie ich sie spontan beschrieben würde, wäre mir ruhig - ich kann nicht sagen warum - wahrscheinlich gar nicht in den Sinn gekommen.

Dahkur

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Antw:Weinrot - 05/2397
« Antwort #13 am: 30.09.15, 11:29 »
Warum empfinde ich "Weinrot" als ruhig? Hmm ... ich denke auf der einen Seite habe ich hier den Eindruck, dass Hunter weniger "poltert" als in anderen Folgen. Auf der anderen Seite ist bei mir am stärksten der Eindruck der vollkommenen Zufriedenheit zurückgeblieben, dieses Zustands, aus dem man gar nicht mehr heraustreten möchte. Dieser Stillstand des Lebens und damit einhergehend auch in logischer Konsequenz das Ende desselben, weil alles, was danach kommt nie mehr diese Perfektion erreichen kann.
Dieser Zustand ist in meiner Vorstellung durch vollkommene Ruhe definiert. Ich schätze ... daher stammt meine Bemerkung.
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