Autor Thema: STAR TREK - CADETS (04) : Dunkler Spiegel  (Gelesen 5693 mal)

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Dahkur

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Antw:STAR TREK - CADETS (04) : Dunkler Spiegel
« Antwort #15 am: 28.02.15, 07:52 »
Hi David,

als alte Niner habe ich mir „Dunkler Spiegel“ vorgenommen, da ich in der Zusammenfassung gelesen habe, dass es auf DS9 spielt. Die anfangs etwas erschreckende Seitenzahl ist ja dank Deiner großzügigen Formatierung halb so wild.

Habe ich jetzt nur zufällig zwei FFs von Dir erwischt, die den Grundtenor: Mila hängt (halb-)nackt herum und muss von David gerettet werden besitzen, oder ist das wie ein roter Faden durch alle Deine Cadets-Romane? ;) Dass Du Mila und ihren Körper sehr reizvoll findest, ist jedenfalls nicht zu überlesen ;) .

Mir haben Deine Gedanken über die bajoranische Kultur und Religion sehr gefallen. Auch die Erklärung, warum DS9 immer noch da ist und nicht ersetzt wurde. Schön! Ich mag an ST am liebsten dieses Einlassen auf andere Kulturen und bin daher im Allgemeinen ein Fan von Geschichten, die sich intensiver mit anderen Spezies und deren Heimat beschäftigen.

Gefreut habe ich mich auch, als Du Bashir und Dax hast auftauchen lassen. Die beiden hast Du wunderbar getroffen, ihr Geplänkel wirkt „lebensecht“. Eine Kleinigkeit, die mir sehr positiv ins Auge gesprungen ist: Du schreibst „die“ Counselor. Danke! Mir zieht es immer die Fingernägel raus, wenn ich „der“ Counselor im Zusammenhang mit einer Frau lese. Auch Quark bringst Du ganz prima rüber. Er ist der geeignete Sparings-Partner für die Spiegel-Mila. Als sie ihm vorwirft, dass Frauen auf Ferenginar ohne Rechte und ohne Kleider sind, habe ich jedoch ein wenig gestutzt. Nun tendiere ich zwar dazu, DS9-Ferengi-Folgen im Schnelldurchlauf anzusehen, aber hat nicht bereits Grand Nagus Zac auf Ishkas Bestreben da Reformen durchgeführt, die Grand Nagus Rom aufrecht erhalten hat?

Die Frage des Bezahlens ist interessant. Über diese geldlose Gesellschaft zumindest im Zentrum der Föderation stolpere ich auch immer wieder in meinen FFs, das ist eine schöne Utopie, aber beim Schreiben stellenweise doch wirklich ausgesprochen unpraktisch. :D
Deine Lösung fand ich nett – ich fragte mich nur später, wie David denn an mehr Latinum gekommen ist (Seite 84) und warum Spiegel-Mila sein Konto beim Einkaufen belasten konnte, wo er doch wohl aufgrund nicht vorhandenen Geldes gar kein Konto hat, oder?

David als fanboy als er Sinatra sieht, ist goldig. Kann ich mir gut vorstellen, dass er da gleichmitmischen möchte.

Die Idee der Geschichte an sich mochte ich ebenfalls. Die Umsetzung hätte meines Erachtens nach jedoch ein wenig Straffung vertragen können. Du bringst immer wieder Szenen, in welchen vor allem David viel überlegt, was an sich ganz gut geschrieben ist, aber für mich den Fluss immer wieder ein wenig ins Stocken gebracht hat. Ich kann mir vorstellen, dass der Spannungsbogen mit weniger Seiten besser gespannt worden wäre. Z.B. als David in den Tempel geht: er geht mir der Absicht hinein, dass er den Prylar dort um Rat fragt – dann beginnen die beiden sich über Religion zu unterhalten (was ich als Einzelgespräch allerdings wieder schön fand) und David verlässt den Tempel wieder ohne überhaupt um den Rat gefragt zu haben, wegen dem er anfangs kam. Eine Szene mit Dax und Bashir dann über das „Warum“ von Milas Verhalten ist ähnlich gelagert. Oder der Abstecher ins bajoranische Spa, während er eigentlich dringend seine Freundin suchen wollte. Schön geschrieben, ohne Frage, jedoch hemmen sie ein wenig das Vorankommen der Geschichte.
Ich kenne dieses Gefühl gut, wenn man solche Szenen schreibt, die einem sehr gefallen. Ich mache das auch oft, nehme sie am Ende jedoch wieder heraus (meist auf Anraten meiner gestrengen Beta. O-Ton von ihr „Schmeiß das raus, das ist sowas von überflüssig!“) und speichere sie in einer Ideen-Datei ab, um sie ev. später einmal woanders zu verwenden, wo sie besser passen – oder einfach nur, um mich selbst von Zeit zu Zeit am Lesen derselben zu erfreuen.

Ein systemischer Fehler ist mir aufgefallen: „ich weiß …“ das schreibt man mit „ß“, denn es kommt von „wissen“. Du schreibst es konsequent falsch mit „s“.

Ein anderer Punkt, der mir auch schon in „Opferung“ aufgefallen ist: „Muskelkatarr“ – meinst Du damit „Muskelkater“ oder soll das tatsächlich eine neue Art von Krankheit sein.

Auf Seite 57 denkt Spiegel-Mila übrigens „Das Leben im Spiegeluniversum war nicht leicht, besonders für Menschen …“ hmmm … das letzte Mal hatte sie doch noch Trill-Flecken, oder? ;)

Auf Seite 229 lässt Du Spiegel-Mila sagen „Du ziehst mich diesem Weichei vor?“ … das sollte anders rum heißen, oder?

:D Verwirrt hast Du mich mit der zeitlichen Eingliederung der Geschichte. David selbst springt immer wieder bei seinen Erklärungen von „Kadett im dritten Jahr“ zu „Kadett am Ende des zweiten Jahres“. Ich denke, es müsste Anfang des dritten Jahres sein, denn wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann hast Du dieses Jahr als Praxis-Jahr vorgesehen. Dann passt aber der Stand seiner Beziehung nicht mit „Opferung“ zusammen. Dort schreibst Du gegen Ende, dass beide im dritten Ausbildungsjahr seien und bei „Opferung“ kommen sie ja zum ersten Mal überhaupt als Paar zusammen. Dann können sie in dieser Geschichte (Anfang des dritten Jahres) schlecht bereits in einer festen Beziehung sein. In einer von beiden Geschichten müsstest Du das zu Gunsten der Kontinuität ändern.
In die gleiche Kategorie fällt dann auch sein Gespräch mit seiner Ex. Hattest Du in „Opferung“ nicht erwähnt, dass es für David mit Mila das erste Mal Sex war? (oder habe ich das noch falsch im Kopf?), dann wundert es mich sehr, dass die Möglichkeit eines Kindes bestehen sollte …

Lachen musste ich allerdings, als David Spiegel-Mila vorwirft, sie hätte ihn ausgenutzt. In der Sex-Szene erschien er mir keineswegs ausgenutzt, der Gute ;) . Und er sagt ja selbst danach, dass es ihm wegen der High Heels bereits klar gewesen sei, dass er nicht seine Mila vor sich gehabt hat. Vom nachfolgenden Sex hat ihn diese Erkenntnis jedoch nicht abgehalten ;) .

Auch wenn der Showdown dann spannend geraten ist, kam ich beim Lesen nicht umhin mich darüber zu wundern, dass a) Spiegel-Mila so problemlos Bomben und Kontrollen auf der Station einrichten kann (gibt es da keine Überwachung?) und b) Nog, der zumindest in der Serie (ich kenne nicht die Relaunch Bücher) stets überkorrekt war, einfach mal für einen Fremden jede Vorschrift und Vorsicht fallen lässt und mit David zusammen Rambo spielt ohne die Sicherheit oder gar Kira zu informieren. Dementsprechend empfand ich dann auch Kiras Reaktion als viel zu milde. Die Kira, die ich kenne (bezieht sich jetzt auch wieder auf die TV-Serie … ich weiß nicht, was die Relaunch-Autoren mit ihrem Charakter angestellt haben), hätte ihn mindestens einen Kopf kürzer gemacht.

Der Epilog gefällt mir wieder sehr gut. Spiegel-Mila gibt nette Contras.

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten beim Lesen, die Idee hat mir gefallen, Straffung hätte der Geschichte in meinen Augen jedoch gut getan.

"I am the sum of my art, therein lies my life." (Duncan Regehr/"A Dragon's Eye")

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Antw:STAR TREK - CADETS (04) : Dunkler Spiegel
« Antwort #16 am: 05.03.15, 17:44 »
Ich habe die Story nun auch gelesen. Eine Kritik gibt es aber nur auf expliziten Wunsch deinerseits, ich bin mir nicht sicher, ob sie im Moment wirklich so gut ankäme.

David

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Antw:STAR TREK - CADETS (04) : Dunkler Spiegel
« Antwort #17 am: 06.03.15, 01:01 »
@Dahkur:
Erst mal Danke für's Lesen und das Feedback.
@all:
weitergehende Infos am Ende des Posts


Zu Deiner Kritik, Dahkur

Auf die Seitenzahl achtete ich für gewöhnlich nicht, es sei denn, ein Werk hatte bei Fertigstellung ne krumme Zahl und die habe ich dann mit den Formatierungen auf einen geraden Wert gebracht - da war ich irgendwie immer recht... eigen

Cadets war nie als eine "Serie" angelegt, wo die Handlungen jeder Geschichte aufeinander aufbauen.
Die Romane sollten alle ihre ganz eigenen Geschichten erzählen und je nach Zeitpunkt, wo sie spielen sollten, wollte ich lediglich auf den Entwicklungsstand der Charaktere und der Beziehungen untereinander achten.
Da man dann "durcheinander schreiben" kann, gerade, wozu man Lust hat, brauchte ich keinen "Roten Faden", also eine stingente Entwicklung von Storyelementen - außer eben den Charakteren.
Eine Serie mit fortlaufenden Handlungssträngen wollte ich nie machen, da war mir zu anstregend.


Die Ideen zur bajoranischen Religion habe ich größtenteils aus Memory-Alpha und den Fact & Files Ordnern genommen - je nachdem, was ich brauche.
Ein bisschen habe ich wahrscheinlich auch hinzugedichtet, aber nur da, wo es nötig war.

Was Quark und die Ferengigesellschaft angeht... nun,... da habe ich nicht alle aktuellen Infos, die Canon sind.
Ich weis, dass Nagus Zek einiges geändert hat (Steuern, diesen komischen ökonomischen Kongress, der die Macht des Nagus einschränkt...)
Aber ansonsten wüsste ich nicht, ob sich die Gesellschaft in Bezug auf Frauen geändert hat.
Zumindest nicht, so weit ich mich an die letzte Staffel von DS9 erinnern kann.
Da müsste ich wohl auch mal wieder DS9 auf DVD schauen.

Zum Bezahlen:
Das ist leider in Star Trek ein kleiner Widerspruch.
In der Föderation gibt es kein Geld, sondern es scheint eine Art "Direkter Tauschhandel" zu herrschen.
Nur wie misst man den Wert von erhaltener Ware/Dienstleistung im Verhältnis zur selbst erbrachten Gegenleistung?

Ich vermute mal, dass man sich nicht einfach Latinum replizieren kann, sonst wäre es ja wertlos. ;)
Ich schätze, dass es in der Föderation irgendein Aquivalent zu Geld geben muss, womit man gewisse Leistungen erwerben kann.

Wie man dieses "Aquivalent" aber immer auffüllt,... nun, das weis ich auch nicht so genau.
Ich vermute, da gibt es einen Weg, aber mir ist dazu absolut nix eingefallen. Das ist leider der Haken in der Story.

In der Bar konnte ich das ja geschickt Lösen (den Trick habe ich übrigens aus einer SG-Atlantis Folge abgeschaut, wo Dr. Keller ihn erklärt). Bei einem Ferengi mag das vielleicht sogar funktionieren, da dieses Volk ja allem Anschein nach sehr gerne wettet. ;)
Aber ansonsten...?

Ich kann mich daran erinnern, dass Dr. Crusher in irgendeiner TNG-Folge mal irgendwo erwähnte, eine Verkäuferin solle "ihr Konto" belasten.
Mehr wurde aber nicht erwähnt - da ist Star Trek verdammt inkonsequent.
Ich könnte mir vorstellen, dass man Waren und Dienstleistungen und auch alle anderen Leistungen vielleicht innerhalb der Föderation irgendwie "gutschreibt" und es Konten gibt, wo dann eine Art "bargeldloses Guthaben" oder so dafür zur Verfügung steht.

Angeblich sollen ja sogar die Computeranzeigen in der Krankenstation der Enterprise irgendwo "übrigbleibende Krankenversicherung" stehen haben (wird im "Technical Manual" der Galaxy Klasse erwähnt).

Es bleibt also ein großes Rätsel, wie die Wirtschaft der Föderation wirklich intern funktioniert und wie es im Handel mit anderen Völkern funktioniert.

Ich schätze, in den meisten Fällen handelt man direkt mit Warentausch, wobei man aber auch da ja irgendwie festlegen muss, was eine Ware/Dienstleistung wert ist.
Sonst kann ich ja nen Warpkern abgeben und erhalte n Glas Wasser - ganz salopp und überspitzt gesagt ;)

Und das Bashir, Dax und Co. ständig irgendwelches "illegales Glücksspiel" auf DS9 betreiben, um ihre Rechnungen bei Quark zu bezahlen, kann ich mir auch nicht vorstellen.

Und ein weiterer Punkt:
Nachdem Quark einen Frachtraum zerlegt hatte (ich glaube in der Folge "Kriegsgeschäfte", präsentierte Sisko ihm ne Rechnung dafür und da Quark pleite war, meinte er, den Betrag in Raten abzustottern, worauf Sisko sich einließ.
Man könnte jetzt natürlich einwerfen, dass die Bezahlung irgendwie über die Bajoraner läuft, die ja quasi "Eigentümer" der Station sind und die hatten ja zu dem Zeitpunkt noch "Währung", aber da haben die Autoren einfach irgendwie "Mist" gebaut.

Die Idee mit einem Cameo-Auftritt eines Holo-Sinatra hatte ich schon von Beginn an, da der Entertainer ja perfekt ins "Las Vegas Programm" passt.
Klar, dass ich mir das nicht entgehen lassen habe.
Freut mich, dass Dir die Szene gefallen hat.

Was Nog & Kira angeht... ich habe die Relauch-Reihe, ehrlich gesagt, nie gelesen und kann mich daher nur auf das verlassen, was ich aus der TV Serie kenne.
Das Nog hier Professioneller agiert und - wie Du so treffend schreibst - auf Rambo-Manier agiert, habe ich eingebaut, weil ich mir vorstellen kann, dass der Ferengi sich möglicherweise auch weiterentwickelt hat.
Der Dominionkrieg und seine eigenen Erfahrungen damit (die ich ja auch eingebaut habe) dürften sicher nicht ohne Folgen geblieben sein.
Daher versuchte ich, Nog eine neue Facette abzugewinnen.
Ob sie wirklich glaubwürdig ist - keine Ahnung, aber ich denke, sie passte für die Episode.

Der Epilog war für mich - mal wieder - eine der schwersten Aufgaben.
Da hatte ich schon immer Probleme, einen guten Abschluss zu finden.

Die beiden Damen noch mal direkt aufeinandertreffen zu lassen, hielt ich für sinnvoll.
Die Dialoge finde ich da recht passend.
Prinzipiell interessiert die Frau von der "anderen Seite" eigentlich nix anderes, als ihr eigenes Wohl und wenn's richtig schief geht... dann nimmt sie auch das hin - wenn auch wohl wissend, dass sie in einem Föderationsgefängnis zweifelosohne besser behandelt werden wird, als im Spiegeluniversum.
Ich schätze, deswegen ist ihr das ganze Ausmaß ihrer Handlungen und die Folgen wohl auch eher egal - zumindest in dem Moment.

Es hat mir durchaus Spaß gemacht, mit der Figur zu arbeiten, weil sie eben gänzlich anders ist, als "das Original".

Ob die Mila aus dem Spiegeluniversum nochmal irgendwann einen Auftritt bekommt, steht jedoch in den Sternen, da ich eigentlich nicht so auf Fortsetzungsgeschichten stehe und "Cadets" momentan auch komplett auf Eis liegt, da es mir an Motivation und Ideen für die aktuelle Geschichte fehlt.

=A=

ganz im Allgemeinen:

Ich habe durchaus immer Wert darauf gelegt, eine gewisse Qualität in meinen Werken zu erreichen, schaffte das aber bislang nie.
Erst mit einem Betaleser konnte die Qualität leicht gesteigert werden, doch es fehlt teils einfach hinterher an Motivation und auch an Konzentration, das Alles nachzubessern, was mich selbst sehr frustriert.

Das ist jetzt natürlich keine Kritik an Roger, der seine Aufgabe btw. sehr gut macht, sondern mein Ding, weil ich im Moment einfach an dem Punkt bin, wo ich sage: "warum tu ich mir das noch (fast) jeden Tag an?" - also nicht falsch verstehen - mich mit dem Schreiben zu beschäftigen, damit Zeit zu verschwenden.

Daher mach Dir keinen Kopf, Roger.
Ich wusste Deine Bereitschaft zu schätzen, aber in nächster Zeit werde ich Dich mit der Bitte um ne Beta nicht mehr behelligen

Schreiben tat ich in erster Linie immer aus 3. Dingen:
1. weil mich die Kreativität meiner Freunde hier antrieb
2. weil ich es kann
3. weil es Spaß bringt.

Doch der dritte Punkt ist derzeit nicht mehr gegeben und damit ging auch meine Motivation flöten.
Daher möchte ich diesen Post - der jetzt wahrscheinlich schon Überlänge hat - auch nutzen, um "ganz offiziell" Star Trek - Cadets in "Winterschlaf" zu schicken.
Also nicht einstampfen und in die Tonne treten, sondern einfach eine Pause von nicht festgelegter Dauer.


Wie lange diese Pause dauern wird, weis ich noch nicht, das liegt in Hammonia's Händen.
Die Motivation wird schon wieder kommen, aber in der allernächsten Zeit mach ich kreativ erst mal gar nix mehr.

=A=

Also, nochmals Danke für Dein ehrliches Feedback, Dahkur welches ich als sehr konstruktiv empfinde.
Hoffe, die Geschichte war - trotz der Fehler - unterhaltsam, denn das war mir immer das Wichtigste.

@Visitor (fast hätte ich Dich wieder vergessen - sorry):
Kein Ding.
Hoffe, Du hast Dich beim Lesen trotzdem unterhalten gefühlt - wenn Du magst, poste Dein Feedback oder auch nicht.
« Letzte Änderung: 06.03.15, 01:39 by David »

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Antw:STAR TREK - CADETS (04) : Dunkler Spiegel
« Antwort #18 am: 11.03.15, 15:17 »
Zur Struktur:
Die Geschichte wirkt auch auf mich, als sei sie nicht aus einem Guss, ganz so, als sie sie mal begonnen und zu einem anderen Zeitpunkt fertiggestellt worden:
Sowohl das Aufeinandertreffen von Spiegel-Mila auf Quark als auch das Aufeinandertreffen von Kadett Albers auf Nog scheint zweimal stattgefunden zu haben.
Beim ersten Aufeinandertreffen von Spiegel-Mila auf Quark hatten die beiden ein Schäferstündchen miteinander, beim zweiten Aufeinandertreffen scheinen sich beide nicht mehr daran erinnern zu können.
Auch das Aufeinandertreffen von Albers auf Nog lief nach ähnlichem Muster ab, auch hier zeigen sich in meinen Augen Inkonsistenzen.


Hintergründe – Stichpunkt „eine Föderation ohne Geld“.
Hier mein Tipp: Vergiss diesen Ausspruch und weine ihm keine Träne nach!
Was ist Geld? Geld ist eine ultimativ abstrakte Einheit mit der es möglich ist, Dinge wie ein Blowjob mit dem Gegenwert einer Luxusvilla zu vergleichen! Es ist nicht möglich, auf diese Rechengröße zu verzichten, es ist unmöglich auf Geld zu verzichten. Geld ist eine Möglichkeit Kaufkraft zu speichern – und nur Geld hat diese Fähigkeit!
Geld spielt keine Rolle? Natürlich spielt Bargeld keine Rolle mehr im 24. Jahrhundert! Wir sind im einundzwanzigsten Jahrhundert angekommen, unsere Gesellschaft wechselt momentan vom Bezahlen mit Kreditkarte auf das Bezahlen mit dem Handy/ Smartphone. Wer weiß, wie das Bezahlen bis in 200 Jahren aussehen wird, wir können nur davon ausgehen, dass es sich gewiss nicht zu einem Tauschhandel zurückentwickeln wird!

Ich vermute mal dass es diese Ansicht war, die zu einem ziemlich bösen Faux Pas führte:
Spiegel-Mila kauft von Quark Waren im Wert von… sagen wir mal runden Einhunderttausend Euro. Sie kauft eine halbe Tonne Sprengstoff, Zünder, eine Stasiseinheit, Sensoren, Aktoren, eine Tarnvorrichtung und ähnliches auf dem Schwarzmarkt – für 100.000 Euro ein absolutes Schnäppchen, denn Schwarzmarktpreise betragen schnell ein Vielfaches des eigentlichen Wertes. Woher hat Spiegel-Mila all dieses Geld? Aus einer Bettgeschichte mit Quark? Wieso sollte Quark das 20fache seines Monatseinkommens (und mit 5.000 Euro kalkuliere ich da schon sehr, sehr hoch für einen Betreiber einer Bar), für etwas ausgeben, das er auf dem Holodeck umsonst haben kann? Das sind knappe zwei Jahreseinkommen und sprengt in meinen Augen jedwede Relation.


Selbstjustiz
Das, was Nog und David da tun ist Selbstjustiz. So wird es der Richter sehen.
Natürlich sind Ro und Kira genau die beiden Frauen die einsehen könnten, dass es manchmal nötig ist, Dinge "auf dem kurzen Dienstweg" zu klären. Dennoch halte ich diesen Punkt für problematisch, weil einfach zu viele Leben auf dem Spiel standen.

Charakter
Spiegel-Mila war ihr ganzes Leben lang Sklavin. Wie kann sie sich das Wissen eines Computerexperten angeeignet haben? Sie kann Bomben bauen wie ein Profi, kennt sich mit Schaltungstechnologien aus, weiß, wie man Sensoren und Aktoren baut, koppelt und einsetzt – das ist ein bisschen viel Wissen für eine unscheinbare Sklavin.
Zudem kennt sie sich mit der Technologie aus, mit der man vom einen Paralleluniversum in ein anderes wechseln kann, besitzt damit also ein Physikwissen, das man ebenfalls „nicht auf der Straße“, durch Bücher oder ähnliches gelernt haben könnte. Sollte sie all das von dem Spiegel-Albers wissen? Aber ist nicht auch er ein Sklave?
Wieso sollte man einem Steineklopfer/ Minensklave lesen und schreiben beibringen, wieso rechnen und Dinge über Computer und Physik? Das gibt keinen Sinn. Und bei der Liebessklavin eines Klingonen gibt es in meinen Augen noch weniger Sinn. Ich hätte mir an diesem Punkt etwas mehr Infos über die Dame gewünscht - aber dies ist eine Marotte von mir.

Die Logik krankt auch an einer damit verwandten Stelle: Spiegel-Mila verlässt ihr Universum. Sie ist es, die ihrem ehemaligen Besitzer verrät, wo sie sich befindet – und, noch weitaus schlimmer – ihm aufzeigt, wie er ihr gefahrlos folgen kann!

Noch ein weiterer Punkt: Ihr ehemaliger Besitzer jagt sie mit einem Vor’cha-Angriffskreuzer. Eine entlaufene Sklavin bindet damit Kapital in Millionenhöhe. Für maximal ein paar Tausender hätte sich ihr Peiniger eine andere Sklavin von einem X-beliebigen Planeten fangen (lassen) können…

Dieser finanzielle Aspekt schlägt auch an anderer Stelle zu. Spiegel-Mila in der „ersten Version“, steigt mit Quark ins Bett, weil sie kein Geld hat, später hat sie angeblich ausreichend Bargeld. (Stichpunkt der Inkonsistenz, siehe oben.)

Spiegel-Mila kauft Waren im Wert von… sagen wir mal runden Einhunderttausend Euro. (Ein absolutes Schnäppchen, also!) Dafür bekommt sie eine halbe Tonne Sprengstoff, Zünder, eine Stasiseinheit, Sensoren, Aktoren, eine Tarnvorrichtung und ähnliches auf dem Schwarzmarkt! Woher hat sie all dieses Geld? Aus einer Bettgeschichte mit Quark? Wieso sollte Quark das 20fache seines Monatseinkommens (und mit 5.000 Euro kalkuliere ich da schon sehr hoch), für etwas ausgeben, das er auf dem Holodeck umsonst haben kann? Das sind knappe zwei Jahreseinkommen und sprengt in meinen Augen jedwede Relation!
Hier noch ein paar weitere Zahlen:


Zu den Charakteren:

Kortah:
Ist ein Klingone;
Größter Negativ-Punkt: Dass er mit seiner Sklavin diskutiert kann man ja noch hinnehmen, aber dass er sie Siezt – ohne dass dies eine von ihr gestellte Bedingungen wäre – wirkt sehr unglaubwürdig. Auch sein Einsatz, um Spiegel-Mila wieder zu finden ist viel zu hoch.

Nog:
Ich finde ihn gut getroffen. Er ist die Mischung aus Ingenieur und Frontsoldat und macht Miles alle Ehre. Das dass „Expand Universe“ aus diesem Charakter etwas anderes macht wie du braucht dich nicht zu interessieren, solange du deinen Ideen für den Charakter treu bleibst. (Ich ignoriere zum Beispiel auch die Vernichtung von Vulkan…)

Spiegel-Mila:
Sie wirkt unglaubwürdig. Wie schon aufgezählt gibt es das Problem mit dem Geld und mit ihrem Wissen.

Mila:
Regel Nummer Eins jeder Strategie und jeder Taktik, jedes Kampfes und jeder Auseinandersetzung: Überleben.
Seinem Geiselnehmer die Meinung zu sagen ist das Idiotischste, was man tun kann! Natürlich soll man nicht blind alles tun, was einem aufgezwungen wird. Man kann vielleicht auf Zeit spielen, oder andere Dinge ganz unscheinbar verzögern. Da man aber auf Gedeih und Verderb einem anderen Individuum ausgeliefert ist, sollte man seine scharfe Zunge hüten.
Andere Möglichkeit: Wenn man weiß, dass der Geiselnehmer einen lebendig braucht, kann man schon pokern – allerdings wirkt Mila nicht souverän genug, um dies zu erkennen und aus diesem Grunde aggressiv zu handeln.

Albers:
Ich gebe zu ich weiß nicht, wie alt Kadett Albers während der Geschichte ist, aber folgender Punkt gibt mir zu denken: Die Bajoranerin war schwanger, als sie ihn verließ, ihr Sohn ist „heute“ neun Jahre alt, als sich die zwei wieder begegnen – über den Daumen gepeilt liegt also ein Jahrzehnt zwischen ihrer Liaison und dem „Heute“.
Geht man davon aus, dass ein Kadett normalerweise mit 16 Jahren zur Flotte geht und mit 20 dann graduiert muss dieses Mädchen entweder wesentlich älter als er gewesen sein (er maximal 10, sie 14, also knapp anderthalb mal so alt wie er (ziemlich unwahrscheinlich, in dem Alter sind die Mädchen den Jungen durchaus schon das ein oder andere Jahr an geistiger Reife voraus und bevorzugen Jungs, die älter sind als sie), oder es muss zu einer wirklich „törichten Aktion“ gekommen sein, die man in diesem Alter noch nicht einmal auf pubertäres Gehabe/ Experimentieren/ pubertäre Dummheit schieben kann…
Noch etwas zu Albers:
Wie kann er davon ausgehen dass es okay ist, wenn ihn ein weibliches Wesen, eine Kadettin der Sternenflotte, die wohl der Norm entsprechend gewaltfrei aufgewachsen sein dürfte, ihm so hart auf die Nase schlägt, dass er sich einen Trümmerbruch zuzieht? Das ist keine Ohrfeige unter Liebenden, zu der diese Tat später heruntergespielt wurde, das ist schwere Körperverletzung! Hätte sie ihn geschubst, er wäre gestolpert und gegen einen Pfeiler geprallt/ die Treppe runtergefallen, wäre das etwas ganz anderes, aber die Brutalität dieses Schlages ungesühnt zu lassen (damit meine ich den Verzicht auf eine Anzeige) – und dann auch noch die Tatsache, dass er dafür die Schuld bei sich sucht – empfinde ich als etwas zu viel des Guten. Mal ketzerisch gefragt: Welche Rachetat würde er ihr denn zugestehen, wenn er den Hochzeitstag vergisst?

Dass du immer wieder über die Liebe deiner beiden Kadetten schreibst ist in meinen Augen absolut in Ordnung! Dein Fokus ist ein Liebespaar mit Sternenflottenhintergrund. Wer etwas anderes bevorzugt wird an anderer Stelle gewiss besser bedient. Dein Fokus ist hier im Forum einzigartig und ich finde den solltest du auf  keinen Fall aufgeben. Bleib‘ dieser Linie treu!

Dein Publikum dürfte damit eine jüngere Generation sein als die im Forum vorherrschende, ich würde mir da an deiner Stelle keine Sorgen machen, sondern geziehlt nach einem Forum mit jungem (Star Trek-)Publikum suchen.


Insgesamt finde ich die Idee, Albers auf die "Hexenvariante" seiner Freundin treffen zu lassen, super! (Ich muss gestehen, dass ich da für die von mir geschaffenen Charaktere schwarz sehe - ich habe momentan Null Ahnung, wie ich im Entferntesten so etwas in meinen Storys realisieren könnte!) Nur die Umsetzung sagt mir noch nicht so recht zu...

David

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Antw:STAR TREK - CADETS (04) : Dunkler Spiegel
« Antwort #19 am: 12.03.15, 01:59 »
Zur Struktur:
Die Geschichte wirkt auch auf mich, als sei sie nicht aus einem Guss, ganz so, als sie sie mal begonnen und zu einem anderen Zeitpunkt fertiggestellt worden:
Sowohl das Aufeinandertreffen von Spiegel-Mila auf Quark als auch das Aufeinandertreffen von Kadett Albers auf Nog scheint zweimal stattgefunden zu haben.
Beim ersten Aufeinandertreffen von Spiegel-Mila auf Quark hatten die beiden ein Schäferstündchen miteinander, beim zweiten Aufeinandertreffen scheinen sich beide nicht mehr daran erinnern zu können.
Auch das Aufeinandertreffen von Albers auf Nog lief nach ähnlichem Muster ab, auch hier zeigen sich in meinen Augen Inkonsistenzen.

Also genau genommen, habe ich Band 4 schon "in einem Guss" geschrieben, aber ich hatte zwei oder drei Pausen drin gemacht und mich dann immer wieder in die vorigen Szenen reingelesen, aber das ist wohl nich mein Ding.
Von einem Tag auf den Anderen klappt das natürlich, aber wenn da mehrere Tage zwischen liegen, ist da der Kopf - sagen wir mal - ein wenig fragmentiert.

Die Logik krankt auch an einer damit verwandten Stelle: Spiegel-Mila verlässt ihr Universum. Sie ist es, die ihrem ehemaligen Besitzer verrät, wo sie sich befindet – und, noch weitaus schlimmer – ihm aufzeigt, wie er ihr gefahrlos folgen kann!

Du vergisst dabei den Punkt, dass es ihre Absicht ist, dem Klingonen ihr Spiegel-Pendant zu überlassen.
Ob Kortah sich damit zufrieden geben wird, mag natürlich auf einem ganz anderen Blatt Papier stehen, aber wenn Spiegel-Mila es schafft, das Universum zu wechseln (wie auch immer ihr das gelungen sein mag), dann wird sie doch davon ausgehen können müssen (oder "müssen können"?), dass auch der Klingone das kann.
Sie würde also immer in Gefahr sein, wieder in ihr Universum zurückkehren zu müssen.
Wenn Sie aber mit ihrem Spiegelbild die "Location" tauscht, fällt dieser Punkt - zumindest aus ihrer Sicht - weg.


Hintergründe – Stichpunkt „eine Föderation ohne Geld“.
Hier mein Tipp: Vergiss diesen Ausspruch und weine ihm keine Träne nach!
Was ist Geld? Geld ist eine ultimativ abstrakte Einheit mit der es möglich ist, Dinge wie ein Blowjob mit dem Gegenwert einer Luxusvilla zu vergleichen! Es ist nicht möglich, auf diese Rechengröße zu verzichten, es ist unmöglich auf Geld zu verzichten. Geld ist eine Möglichkeit Kaufkraft zu speichern – und nur Geld hat diese Fähigkeit!
Geld spielt keine Rolle? Natürlich spielt Bargeld keine Rolle mehr im 24. Jahrhundert! Wir sind im einundzwanzigsten Jahrhundert angekommen, unsere Gesellschaft wechselt momentan vom Bezahlen mit Kreditkarte auf das Bezahlen mit dem Handy/ Smartphone. Wer weiß, wie das Bezahlen bis in 200 Jahren aussehen wird, wir können nur davon ausgehen, dass es sich gewiss nicht zu einem Tauschhandel zurückentwickeln wird!

Nun, das ist wirklich ein schwieriges Thema.
Es wurde nie genau erklärt, wie die Föderationswirtschaft der Zukunft funktioniert.
Einzige, ganz klare Canonaussage dazu stammt von Picard in "First Contact":
Zitat
Im 24. Jahrhundert gibt es kein Geld... wir arbeiten, um uns selbst zu verbessern und den Rest der Menscheit
Ich meine mich zu erinnern, dass Tom Paris in einer Folge, als es darum ging, den Borg ne Transwarpspule zu klauen, mal erklärte, dass "Geld" mit der Etablierung der "neuen Weltwirtschaft" Anfang des 22. Jahrhundert "bedeutungslos wurde".

Da eine Lösung zu finden, hatte einen großen Reiz.
Innerhalb der Föderation, wo praktisch alle Dinge des täglichen Bedarfs auf  Knopfdruck vom Replikator erstellt werden können und es dafür scheinbar Energie im Überfluss gibt, mag Geld vielleicht wirklich keine Rolle mehr spielen.
Für Luft müssen wir ja auch - noch - nicht bezahlen ;)

Ich vermute mal dass es diese Ansicht war, die zu einem ziemlich bösen Faux Pas führte:
Spiegel-Mila kauft von Quark Waren im Wert von… sagen wir mal runden Einhunderttausend Euro. Sie kauft eine halbe Tonne Sprengstoff, Zünder, eine Stasiseinheit, Sensoren, Aktoren, eine Tarnvorrichtung und ähnliches auf dem Schwarzmarkt – für 100.000 Euro ein absolutes Schnäppchen, denn Schwarzmarktpreise betragen schnell ein Vielfaches des eigentlichen Wertes. Woher hat Spiegel-Mila all dieses Geld? Aus einer Bettgeschichte mit Quark? Wieso sollte Quark das 20fache seines Monatseinkommens (und mit 5.000 Euro kalkuliere ich da schon sehr, sehr hoch für einen Betreiber einer Bar), für etwas ausgeben, das er auf dem Holodeck umsonst haben kann? Das sind knappe zwei Jahreseinkommen und sprengt in meinen Augen jedwede Relation.

Das die Ferengi noch immer Profit und Geld schätzen, ist eben die Kehrseite der Medaille.
Wie die Föderation damit umgeht und das miteinander funktioniert, ist mir schleierhaft und da lieferte Star Trek bislang keine - mir bekannte - Erklärung.
Und das war der Fehler.

Selbstjustiz
Das, was Nog und David da tun ist Selbstjustiz. So wird es der Richter sehen.
Natürlich sind Ro und Kira genau die beiden Frauen die einsehen könnten, dass es manchmal nötig ist, Dinge "auf dem kurzen Dienstweg" zu klären. Dennoch halte ich diesen Punkt für problematisch, weil einfach zu viele Leben auf dem Spiel standen.

Mag sein, nur ist es in einem solchen Roman sehr schwierig, dann erst noch ne Nebenhandlung aufzuziehen, in der dann erst mal die Polizeitruppe anrückt.
In Zukunft werde ich derartige Ideen wahrscheinlich auch nicht mehr umsetzen.
Es war ein Experiment und es ist - in weiten Teilen - offensichtlich schief gegangen.
Daher : 1x und nie wieder

Charakter
Spiegel-Mila war ihr ganzes Leben lang Sklavin. Wie kann sie sich das Wissen eines Computerexperten angeeignet haben? Sie kann Bomben bauen wie ein Profi, kennt sich mit Schaltungstechnologien aus, weiß, wie man Sensoren und Aktoren baut, koppelt und einsetzt – das ist ein bisschen viel Wissen für eine unscheinbare Sklavin.
Zudem kennt sie sich mit der Technologie aus, mit der man vom einen Paralleluniversum in ein anderes wechseln kann, besitzt damit also ein Physikwissen, das man ebenfalls „nicht auf der Straße“, durch Bücher oder ähnliches gelernt haben könnte. Sollte sie all das von dem Spiegel-Albers wissen? Aber ist nicht auch er ein Sklave?
Wieso sollte man einem Steineklopfer/ Minensklave lesen und schreiben beibringen, wieso rechnen und Dinge über Computer und Physik? Das gibt keinen Sinn. Und bei der Liebessklavin eines Klingonen gibt es in meinen Augen noch weniger Sinn. Ich hätte mir an diesem Punkt etwas mehr Infos über die Dame gewünscht - aber dies ist eine Marotte von mir.

Die Logik krankt auch an einer damit verwandten Stelle: Spiegel-Mila verlässt ihr Universum. Sie ist es, die ihrem ehemaligen Besitzer verrät, wo sie sich befindet – und, noch weitaus schlimmer – ihm aufzeigt, wie er ihr gefahrlos folgen kann!

Noch ein weiterer Punkt: Ihr ehemaliger Besitzer jagt sie mit einem Vor’cha-Angriffskreuzer. Eine entlaufene Sklavin bindet damit Kapital in Millionenhöhe. Für maximal ein paar Tausender hätte sich ihr Peiniger eine andere Sklavin von einem X-beliebigen Planeten fangen (lassen) können…

Dieser finanzielle Aspekt schlägt auch an anderer Stelle zu. Spiegel-Mila in der „ersten Version“, steigt mit Quark ins Bett, weil sie kein Geld hat, später hat sie angeblich ausreichend Bargeld. (Stichpunkt der Inkonsistenz, siehe oben.)

Spiegel-Mila kauft Waren im Wert von… sagen wir mal runden Einhunderttausend Euro. (Ein absolutes Schnäppchen, also!) Dafür bekommt sie eine halbe Tonne Sprengstoff, Zünder, eine Stasiseinheit, Sensoren, Aktoren, eine Tarnvorrichtung und ähnliches auf dem Schwarzmarkt! Woher hat sie all dieses Geld? Aus einer Bettgeschichte mit Quark? Wieso sollte Quark das 20fache seines Monatseinkommens (und mit 5.000 Euro kalkuliere ich da schon sehr hoch), für etwas ausgeben, das er auf dem Holodeck umsonst haben kann? Das sind knappe zwei Jahreseinkommen und sprengt in meinen Augen jedwede Relation!
Hier noch ein paar weitere Zahlen:

Wie gesagt, Geld in Star Trek ist eine komplexe Sache.
Ich hatte versucht, da einige Logische Probleme zu lösen, bin dann aber irgendwie vom 100stel ins 1000stel gekommen.
Ist wohl nicht mein Ding - c'est la vi

Zu den Charakteren:

Kortah:
Ist ein Klingone;
Größter Negativ-Punkt: Dass er mit seiner Sklavin diskutiert kann man ja noch hinnehmen, aber dass er sie Siezt – ohne dass dies eine von ihr gestellte Bedingungen wäre – wirkt sehr unglaubwürdig. Auch sein Einsatz, um Spiegel-Mila wieder zu finden ist viel zu hoch.

Nog:
Ich finde ihn gut getroffen. Er ist die Mischung aus Ingenieur und Frontsoldat und macht Miles alle Ehre. Das dass „Expand Universe“ aus diesem Charakter etwas anderes macht wie du braucht dich nicht zu interessieren, solange du deinen Ideen für den Charakter treu bleibst. (Ich ignoriere zum Beispiel auch die Vernichtung von Vulkan…)

Ich fürchte, Klingonen liegen mir einfach nicht.
Das stellte ich relativ schnell fest, weswegen ich in Zukunft auch auf dieses Volk komplett verzichten werde.
Manche Dinge liegen einem besser, andere weniger -> aus der Erfahrung zieht man dann eben die Lehren

Mit Nog musste ich auch erst "warm" werden, da ich nie zuvor mit Canon-Figuren gearbeitet habe.
Ich fand es allerdings auch nicht ganz so schwer, nachdem ich einen Einstiegspunkt finden konnte (sein "biosynthetisches Bein"). Da konnte ich aus eigenen Erfahrungen ziehen und sie mit Nogs verknüpfen, was man höchstwahrscheinlich auch als Leser merkt, was mir Einiges erleichtert hat.
Damit umzugehen ist für mich nicht (mehr) schwer und ich denke, auch Nog hat spätestens nach den Ereignissen in der Holosuite seinen "inneren Frieden" mit diesem Erlebnis gemacht.

Um ehrlich zu sein, weis ich nicht, was das "Expanded Universe" mit Nog macht, da ich DS9 in Romanform nie gelesen habe.
Daher sah ich auch keinen Grund, ihn so zu entwickeln, wie ich es mir vorstellen könnte.
Er ist Ingenieur, sehr erfinderisch und dürfte wahrscheinlich nach Miles Rückkehr zur Erde ein Anwärter auf den Posten des Chefingenieurs auf DS9 sein, was man nach dem Serienfinale zumindest implizieren kann.
Legen wir die 5,6,7 Jahre drauf, die seitdem in Cadets vergangen waren, halte ich diesen Posten für Nog für absolut wahrscheinlich.

Spiegel-Mila:
Sie wirkt unglaubwürdig. Wie schon aufgezählt gibt es das Problem mit dem Geld und mit ihrem Wissen.

Mila:
Regel Nummer Eins jeder Strategie und jeder Taktik, jedes Kampfes und jeder Auseinandersetzung: Überleben.
Seinem Geiselnehmer die Meinung zu sagen ist das Idiotischste, was man tun kann! Natürlich soll man nicht blind alles tun, was einem aufgezwungen wird. Man kann vielleicht auf Zeit spielen, oder andere Dinge ganz unscheinbar verzögern. Da man aber auf Gedeih und Verderb einem anderen Individuum ausgeliefert ist, sollte man seine scharfe Zunge hüten.
Andere Möglichkeit: Wenn man weiß, dass der Geiselnehmer einen lebendig braucht, kann man schon pokern – allerdings wirkt Mila nicht souverän genug, um dies zu erkennen und aus diesem Grunde aggressiv zu handeln.

Ich muss zugeben, ich hatte einige Probleme mit der Figur.
Man denkt immer... nun ja, die Spiegelversion einer Figur verhält sich eben (quasi umgekehrt zum "Orignial"), dann passts scho.
Aber so ist es tatsächlich nicht.
Auch wenn ich zugeben muss, dass ich die meisten Figuren aus dem MU immer als "überzeichnete Karikaturen" verstanden habe.
Dieser Balanceakt ist mir leider misslungen, wodurch ich das wohl auch nicht wiederholen werde.

Fazit: Experiment schief gelaufen, auch wenn ich durchaus Spaß beim Schreiben und Erzählen hatte.

Albers:
Ich gebe zu ich weiß nicht, wie alt Kadett Albers während der Geschichte ist, aber folgender Punkt gibt mir zu denken: Die Bajoranerin war schwanger, als sie ihn verließ, ihr Sohn ist „heute“ neun Jahre alt, als sich die zwei wieder begegnen – über den Daumen gepeilt liegt also ein Jahrzehnt zwischen ihrer Liaison und dem „Heute“.

Moment... man sollte bedenken, dass 1. die bajoranische Schwangerschaft kürzer ist und ein Jahr auf der Erde nicht einem auf Bajor entsprechen muss.
Im Nachhinein hätte ich das vielleicht dazu erklären sollen, um dieses Missverständnis, das - verständlicherweise - auftritt, auszuräumen.
Die Bajoranerin bezieht sich also auf neun Jahre, die auf Bajor vergangen sind, was auf der Erde durchaus nur 6 oder 7 Jahre sein könnten.
Das aber nur am Rande.
Ich hätte das vielleicht dazu schreiben sollen, aber das fiel mir auch erst später auf und ich dachte: "Dang", hätt ichs mal besser doch eingefügt.

Geht man davon aus, dass ein Kadett normalerweise mit 16 Jahren zur Flotte geht und mit 20 dann graduiert muss dieses Mädchen entweder wesentlich älter als er gewesen sein (er maximal 10, sie 14, also knapp anderthalb mal so alt wie er (ziemlich unwahrscheinlich, in dem Alter sind die Mädchen den Jungen durchaus schon das ein oder andere Jahr an geistiger Reife voraus und bevorzugen Jungs, die älter sind als sie), oder es muss zu einer wirklich „törichten Aktion“ gekommen sein, die man in diesem Alter noch nicht einmal auf pubertäres Gehabe/ Experimentieren/ pubertäre Dummheit schieben kann…

Dass David im ersten Impuls das vielleicht denkt, könnte ich mir vorstellen, denn in der Situation dürfte die Logik im Kopf des jungen Kadetten wohl erst mal für ein paar Augenblicke aussetzen.
Allerdings ist dieses Thema nicht wirklich relevant, da ich mir ziemlich sicher bin, geschrieben zu haben, dass Sibann's Kind nicht von David ist.

Noch etwas zu Albers:
Wie kann er davon ausgehen dass es okay ist, wenn ihn ein weibliches Wesen, eine Kadettin der Sternenflotte, die wohl der Norm entsprechend gewaltfrei aufgewachsen sein dürfte, ihm so hart auf die Nase schlägt, dass er sich einen Trümmerbruch zuzieht? Das ist keine Ohrfeige unter Liebenden, zu der diese Tat später heruntergespielt wurde, das ist schwere Körperverletzung! Hätte sie ihn geschubst, er wäre gestolpert und gegen einen Pfeiler geprallt/ die Treppe runtergefallen, wäre das etwas ganz anderes, aber die Brutalität dieses Schlages ungesühnt zu lassen (damit meine ich den Verzicht auf eine Anzeige) – und dann auch noch die Tatsache, dass er dafür die Schuld bei sich sucht – empfinde ich als etwas zu viel des Guten. Mal ketzerisch gefragt: Welche Rachetat würde er ihr denn zugestehen, wenn er den Hochzeitstag vergisst?

Das ist eine gute Frage, nicht wahr?
Ich kann mir jedoch David Albers absolut nicht als Typen vorstellen, der es je wagen würde, die Hand gegen Mila zu erheben - nicht mal, wenn er zuvor mit Shras ein paar Ale zu viel hebt.
Das habe ich selbst nicht in mir und ich glaube, auch David könnte zu so etwas nie fähig sein.
Die Anspielung mit dem Jahrestag mag vielleicht schlecht gewählt sein - worüber David hinterher grübelt - aber da fiel mir einfach nix besseres ein.
Dennoch halte ich es für absolut unmöglich, dass David ebenso agieren würde oder gar könnte.
Und ganz ehrlich - wenn es nicht wirklich einen echt triftigen Grund gibt... würdest Du eine Person, die Du liebst, deswegen in den Knast stecken?
Vielleicht ja, aber wohl nicht jeder.

Dass du immer wieder über die Liebe deiner beiden Kadetten schreibst ist in meinen Augen absolut in Ordnung! Dein Fokus ist ein Liebespaar mit Sternenflottenhintergrund. Wer etwas anderes bevorzugt wird an anderer Stelle gewiss besser bedient. Dein Fokus ist hier im Forum einzigartig und ich finde den solltest du auf  keinen Fall aufgeben. Bleib‘ dieser Linie treu!

Das habe ich vor - sollte ich STC fortsetzen - Danke.

Dein Publikum dürfte damit eine jüngere Generation sein als die im Forum vorherrschende, ich würde mir da an deiner Stelle keine Sorgen machen, sondern geziehlt nach einem Forum mit jungem (Star Trek-)Publikum suchen.

Für ein weiteres Forum fehlen mir ehrlich gesagt sowohl Zeit, als auch Lust.
Man hat ja schließlich auch noch ein RL ;)
Ich habe aus gutem Grund junge Hauptcharaktere gewählt, die sich und ihr Leben auch noch "rund schleifen" sollen, weil ich Cadets als klaren Kontrapunkt zu dem setzen wollte, womit uns TV & Co. Tag für Tag - verzeih den Ausdruck - vollkotzen.
Kaum eine Serie (noch dazu im ÖR, dessen Produktionen wir gezwungen werden, mitzufinanzieren), in der Junge Figuren mal nicht klischeehaft, kriminell, asozial und was weis ich noch was dargestellt werden.
Genau deswegen wollte ich mit Cadets ein Gegenelement setzen, ohne dass meine Figuren darin perfekt sind (was ja ziemlich schwachsinnig wäre ;) ).
Aber ich bin der Meinung, wenn die Gesellschaft des 24. Jahrhunderts sich moralisch so viel weiter entwickelt hat, wie sie in Star Trek immer dargestellt wird, dann ist es nur "recht und billig" anzunehmen, dass auch "die Jugend" des 24. Jahrhunderts einen Reifeprozess durchlaufen hat.
Darüber kann man natürlich streiten, tu ich aber nicht, weil ich das genaue Gegenteil schlicht nicht hinnehme, weil es ein dummes Klischee ist und gegen dieses sollte man genauso mit Star Trek ankämpfen, wie gegen andere gesellschaftliche Klischees, die es früher gab und heute - leider - immer noch gibt.
Das Star Trek dies teilweise stümperhaft oder gar nicht angegangen ist, hat m.E. viel Potenzial in den Serien (besonders DS9) verschenkt, aber da waren die Macher wohl nicht mutig genug - IMO
Aber das Problem, das daraus folgt, ist dann ja, dass solche Figuren dann aus Sicht Anderer gleich automatisch einer "Wolkenkukuksheim-Fanboy-Einstellung" entsprungen sein müssen und automatisch nix falsch machen können - was ich aber nie beabsichtigt hatte. Im Gegenteil, für meine Kadetten habe/hatte ich auch einige Romane in Planung, in der sie Fehler machen, mal kleinere aber auch mal ziemlichen Mist. Nur sollen sie dann auch die Chance haben, selbst daraus zu lernen, ohne dass ein Christopher-Pike (Abramsverse-Style) dann um die Ecke kommt, um alles wieder gerade zu biegen - was ich wieder klischeehaft dumm finde.

So viel zu meiner Ansicht zu diesem Thema, auch wenn das jetzt total Off-Topic ging.

Insgesamt finde ich die Idee, Albers auf die "Hexenvariante" seiner Freundin treffen zu lassen, super! (Ich muss gestehen, dass ich da für die von mir geschaffenen Charaktere schwarz sehe - ich habe momentan Null Ahnung, wie ich im Entferntesten so etwas in meinen Storys realisieren könnte!) Nur die Umsetzung sagt mir noch nicht so recht zu...

Danke.
Schade, dass es am Ende nicht für ein überwiegend positives Feedback gereicht hat.

Doch, das muss ich hier wiederholen, im Moment sehe ich für die Zukunft erstmal keine weiteren Romane am Horizont von STC.
Ich brauch ne Pause und muss mich auch... sagen wir mal "literaturtechnisch" neu aufstellen, um zukünftig derartige Fehler zu vermeiden.
Keine Ahnung, warum mir immer wieder Fehler unterlaufen - selbst bei der Umsetzung einer Korrektur.
Vielleicht streiche ich auch das Praxisjahr komplett - bis auf ein oder zwei Geschichten - und konzentriere mich nur noch auf den Campus.

Aber das ist jetzt für den Moment nur noch Spekulation und Theorie.
Entscheiden, wie es mit STC weiter geht, kann und will ich im Moment nicht, das hat Zeit bis zum Sommer.
So lange mach ich nix mehr.

Vielleicht bin ich Gedanklich immr zu schnell schon in der nachfolgenden Szene und dadurch "auf einem Auge blind", weil ich da wir bei einem ablaufenden Film reagiere.
Ich weis es nicht.

Für die Zukunft wäre da wohl nicht ein Beta-Leser nötig, sondern jemand, der auch die ganze Korrekturarbeit übernimmt, um diese Fehler komplett auszumerzen.
Das ist wohl die einzige Chance, nur wäre es dann wichtig, dass keine Korrekturen gemacht werden, die die Story oder die Charaktere verändern, was ich nicht hinnehmen könnte.
Aber das wäre wohl kaum machbar, denn
1. ist das nicht der Job eines Beta-Lesers
2. würde das nur zu übermäßigen Diskussionen führen, sobald der entsprechende "Korrekturmensch", dann Dinge in der Handlung oder an den Charakteren verändert/verändern könnte, die mir nicht passen.

Und damit verlange ich (wahrscheinlich) zu viel.

Fazit:
Im Moment und auf absehbare Zeit lege ich eine Pause ein und versuche, neue Wege zu finden, um diese Probleme zu lösen.
Oder ich lass es eben ganz, sollte das nicht gelingen.
Dann kann ich mit stolz auf 5 geschriebene Werke blicken und kann sagen, "Andere reden nur drüber, ich hab's gemacht" (natürlich nicht auf uns hier im Forum bezogen - versteht sich ;) )
Und wenn's für mehr nicht (mehr) reicht, akzeptiere ich auch das

=A=

Ich hoffe, Dir hat Band IV trotz aller Aspekte gefallen und Dich gut unterhalten.

Ich wünsche viel Spaß mit dem - vorerst - letzten Band V, solltest Du Interesse haben, ihn zu lesen.
Aber vom gegenwärtigen Standpunkt war das auch mein letzter Beitrag zum Thema, da ich weis, wo die Probleme liegen - hab sie ja ausreichend präsentiert bekommen - und wenn ich die nicht abstellen kann, seh ich auch keinen Grund, weiter Zeit in das Projekt zu investieren, denn ohne eine gewisse Qualität, die ich im Moment nicht oder nicht mehr erreiche, fehlt der Anreiz, für's Schreiben meine Zeit zu investieren.

Also, kommt Zeit, kommt Rat.

Nochmals Danke für's Lesen und Dein ehrliches und konstruktives Feedback, dass ich sehr zu schätzen weis.
Hoffe, Dich hat Band IV trotzdem gut unterhalten.

 

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