Autor Thema: Blasses Gelb - 03/2398  (Gelesen 4431 mal)

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Max

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Blasses Gelb - 03/2398
« am: 30.04.16, 23:03 »
Da gedachte ein zweiter des Satyrs
Blasses Gelb (03/2398)


Inhalt: Commander Pµ und Lieutenant Paise erkunden gleichsam ein Feld aus unbekannten Phänomenen.


Leseprobe:
Rechterhand türmte sich Gestein auf, das frei von irgendwelchen Überzügen war. Es formte einen Wall und bildete somit eine Art Mauer, um die Paise herumgehen musste, wollte sie ihren Weg fortsetzen, ohne den kleinen Hügel links zu erklimmen. Paise folgte einem natürlichen Pfad, einer Senke zwischen zwei Erhebungen. Sie schritt gedankenverloren um die Ecke – und zuckte zusammen.
Sie schrie kurz auf, vor Schrecken und schließlich vor Überraschung. Sie hob die Hände, ein Schutzreflex, um einen Schlag zu parieren. Sobald sie selbst wie versteinert dastand, erstarb auch jede Bewegung, die ihre Phantasie der Umgebung angedichtet hatte. Nach wie vor war um sie herum nur unbelebter Stein. Paise ließ die Hände sinken, starrte auf eine hochaufragende, skurril geformte Felsenformation. Die Wissenschaftlerin fühlte ihr Herz in der Brust klopfen.
›Das Ergebnis von tausenden und aber-tausenden Jahren der Erosion‹, sann sie bei sich. Sie war bemüht, ihre Aufregung umzulenken in Ehrfurcht vor der Natur und vor Zeiträumen, die Menschen nicht erfassen konnten. Doch dieser Gedanke vermochte sie nicht zu beruhigen. Noch immer wirkte diese Form, vor der Paise verharrte, wie eine in mitten in der Bewegung versteinerte Gestalt mit ausladenden Extremitäten und einem in Demut gesenktem Haupt.




Umfang: 12 Seiten


Diese Folge ist aus einer Diskussion mit Star und Leela entstanden, auch wenn sich die zentrale Idee auch wieder etwas von der Prämisse entfernt hat. Aber in jedem Fall: Danke Euch beiden. Ich hoffe, die Geschichte gefällt Euch und allen Lesern, auch wenn sie sich von der Prämisse etwas entfernt hat. Aber das gewährleistet wenigstens, dass nicht alles von vorne bis hinten berechenbar bleibt, hoffe ich :)

Diesmal fiel es mir besonders schwer, den Inhalt kurz zu umreißen. Ihr seht ja, wie dämlich die Kurzangabe geworden ist ;) Vielleicht hat ja jemand einen Vorschlag, wie man die Geschichte zusammenfassen könnte, ohne zu viel zu verraten :)
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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #1 am: 01.05.16, 12:44 »
Yay, Satyr-Nachschlag. Ist geladen und wird bei der nächstbesten Gelegenheit verschlungen. Bin gespannt :)
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Max

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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #2 am: 01.05.16, 15:05 »
Dann bedanke ich mich jetzt schon :) Mal sehen, was Du zu Folge 28 sagen wirst :)
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Roger van Dyke

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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #3 am: 01.05.16, 19:07 »

Hab ich mich verzählt? ich finde irgendwie nur 27. Auch wenn ich noch nicht angefangen habe zu lesen  :o
All meine Geschichten und meine sonstigen Werke findet ihr in meinem Portfolio
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Kürzlich war ich in Frankfurt auf der Zeil und habe den Menschen zugehört, die an mir vorübereilten. Da hab ich wieder richtig Sehnsucht nach Deutschland bekommen, wo alle meine Sprache sprechen.

Max

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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #4 am: 01.05.16, 19:35 »
Ja, Du hast Recht, es sind 27. Da war ich meiner Zeit voraus ;)
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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #5 am: 13.05.16, 18:05 »
Typisch Satyr. Hat man "blasses Gelb" gelesen, bleiben wieder deutlich mehr Fragen als Antworten ;) :D

Nach der 27. Geschichte muss ich vielleicht nicht mehr erwähnen, wie gut und angenehm dein Schreibstil ist. Natürlich mache ich es dennoch ;) Ernsthaft, du schreibst schlicht... schön, Max. Du hast einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil, der gleichermaßen kunstvoll wie angenehm, ja... beruhigend ist.

Aber nun zum Inhalt [Achtung; Spoiler]. Ich war zunächst überrascht, dass Hunter im Grunde gar nicht vorkommt, aber es tut definitiv gut und ist vielleicht längst überfällig, Pu mal in den Vordergrund zu rücken - und nicht nur sie, sondern sogar noch eine andere Frau. Das sind gute Schritte, um die Balance zum doch recht männerlastigen Cast zu halten. :) Dass man sich inzwischen der fast prophetischen Eigenschaften des Kunstwerks bewusst ist, und entsprechend darauf achtet und sich davon leiten lässt, ist eine gute Idee und eine logische Entwicklung und irgendwie wundert es mich nicht, dass diese Maßnahme unter Hunter stattfindet. Würde mich nicht wundern, wenn er in seinem Bereitschaftsraum einen Monitor hätte, der einen Live-Feed zur Statue zeigt, damit ihm jede Veränderung auffällt. Oder dass er einen armen Ensign abstellt, um zu gucken.

Der weitere Verlauf der Geschichte ist dann zunächst herrlich klassisch; eine fremde Welt, eine Insel, ein Rätsel, zwei Leute, die das Rätsel lösen wollen. Diese Art der Geschichten werden leider kaum noch gemacht. Alles rund um die Insel beschreibst du dann so atmosphärisch, dass man direkt miträtselt. Zunächst hat sich mir die Verbindung zu der Diskussion von mir und Leela nicht erschlossen, aber letztendlich ist doch noch erkennbar, welche Ideen bei dir getriggert wurde, und es ist gewiss keine schlechte. Die Fragen, die sich Pu stellt, gehen in eine ungewöhnliche, fast schon religiöse Richtung, etwas, das ich bei Satyr gar nicht erwartet hätte. Schön, dass die Reihe auch nach 27 Einträgen noch überraschen kann. Teilweise fand ich Pus Überlegungen schon fast auf paradox pragmatische Art kindlich, was zwar du deiner Darstellung der Menschen/Föderation passt, sie aber auch erneut in einen starken Kontrast zu Hunter stellt.

Die Fragen, inwiefern ein Mensch (oder ein Schiff ;) ) im Laufe der Zeit gleich bleibt ist eine spannende. Man hört ja oft ein "Du hast dich verändert", oft mit einem negativen Beiklang. Natürlich kann man sich auch in eine schlechte Richtung verändern, aber Veränderung selbst ist doch essentiell, und eigentlich auch etwas begrüßenswertes, weil es bedeutet, dass sich das Individuum weiterentwickelt, weiterstrebt. Gerade Sternenflottenoffiziere, die ja da rausfliegen, um neues zu entdecken, neue Erfahrungen zu machen, müssten das ja eigentlich als etwas... normales, wichtiges Betrachten?

In jedem Fall ist das Thema gut gewählt, Trek-würdig. Auch das wiederhole ich gerne; Satyr tritt wunderbar in die Fußstapfen von TNG. (Das ist übrigens als Lob gemeint - ich sag's lieber dazu)

Der leichteste Lesekonsum ist "Blasses Gelb" innerhalb der Reihe nicht unbedingt, aber es ist dennoch ein weiterer guter Eintrag, finde ich. Ich habe das Lesen wieder sehr genossen. :)

Zitat
Diesmal fiel es mir besonders schwer, den Inhalt kurz zu umreißen. Ihr seht ja, wie dämlich die Kurzangabe geworden ist

Ich lese mir die Beschreibungstexte gar nicht (mehr) durch, weil ich mich viel lieber komplett überraschen lasse.

Zitat
Mal sehen, was Du zu Folge 27 sagen wirst :)

Ganz einfach: Wo bleibt Folge 28? :)
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Dahkur

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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #6 am: 15.05.16, 07:51 »

Okay, ich versuch es mal … ;)  Ich habe „Blasses Gelb“ jetzt zweimal gelesen, aber ich fürchte, ich  habe es nicht wirklich verstanden.

Da ist einmal das Phänomen des Planeten mit der (möglichen) Linse, dessen Erkundung aufgrund der Veränderung des Kunstwerks angeordnet wird. Wenn ich das aus dem Kontext richtig verstanden habe, dann handelt es sich um einen Wasserplaneten mit nur dieser einen Insel? Der Eindruck hat sich mir aufgedrängt, da im gesamten Gespräch um die mögliche Ursache der gläsernen Erhebungen auf derselben zwar die Fauna des Meeres nicht jedoch Landbewohner anderer Kontinente angesprochen worden sind.

Die Ansammlung an Exponaten auf der Insel ist unerwartet und ich fand es sehr interessant, den beiden Frauen bei ihren Überlegungen über Herkunft und Sinn der Gravuren zuzuhören. Wie stets hast Du das in recht gesetzte Reaktionen verpackt, was für mich eines der Markenzeichen Deines Stils ist. Für mich als Leserin erschafft das eine gewisse Distanz, so als würde ich die Szenen aus der Ferne betrachten. Das fasziniert mich hier an dieser Geschichte einmal mehr. Die verschiedenen Erklärungsversuche, über welche die beiden Frauen nachdenken, zeigen deutlich, vor welchem Problem man steht, wenn man zwar das Phänomen betrachten kann, jedoch keinerlei Anhaltspunkte irgendeiner Art für eine Erklärung zur Hand hat. Jede Idee klingt für sich betrachtet plausibel, keine von ihnen ist in irgendeiner Art beweisbar. Eine ziemlich frustrierende Angelegenheit für die Wissenschaftler. Ich hätte fast noch erwartet, dass in eine der Theorien die gestaltähnliche Felsformation einbezogen werden würde.
Dass das biotische Band erst in einer langen Zeitspanne das System passieren wird, hatte ich richtig verstanden, oder? Das würde dann eher für den Gebrauch einer weitreisenden Sonde sprechen.

Da wäre als möglicher Lösungsansatz die radikale Vorgehensweise, die Hunter in Gedanken unterstellt wurde, sogar hilfreich. Wobei dieses Vorgehen durch die offensichtlich durch die Energieübertragung des Beamvorgangs veränderte Ausgangslage über der Insel wohl unmöglich gemacht wurde (und hier oute ich mich als Anhängerin der Linsentheorie, die natürlich auch überhaupt nicht bewiesen ist). Pµs entsetzte Reaktion auf diese Veränderung und ihre feste Entschlossenheit den Energiezustand wieder irgendwie zu ändern, macht deutlich, welchen tiefen Eindruck die Insel bei ihr hinterlassen hat. Natürlich werden wir in bewährter Max-Manier nie erfahren, ob es ihr gelingt, den Ausgangszustand wieder herzustellen, aber irgendwie ist es ein wenig versöhnlich für mich zu wissen, dass sie es versuchen wird, statt schulterzuckend weiterzufliegen.

Tja, und dann kommt der Teil, den ich fast als den faszinierendsten Aspekt der Geschichte empfinde, den ich aber nicht wirklich verstehe (das geht bei mir oft Hand in Hand): Der Moment, als Pµ plötzlich an Gräber denkt und dabei unwillkürlich in die tiefschürfenden Überlegungen über Verlust, Veränderung und Entwicklung verfällt, darüber, was eine Person ausmacht. Schon zuvor hatte sie kurz eine solche fast beklemmende Eingebung, als sie an das Familienphoto ähnliche Bild ihrer Eltern, ihrer Schwester und sich selbst denkt (den einzigen Kindern, die ihre Eltern je besessen haben …) Das ist bei Dir garantiert kein Schreibfehler. Umso bedeutsamer ist für mich dann der Moment, wo sich offensichtlich ihre Erinnerung hin zu einem Bruder verändert … alleine … ich versteh’s nicht …

Als eher unwichtiges Detail am Rande hat mir hier einmal mehr Deine Verwendung des Begriffs „Offizierin“ gefallen (das hatte ich schon früher einmal bei Deinen Geschichten erwähnt) und Du hast mein Pµ-Bild entzaubert ;) . Da bisher über sie nichts außer dem Namen bekannt war, hatte ich mir eine junge Frau mit kahlköpfigem, großäugigem Alienaussehen zurechtgelegt (alleine vom Namen her). Nun jedoch beschreibst Du sie als menschlich und sie ist bereits reiferen Alters, da sie von ihrer Kollegin als „junger Frau“ denkt und man erfährt, dass sie bereits Kinder großgezogen hat. Hat jetzt nichts mit der Geschichte zu tun, aber da ich bekanntlich ziemlich charakter-fixiert bin, finde ich solche Informations-Bröckchen immer wieder interessant.
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Max

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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #7 am: 15.05.16, 13:17 »
@ Star:

Typisch Satyr. Hat man "blasses Gelb" gelesen, bleiben wieder deutlich mehr Fragen als Antworten ;) :D
Vielen Dank fürs Lesen und kommentieren :)
Hmm, ich schreibe wohl nach der Maxime, dass man erstmal Fragen braucht ;)

Zitat
Nach der 27. Geschichte muss ich vielleicht nicht mehr erwähnen, wie gut und angenehm dein Schreibstil ist. Natürlich mache ich es dennoch ;) Ernsthaft, du schreibst schlicht... schön, Max. Du hast einen ganz eigenen, unverwechselbaren Stil, der gleichermaßen kunstvoll wie angenehm, ja... beruhigend ist.
Danke, das bedeutet mir - ernsthaft :) - sehr viel, weil ich ich große Schwierigkeiten hatte, den Wiedereinstieg ins Schreiben zu finden.

Zitat
Aber nun zum Inhalt [Achtung; Spoiler]. Ich war zunächst überrascht, dass Hunter im Grunde gar nicht vorkommt, aber es tut definitiv gut und ist vielleicht längst überfällig, Pu mal in den Vordergrund zu rücken - und nicht nur sie, sondern sogar noch eine andere Frau. Das sind gute Schritte, um die Balance zum doch recht männerlastigen Cast zu halten. :) Dass man sich inzwischen der fast prophetischen Eigenschaften des Kunstwerks bewusst ist, und entsprechend darauf achtet und sich davon leiten lässt, ist eine gute Idee und eine logische Entwicklung und irgendwie wundert es mich nicht, dass diese Maßnahme unter Hunter stattfindet. Würde mich nicht wundern, wenn er in seinem Bereitschaftsraum einen Monitor hätte, der einen Live-Feed zur Statue zeigt, damit ihm jede Veränderung auffällt. Oder dass er einen armen Ensign abstellt, um zu gucken.
Ja, Pµ mal mehr Platz einzuräumen, war notwendig und es passte auch nur so alles zusammen. (Aber Hunter ist ja immer noch sozusagen drohend im Hintergrund. Und der zerstörerische Akt des Beames geht letztlich auch auf sein Konto). Die Idee, dass er einen Ensign abstellt, um die Skulptur zu beobachten, finde ich cool :))
Wenn ich mir noch eine kleine Anmerkung erlauben darf: Pµ, nicht Pu ;)

Zitat
Der weitere Verlauf der Geschichte ist dann zunächst herrlich klassisch; eine fremde Welt, eine Insel, ein Rätsel, zwei Leute, die das Rätsel lösen wollen. Diese Art der Geschichten werden leider kaum noch gemacht. Alles rund um die Insel beschreibst du dann so atmosphärisch, dass man direkt miträtselt. Zunächst hat sich mir die Verbindung zu der Diskussion von mir und Leela nicht erschlossen, aber letztendlich ist doch noch erkennbar, welche Ideen bei dir getriggert wurde, und es ist gewiss keine schlechte. Die Fragen, die sich Pu stellt, gehen in eine ungewöhnliche, fast schon religiöse Richtung, etwas, das ich bei Satyr gar nicht erwartet hätte. Schön, dass die Reihe auch nach 27 Einträgen noch überraschen kann. Teilweise fand ich Pus Überlegungen schon fast auf paradox pragmatische Art kindlich, was zwar du deiner Darstellung der Menschen/Föderation passt, sie aber auch erneut in einen starken Kontrast zu Hunter stellt.

Die Fragen, inwiefern ein Mensch (oder ein Schiff ;) ) im Laufe der Zeit gleich bleibt ist eine spannende. Man hört ja oft ein "Du hast dich verändert", oft mit einem negativen Beiklang. Natürlich kann man sich auch in eine schlechte Richtung verändern, aber Veränderung selbst ist doch essentiell, und eigentlich auch etwas begrüßenswertes, weil es bedeutet, dass sich das Individuum weiterentwickelt, weiterstrebt. Gerade Sternenflottenoffiziere, die ja da rausfliegen, um neues zu entdecken, neue Erfahrungen zu machen, müssten das ja eigentlich als etwas... normales, wichtiges Betrachten?
Bei der Satyr-Reihe habe ich natürlich den Vorteil, dass ich das schreiben kann, was ich selber gerne lesen würde und ich würde eben auch gerne Geschichten als Lektüre hätte, die mich auf eine solche Reise mitnimmt. Ich glaube sogar, dass mir Lösungen zu den Rästeln nicht automatisch wichtig wären, solange mich der Rest interessiert hat.

Von der Grundidee, die in unserer Diskussion entstand, habe ich mich, fürchte ich, schon ein gutes Stück entfernt, trotzdem war ich von Gedanken, die sie auslöst gleich elektrisiert. Der erste Teil, das erste Kapitelchen ist aber auch noch so ein kleiner Nachhall: Sehr indirekt, sehr passiv. Vielleicht schaffe ich es aber wirklich noch, eine Geschichte ganz ohne Figuren zu schreiben.

Mir gefällt, wie positiv Du dem Thema der Veränderungen begegnest. Die Wirkung des fremden Wesens - es folgen ja noch ein paar Erläuterungen als Antwort auf Dahkur - könnte Dich wahrscheinlich nicht so stark in Beschlag nehmen wie Pµ :)

Zitat
In jedem Fall ist das Thema gut gewählt, Trek-würdig. Auch das wiederhole ich gerne; Satyr tritt wunderbar in die Fußstapfen von TNG. (Das ist übrigens als Lob gemeint - ich sag's lieber dazu)
Danke, ich fasse das auch als Lob auf :) Aber obwohl ich die TNG-Schwächen kenne, finde ich die Serie trotz allem gut so wie sie ist.
Wie schon im "50 Jahre / Lieblingsfolgen"-Thread angedeutet: Die TNG-Figuren sind für mich ein wenig Ausdruck für die Beobachtung, dass sich die Menschheit seit TOS tatsächlich weiterentwickelt hat, dass sie also reifer, aber auch ernster und distanzierter geworden ist. Das passt gut zur unterschwelligen Traurigkeit in "Blasses Gelb" mit Figuren (oder zumindest mit Pµ), die hier in der TNG-Tradition steht. Natürlich haben sich auch die TNG-Charaktere verändert, aber für mich ist das schon ein klein bisschen auffällig:
Picard - nicht nur am Anfang, sondern fast die gesamte Serie: einsam.
Data - in seiner Unfähigkeit, menschliche Gefühle zu begreifen: einsam.
Oder Worf - trotz aller Fraternisierung: als Außenseiter einsam.
Wesley - als Wunderkind unverstanden und lange Zeit: einsam.
Geordi - natürlich voll in die Crew integriert, aber in Bezug auf Frauen oft: einsam.
Natürlich ist das überspitzt und vereinfacht, aber dieses Klinisch-Saubere, dieses Distanzierte, dieses Isolierte ist schon irgendwie ein (initiales) Merkmal von TNG und das kann zivilisatorisch schon gedeutet werden.

Zitat
Der leichteste Lesekonsum ist "Blasses Gelb" innerhalb der Reihe nicht unbedingt, aber es ist dennoch ein weiterer guter Eintrag, finde ich. Ich habe das Lesen wieder sehr genossen. :)
Ja, stimmt, leichte Kost ist es wahrscheinlich nicht und "Blasses Gelb" wäre wohl auch ein nicht eben idealer Einstieg in die Reihe, aber ich mag die Folge und freue mich, dass sie Dir auch gefallen hat :)

Zitat
Ich lese mir die Beschreibungstexte gar nicht (mehr) durch, weil ich mich viel lieber komplett überraschen lasse.
:D Aber irgendeinen Satz werde ich wohl trotzdem finden müssen ;)

Zitat
Ganz einfach: Wo bleibt Folge 28? :)
:thumbup Na mal sehen, vielleicht fliegt mir mal wieder eine Idee zu. Das Forum ist ja auch sehr inspirierend :)


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@ Dahkur:

Okay, ich versuch es mal … ;)  Ich habe „Blasses Gelb“ jetzt zweimal gelesen, aber ich fürchte, ich  habe es nicht wirklich verstanden.
Dann möchte ich mich umso mehr bei Dir bedanken! Das artete dann ja fast in Arbeit für Dich aus!

Zitat
Da ist einmal das Phänomen des Planeten mit der (möglichen) Linse, dessen Erkundung aufgrund der Veränderung des Kunstwerks angeordnet wird. Wenn ich das aus dem Kontext richtig verstanden habe, dann handelt es sich um einen Wasserplaneten mit nur dieser einen Insel? Der Eindruck hat sich mir aufgedrängt, da im gesamten Gespräch um die mögliche Ursache der gläsernen Erhebungen auf derselben zwar die Fauna des Meeres nicht jedoch Landbewohner anderer Kontinente angesprochen worden sind.
Joah, andere Landmassen dürfte es (in meiner Vorstellung) schon geben, aber da dort niemand lebt, spielen sie nicht wirklich eine Rolle.

Zitat
Die Ansammlung an Exponaten auf der Insel ist unerwartet und ich fand es sehr interessant, den beiden Frauen bei ihren Überlegungen über Herkunft und Sinn der Gravuren zuzuhören. Wie stets hast Du das in recht gesetzte Reaktionen verpackt, was für mich eines der Markenzeichen Deines Stils ist. Für mich als Leserin erschafft das eine gewisse Distanz, so als würde ich die Szenen aus der Ferne betrachten. Das fasziniert mich hier an dieser Geschichte einmal mehr. Die verschiedenen Erklärungsversuche, über welche die beiden Frauen nachdenken, zeigen deutlich, vor welchem Problem man steht, wenn man zwar das Phänomen betrachten kann, jedoch keinerlei Anhaltspunkte irgendeiner Art für eine Erklärung zur Hand hat. Jede Idee klingt für sich betrachtet plausibel, keine von ihnen ist in irgendeiner Art beweisbar. Eine ziemlich frustrierende Angelegenheit für die Wissenschaftler. Ich hätte fast noch erwartet, dass in eine der Theorien die gestaltähnliche Felsformation einbezogen werden würde.
Dass das biotische Band erst in einer langen Zeitspanne das System passieren wird, hatte ich richtig verstanden, oder? Das würde dann eher für den Gebrauch einer weitreisenden Sonde sprechen.
Hmm, aber ich lese also heraus, dass, hmm, man als Leser nicht so nah an den Figuren ist, weil sie nicht sonderlich gefühlsmäßig auf die Entdeckungen reagieren? Das wäre natürlich auch ein wenig schade.
Bei der Geschichte ist es so, dass ich als derjenige, der es geschrieben hat, zwar nicht automatisch, in diesem Fall aber schon eine ganz klare Idee habe, was da passiert ist, vielleicht weniger in Bezug auf das "Wie", aber ganz bestimmt wenn es um das "Wer" und "Warum" geht.
Die anderen Theorien brauchte ich, weil es bei so einem Szenario einfach Alternativen der Deutung geben musste. Es ist natürlich ein Spoiler, aaaaaaaaber: an eine Sonde würde ich nicht zu viele Gedanken "verschwenden" ;)

Zitat
Da wäre als möglicher Lösungsansatz die radikale Vorgehensweise, die Hunter in Gedanken unterstellt wurde, sogar hilfreich. Wobei dieses Vorgehen durch die offensichtlich durch die Energieübertragung des Beamvorgangs veränderte Ausgangslage über der Insel wohl unmöglich gemacht wurde (und hier oute ich mich als Anhängerin der Linsentheorie, die natürlich auch überhaupt nicht bewiesen ist). Pµs entsetzte Reaktion auf diese Veränderung und ihre feste Entschlossenheit den Energiezustand wieder irgendwie zu ändern, macht deutlich, welchen tiefen Eindruck die Insel bei ihr hinterlassen hat. Natürlich werden wir in bewährter Max-Manier nie erfahren, ob es ihr gelingt, den Ausgangszustand wieder herzustellen, aber irgendwie ist es ein wenig versöhnlich für mich zu wissen, dass sie es versuchen wird, statt schulterzuckend weiterzufliegen.
Nun, was die Linsen-Theorie anbelangt, hast Du, jedenfalls wenn Du mich fragst, aufs richtige Pferd gesetzt ;) :D
Ich fürchte fast auch, dass ich nicht mehr wirklich darauf zurückkommen werde ;) Eine Folge, in der die Wiederherstellungsbemühungen gezeigt werden, bräuchte wahrscheinlich noch einen anderen Aufhänger oder eine andere Aussage. Aber mir wurde es während des Schreibens immer wichtiger, dass es nicht beim "normalen tragischen" Ende bleibt und ich mag den Gedanken, dass der Fehler sozusagen ungeschehen gemacht werden kann :)

Zitat
Tja, und dann kommt der Teil, den ich fast als den faszinierendsten Aspekt der Geschichte empfinde, den ich aber nicht wirklich verstehe (das geht bei mir oft Hand in Hand): Der Moment, als Pµ plötzlich an Gräber denkt und dabei unwillkürlich in die tiefschürfenden Überlegungen über Verlust, Veränderung und Entwicklung verfällt, darüber, was eine Person ausmacht. Schon zuvor hatte sie kurz eine solche fast beklemmende Eingebung, als sie an das Familienphoto ähnliche Bild ihrer Eltern, ihrer Schwester und sich selbst denkt (den einzigen Kindern, die ihre Eltern je besessen haben …) Das ist bei Dir garantiert kein Schreibfehler. Umso bedeutsamer ist für mich dann der Moment, wo sich offensichtlich ihre Erinnerung hin zu einem Bruder verändert … alleine … ich versteh’s nicht …
Dieser Abschnitt ist für mich der weitaus wichtigste der ganzen Geschhichte. Ich bin fast froh, dass ich für den Rest (die Insel und die direkte Auseinandersetzung mit der Entdeckung) auch Interesse aufgebracht habe und das Schreiben da nicht zur Last wurde, weil sich für mich schnell herauskristallisiert hat, dass ich den Fokus auf die Frage legen will, was eine Person ausmacht und ob diese Identität erhalten bleibt, wenn man sich verändert, noch dazu über das Leben hinaus.

Zitat
Schon zuvor hatte sie kurz eine solche fast beklemmende Eingebung, als sie an das Familienphoto ähnliche Bild ihrer Eltern, ihrer Schwester und sich selbst denkt (den einzigen Kindern, die ihre Eltern je besessen haben …) Das ist bei Dir garantiert kein Schreibfehler. Umso bedeutsamer ist für mich dann der Moment, wo sich offensichtlich ihre Erinnerung hin zu einem Bruder verändert … alleine … ich versteh’s nicht …

Als eher unwichtiges Detail am Rande hat mir hier einmal mehr Deine Verwendung des Begriffs „Offizierin“ gefallen (das hatte ich schon früher einmal bei Deinen Geschichten erwähnt) und Du hast mein Pµ-Bild entzaubert ;) . Da bisher über sie nichts außer dem Namen bekannt war, hatte ich mir eine junge Frau mit kahlköpfigem, großäugigem Alienaussehen zurechtgelegt (alleine vom Namen her). Nun jedoch beschreibst Du sie als menschlich und sie ist bereits reiferen Alters, da sie von ihrer Kollegin als „junger Frau“ denkt und man erfährt, dass sie bereits Kinder großgezogen hat. Hat jetzt nichts mit der Geschichte zu tun, aber da ich bekanntlich ziemlich charakter-fixiert bin, finde ich solche Informations-Bröckchen immer wieder interessant.
Ja, das ist natürlich auch eine komplixierte Sache, weil ich Eindeutigkeit vermeiden wollte. Ich fürchte auch, dass ich da nicht sonderlich geschickt vorgegangen bin, ohne dass man am Ende einen Nutzen daraus ziehen könnte.
Wie Du ganz richtig geschrieben hast: Das war wirklich kein Fehler, keine Unachtsamkeit beim Zusammenstellen der Biographie.
Wenn ich die Katze aus dem Sack lassen soll.... SPOILER...
Die Gedanken, die Pµ da befallen, sind sozusagen nur zum Teil ihre. Sie denkt sie, nimmt aber in erster Linie die Stimmung, die Gemütslage auf, die zu den "Exponaten" geführt hat. Grob umrissen kann man also sagen, dass die "Eingravuren" das Resultat der Bemühung eines außerirdischen Wesens sind, einen so flüchtigen Status zu konservieren. Dabei geht es um Trauer und die Unfähigkeit, einen Verlust hinzunehmen, und um die Angst, dass bestimmte Veränderungen (ganz klar auch: der Tod) ultimativ trennen.
Das spüren beide Gäste, Pµ und Paise (übrigens ein Anagramm zu "Sepia", wie bei verblassenden Fotographien :) ) und das lässt sie nicht unbeeindruckt, obwohl sie leider nicht in der Lage sind, darüber zu sprechen. Trotz allen Errungenschaften, die ich der ST-Zukunft gerne zuschreibe, gehört diese Distanz - siehe meine Antwort auf Stars Feedback in Bezug auf die TNG-Figuren - für mich zu diesem Bild dazu.

Der Spoiler ist wohl immer noch nicht zuende ;)
Das hat auch Auswirkungen darauf, was wirklich zu Pµ gehört und was nicht. Der "erste Teil" gehört zu ihr, also Beschreiben, wie dass sie Haare hat (tut mir leid ;)) Pµ ist für mich eine menschliche Frau, letztlich geht sie auf einen Ausspruch von Daniels in ENT zurück: Archer fragt sowas wie, ob der Zeitreisende also doch nicht aus Illinois (oder war es ein anderer Staat?) kommt und Daniels dann sinngemäß antwortet: "Doch, doch, nur nicht aus dem Illinois, mit dem sie vertraut sind). So ist das auch mit Pµ: Sie ist Mensch, kommt, glaube ich, vom Mond und unterscheidet sich dennoch stark von den Menschen, wie wir sie sind und kennen.
Im anderen Teil wird sie "übermannt": Sie hatte nie einen Bruder, hat auch keinen verloren, sie ist selbst noch einigermaßen jung, hat noch keine Kinder. Das sind die fremden Einflüsse.

Noch einmal danke fürs Lesen :) Ich hoffe, meine Erläuterungen waren hilfreich :)


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So, und jetzt zittere ich schon ein wenig vor Leelas Feedback ;) :)  :bounce




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« Antwort #8 am: 15.05.16, 13:51 »
Danke, das bedeutet mir - ernsthaft :) - sehr viel, weil ich ich große Schwierigkeiten hatte, den Wiedereinstieg ins Schreiben zu finden.

Ich glaube das ist eine gewisse Unsicherheit, die jeden von uns heimsucht; wer einmal gelobt wurde "gut" zu sein, der hat danach vermutlich Angst an den früheren Erfolg nicht anschließen zu können. Dann fängt man nämlich plötzlich an, den Text nicht mehr so sorglos niederzuschreiben wie zuvor, sondern plötzlich auch zu analysieren und zu hinterfragen und... man wird unsicher. Wenn es dich beruhigt: bisher fand ich all deine Texte sehr gut und auf einem gleichbleibend hohem Niveau. Nach 27 Satyr- und etlichen anderen Kurzgeschichten kann man da wohl auch nicht mehr von Zufall oder einem Unfall sprechen, sondern einfach davon, dass dir das Schreiben liegt. Also solltest du im Grunde ganz beruhigt sein :)

Zitat
Wenn ich mir noch eine kleine Anmerkung erlauben darf: Pµ, nicht Pu

 :-[ :-[ Ich.. weiß, ich habe nur keine Ahnung wie man dieses µ Zeichen macht. Das muss ich also immer per Copy-Paste einfügen und... war diesmal zu faul dafür  :-[ :-[

Zitat
Ich glaube sogar, dass mir Lösungen zu den Rästeln nicht automatisch wichtig wären, solange mich der Rest interessiert hat.

Das ist etwas ganz erstaunliches, denn eigentlich gehöre ich zu den Leuten, die nicht gerne im Dunkeln tappen. Vielleicht werde ich alt, aber bei Satyr macht mir das gar nichts mehr aus, hier finde ich tatsächlich Gefallen am Rätseln (auch ohne Aussicht auf Antworten) und davon, mich einfach auf eine Reise führen zu lassen. :)

Zitat
Mir gefällt, wie positiv Du dem Thema der Veränderungen begegnest.

Na ja, aber wie soll Wachstum ohne Veränderung erfolgen? Wer immer nur das gleiche macht, das gleiche erlebt, wird auch immer nur das gleiche Denken, das gleiche sein. Das wäre ja Stagnation (die eigentlich auch gar nicht möglich ist). Wir haben ja auch eine gewisse Kontrolle darüber, wie wir uns verändern, also in welche Richtung, und den Gedanken finde ich sehr kraftvoll.

Zitat
Aber obwohl ich die TNG-Schwächen kenne, finde ich die Serie trotz allem gut so wie sie ist.

Ich ebenso. :) Ich finde es schade, dass die Serie inzwischen aufgrund ihrer positiven Darstellung der Zukunft und der Menschheit weitgehend als Unrealistisch oder gar kindisch-naiv abgetan wird, während Serien, in denen gemordet und mit dem Ellenbogen agiert wird als "besser" gesehen wird, weil das offensichtlich das ist, was die Leute kennen und sich nichts anderes/besseres für uns vorstellen können. Kein schöner Gedanke :/

Zitat
Die TNG-Figuren sind für mich ein wenig Ausdruck für die Beobachtung, dass sich die Menschheit seit TOS tatsächlich weiterentwickelt hat, dass sie also reifer, aber auch ernster und distanzierter geworden ist.

Ich mag diesen Ansatz definitiv, bin mir aber nicht so sicher, ob der wirklich auf TNG zu übertragen ist.
"On the starship Enterprise, no one is alone. No one." - Captain Picard.
Immerhin haben sie ja einander und deshalb sind sie nicht isoliert. Das erinnert dann schon auch ein bisschen an Kirk, Spock und McCoy am Lagerfeuer "Andere Menschen haben Familie" "Andere Menschen, Pille. Nicht wir" Eigentlich hat nur Picard am längsten gebraucht, seine Mauern weiter fallen zu lassen, und sich dem Rest bei Freizeitaktivitäten anzuschließen. Das hat er ja dann am Ende mit dem Kartenspiel gemacht. :)

Aber wie gesagt, ich mag auch deinen Ansatz. Der entspricht Sci-Fi und ist mal was anderes.

Zitat
[...]dass ich den Fokus auf die Frage legen will, was eine Person ausmacht und ob diese Identität erhalten bleibt, wenn man sich verändert, noch dazu über das Leben hinaus.

Ein kleines bisschen hat das ja auch Nemesis angerissen - was macht eine Person aus und wie würden wir uns unter anderen Umständen entwickeln/verhalten. Was bleibt von der Persönlichkeit. Alles spannende Fragen :)

Zitat
Im anderen Teil wird sie "übermannt": Sie hatte nie einen Bruder, hat auch keinen verloren, sie ist selbst noch einigermaßen jung, hat noch keine Kinder. Das sind die fremden Einflüsse.

Oh, das habe ich dann aber auch falsch verstanden.
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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #9 am: 15.05.16, 15:43 »
Ich glaube das ist eine gewisse Unsicherheit, die jeden von uns heimsucht; wer einmal gelobt wurde "gut" zu sein, der hat danach vermutlich Angst an den früheren Erfolg nicht anschließen zu können. Dann fängt man nämlich plötzlich an, den Text nicht mehr so sorglos niederzuschreiben wie zuvor, sondern plötzlich auch zu analysieren und zu hinterfragen und... man wird unsicher. Wenn es dich beruhigt: bisher fand ich all deine Texte sehr gut und auf einem gleichbleibend hohem Niveau. Nach 27 Satyr- und etlichen anderen Kurzgeschichten kann man da wohl auch nicht mehr von Zufall oder einem Unfall sprechen, sondern einfach davon, dass dir das Schreiben liegt. Also solltest du im Grunde ganz beruhigt sein :)
Ja, ich hatte irgendwie wirklich nicht den Flow, den musste ich mir regelrecht zurückerobern, das war ein merkwürdiges Gefühl. Es beruhigt mich tatsächlich, wenn Du findest, dass mir das gelungen ist :)  :bounce
Neben der Sprache kommt auch noch die inhaltliche Ebene ins Spiel, bei der ich auch nicht nachlassen darf. Ich bin tatsächlich etwas besorgt, was Leela sagen wird: Das Konzept mit der "Linse" ist sowas von angreifbar :))

:-[ :-[ Ich.. weiß, ich habe nur keine Ahnung wie man dieses µ Zeichen macht. Das muss ich also immer per Copy-Paste einfügen und... war diesmal zu faul dafür  :-[ :-[
Ich weiß nicht, was für einen Computer Du verwendest, aber normalerweise sollte es mit "Alt Gr" + "m" funktionieren :)

Das ist etwas ganz erstaunliches, denn eigentlich gehöre ich zu den Leuten, die nicht gerne im Dunkeln tappen. Vielleicht werde ich alt, aber bei Satyr macht mir das gar nichts mehr aus, hier finde ich tatsächlich Gefallen am Rätseln (auch ohne Aussicht auf Antworten) und davon, mich einfach auf eine Reise führen zu lassen. :)
Na ja, ohne Antworten zurückzubleiben, kann ja auch ätzend sein und ich kenne genug Beispiele, in denen das auch für Frustrationen sorgt. (Aber im Notfall ist ja auch das das Schöne an einem Forum, dass man sich noch weiter darüber austauschen kann). Aber ich finde es auch schön, wenn man als Leser insofern ernst genommen wird, als dass man selber seine Position bestimmen darf :) ...Auch wenn natürlich auch ich ein paar Lesarten aufzwingen will ;)

Na ja, aber wie soll Wachstum ohne Veränderung erfolgen? Wer immer nur das gleiche macht, das gleiche erlebt, wird auch immer nur das gleiche Denken, das gleiche sein. Das wäre ja Stagnation (die eigentlich auch gar nicht möglich ist). Wir haben ja auch eine gewisse Kontrolle darüber, wie wir uns verändern, also in welche Richtung, und den Gedanken finde ich sehr kraftvoll.
Ja, da hast Du Recht.
Aber das ist die eine Ebene. Die andere ist, wie Du ja auch geschrieben hast, eine, der wir uns nur über den Glauben (über die Religion) annähern können - das ist wohl der Kern von "Blasses Gelb" auf Seite 11. Ich merke gerade auch, dass ich lustigerweise dem Text selber gar nicht viel hinzuzufügen habe  :o

Ich ebenso. :) Ich finde es schade, dass die Serie inzwischen aufgrund ihrer positiven Darstellung der Zukunft und der Menschheit weitgehend als Unrealistisch oder gar kindisch-naiv abgetan wird, während Serien, in denen gemordet und mit dem Ellenbogen agiert wird als "besser" gesehen wird, weil das offensichtlich das ist, was die Leute kennen und sich nichts anderes/besseres für uns vorstellen können. Kein schöner Gedanke :/
Ja, furchtbar :( Da sind wir einer Meinung.
Eigentlich müsste man sich wirklich Sorgen darüber machen. Es klingt sehr moralisch, ernst und streng, aber eigentlich ist es schon beunruhigend, wenn Krimi- und Dramaserien voller Brutalität und nicht-sozialem Verhalten als Unterhaltung und Realismus gelten :(

Ich mag diesen Ansatz definitiv, bin mir aber nicht so sicher, ob der wirklich auf TNG zu übertragen ist.
"On the starship Enterprise, no one is alone. No one." - Captain Picard.
Immerhin haben sie ja einander und deshalb sind sie nicht isoliert. Das erinnert dann schon auch ein bisschen an Kirk, Spock und McCoy am Lagerfeuer "Andere Menschen haben Familie" "Andere Menschen, Pille. Nicht wir" Eigentlich hat nur Picard am längsten gebraucht, seine Mauern weiter fallen zu lassen, und sich dem Rest bei Freizeitaktivitäten anzuschließen. Das hat er ja dann am Ende mit dem Kartenspiel gemacht. :)
Ja, das ist wie gesagt überspitzt, aber für mich eben eine Perspektive, die zu TNG ebenso gehören kann, wie das oft geschmähte "Friede, Freude, Eierkuchen" - jedenfalls zu Beginn der Serie: Ich finde, TNG hat sich von allen ST-Serien am stärksten verändert.
"Auf dem Raumschiff Enterprise ist niemand allein" - das war ein sehr rührender Moment! Ich muss aber auch gestehen, dass ich damals den Eindruck hatte, dass sich dann eben doch niemand richtig um Jeremy gekümmert hat; Worf handelt aus Pflichtgefühl (und dann geht es mehr um seine Trauerbewältigung, als um die Bedürfnisse des Jugendlichen) und Picard (der natürlich auch nicht wirklich mit Kindern kann) klinkt sich doch sofort wieder ziemlich aus. Echte Herzlichkeit kam da für mein Empfinden in der Folge nicht rüber.
Bei Kirk & Co. tritt finde ich mehr hervor, dass die Crew selbst eine Familie ist, andere Crews wirken da eher wie Freunde oder (wie eben die von TNG) freundliche Arbeitskollegen.

Zitat
Im anderen Teil wird sie "übermannt": Sie hatte nie einen Bruder, hat auch keinen verloren, sie ist selbst noch einigermaßen jung, hat noch keine Kinder. Das sind die fremden Einflüsse.

Oh, das habe ich dann aber auch falsch verstanden.
Hmm, das rüberzubringen, was ein schmaler Grat. Ich wollte höchstens Hinweise geben. Die Bezugnahme mit dem Familienfoto war gerade noch stimmig, wobei ich schon die Befürchtung hatte, das "die einzigen, die sie je besessen hatten und besitzen würden" schon zu offensiv war. Das war wirklich ein schwieriger Punkt auch für mich beim Schreiben und ich habe auch damit gerechnet, dass man das falsch versteht. Wäre mir genauso gegangen: Ich glaube, ich hätte es auch nicht auf Anhieb richtig interpretiert. Aber der Punkt mit Pµs Familie wäre mir dann vielleicht noch einmal bewusst geworden und da habe ich wirklich die Hoffnung, dass die Leser dann sagen: "Hey, der Max hat sich da nicht vertan, das muss eine andere Bedeutung haben."
Pµ hat keinen Bruder verloren, aber würde sie vergleichbare Gefühle nicht irgendwie kennen, träfen die fremden Einflüsse sozusagen in ihrem Gemüt auf nichts, kämen ihr diese Gedanken auch  nicht.

« Letzte Änderung: 15.05.16, 15:45 by Max »
Das gute Alte ist vergreist, alt ist, was Wahn als Neuheit preist.

Leela

  • Gast
Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #10 am: 15.05.16, 16:07 »
Na, was solls – üsch fang mal an.  *Nietzches Boxhandschuhe überziehe*

Zunächst, ich war stark am Überlegen was ich Dir für ein Feedback gebe. Ich habe nämlich wahrscheinlich (wie so oft) zwei davon. Den Ersteindruck – und dann das Feedback nach wiederholtem Lesen (was ich noch nicht getan habe, um den Ersteindruck nicht zu verwischen). Beide Feedbacks könnten unterschiedlich ausfallen, habe ich den Verdacht – bzw. ihren Schwerpunkt auf verschiedene Aspekte legen, denn – die Geschichte bietet sehr viele Zugänge und weist je nach Leselaune verschiedene Schichten auf, was – große Kunst ist. Insofern schonmal; Kompliment! 

Ich versuch mich also mal am Ersteindruck abzuarbeiten. Das hat ein wenig den Nachteil das ich einige Details sicher falsch oder nur oberflächlicher einbinde, als es sein müsste oder sie sogar fehlinterpretiere... schauen wir mal. 

In den ersten zwei thematischen Abschnitten bekam (die Farbveränderung der Skulptur und die ersten Untersuchungen auf der Insel selber durch Pµ bekam ich genau das was ich erwartet hatte... eine sehr typisch und ruhig, fast unaufgeregt anlaufende Satyr Geschichte. Einmal mehr ist mir aufgefallen wie „unscharf“ Deine Geschichten zu Beginn sind. Sie transportieren das Gefühl (sie wecken also Emotionen, zweites Kompliment) das eine Veränderung bevor steht, aber welche, wie gross sie ausfällt und wen oder was sie betrifft ist unklar und wir bewusst immer wieder in Andeutungen belassen oder ins Diffuse entrückt. Wenn man zu Beginn nach Fakten greifen will – weichen einem Deine Sätze sprichwörtlich aus. Das verstärkt sich noch als Pµ die Insel untersucht und das auf eher intuitive Art tut statt von Beginn an den Trikorder zu nutzen und sich sehr aufs faktische zu beschränken. Man ist in Pµ's Wahrnehmung eingebunden und... man kann sehr wenig fassen. Über der Insel und auch Pµ selbst liegt ein leichter, aber noch durchsichtiger Nebel. Übrigens kein so untypischer Satyr-Nebel, der er enthält laut Analyse von Mr. Data 22,5% Ruhe, 31% mitgebrachter Zeit und Entschleunigung, 5,8 % Unaufgeregtheit in Anbetracht grösster Entdeckungen, 29,2% Stimmung und Emotion und dazu eine gehörige,nicht genau messbare Melancholie. 

Dieses Ganze transportiert bereits sehr früh ein Gefühl von – nicht unbedingt Verlust, aber doch – sich selbst beim Verändern zusehender Beobachtung! (viel Spass mit dem Satz! :P). 
Mehr davon hätte es allerdings nicht werden dürfen, denn ich habe leicht aufgeatmet als der Wechsel zu Paise ging – die eher technisch und näher an den Fakten an die Entdeckungen herangeht. Hatte man kurz zuvor das Gefühl das man mit Pµ nicht so sehr weiter kommt, weil der Autor sein Wissen etwas hinter ihrer Gefühlslage versteckt hält und sich noch nicht in die Karten schauen lassen will, „liefert“ Paise nun einiges mehr und die Insel taucht aus dem Nebel auf und gewinnt Kontur... (kurz bevor sie mit Pµ versinkt). 

An der Stelle gewinnen die Fakten und das „tatsächliche“ erst- und einmalig die Oberhand. Was zu einer kleiner.... (ich tue mich schwer es als Schwäche zu deklarieren).. sagen, wir... Frage hinführt. Es sind eigentlich mehrere Fragen. Zum einen warum die Figuren (und auch das ist Satyr-Typisch) immer so isoliert agieren. Bereits mit der ersten Entdeckung unter „Glas“,nämlich des Planetenmodells, hätten 99,9% aller Starfleet Offiziere ihren Kollegen gerufen und ihm das gezeigt. Nach dem dritten oder vierten, spätestens aber nach auftauchen der Satyr Modelle, hätte man das Schiff gerufen... man muss sich immerhin bewusst machen: Man steht vor etwas was das Schiff beobachten und sogar im Detail nachbilden kann. Das muss nicht unbedingt harmlos sein (an dieser Stelle schalten wir zum „Die Körperfresser kommen“ als Star Trek Remake). 

Ebenso scheint das Schiff sein Aussenteam vergessen zu haben, denn obwohl sich das Wolkenloch schliesst – informiert man sie nicht und nimmt auch – obwohl sie Stunden da unten verbringen keinen Kontakt zu ihnen auf. Man (ich) muss mich wohl damit abfinden; Satyr Aussenteams sind (gefühlt und offenbar selbstgewählt) immer allein und isoliert. Und das über Stunden... 

Warum man sich keine Hilfe mit einer Analyse beim Schiff holt, fällt noch mehr ins Gewicht als man sich sehr lange die Option offen hält, Gefühls- und diskussionsfähig, dass dies ja irgendwie "natürlich" entstanden sein könne. Mir ist klar das die Geschichte das etwas fokussieren muss, um sich nicht selbst durch Festlegung zu schnell und zu eindeutig zu entzaubern... aber hier wirkt es unglaubwürdig. 

Unglaubwürdig weil, spätestens als die Satyr selbst als Miniatur auftaucht, klar ist,dass keine natürlichen Prozesse am wirken sind. Denn die Satyr selbst ist nicht sooo alt... und jeder natürliche Prozess der solche Abbilder erschaffen würde, bräuchte gewiss, Jahrzehnte, Jahrhunderte oder Jahrtausende um sie so zu erschaffen. Nicht zu lange an dieser „es könnte natürlich sein“ Version festzuhalten hätte ich einen Tack besser gefunden – zumal das „natürliche“ reicht als Möglichkeit ins Spiel gebracht zu werden. Jeder Leser wird nämlich automatisch in die andere Richtung (Intelligenz) tendieren – da diese für den Fortgang der Geschichte spannender ist als... Hohlraumminiaturen bei ausedimentieren zuzusehen. 

Ein Gedanke der wiederum fehlt – und das sagt mehr über den Autor aus – als die Geschichte, ist folgender: Was passiert denn wenn ich so ne Glaskugel abschneide mit dem Phaser und zur Analyse mit aufs Schiff nehme? Ich weiß ziemlich genau was passiert! Auf dem Schiff würde Max in den Transporterraum stürmen und schreien „Sakrileg! Wie konntet ihr nur.. Barbaren!“
Es sagt eine Menge drüber aus wie der Autor zu Natur und Entdeckungen, generell zur Wahrnehmung steht – wenn nicht einmal der Gedanke auftaucht so einen leckeren Miniaturpilz abzuschneiden und mitzunehmen. Das übrigens der Gedanke fehlt deutete übrigens auch sehr früh drauf hin das man es nicht nur mit Natur zu tun hat – weil da wären die Hemmungen so nen „Ding“ aufzusammeln sicher geringer. Ich wette Kirk hätte drei eingepackt gehabt bevor Spock ihm mal am Ärmel gezupft und milde missbilligend den Kopf geschüttelt hätte, bevor McCoy an Bord der Enterprise aus einem der Hohlraum Satyrs noch ein luftiges Hohl-Shuttle entbunden hätte. Ich mag TOS halt,... und Wunder.. und Hohlräume. Und Abschweifen. Konzentration, verdammt!

Was an diesem mittleren Part noch Spass macht sind die kleinen schreiberichen Effekte... das „beiseite treten“ von Pµ worauf sich hinter ihr die Miniaturen zeigen oder das Erschrecken von Paise sind...angenehme Auflockerungen in der Unaufgeregtheit mit der die zwei zu Werke gehen. Das ganze mündet im letzten Teil der mit dem Aufmerksam werden der Dopplungen, Vervierfachungen beginnt... Dummerweise war mir sofort die Erklärung klar, warum die Satyr 4-fach da war – weil ich das Schiff irgendwie mit 4 verschiedenen Captains in Verbindung bringe die – ich entweder selbst schon gelesen, erwähnt gefunden oder nur falsch erinnerlich habe. ^^ Auf jeden fall war mir sofort klar das die Satyr in verschiedenen Phasen ihres „Lebens“ dort abgebildet war. 
Einer weitere interessanten Frage – welche nämlich die neueste Satyr da ist und wie alt diese sei, gehen die beiden Frauen kurioserweise nicht nach, obwohl... das ein Schlüssel zum Geheimnis der fremden Intelligent sein müsste. Aber gut, es ist Satyr und ähnlich wie Star muss man dabei nicht alles erklären oder wissen – es stört auch nicht solche fehlenden Infos nicht zu haben, weil die Geschichten und Ideen dahinter viel mehr der Lesegenuss sind als... eine nachgereichte Erklärung. 

Der letzte Part und emotionaler Höhepunkt ist das das Leben, Tod, Entwicklung Zwiegespräch zwischen Pµ und Pµ. Der Übergang dahin schien mir nicht gänzlich bruchlos... aber doch geschmeidig genug. Die Szene ist, ähnlich wie Dahkur bereits bemerkte, emotional sehr anrührend und zweifelsohne der Höhepunkt der Geschichte... der umso mehr trifft, da... man das nicht unbedingt hat so kommen sehen. Auch hier werden, ganz wie zu Beginn, Emotionen und Gefühle transportiert – Stimmungen – und das sehr gelungen. Und es ist noch spannend zu lesen... Das eingebunden in die fremde Umgebung ist eigentlich Dein schreiberisches Können und Talent, es ist das was Satyr immer wieder ausmacht. 

Aber ich war bei spannend... ^^… ich habe dabei nämlich noch auf einen Gedanken gewartet, den ich den Flying Melancholics der Satyr noch am ehesten zugetraut hätte; Das Bedauern. Pµ sinniert ja darüber wie sie mit ihrem Bruder der als Kind verstorben ist „klar“ käme (ich hab hn übrigens auch als wirklich mal existent gelesen), wie sie wieder auf ihn treffen könnte und alles anders ist... ein Gedanke der hier merkwürdiger Weise fehlt (ich weiss nicht ob das Absicht ist weil es der Figur und ihrem Denken nicht entspricht) ist folgender: Wir alle entwickeln uns, gehen durch gewisse Stadien und Phasen des Lebens die Pµ ja auch aufzählt. Diese Stadien haben allerdings eine grosse Gemeinsamkeit; man ist nicht mehr Kind. Man hat das „Wunderbare“ (Pµ streift diesen Gedanken) das Kindliche auf immer verloren. Und man empfindet diesen Verlust. Eine für mich naheliegende Antwort auf Pµs Frage wie man „Kontakt“ bekäme, wäre daher... sich selbst zu „vergessen“. Alles was seit diesem Zeitpunkt der Kindheit war zu versuchen über Bord zu werfen. Wieder Kind zu sein. Dies würde beide Sehnsüchte auf einmal erfüllen. Ist der Gedanke sich selbst zu .. vergessen... abwegiger als einer Entwicklung nach dem Tode? Ich würde sagen nein. 
Das Pµ nicht auf diesen Gedanken verfällt bedeutet eigentlich nur eines; sie hat – so wie es ist – ein völlig zufriedenes und glückliches Leben. Ohne wirkliches Bedauern. Dies wäre dann bereits ein sehr „weiser“ Blick zurück.

Dieser Gedanke kam mir jedenfalls noch beim Höhepunkt der Geschichte. Und diese Entwicklung hat mich so sehr gefangen genommen, dass ich den Epilog recht schnell runtergelesen habe – die Sache mit der Energie etc. also nochmal aufgreifen und nachlesen müsste, weil mir da sicher einige Nuancen entgangen sind. Was bei mir zum Schluss mit dem Verschwinden des „Gucklochs“ für Assoziation auftrat war übrigens nicht die einer „Linse“ sondern... eher einer Einladung. Jemand hatte die Tür in sein Museum geöffnet und nachdem die Besucher da waren, die Tür sanft und leise hinter ihnen geschlossen damit sie sich in Ruhe umsehen können. Ich mag den Gedanken. 

Wie auch die gesamte Geschichte generell... ist wirklich toll geworden und ein Lesevergnügen auch wenn Du Dich teilweise langsam in Richtung Thomas Mann bewegst von den Sätzen her. Ja, siehst Du... ich kann kann ja nicht nur Lob aussprechen.. wo kämen wir da hin... andererseits jemand mit Thomas Mann zu vergleichen... is ja auch nicht soo übel. XD

Jetzt mach ich aber mal Schluss an der Stelle und schliesse mit einer kleinen augenzwinkernden Anmerkung (auf die ich noch näher eingehen wollte, der Länge wegen nun aber mal kürze), Was genau tut oder fühlt eine Person die sich nur „fast gefreut“ hätte? ;) 
 


PS.
Zitat
Das Konzept mit der "Linse" ist sowas von angreifbar.

Ich bin nicht zu sehr auf das Linsenkonzept fixiert aus einem einfachen Grund; Ein Kraft die offenbar über mehrere Sektoren beobachtet und so exakt nachbildet, dabei aber der Natur (zB der Planetendrehung, Rotation der Galaxie etc.) unterliegt UND offenbar noch Veränderungen in den Objekten selber registriert, die hat in meinen Augen bisschen mehr als nur... ne Linse. Deswegen... ging ich interpretatorisch gar nicht so sehr dahin, dass die nun die Erklärung sei. :) Aber wie gesagt, Ersteindruck – unterliegt – *finster lach* – der Veränderung! :P   

Dahkur

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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #11 am: 20.05.16, 11:27 »
Vielen Dank für die Spoiler-Erklärung, lieber Max. Da habe ich nicht weit genug gedacht - und ärgere mich jetzt fast ein wenig darüber, denn irgendwie hätte man selbst auf diese Idee kommen können - gerade, weil Du - so untypisch für Dich - die Schwester im Vorangegangenen so betont hast.

:D Und übrigens sind Deine Werke immer Arbeit beim Lesen  :Ugly - das macht ja das Besondere daran aus  :love. Da ist nichts mit rasch mal einen Abschnitt vorm Schlafengehen lesen, nein, da muss jedes Wort erfasst werden. Ich lese Deine Satyr-Geschichten daher auch meist mindestens zweimal.
"I am the sum of my art, therein lies my life." (Duncan Regehr/"A Dragon's Eye")

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Max

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Antw:Blasses Gelb - 03/2398
« Antwort #12 am: 13.11.16, 13:29 »
Ich habe mal im Lexikon nachgeschlagen:



:)

Mit Euch als Lesern wird mal echt verwöhnt :) Danke.


Na, was solls – üsch fang mal an.  *Nietzches Boxhandschuhe überziehe*
Entschuldige vielmals, dass es so lange gedauert hat, aber bei einem so super ausführlichen Review brauche ich immer etwas länger, um gebührend auf ihn zu antworten :)

Zunächst, ich war stark am Überlegen was ich Dir für ein Feedback gebe. Ich habe nämlich wahrscheinlich (wie so oft) zwei davon. Den Ersteindruck – und dann das Feedback nach wiederholtem Lesen (was ich noch nicht getan habe, um den Ersteindruck nicht zu verwischen). Beide Feedbacks könnten unterschiedlich ausfallen, habe ich den Verdacht – bzw. ihren Schwerpunkt auf verschiedene Aspekte legen, denn – die Geschichte bietet sehr viele Zugänge und weist je nach Leselaune verschiedene Schichten auf, was – große Kunst ist. Insofern schonmal; Kompliment!
Das ist ein großes Lob, vielen Dank :)

In den ersten zwei thematischen Abschnitten bekam (die Farbveränderung der Skulptur und die ersten Untersuchungen auf der Insel selber durch Pµ bekam ich genau das was ich erwartet hatte... eine sehr typisch und ruhig, fast unaufgeregt anlaufende Satyr Geschichte. Einmal mehr ist mir aufgefallen wie „unscharf“ Deine Geschichten zu Beginn sind. Sie transportieren das Gefühl (sie wecken also Emotionen, zweites Kompliment) das eine Veränderung bevor steht, aber welche, wie gross sie ausfällt und wen oder was sie betrifft ist unklar und wir bewusst immer wieder in Andeutungen belassen oder ins Diffuse entrückt. Wenn man zu Beginn nach Fakten greifen will – weichen einem Deine Sätze sprichwörtlich aus. Das verstärkt sich noch als Pµ die Insel untersucht und das auf eher intuitive Art tut statt von Beginn an den Trikorder zu nutzen und sich sehr aufs faktische zu beschränken. Man ist in Pµ's Wahrnehmung eingebunden und... man kann sehr wenig fassen. Über der Insel und auch Pµ selbst liegt ein leichter, aber noch durchsichtiger Nebel. Übrigens kein so untypischer Satyr-Nebel, der er enthält laut Analyse von Mr. Data 22,5% Ruhe, 31% mitgebrachter Zeit und Entschleunigung, 5,8 % Unaufgeregtheit in Anbetracht grösster Entdeckungen, 29,2% Stimmung und Emotion und dazu eine gehörige,nicht genau messbare Melancholie.
Na, wenn Mr. Data das so analysiert hat ;)
Ich versuche schon oft darauf zu achten, dass man am Anfang der Geschichte das Gefühl bekommt, dass einem eine Art rätselhafte Reise bevorsteht. Dass Pµ sich nicht (gleich) der wissenschaftlichen Instrumente bedient, die ihr eigentlich zur Verfügung stehen, zeugt eigentlich von einem Dilemma, das ich bei Star Trek habe. Einfache Rästel (nicht aber der "Sinn") sind in ST eigentlich normalerweise gleich zu lösen, weil die Sensoren einfach zeigen, womit man es zu tun hat. Das killt die Neugier, sich auf einen Weg einzulassen, weil es eigentlich eher nach dem Muster: "Oh, was ist das?" *zack* "Ah, okay, so ist das. Na dann können wir ja wieder gehen" ...laufen müsste. Natürlich können mit Rästeln auch immer andere Fragen einhergehen, moralische zum Beispiel, die die Figuren dann beschäftigen, aber möchte immer, dass sich das alles ein wenig steigert, oder, weil "steigert" so dramatisch klingt, sich etwas aufbaut. Entscheunigung ist dann fast schon so etwas wie ein dramaturgisches Mittel, denn gerade Langsamkeit ist manchmal schwer zu ertragen ;)

Dieses Ganze transportiert bereits sehr früh ein Gefühl von – nicht unbedingt Verlust, aber doch – sich selbst beim Verändern zusehender Beobachtung! (viel Spass mit dem Satz! :P).
Was für ein herrlicher Satz! :thumbup

Mehr davon hätte es allerdings nicht werden dürfen, denn ich habe leicht aufgeatmet als der Wechsel zu Paise ging – die eher technisch und näher an den Fakten an die Entdeckungen herangeht. Hatte man kurz zuvor das Gefühl das man mit Pµ nicht so sehr weiter kommt, weil der Autor sein Wissen etwas hinter ihrer Gefühlslage versteckt hält und sich noch nicht in die Karten schauen lassen will, „liefert“ Paise nun einiges mehr und die Insel taucht aus dem Nebel auf und gewinnt Kontur... (kurz bevor sie mit Pµ versinkt).
(Je nach dem, wie man den Namen von Paise aussprechen will, könntest Du dann quasi auch sagen: Paise picked up the Pace ;) :D)
Ja, da teilt sich das Duo wirklich so ein wenig auf.
Ich glaube aber auch, dass mir, wenn ich mich richtig erinnere, wichtig war, dass beide Part - der "gefühlsbetonte" und der eher "wissenschaftliche" durch Frauen verkörpert wurde.

An der Stelle gewinnen die Fakten und das „tatsächliche“ erst- und einmalig die Oberhand. Was zu einer kleiner.... (ich tue mich schwer es als Schwäche zu deklarieren).. sagen, wir... Frage hinführt. Es sind eigentlich mehrere Fragen. Zum einen warum die Figuren (und auch das ist Satyr-Typisch) immer so isoliert agieren. Bereits mit der ersten Entdeckung unter „Glas“,nämlich des Planetenmodells, hätten 99,9% aller Starfleet Offiziere ihren Kollegen gerufen und ihm das gezeigt. Nach dem dritten oder vierten, spätestens aber nach auftauchen der Satyr Modelle, hätte man das Schiff gerufen... man muss sich immerhin bewusst machen: Man steht vor etwas was das Schiff beobachten und sogar im Detail nachbilden kann. Das muss nicht unbedingt harmlos sein (an dieser Stelle schalten wir zum „Die Körperfresser kommen“ als Star Trek Remake). 

Ebenso scheint das Schiff sein Aussenteam vergessen zu haben, denn obwohl sich das Wolkenloch schliesst – informiert man sie nicht und nimmt auch – obwohl sie Stunden da unten verbringen keinen Kontakt zu ihnen auf. Man (ich) muss mich wohl damit abfinden; Satyr Aussenteams sind (gefühlt und offenbar selbstgewählt) immer allein und isoliert. Und das über Stunden... 

Warum man sich keine Hilfe mit einer Analyse beim Schiff holt, fällt noch mehr ins Gewicht als man sich sehr lange die Option offen hält, Gefühls- und diskussionsfähig, dass dies ja irgendwie "natürlich" entstanden sein könne. Mir ist klar das die Geschichte das etwas fokussieren muss, um sich nicht selbst durch Festlegung zu schnell und zu eindeutig zu entzaubern... aber hier wirkt es unglaubwürdig. 
Dass die Figuren so isoliert agieren, ist glaube ich ein Mittel von mir, die Identifikationskraft noch ein bisschen zu steigern. ST lebt ja eigentlich (zumindest in der (Eigen)darstellung) vom Teamwork; und damit ist es in der Sci-Fi glaube ich auch nicht allein. Ein anderer Trick wäre, zwar verschiedene Figuren miteinander auftreten zu lassen, aber dafür zu sorgen, dass sie erst alle zusammen vielschichtig sind. Ich mag es aber, wenn man in so einem Moment der Erkundung nicht durch zu viele Perspektiven abgelenkt wird.

Eine gewisse Selbstvergessenheit in so einer Situation mag ich persönlich irgendwie sehr. Klar, ich als Autor wusste, dass es nicht bedrohlich wird, insofern ist das vielleicht ein Inszenierungsfehler ;) Ich könnte mich natürlich rausreden, indem ich sage, dass die Umgebung schon auf Pµ einwirkt (was später in der Geschichte ja ganz klar der Fall sein wird). Das wäre denkbar, aber das möchte ich gar nicht mal. Für mich eröffnet sich in "Blasses Gelb" eine ganz andere Form von Herausforderung. Ich schätze, ich wollte da gar kein Ablenkungsmanöver - so unrealistisch es dann in diesem Moment vielleicht wird - beginnen, dass vielleicht sogar manchen Leser enttäuschen könnte, der dann vielleicht eine riesige Gefahr für die "Satyr" erwartet.

Ein weiterer Aspekt zur Isoliertheit (<- gibt es das Wort?): Mein Bild der Zukunft, auch gebildet durch TNG, ist auch das, dass es hin und wieder große Defizite in Sachen Empathie und "Awareness" (hier trifft der englische Ausdruck besser das, was ich meine, als es gängige deutsche Begriffe könnten). Das könnte so eine allgemeine Tendenz sein, die in merkwürdigen Menschen wie Hunter (dem ziemlich egal ist, was die ein oder andere Handlung bzw. unterlassene Handlung von ihm auslöst) besonders ausgeprägt erscheint; aber es gibt natürlich auch Gegenbewegungen mit individuell besonders gespürter Emotionalität oder Aufmerksamkeit gegenüber der Umgebung (die dann aber auch wieder blockieren kann).

Unglaubwürdig weil, spätestens als die Satyr selbst als Miniatur auftaucht, klar ist,dass keine natürlichen Prozesse am wirken sind. Denn die Satyr selbst ist nicht sooo alt... und jeder natürliche Prozess der solche Abbilder erschaffen würde, bräuchte gewiss, Jahrzehnte, Jahrhunderte oder Jahrtausende um sie so zu erschaffen. Nicht zu lange an dieser „es könnte natürlich sein“ Version festzuhalten hätte ich einen Tack besser gefunden – zumal das „natürliche“ reicht als Möglichkeit ins Spiel gebracht zu werden. Jeder Leser wird nämlich automatisch in die andere Richtung (Intelligenz) tendieren – da diese für den Fortgang der Geschichte spannender ist als... Hohlraumminiaturen bei ausedimentieren zuzusehen.
Ich hatte mal eine Geschichte geplant, die voll auf Enttäuschung setzt und den Gedanken habe ich auch noch nicht aufgegeben ;) Insofern könnte man sich vielleicht doch nicht so sicher fühlen, dass nicht doch die langweiligere Lösung am Ende dann richtig ist. Aber ich gebe Dir natürlich vollkommen Recht, dass ich hier einfach auf einen anderen Punkt hinauswollte und dann war dieses Störmanöver (hier gibt es also doch eins, wenn auch eines, dass in der wissenschaftlichen Ecke bleibt, weshalb es vielleicht besser zur Stimmung passt) vielleicht zu groß.
(Es ist nur ein Detail: Aber ich würde jetzt gar nicht mal annehmen, dass ein natürlicher Prozess automatisch lange dauern muss. Von der Erde kennen wir Sedimentbildungen natürlich eher als langsamen Prozess. Aber es ist ja auch gerade spannend, im All etwas zu entdecken, was nicht genauso abläuft wie hier).

Ein Gedanke der wiederum fehlt – und das sagt mehr über den Autor aus – als die Geschichte, ist folgender: Was passiert denn wenn ich so ne Glaskugel abschneide mit dem Phaser und zur Analyse mit aufs Schiff nehme? Ich weiß ziemlich genau was passiert! Auf dem Schiff würde Max in den Transporterraum stürmen und schreien „Sakrileg! Wie konntet ihr nur.. Barbaren!“
Es sagt eine Menge drüber aus wie der Autor zu Natur und Entdeckungen, generell zur Wahrnehmung steht – wenn nicht einmal der Gedanke auftaucht so einen leckeren Miniaturpilz abzuschneiden und mitzunehmen. Das übrigens der Gedanke fehlt deutete übrigens auch sehr früh drauf hin das man es nicht nur mit Natur zu tun hat – weil da wären die Hemmungen so nen „Ding“ aufzusammeln sicher geringer. Ich wette Kirk hätte drei eingepackt gehabt bevor Spock ihm mal am Ärmel gezupft und milde missbilligend den Kopf geschüttelt hätte, bevor McCoy an Bord der Enterprise aus einem der Hohlraum Satyrs noch ein luftiges Hohl-Shuttle entbunden hätte. Ich mag TOS halt,... und Wunder.. und Hohlräume. Und Abschweifen. Konzentration, verdammt!
Du hast mich voll durchschaut ;) :D
In dem Sinne war es auch wichtig, dass Pµ runter geht und nicht Hunter (oaky, mit dem hätte das sowieso nicht funktioniert ;)), denn den hätte ich die Dinger wahrscheinlich schon mal aus Spaß zerschlagen lassen müssen.
Ich denke da wirklich, dass man so vorsichtig wie möglich vorgesehen soll, soweit es eben möglich ist. (Es geht ja auch um ein "Objekt" in seinem "natürlichen Umfeld": Ein Tier, das man aus seinem Lebensraum zerrt, wird sich auch anders verhalten und taugt dadurch weniger als Studienobjekt; einen skurrilen Eiszapfen wird man auch nicht aus einer Eishöhle entführen können). Auch wenn das Außenteam ein neues Phänomen untersucht hat, kommen mir da auch Wissenschaftler wie Paläontologen oder Archäologen in den Sinn, wie sie sich langsam mit ihren Pinselchen Millimeter um Millimeter voranarbeiten (und ich kriege regelmäßig einen Schock, wenn zum Beispiel im Fernsehen gezeigt wird, wie Anthropologen alte Knochen zersägen, um herauszubekommen, wie nah der moderne Mensch jetzt mit dem Neandertaler verwandt ist). Das bedeutet in Konsequenz aber auch, dass dieser Punkt zumindest für mich schon im Schreibprozess nicht unbedingt bedeutete, dass das kein natürliches Phänomen sein konnte.
Ich mag TOS auch - vielleicht sogar, weil ich weiß oder zumindest spüre, dass ich diese frech-unbekümmerte Art, mit der die Figuren da den Herausforderungen begegnen, so nicht schreiben könnte.

Was an diesem mittleren Part noch Spass macht sind die kleinen schreiberichen Effekte... das „beiseite treten“ von Pµ worauf sich hinter ihr die Miniaturen zeigen oder das Erschrecken von Paise sind...angenehme Auflockerungen in der Unaufgeregtheit mit der die zwei zu Werke gehen. Das ganze mündet im letzten Teil der mit dem Aufmerksam werden der Dopplungen, Vervierfachungen beginnt... Dummerweise war mir sofort die Erklärung klar, warum die Satyr 4-fach da war – weil ich das Schiff irgendwie mit 4 verschiedenen Captains in Verbindung bringe die – ich entweder selbst schon gelesen, erwähnt gefunden oder nur falsch erinnerlich habe. ^^ Auf jeden fall war mir sofort klar das die Satyr in verschiedenen Phasen ihres „Lebens“ dort abgebildet war. 
Einer weitere interessanten Frage – welche nämlich die neueste Satyr da ist und wie alt diese sei, gehen die beiden Frauen kurioserweise nicht nach, obwohl... das ein Schlüssel zum Geheimnis der fremden Intelligent sein müsste. Aber gut, es ist Satyr und ähnlich wie Star muss man dabei nicht alles erklären oder wissen – es stört auch nicht solche fehlenden Infos nicht zu haben, weil die Geschichten und Ideen dahinter viel mehr der Lesegenuss sind als... eine nachgereichte Erklärung.
Danke für das Lob - ich Dir aber auch gleich ein Lob aussprechen: Du bist halt zu versiert, als dass man Dich in die Irre führen könnte :)
Die Figuren waren noch nicht wirklich soweit, sich solch einer Frage wirklich zu widmen; wobei es auch gar nicht so leicht sein dürfte, die Unterschiede auszumachen.

Der letzte Part und emotionaler Höhepunkt ist das das Leben, Tod, Entwicklung Zwiegespräch zwischen Pµ und Pµ. Der Übergang dahin schien mir nicht gänzlich bruchlos... aber doch geschmeidig genug. Die Szene ist, ähnlich wie Dahkur bereits bemerkte, emotional sehr anrührend und zweifelsohne der Höhepunkt der Geschichte... der umso mehr trifft, da... man das nicht unbedingt hat so kommen sehen. Auch hier werden, ganz wie zu Beginn, Emotionen und Gefühle transportiert – Stimmungen – und das sehr gelungen. Und es ist noch spannend zu lesen... Das eingebunden in die fremde Umgebung ist eigentlich Dein schreiberisches Können und Talent, es ist das was Satyr immer wieder ausmacht.
Vielen herzlichen Dank für die Komplimente  :lieb :bounce :bounce :bounce
Ich bin auch sehr zufrieden, weil ich finde, dass ich hier ein "Gefühlsthema" in eine Geschichte bringen konnte, die im positiven Sinne berühren darf und soll.
Es freut mich, dass dieser Teil der Geschichte aufgeht, weil er für mich auch der zentrale Teil der Geschichte war. Es ist merkwürdig, aber mir ging es beim Schreiben und beim Lesen auch so, dass der Übergang nicht bruchlos und gleichzeitig doch flüssig verläuft; das Ganze kommt irgendwie überraschend, aber für mich sind beide Teile - Insel und die "emotionale Philosophie" - nur verbunden in einer Geschichte denkbar.

Aber ich war bei spannend... ^^… ich habe dabei nämlich noch auf einen Gedanken gewartet, den ich den Flying Melancholics der Satyr noch am ehesten zugetraut hätte; Das Bedauern. Pµ sinniert ja darüber wie sie mit ihrem Bruder der als Kind verstorben ist „klar“ käme (ich hab hn übrigens auch als wirklich mal existent gelesen), wie sie wieder auf ihn treffen könnte und alles anders ist... ein Gedanke der hier merkwürdiger Weise fehlt (ich weiss nicht ob das Absicht ist weil es der Figur und ihrem Denken nicht entspricht) ist folgender: Wir alle entwickeln uns, gehen durch gewisse Stadien und Phasen des Lebens die Pµ ja auch aufzählt. Diese Stadien haben allerdings eine grosse Gemeinsamkeit; man ist nicht mehr Kind. Man hat das „Wunderbare“ (Pµ streift diesen Gedanken) das Kindliche auf immer verloren. Und man empfindet diesen Verlust. Eine für mich naheliegende Antwort auf Pµs Frage wie man „Kontakt“ bekäme, wäre daher... sich selbst zu „vergessen“. Alles was seit diesem Zeitpunkt der Kindheit war zu versuchen über Bord zu werfen. Wieder Kind zu sein. Dies würde beide Sehnsüchte auf einmal erfüllen. Ist der Gedanke sich selbst zu .. vergessen... abwegiger als einer Entwicklung nach dem Tode? Ich würde sagen nein. 
Das Pµ nicht auf diesen Gedanken verfällt bedeutet eigentlich nur eines; sie hat – so wie es ist – ein völlig zufriedenes und glückliches Leben. Ohne wirkliches Bedauern. Dies wäre dann bereits ein sehr „weiser“ Blick zurück.
Ich mag diese Perspektive sehr, weil ich sie auch ein bisschen in diese Richtung interpretiere: Sich selbst vergessen im Sinne von seine eigene "Zeitlichkeit" vergessen.
Du hast vollkommen Recht: Bedauern hätte extrem gut in (so) eine Satyr-Geschichte gepasst, finde ich.
Wie glücklich und zufrieden Pµs bisheriges Leben war,... ich habe da eigentlich sogar Zweifel. Ich denke auf jeden Fall, dass die Regungen, von denen sie da überfallen wird, auf einen passenden Nährboden fallen (obwohl gar nicht klar ist, dass nur ihr solche Gedanken gekommen sind; ich glaube, ich gebe einen Hinweis, dass Paise auch betroffen war). Aber über das Thema der verlorenen Kindheit hinaus geht es ja auch ziemlich direkt um den Verlust einer Person und diese Trauer und Unsicherheit wollte ich als etwas beschreiben, was einen unabhängig von Altersstufen betrifft. (Man könnte hier auch in die Richtung denken, dass Pµ den Verlust der Kindheit und des Kindlichen akzeptiert, eventuell aufgrund von gewissen Freiheiten, die andere Lebensabschnitte mit sich bringen, sogar begrüßen kann; ...nicht aber, diesen Weg allein gehen zu müssen und auch bedauert, dass das nicht zu ändern ist und dass sie sich nicht vorstellen kann, wie sowas aufzuholen sein könnte - wobei ich mich jetzt schon selbst verheddere, schließlich hatte sie nie einen Bruder ;)).

Dieser Gedanke kam mir jedenfalls noch beim Höhepunkt der Geschichte. Und diese Entwicklung hat mich so sehr gefangen genommen, dass ich den Epilog recht schnell runtergelesen habe – die Sache mit der Energie etc. also nochmal aufgreifen und nachlesen müsste, weil mir da sicher einige Nuancen entgangen sind. Was bei mir zum Schluss mit dem Verschwinden des „Gucklochs“ für Assoziation auftrat war übrigens nicht die einer „Linse“ sondern... eher einer Einladung. Jemand hatte die Tür in sein Museum geöffnet und nachdem die Besucher da waren, die Tür sanft und leise hinter ihnen geschlossen damit sie sich in Ruhe umsehen können. Ich mag den Gedanken.
Mir gefällt es total, dass die Geschichte so zum Nachdenken anregte, dass Du das Ende gar nicht mehr lesen brauchtest :)

Deine Deutung des Endes ist schön, aber ich erinnere mich leider zu gut ans Schreiben, sodass ich mich ihr noch nicht anschließen kann ;) Übrigens empfinde ich das Verschwinden des "Gucklochs" fast wie eine Anspielung oder Wiederholung eines anderen Endes einer Geschichte von mir, ich habe hier im Prinzip den Schluss von "Der Trick" (hier der Link) noch einmal durchdekliniert.

Wie auch die gesamte Geschichte generell... ist wirklich toll geworden und ein Lesevergnügen auch wenn Du Dich teilweise langsam in Richtung Thomas Mann bewegst von den Sätzen her. Ja, siehst Du... ich kann kann ja nicht nur Lob aussprechen.. wo kämen wir da hin... andererseits jemand mit Thomas Mann zu vergleichen... is ja auch nicht soo übel. XD
Och, mit Thomas Mann kann man mich wirklich nicht beleidigen :lieb
Noch einmal vielen Danke fürs Lesen und Kommentieren :)

Jetzt mach ich aber mal Schluss an der Stelle und schliesse mit einer kleinen augenzwinkernden Anmerkung (auf die ich noch näher eingehen wollte, der Länge wegen nun aber mal kürze), Was genau tut oder fühlt eine Person die sich nur „fast gefreut“ hätte? ;)
:D
Ich stelle mir das so vor: Da fliegt einen ein Hauch von Ahnung eines Gefühls an, ein einfallendes Lich, ein Duft, ein Geräusch, eine kleine Geste, die aufgrund von Erinnerungen, von Assoziationen etwas auslösen kann. Dem kann man sich hingeben, oder aber ein andere Gedanke blockt diese anfliegende Regung, ob gewollt oder nicht.






Vielen Dank für die Spoiler-Erklärung, lieber Max. Da habe ich nicht weit genug gedacht - und ärgere mich jetzt fast ein wenig darüber, denn irgendwie hätte man selbst auf diese Idee kommen können - gerade, weil Du - so untypisch für Dich - die Schwester im Vorangegangenen so betont hast.

:D Und übrigens sind Deine Werke immer Arbeit beim Lesen  :Ugly - das macht ja das Besondere daran aus  :love. Da ist nichts mit rasch mal einen Abschnitt vorm Schlafengehen lesen, nein, da muss jedes Wort erfasst werden. Ich lese Deine Satyr-Geschichten daher auch meist mindestens zweimal.
Ja ich glaube, da verlange ich den Lesern schon auch viel ab ;) :( ;) Aber ich würde auch hoffen, dass man mit den Geschichten etwas anfangen kann, auch wenn man sie nicht so durchackern muss :)
« Letzte Änderung: 13.11.16, 13:34 by Max »
Das gute Alte ist vergreist, alt ist, was Wahn als Neuheit preist.

 

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