Autor Thema: ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick  (Gelesen 782 mal)

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Alexander_Maclean

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #15 am: 03.12.17, 22:39 »
Mein Fazit zur Midseason ist schwierig.

Auf der einen Seite, liegt mein Fokus sehr auf den Charakteren. Und finde ich schneidet DSC recht ordentlich ab.

Michael Burnham

Sie zerbricht an dem Bestreben immer das Richtige zu tun und gleichzeitig ihren Adoptivvater "Stolz zu machen". Und deswegen tut sie im Piloten IMO das Falsche aus den richtigen Gründen. Erst als sie beginnt diesen Konflikt zu lösen, wird es besser und sie kann sowohl ihre menschlichen Instinkte, als auch ihre vulkanische Erziehung austarieren. Ohne die Anklage der Meuterei hätte sie durchaus Chancen gehabt zu den besten Captains zu gehören.

Paul Stammets

Einer meiner beiden Lieblingsfiguren. Der grenzgeniale Ingenieur und wissenschaftler, der kein Risiko für den Erfolg scheut. Seien beziehung zum Doc erdet ihn und es ist schön, dass aus dieser homoesexuellen Beziehung kein Trara gemacht wird.
Er erinnert mich ein wenig an Rodney McKay aus Stargate Atlantis,d er in der Serie einer meienr Libelingsfiguren war. auch wenn er manchmal genervt hat.

Gabriel Lorca

Ein Mann wie er mit zweifehlhafter Loyalität ist heutzutage aus dem Charakterportfolio nicht mehr wegzudenken. Er ist bei weiten kein Joffrey Baratheon, wo man es liebt ihn zu hassen. Er ist auf eine dunkle Weise interessant. So frage mich mich zum beispiel bei ihm, wie er zu der Sternenflottendelta förmige narbe auf den Rücken gekommen ist, die man sah, als er mit Cornwall im Bett war.  Dei beiden sid im übrigen ein Paradebeispiel, dafür warum starfleet vielleicht doch ene Vorschrift gegen das Intimwerden zwischen einzelnen Rängen braucht.

Saru

Ist für mich ein schwieriger Fall. als einzige Alien in der Heldentruppe. Er wird vielleicht erst nach Verlassens seiner Heimatwelt gemerkt haben, wie es ist mal kurz ohne angst zu sein. Aber er lässt sich zu schnell von ihr kontrollieren. Damit ist er aber auf der anderen seite ein guter Gegenpol zu Burnham.

Tyler

Die einen halten für Voq in verkleidung, vorerst lässt sich erstmal für mich nur der schluss zu, dass er ein PTBS Patient ist. Was aufgrund seienr bekannten geschichte nicht verwunderlich ist. Trotzdem mag ich sehr gerne, weil er zumndest nach Außen hin eine gewisse Leichtigkeit mitbringt. Damit ist er ein wenig wie Tom Paris.

Sylvia Tilly.

 :love :love

Reicht eigentlich.

aber ich denke, sie ist auch als Figur am ehesten eine idendfikationsfigur für die Zuschauer. Da sie noch das Küken der Truppe muss man ihr viel erklären, womit auch wir Zuschauer viel erklärt bekommen. Und auch ihr Umgang mit Burnham passt dazu.
ich hoffe nur, sie verliert nicht ihre Fröhlichkeit.

Und diese Truppe reicht mir um Discovery weiter zu schauen.
Und auch den Autoren manchen  Mist zu verzeihen.

Ja, sie sind weit von den Jungs und Mädels von TNG weg. Aber ganz ehrlich, während TOS noch einen gewissen "Altersbonus" genießt, geht die perfektionistische Oberlehrertruppe um Picard ein wenig auf den Keks. Die haben zu wenig Ecken und Kanten.
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Max

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #16 am: 05.12.17, 23:57 »
Auf "Ex Astris Scientia" gibt es jetzt auch eine Umfrage zum Thema, wie man DSC denn bislang fand:
.: Hier ist der Link :.

TrekMan

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #17 am: 07.12.17, 09:07 »
Ich finde noch nicht einmal, dass die Charaktere das Grundproblem von Discovery sind. Ihre Ecken und Kannten tun prinzipiell gut.
Es ist eigentlich die schlechte Umsetzung vieler im Grundansatz guter Ideen.
Das beginnt bei der fahrig agierenden Riege der Drehbuchautoren, bei deren Geschichten man den Eindruck gewinnt, dass sie phasenweise nicht über den Tellerrand ihrer eigenen Story hinaussehen und diese Story nicht einmal konsequent heruntererzählen können. Dann wurden unnötige Verflechtungen eingebaut, wie diese Beziehung Sarek-Burnham, die m. E. beliebig austauschbar wäre, da sie im Moment keinen wirklichen Beitrag leistet, außer für Irritationen zu sorgen.
     
Edit:
Nicht zu vergessen die vielen Verirrungen in den Designs... 
« Letzte Änderung: 08.12.17, 10:57 by TrekMan »
Das Band der Gesellschaft sind Vernunft und Sprache. Wer nicht an der Geschichte partizipiert, droht die Fehler zu wiederholen. (frei nach Cicero) Dies gilt auch für die Technik, was manche Ingenieure wohl vergessen. (ein Ingenieur)

Alexander_Maclean

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #18 am: 07.12.17, 09:22 »
Trekmen, du triffst den Nagel auf den Kopf.

Das Schlimme ist ja, neben den vielen Sachen, welche die Autoren leider verpatzen gibt es auch Ideen, wo ich nur denke: Das war mal was.

Zwei Sachen.

- Die Nuschel Klingonen. Das mag der neuen Klingonenmaske - die ich übrigens nicht so gut finde geschuldet sein, aber die Idee, eine Alienrasse zu zeigen, die mit irdischer Sprache ihre Probleme hat, ist doch mehr als nachvollzehbar.

-Was ich ja auch toll finde, ist die Ausrüstung bei Außenmissionen. Schutzweste und Rucksäcke. Wie oft haben wir uns darüber mokiert, dass unsere Helden nur im "Schlafanzug" mit eine Tricorder und Phaser auf einen fremden Planten beamen. Deswegen hat ja auch Star seiner Shannyn den Rucksack mitgegeben.
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Leela

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #19 am: 10.12.17, 07:32 »
Das könnte jetzt etwas länger werden.

Demnach liegt falsch, wer von Star Trek einen Ausblick auf eine hoffnungsvolle Zukunft erwartet?
Woher kommt dann der Mythos? Das ist nicht unerheblich für DSC. Selbst wenn er erst durch TNG entstanden ist, gibt es doch keinen Grund, ihn zu bekämpfen.


Hast Du den Eindruck Discovery bekämpft diesen Mythos (was dann ein sinnloses Unterfangen wäre, da man Mythen nicht wirklich bekämpfen kann)?

Um das TOS Thema vielleicht etwas zu fokussieren; Mein Eindruck ist folgender: Star Trek/TOS war eine Westernserie. Es gibt die Helden in ihrem Wagon Trail und es gibt die bösen Wilden da draussen. Um um alles herum liegt unbekanntes Territorium. Das scheint mir der Kern von TOS – und das was Du/Wir als Utopie ansehen – sind meist eingesprenkelte Nebensätze, wie: Es gibt kein Geld mehr, keine Armut, keine Kriege, wir haben uns entwickelt usw.

Diese Sachen werden meist nur als Dialogzeile ganz kurz angerissen, oft sogar nur, um unseren Helden einen moralischen High Ground zu verschaffen. UND um eben die Version einer Zukunft etwas zu unterfüttern. Die Utopie war also ein  Randaspekt in TOS – er stieß sich bei genauerer Betrachtung nicht selten mit Drehbüchern oder Figuren. Was nie ins Gewicht fiel, weil es eben Randnotizen waren.

Seit TMP, besonders aber TNG, hat Roddenberry diese Randaspekte aber neu gewichtet (oder es zumindest versucht) und plötzlich sollten sich die Drehbücher an diesem Utopie Setting ausrichten, statt wie in TOS, wo dieses Setting eher dazu diente Drehbücher zu ergänzen.

Wo Star Trek immer stark war, ist, in einem Mikrokosmos (Raumschiff) das erfolgreiche  zusammenarbeiten verschiedenster Charaktere als Team zu zeigen, dabei aber immer nur den Gesetzen des Mikrokosmos folgen zu müssen.

Dazu kam das Star Trek den „Sense of Wonder“ etwas geerdet hat – es gab keine Mondgrossen Aliens aus der 8. Dimension die niemand verstand, keine Todessterne und auch hat niemand Lichtschwerter nur mithilfe einer mysteriösen „Macht“ bewegt – der Captain war noch ein kommandierender Offizier, der Doktor ein Arzt und die Ingenieure eben ein Techniker. Star Trek hat dadurch immer den Eindruck vermittelt einerseits uns bekannt und andererseits auch erreichbar zu sein. Es ist schwierig sich als Jedi zu fühlen, aber recht einfach anzunehmen man könne mit technischem Fachwissen einen Technikerposten in dieser Zukunft ausfüllen. Es wirkt „more relatable, more achivable“.

Aus diesen drei Gründen (Utopische Randnotizen, Mikrokosmos des Teams, Erreichbarkeit/Identifikation) wird Star Trek oft als positive Utopie gesehen. Und wenn das für Dich bereits eine Utopie ausmacht, ist Star Trek zweifelsfrei eine Utopie. In meinen Augen ist das nicht ganz so klar. Ich würde Star Trek nicht als Utopie bezeichnen, genauso wenig wie ich ZB Star Wars als Dystopie bezeichnen würde, obwohl beide Franchises zumindest in die jeweilige Richtung tendieren.


Darüber hinaus geht es auch um das Gesellschaftsbild, das vermittelt wird: Deutet viel auf soziale Ungerechtigkeit und wirtschaftliche Probleme im Föderationsalltag hin?


Ich wüsste gar nicht wo ich anfangen soll... Zum einen porträtiert Star Trek fast nur zwei Arten von Menschen als erfolgreich: Militärs und Exzentriker/Genies. Leute die etwas erreichen sind meist ausschliesslich in der Sternenflotte oder unabhängige eigenwillige Genies (die von der Flotte gebraucht werden). Der Kolonist an der Cardassianischen Grenze der getötet wird... die Kolonisten die vom Kristallwesen aufgesaugt oder Borg assimiliert werden... die Zivilisten die in den Werften Raumschiffe mit bauen... kommen nicht vor. Da sterben rechts und links eine ganze Menge Leute... völlig unutopisch.

Als man dann beginnt den Fokus hier hin zu verschieben (Ende von TNG Anfang von DS9) und ZB die Vertreibung (eines) Bajoraner(s) wegen einem wirtschaftlichem Projekt, die Überfälle auf Zivilisten in entlegenen Kolonien usw. zu thematisieren beginnt... heisst es plötzlich: Das ist „finsteres“ Star Trek... das ist nicht mehr die positive Vision. Obwohl diese Elemente immer da waren. Es wird oft ausgeblendet das die Überlebens-ratio auch im Star Trek Universum, außerhalb des Raumschiffes das man gerade sah, doch... schon seit jeher... ziemlich, um es vorsichtig zu sagen, „gering“ ausfallen konnte.

Glaubst Du, du würdest TOS als Utopie bezeichnen, wenn die gesamte Serie aus Sicht der Sicherheits/Redshirt Abteilung, statt aus Sicht der Brückencrew geschildert würde?


Zu seinen Moralvorstellungen gehört demnach aber, dass Leute nicht aus geschichtlichen oder rassistischen Gründen unterdrückt werden sollten.


Ja, aber Moral ist... relativ und abgeleitet aus dem Standpunkt. Für uns aus der westlichen Gesellschaft ist individuelle Freiheit zB ein hohes Gut. Für eine Ameise wäre das ein böser, abartiger Gedanke, der das gesamte Überleben ihrer (Kollektiven) Spezies gefährdet. Wer bitte ist denn Kirk das er überall seine Moralvorstellungen als maßgeblich anlegt und durchsetzt? Genau deswegen und dagegen wurde ja die erste Direktive geschaffen... (die Kirk dann eben auch übergeht).


Na ja, das ist mit eine der schlechtesten Star Trek-Folgen überhaupt, oder nicht?


Ich mag „Mudds Women“ halbwegs... es gibt einige amüsante Aspekte darin. Storytechnisch ist sie eher belanglos (zum Glück)... aber alles in allem gibt es ne Menge TOS Folgen die ich für deutlich schlechter halte.


Na das ist doch das Bemerkenswerte: Wenn man sich so umhört, scheint für viele an DSC interessant zu sein, dass man bei Lorca eben gerade überhaupt nicht weiß, was er will, und auch, dass als reizvoll empfunden wird, dass er scheinbar auch durchaus 'böse' ist, man ihm also gerade keine hehren Ziele unterstellt.


Das kann ich mir so nicht wirklich erklären, Lorca äußerte seine Ziele mehrfach explizit, er sagt sinngemäss öfter „Ich will/werde diesen Krieg gewinnen, koste es was es wolle.“ Warum sollte man daran zweifeln das dem so ist? Genauso agiert er auch. Was ist daran so mysteriös?

 
Zitat
Zitat von: Leela am 02.12.17, 00:43
Kirk hinterlässt dutzende gebrochene Herzen, er geht Beziehungen ein von denen er genau weiß das sie an ihm scheitern


Das ist zwar nur ein Randpunkt, aber gehört zu einer Utopie, zu einer positiven Zukunft, dass die gezeigten zwischenmenschlichen Beziehungen in Ehen münden? Ich meine, ich bin ein Fan von dauerhaften Liebesbeziehungen, aber wer sagt, dass die Frauen, die sich auf Kirk einlassen, nur um in den nächsten Folgen keine Erwähnung oder einfach keinen Platz in der Serie zu finden, wirklich gebrochene Herzen haben und sich auf ewig nach Kirk verzehren werden?


Also ich kenn das durchaus so, dass man schon davon ausgeht das in eine Partnerschaft investiert wird. Die Tage wo Korvettencapitän Jim Smirk im fernen Shanghai an Land geht, mal schnell drei Nummern schiebt und alle Frauen ihm weinend nachwinken wenn er auf seiner Yacht am Tag darauf davon segelt sind... eine ganze Weile vorbei (sollte es sie je gegeben haben). Kirk ist ein Macho und Schürzenjäger der mit allen was anfängt um seine Männlichkeit unter Beweis zu stellen (typischen männl. Heldenmotiv der 60er) aber keinerlei ernst Absichten in diesen Beziehungen verfolgt. Das sich sehr viele Frauen gerne darauf einlassen... allein diese Annahme zu seiner Rechtfertigung, erscheint mir, um es ganz ganz vorsichtig auszudrücken... gewagt.
 

Nocheinmal: Ich denke nicht, dass eine positive(re) Zukunft gleichbedeutend mit der Lösung aller Probleme oder mit Perfektion oder Konfliktfreiheit ist.


Ich habe das schon verstanden. Mein Punkt ist/war aber, wo die Grenze zwischen einer Behaupteten Utopie und einer wirklichen liegt. Immerhin, die DDR war auch das Arbeiter- und Bauernparadies... selbst ernannt, trotzdem nicht wahr. Die Behauptungen in Star Trek das die Föderation eine Utopie sei, sind zweifellos da. Was man dann aber gezeigt bekommt, entspricht dem eher selten. Und um Dich mal etwas zu kitzeln; Die DDR hat die Todesstrafe 1979 offiziell abgeschafft. Die Föderation zu Kirks Zeit hat sie noch/wieder. ;)

Ich bin auch nicht (mehr) sicher wie Du Utopie definierst. Eine Utopie ist ein relativ idealer? Oder nur besserer? Lebenszustand... Das Problem mit allen utopischen Systemen an die ich mir erinnere, ist, dass sie am Ende auf Zwangsmechanismen zurückgreifen (müssen) um die Utopie aufrecht zu erhalten.
Simpelstes Beispiel ist der „Urkommunismus“ Idee wo es eigentlich kein Privateigentum mehr gibt. Möchtest Du dennoch etwas für Dich behalten – wirst Du enteignet (Zwangselement)... und dort beginnt die Utopie zu zerfallen. Ein bisschen ähnlich ist das leider mit der Föderation...

In DS9 wird zB mal erwähnt das Dax unter ihrem Bett 6 Barren Latinum gehortet hat, womit sie bei Quark was kaufen will/kann. Als Föderationsoffizier bekommt Dax ja kein Gehalt. Wie läuft das wenn sie innerhalb der Föderation etwas „erwerben“ will? Schenkt man ihr es dann? Und wenn sie mit einem anderen System (zB den Ferengi) handelt, woher bekommt Dax dann Zahlungsmittel?
Vermutlich wird man sagen dass die Föderation ihren Offizieren durchaus dann Zahlungsmittel zur Verfügung stellt... aber doch sicher nicht unbegrenzt? Was passiert mit Leuten die nicht für die Flotte arbeiten? Mit Picards Bruder oder Jake Sisko? Woher bekommen die Zahlungsmittel, wenn sie diese brauchen... ? Das ist ein riesiges komplexes Thema bei dem Star Trek schlicht behauptet es wäre gelöst – aber nicht den geringsten Hinweis oder gar plausible Erklärung andeutet wie das gehen soll. Eine Utopie kann sich doch nicht darin erschöpfen zu sagen „die grossen Probleme sind gelöst, wie, verraten wir aber nicht“.



Zitat
Alles in allem: Sehr erwachsen wirkt Kirk oft nicht.


Das ist genau der Punkt, den ich angesprochen habe: TOS will nicht selten den Eindruck einer, hmm, Menschheit auf dem Sprung zur nächsten Stufe vermitteln...


Das halte ich für eine doch arg weit greifende, nachträgliche Interpretation. Kirk ist nur eine Variante von John Wayne. Er ist uramerkanischen Idealen verpflichtet, sieht sich in der Pflicht diese überall hin zu tragen und notfalls überall mit Nachdruck durchzusetzen. Dabei geht er, dem Männlichkeitsideal seiner Zeit folgend, teils mit Gewalt, teils mit unwiderstehlichem Charme vor und ist damit immer erfolgreich. Er hat ein teils sexistisches Frauenbild (milde ausgedrückt), er ist nicht gänzlich frei von Rassismus oder Kolonialen Ambitionen, Gewalt ist für ihn durchaus eine Option, er ist ungebunden und selbstbestimmt und hat einen nicht gerade kleinen Hang zum Narzismus. Der James Bond der 60er und dutzende andere „Helden“ aus der Zeit funktionieren genauso.
Und das muss man leider so sagen ist der damalige, durch und durch männlich geprägte Zeitgeist der 60er, wo dieser Typus heroisiert wird.


Zitat
Fazit: Kirk entspricht der Utopie nur deswegen (halbwegs) weil es im dem TV Format generell bis Mitte der 90er nicht üblich war sich mit den Folgen seiner Handlungen ernsthafter und kontinuierlicher zu beschäftigen und einzelne Episoden für einen Charakter ohne nachhaltig Entwicklung blieben, egal wie gravierend die Ereignisse darin waren.


Umkehrschluss: Sobald Figuren eine Entwicklung durchlaufen und gezeigte Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten, ist keine Utopie oder keine positive Perspektive in einer Serie möglich?


Na, mal nicht (argumentativ) schummeln, das ist kein Umkehrschluss, da er ein konkretes Beispiel abstrahiert. Nimm TOS „Der erste Krieg“ - am Ende liefert Kirk Waffen auf einen Planeten. Die hunderte oder tausende Tote die dies mit verursacht werden nie gezeigt – weil... ja, der Planet nie wieder eine Rolle spielte. Episode vorbei.
Denkst Du nicht, Kirks Image als „utopische“ Figur hätte einige Kratzer bekommen hätte man so etwas öfter gesehen? Und er hat einige Zivilisationen verändert... ich glaube nicht wirklich, das das jedes mal gut ging.

Ein einziges Mal wird das thematisiert, nämlich hier;


Indirekt wirf der Film die Frage auf, ob es wirklich angemessen war Khan und all seine Leute auf einem Planeten auszusetzen, und sie dann dort zu vergessen. War das wirklich ein angemessenes Urteil? Wenn ja, stand Kirk dieses Urteil zu? Obwohl in „Space Seed“ die Rollenverteilung und Gut und Böse sehr klar verteilt ist, stellt sich doch die Frage – war es wirklich gerechtfertigt? Auch Khans Crew... auf immer... irgendwo im Nirgendwo auszusetzen und die Karte zu diesem Ort wegzuwerfen? „Wrath of Khan“ ist eines der wenigen Male wo Kirk sein eigenes Handeln einholt – mit denkbar finsteren Konsequenzen. Wie viele erzürnte Khans, die wir nie gesehen haben, hat Kirk wohl noch geschaffen?


Und bei TNG merkte man (im Grunde anders als bei TOS oder ENT) bei der Figurendynamik - ich würde hier sogar alle in die Pflicht nehmen: die Autoren, die Regisseure und auch die Schauspieler - zudem, dass es Jahre brauchte, bis sich das Ensemble wirklich fand. Aber auch das hat sehr, sehr wenig mit der Frage Utopie oder nicht zu tun.


Vielleicht war das utopische Element so stark das es sich auf die Charaktere niedergeschlagen hat – und diese deswegen relativ „glatt“ wurden. Wenig Ecken und Kanten zum ansetzen um sich untereinander zu verbinden. Genau das was Roddenberry in TNG nicht sehen wollte „Konflikte innerhalb der Crew“ - Konflikte, die viel schneller zum Teambildungen führen und viel mehr Ansatzpunkte liefern zusammen zu wachsen. An der Stelle ist/war TNG immer extrem schwach aufgestellt. Ergo hat es extrem lange gedauert bis sich da alles „gefunden“ hatte.


Star Trek hätte den Vorteil, dass man bei Weltraumreisen phantasievoll einiges kennenlernen könnte, was man eben noch nicht kannte: Das können Völker mit aufregenden, herausfordernden Kulturen und Technologien, das können aber auch Phänomene astronomischer oder auch floraler bzw. zoologischer Natur sein. Die Lust am Entdecken scheint entweder abhanden gekommen zu sein, oder aber sie wird nicht gefördert und liegt brach.


Ich glaube hier hast Du eine sehr spezifische Meinung. Wenn Du hier im Forum umliest (und auch bei den Fans umhörst), was sie gerne in einer Star Trek Serie sehen wollten, fällt fast einstimmig der Wunsch: Wir wollen eine Post-Nemesis Serie.
Ok. Warum wollen die Fans so eine Serie dort? Weil sie neue Pflanzen und Kulturen entdecken wollen... ja, vielleicht auch.
Aber Hauptsächlich wollen sie wohl: Wissen wie es mit den Klingonen, dem Dominion, den Romulanern weiter ging... was ist aus den Borg geworden? Tauchen alte Recken aus DS9 oder Voy nochmal auf? Wohin geht das alles? Was macht die Föderation? Die Fans wollen wissen, wie sich das Universum das Star Trek vor ihnen ausgebreitet hat, weiter entwickelt. Sie sehen sich am Ende einer 500 teiligen Reihe... die niemand mehr fortsetzt. Niemand sagt ihnen offiziell wie es weiter geht.

Die Fans WOLLEN also die bekannten Elemente: Spezies, Planeten, Mächte.  Deswegen haben sie ja auch die Klingonen (oder die Mudd-Hülle) für DSC zurückgeholt... die Klingonen sind Star Trek. Weit mehr als irgendein Planet den man jede Woche entdeckt und bald wieder vergisst. Ein Serienkonzept wie es Dir vorschwebt geht (meines Erachtens) an den Fan Wünschen vorbei... die Fans wollen das Universum sehen, was sie kennen.


… Das bedeutet aber nicht, dass es keine Entwicklung gibt. Guttapercha ist zum Beispiel nach dem Tod seiner Frau durchaus anders als zuvor. Auch zu anderen Figuren erhält man neue Einblicke in ihr Wesen, nur braucht es dazu in meinen Augen keine Kriege. 


Es gibt bei Dir keine Entwicklung eines globalen Settings (ich schrieb das fast wortwörtlich so). Nirgends wird etwas geschrieben wie es um die Föderation steht... welche Auswirkungen das hat usw. Das bekannte Star Trek Universum entwickelst Du nicht (oder es ist mir entgangen). Du entwickelst eigene Figuren darin. Das hat eine Bemerkenswerte Konsequenz – nähme man aus deinen Geschichten alle Star Trek Begriffe weg (und so viele sind das nicht) könntest Du das als Kurzgeschichten Band des „Spaceship Satyr“ veröffentlichen ohne a) in Konflikt mit dem Franchise/Copyrights von Star Trek zu kommen und b) ohne das man unbedingt merken würde das diese Sci Fi Geschichten aus dem Star Trek Fandom heraus entstanden sind.

Satyr ist (und ich hoffe Du fasst das nicht als Beleidigung auf) erstaunlich wenig im Star Trek Universum verankert;
* es bedient sich einer anderen Erzählweise (weit weniger episch)
* ist noch episodischer
* es ist viel geerdeter in technischer und psychologischer Hinsicht
* und viel Interpretationsoffener

Deine Geschichten kommen erkennbar vielmehr aus der Lem, Asimov, Clark Ecke als aus der Heinlein Ecke (die erzählerischer näher an Star Trek liegt).

TOS, wie viele andere TV Serien, hat mal ähnlich begonnen. Es gab ein Story-Grundsetting, welches nie verändert wurde – so dass Autoren immer von der gleichen Ausgangslage ausgehen konnte. Deswegen ist es Zb auch egal in welcher Reihenfolge man TOS Episoden schaut. TOS hat hier sehr wenig ausgebaut – sie haben einzig mal Vulkan besucht und einige Föderationskolonien hat man gesehen. Aber selbst die Erde der Zukunft wurde nie gezeigt. TNG hat dieses Schema dann durchbrochen und begonnen das Universum zu entwickeln – mit der Invasion der Borg ZB oder dem klingonischen Bürgerkrieg, wurden Settings erschaffen die das gesamte Star Trek Universum beeinflussten, veränderten und entwickelten. Die „globale“ Entwicklung des ST Universums hat da begonnen (im Sinne das sie auch gezeigt wurde) und ab da haben wir ein dynamisches Universum, dessen Weiterentwicklung die Fans sehen wollen, oder selber betreiben (Fanfics).


Ich bin mit TNG zu ST gekommen, die erste Folge, an deren Inhalt ich mich nachträglich noch erinnern konnte, war glaube ich "Die Zukunft schweigt"; durch solche Themen bin ich zum Science Fiction- und zum Star Trek-Fan geworden. Wer zum Beispiel von DS9 geprägt wurde, will natürlich anderes sehen.


Ich sehe hier keine Zwangsläufigen Mechanismen. Ich habe TNG von Beginn an gesehen, war vom Start von DS9 eher enttäuscht... habe Voy noch vor den TV Ausstrahlungen gesehen und ENT lange Zeit gar nicht. Dennoch mag ich DS9 und TOS immer noch am liebsten. Und ich glaube das liegt vor allem an den Figuren und dem Ausgangssetting...



Nur frage ich mich dann, was da ST-spezifisch ist, also ob es da das Motiv "Utopie" überhaupt gibt.


Ich kann mich nur wiederholen – das Thema einer Utopie ist nur sehr eingeschränkt Star Trek typisch. Was ich sofort zustimmen würde ist, das Star Trek generell einen positive(re)n „We can do it“ Grundton hat. 

Und: Was ist dann ST? In nicht utopischen ST-Serien, vor allem in DS9, könnte dann doch ein gewisses System (ein Beispiel wäre die Rangabfolge innerhalb der Sternenflotte) und die Optik (wie sehen die Außerirdischen und die Raumschiffe aus?) das verbindende Elemente sein. Ob der canon demnach DS9-Fans wichtiger ist als TNG-Anhängern, weil die eigentlich an einer bestimmten Stimmung hängen müssten..?


Du musst doch nur schauen was diskutiert wurde im Vorfeld der neuen Serie... wie sehen die Klingonen aus, wie sehen die Schiffe aus, wie sehen die Uniformen aus, wer sind die Figuren... eine überwältigende Mehrheit hat sich mit diesen Aspekten beschäftigt und daran ihn Urteil über DSC geschärft. Was also macht für diese Leute wohl Star Trek aus? :)


Der Weltraum mit Millionen Planeten, um Unbekanntes zu entdecken - und den Autoren soll nichts besseres als Krieg einfallen?


Star Trek ging doch nie um umbekanntes. Kirk hat doch nur bereits bekanntes in neuen Formen (wieder-)entdeckt. Daher kommt doch das ganze „Star Trek als Metapher“ Konzept. Ich mach Dir mal einen Vorschlag: Probiere es doch selber (und sei es nur gedanklich) aus. Die Autoren der neuen Serie hatten (sehr wahrscheinlich) folgende Prämissen;

a) wir brauchen eine Crew von 3-8 Personen. Eins davon soll ein Alien sein.
b) wir brauchen ein Schiff
c) wir brauchen bekannte Spezies in der Story wie Vulkanier, Klingonen usw. Diese Spezies sollten schon öfter zu sehen sein. Das „Universum“ von Star Trek soll also erkennbar auftauchen.
d) die Föderation zu zeigen wäre ganz nett (nice to have)
e) von der Story her möchten wir eine geschlossene Geschichte die sich über 15 Episoden erstreckt – die Episoden in sich sollten aber auch halbwegs abschliessen.
f)  Bitte das ganze als Skizzenhaften Entwurf von 1-2 DIN A 4 Seiten.

Als Autor sitzt Du damit in einer ziemlichen Zwickmühle – denn wenn das „Utopische“ Element ein Kern von Star Trek sein sollte – muss sich das auch in den Stories widerspiegeln, Du kannst aber schlecht das gesamte Serienkonzept/Story-Arc darauf aufbauen. Dazu ist „Utopie“ zu unkonkret. Der Begriff einer Utopie legt als Story nichts vor, es sei den man bedroht sie von Aussen. Damit bist Du direkt bei einem Konfliktszenario.

Also greifst Du auf die nächsten Elemente zurück; ein Schiff... eine Crew... gewisse bekannte Star Trek typische Spezies. Und damit stehst Du vor den nächsten Dilemma; eigentlich möchtest Du viele bekannte und liebgewonnene Spezies der Fans einbinden... um eben zu zeigen: „Hier ist Star Trek“. Bindest Du aber eben die Ikonen wie Klingonen und Romulaner ein... in grösserem Rahmen,  werden sie fast automatisch zu Antagonisten. Das „übliche“ Konfliktszenario zieht erneut herauf. Und schlimmer noch; Du könntest den Canon schrotten ganz nebenher.

Der nun naheliegende Gedanke wäre, sie also wegzulassen. Also haben wir nur noch Schiff und Crew – die – wie Du das gerne möchtest ins Unbekannte fliegen und was entdecken. Nur du weisst genau was dann passiert; Die Fans und auch Dein Produzent werden sagen „Das ist ja was X beliebiges. Du sollst hier nicht dein eigenes Ding schreiben, sondern Star Trek“.
Du antwortest dann, „Aber all die utopischen Elemente... all das posivtive Feeling“
Dein Produzent, „Quatsch. Star Trek sind Klingonen und die Typen mit den spitzen Ohren. Schreib das!“
Und dann?

Mich würde wirklich brennend ein von Dir konzipierter/Skizzierter Story Arc interessieren, der sich dann in halbwegs schlüssige Einzelepisoden gliedert.
« Letzte Änderung: 10.12.17, 07:35 by Leela »
~ ein Tausch, ein Reigen, ein Sagenlicht,
ein Rausch aus Schweigen, mehr gibt es nicht.

sven1310

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« Antwort #20 am: 10.12.17, 13:51 »
Lassen wir den Aspekt Star Trek mal komplett aussen vor, so ist Discover (in meinen Augen) nur eine bestenfalls mittelmässige SciFi Serie mit einem hohen Budget das darüber hinwegtäuscht. Zwei oder drei sympatische oder interessante Charaktäre, was teils auch an den Schauspielern liegt. Leider zählt der Hauptcharakter nicht dazu. Die Storyline ist..... naja.....schwach. Die Geschichte, wenn man es so nennen kann, ist nicht sonderlich gut erzählt oder in Szene gesetzt. Allgemein war ich etwas verwundert wie schlecht man hier manche Weltraumszenen inziniert hat.

Wenn ich an die Serie denke, fält mir spontan nur eine Folge ein die Positiv hängen geblieben ist und das auch nur weil ich da endlich mal ein paar Charaktäre sympatisch fand. Der Rest geht großteils in Bedeutungslosigkeit unter.

Nicht falsch verstehen, wenn jemand Spaß mit der Serie hat, sei es demjenigen gegönnt. Aber ich habe in letzter Zeit soviele Serien gesehen die mich besser Unterhalten haben und ich habe noch soviele Serien auf meiner To Watch List die sehr viel Interessanter sind, das meine Motivation DSC weiter zu gucken, ehr bescheiden ist. Dafür ist einfach zuwenig Positiv hängen geblieben. Als alter SciFi Nerd werde ich weiter gucken, alleine um mitreden zu können und mit einwenig Hoffnung das es sich bessert, aber wirklich freuen tue ich mich nicht drauf.

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #21 am: 13.12.17, 13:24 »
Hätte man das gemacht mit den Klingonen so wie wir sie aus den anderen Serien kennen wärs um längen besser geworden, so ist das ganze irgendwie seltsam.




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Alexander_Maclean

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« Antwort #22 am: 13.12.17, 13:57 »
Hätte man das gemacht mit den Klingonen so wie wir sie aus den anderen Serien kennen wärs um längen besser geworden, so ist das ganze irgendwie seltsam.
Da stimme ich dir zu.

Das Klingonendesign ist auch für mich einer der größten Nervpunkte.
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Leela

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #23 am: 13.12.17, 17:57 »
qed
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Alexander_Maclean

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« Antwort #24 am: 13.12.17, 18:20 »
@leela
Würdest du das gerne erläutern.

Einfach ein "was zu beweisen war" in den Raum zu ballern, macht in einer Diskussion IMO wenig Sinn.
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Leela

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« Antwort #25 am: 13.12.17, 18:38 »
Das bezog sich auf mehrere Absätze die ich an Max geschrieben/geantwortet hatte (siehe unten), als es darum ging was für viele Star Trek ausmacht. Das was ich schrieb habt ihr durch Eure Meinung zu den Klingonen recht eindrücklich belegt, darauf Bezog sich das QED.


Star Trek hätte den Vorteil, dass man bei Weltraumreisen phantasievoll einiges kennenlernen könnte, was man eben noch nicht kannte: Das können Völker mit aufregenden, herausfordernden Kulturen und Technologien, das können aber auch Phänomene astronomischer oder auch floraler bzw. zoologischer Natur sein. Die Lust am Entdecken scheint entweder abhanden gekommen zu sein, oder aber sie wird nicht gefördert und liegt brach.

Ich glaube hier hast Du eine sehr spezifische Meinung. Wenn Du hier im Forum umliest (und auch bei den Fans umhörst), was sie gerne in einer Star Trek Serie sehen wollten, fällt fast einstimmig der Wunsch: Wir wollen eine Post-Nemesis Serie.
Ok. Warum wollen die Fans so eine Serie dort? Weil sie neue Pflanzen und Kulturen entdecken wollen... ja, vielleicht auch.
Aber Hauptsächlich wollen sie wohl: Wissen wie es mit den Klingonen, dem Dominion, den Romulanern weiter ging... was ist aus den Borg geworden? Tauchen alte Recken aus DS9 oder Voy nochmal auf? Wohin geht das alles? Was macht die Föderation? Die Fans wollen wissen, wie sich das Universum das Star Trek vor ihnen ausgebreitet hat, weiter entwickelt. Sie sehen sich am Ende einer 500 teiligen Reihe... die niemand mehr fortsetzt. Niemand sagt ihnen offiziell wie es weiter geht.

Die Fans WOLLEN also die bekannten Elemente: Spezies, Planeten, Mächte.  Deswegen haben sie ja auch die Klingonen (oder die Mudd-Hülle) für DSC zurückgeholt... die Klingonen sind Star Trek. Weit mehr als irgendein Planet den man jede Woche entdeckt und bald wieder vergisst. Ein Serienkonzept wie es Dir vorschwebt geht (meines Erachtens) an den Fan Wünschen vorbei... die Fans wollen das Universum sehen, was sie kennen.
 
 

Und: Was ist dann ST? In nicht utopischen ST-Serien, vor allem in DS9, könnte dann doch ein gewisses System (ein Beispiel wäre die Rangabfolge innerhalb der Sternenflotte) und die Optik (wie sehen die Außerirdischen und die Raumschiffe aus?) das verbindende Elemente sein. Ob der canon demnach DS9-Fans wichtiger ist als TNG-Anhängern, weil die eigentlich an einer bestimmten Stimmung hängen müssten..?

Du musst doch nur schauen was diskutiert wurde im Vorfeld der neuen Serie... wie sehen die Klingonen aus, wie sehen die Schiffe aus, wie sehen die Uniformen aus, wer sind die Figuren... eine überwältigende Mehrheit hat sich mit diesen Aspekten beschäftigt und daran ihn Urteil über DSC geschärft. Was also macht für diese Leute wohl Star Trek aus? :)
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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #26 am: 13.12.17, 19:57 »
Manchmal ist es aber einfach eine Geschmacksfrage, dass man eben ein älteres design besser findet.

Um mal ein Beispiel aus dem Autobau zu nehmen.

Ich selber fahre einen Ford Focus aus der ersten Generation. Die aktuelle Generation gefällt mir im grunde auch ganz gut und ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich für ein neues Auto bei dem Modell bleibe. Aber es gibt einen Punkt, wo ich die älteren beiden Generation besser finde. Und zwar bei den Heckleuchten. Früher waren die kja in Höhe des fensters. Jetzt sind sie wie bei jeden anderen Auto tiefer. Da finde ich das alte besser, weil ich der Meinung bin, dass man dieser besser sieht.

Bin ich deswegen jemand der nicht an Fortschritt interssiert ist. Nein? Ist das ein grund für mich zu sagen, "Ford ist scheiße", Nein.

ja die Klingonen sehen anders aus als früher und das gefällt mir nicht. Dafür ist der Original BoP IMO in zu ikonisches Raumschiff und gehört in dieselbe Liga, wie die Enterprise oder auch ein SW Sternzerstörer oder der Millienium Falcon.

Macht das aber DSC zu einer doofen Serie. Nein.
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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #27 am: 13.12.17, 21:37 »
Manchmal ist es aber einfach eine Geschmacksfrage, dass man eben ein älteres design besser findet.

Um mal ein Beispiel aus dem Autobau zu nehmen.

Ich selber fahre einen Ford Focus aus der ersten Generation. Die aktuelle Generation gefällt mir im grunde auch ganz gut und ich kann mir aber gut vorstellen, dass ich für ein neues Auto bei dem Modell bleibe. Aber es gibt einen Punkt, wo ich die älteren beiden Generation besser finde. Und zwar bei den Heckleuchten. Früher waren die kja in Höhe des fensters. Jetzt sind sie wie bei jeden anderen Auto tiefer. Da finde ich das alte besser, weil ich der Meinung bin, dass man dieser besser sieht.

Bin ich deswegen jemand der nicht an Fortschritt interssiert ist. Nein? Ist das ein grund für mich zu sagen, "Ford ist scheiße", Nein.

ja die Klingonen sehen anders aus als früher und das gefällt mir nicht. Dafür ist der Original BoP IMO in zu ikonisches Raumschiff und gehört in dieselbe Liga, wie die Enterprise oder auch ein SW Sternzerstörer oder der Millienium Falcon.

Macht das aber DSC zu einer doofen Serie. Nein.

Leela hat die allegemeine Situation sehr gut zusammengefasst. Nicht wenige wollen einfach wissen wie es nach DS9 und VOY weitergeht. Denn Immerhin ging zum Serienfinale der beiden Serien ja ein gewaltiger Konflikt zuende und ein seit Jahren vermisstes Schiff ist wieder mit einem Schatz an Wissen und Erkenntnissen heimgekehrt.
Alles in allem sind die Karten ja neugemischt worden und genau da ist der Riss, nichts geht weiter stattdessen wird man mit Prequels und Remakes zugeworfen.
Da ist es so sicher wie das Amen in der Kirche dass dies in Konflikt mit all dem kommen muss was in den 40 Jahren davor geschaffen wurde. Eine Verlagerumg um sagen wir 78 Jahre nach der Heimkehr derv Voyager zB würde wieder sehr viele Freiheiten eröffnen. In der Zeit kann sich weisgott was entwickelt haben so wie der Sprung von TOS zu TNG es mal war. Die Chance wurde aber vertan.

Inzwischen habe ich sogar ENT zu schätzen gelernt, Abrams hat daraus eine Star Wars Raubkopie mit  Disneyland Flair gemacht. Und Discovery ist für sich durchaus Klasse, aber um abschließend ein Urteil hierzu fassen zu können müssen noch weitere Folgen ins Land gehen die vielleicht noch den einen oder anderen Bogen auflösen und Fragen beantworten.

Bei den Klingonen halte ich größten teils noch an meiner Theorie fest, dass wir eine weitere Variation der Krieger zu sehen bekommen haben ( wie bei den Menschen der Neanderthaler und der Homo Sapiens ). Zumindest könnte man damit noch einiges Retten.
Reporter: Mr Abrams, warum kam in ST 11 nicht Jar Jar Bings vor?

Abrams: Weil wir von George Lucas nicht die Genehmigung erhalten haben!

Alexander_Maclean

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #28 am: 14.12.17, 17:16 »
@cpt
Eine Post Nemesis Serie mag von vielen Fans gewünscht sein. das zeigen auch die vielen fanFiction, die in die Richtung gehen.

Aber:

1. Unter Berücksichtigung von "Nemesis" und Yoy "Endgame" habe ich Bedenken dass die Macher den ganzen Zukunftstechnologiekram vernünftig auf die Reihe kriegen. Der Sporenantrieb von discovery lässt mich etwas hoffen, aber eine Skepsis bleibt. Und 100 jahren nach Nemesis würde IMo die Problematik verschlimmern.

2. Die Serie wäre wirklich etwas für Fans. Aber nicht für den Gelegenheitszuschauer. Von Kirk und Spock haben die meisten was gehört. Picard, janeway oder Sisko, kriegst du außerhalb des Fandoms ein Achselzucken. Und deswegen spielen die neuen FILme und eben auch DSC zu TOS zeiten. Denn nur mit den fans kann man die Kosten reinspielen. Und der Erfolg von Star Trek (09) und Into Darkness geben den Machern recht.

3. Und selbst wenn man Discovery als Post Nemesis serie angelegt hätte, ein kritikpunkt der hier oft zu hören ist, würde bestehen bleiben. Man würde genauso ein Kriegsthema als großes Staffelthema nehmen.
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CptJones

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Antw:ST-DSC: Staffel 1 -Midseason Rückblick
« Antwort #29 am: 14.12.17, 17:27 »
Mal im Ernst: Bei STINO hat nur ein Name gezogen: Abrams

Der Mann hätte Werbung für die Gelbe Seiten oder den Öffentlichen Nahverkehr so Langweilig wie nur möglich machen können, es wäre von der Presse immer noch als "Episch und Awsome" betitelt  worden.
Von daher hat nur sein Name das ganze getragen und von dieser Meinung werde ich keinen Milimeter abrücken.

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