Autor Thema: Politik in Geschichten  (Gelesen 884 mal)

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Kirk

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Politik in Geschichten
« am: 28.03.18, 14:23 »
Ich hätte mal eine Frage wie ihr das Haltet, egal ob FF oder eignende Sachen. Ich bin ja, wie unschwer im Politikthema zu erraten, bekennender Sozial Demokrat.
Wie steht ihr dazu Politische Ideen in Geschichten einzubinden? Im Bereich Star Trek hat man es als Person mit einer ehr Linken Meinung ja recht einfach seine Politischen Meinungen in die Geschichte einzubinden. Da Star Trek ja wenn man so will eine gewisse Linke Ideologie vertritt (Krieg ist doof, kein Geld, Zusammen statt gegeneinander, Solidarität).

Wenn man eigene Geschichten Schreibt steht man aber vor der Frage "kann ich das so machen?". Ich schreibe derzeit an eine Geschichte für eine Ausschreibung, dabei habe ich ein "Überwachungsstaat-Konzerne haben die Macht" Zukunftsszenario gewählt und der Hauptcharakter lehnt sich dagegen auf.
Ich versuche zwar die Geschichte so unpolitisch wie möglich zu schreiben, aber für das Ende würde sich ein (inhaltliches) Zitat von Otto Wels zum Ermächtigungsgesetz passen, eben die Stelle mit: "Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht."
Würdet ihr sagen das geht, der würdet ihr sagen man solle als Autor in seinen Werken lieber nix Politisches Schreiben?
Star Trek: Starfleet: USS Galactica Status:
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Suthriel

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Antw:Politik in Geschichten
« Antwort #1 am: 28.03.18, 16:09 »
Wenn sie gut geschrieben sind, habe ich persönlich überhaupt nichts gegen Politik in Geschichten. Wenn ich da an eine meiner Lieblingsserien denke, sind davon sogar extrem politisch durchsetzt. Allerdings haben die eher gemein, das einem nicht eine Meinung eingehämmert und auf Krampf als gut und einzig wahre verkauft wird. Star Trek hat da als einzige den großen Vorteil, das ich deren "Hippie"-Lebensweise aufgrund ihrer technologischen Errungenschaften auch ohne Politik akzeptieren kann und insgesamt für in sich stimmig halte.

Mit deinem ausgesuchten Zitat hätte ich widerum große Probleme, weil ich persönlich mit Ehre mal so überhaupt nichts anfangen kann, und diese nur sehr selten als was Gutes ansehe. In den meisten Fällen ist diese Ehre (oder auch diverse Traditionsgeschichten) für mich mehr wie ein Konstrukt, bei denen viele leicht von Machthabern oder Intriganten in eine Art Geisselhaft genommen werden können, wenn die Machthaber oder Intriganten es nur schaffen, ihre Ziele als ehrenhaft zu verkaufen, und jeder, der sogar trotz besseren Wissens dagegen ist, als unehrenhaft angeprangert, vertrieben, gejagt und sonst wie fertig gemacht wird.
Und es gibt ja nicht wenige Geschichten, an denen diese "Unehrenhaften" Ronins am Ende doch Recht hatten und letztlich die Guten waren, oder ein eigentlich Guter Charakter sich aufgrund seines extremen Ehrgefühls einfach nicht von den schlechten losreissen kann, weil er die Entehrung von sich oder seiner Fam nicht ertragen könnte.

Ich ersetze da lieber Ehre mit Respekt, der arbeitet individueller und ist sehr viel flexibler, und wer wen oder was respektiert, ist letztlich jedem selbst überlassen, auch wenn da einige Dritte gerne mitreden würden. Auch der größte Schurke kann was respektables leisten, auch wenn er sonst das Letzte ist ;)
« Letzte Änderung: 28.03.18, 16:12 by Suthriel »
Jede Geschichte hat vier Seiten: Deine Seite, Ihre Seite, die Wahrheit und das, was wirklich geschehen ist.

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Kirk

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Antw:Politik in Geschichten
« Antwort #2 am: 29.03.18, 12:24 »
Das Zitat würde ich auch nicht Wort wörtlich einbinden, sondern als Gedanken des Hauptcharakters inhaltlich wiedergeben.
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SSJKamui

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Antw:Politik in Geschichten
« Antwort #3 am: 07.11.18, 21:16 »
Also. Politik muss nicht mit der Holzhammermethode geschehen und nicht immer in einer Aussage wie "Tut X auf jeden fall" oder "Tut X nie" münden. Jedes Detail einer Geschichte, egal wie unbedeutend, kann etwas vermitteln. (Beispielsweise bei mir: Wie bestimmt einigen schon aufgefallen ist, ist die chinesische Währung plötzlich die Weltwährung. Ich bin nie in Detail drauf eingegangen, aber das erzeugt schon eine große Aussage.

Und: Mehr zeigen, weniger kommentieren.

Ein Beispiel hier aus meinem Japanreise Bericht von vor ein paar Monaten, was vielleicht hilft: (Sinngemäß) Ich musste zuerst unterschreiben, dass die mein persönliches Strafregister aus Deutschland anfordern und einsehen dürfen, dann wurde ich mit Spezialkameras auf Krankheiten gescannt, dann musste Ich in einer langen Schlange warten, wo mich mehrere Polizisten auf Kranwagen demonstrativ beobachteten. Man wurde intensiv kontrolliert, ob man ja kein illegaler Immigrant war. Selbst Leute, die jeder auf den ersten Blick als Japaner erkennen konnte, wurden intensivst kontrolliert. Als Ich dran war wurde mein Fingerabdruck abgenommen und mir gesagt, dass Ich einen Hotelwechsel der Polizei mitzuteilen hätte, damit man unbedingt meinen Aufenthaltsort kennt. Dann wurde Ich abgetastet und mein Gepäck geröntgt. Und nach 3 Stunden durfte Ich endlich das Land betreten. Obwohl ich den Sinn der Maßnahme verstand, war ich von der ganzen Prozedur doch was genervt und fragte mich, ob man hier nicht ein wenig übertreibt.

Sowas kann man möglicherweise auch durch einen Kontrast erweitern, der oft Humor erzeugen kann. Ich wollte am Liebsten noch schreiben, was aber aus Platzmangel nicht ging: "In Deutschland dachte ich, ich würde auch  intensiv kontrolliert. Die Kontrolle bestand aber nur aus dem Satz "Geh Links durch die Tür und halte nicht den Betrieb auf"".
« Letzte Änderung: 07.11.18, 21:20 by SSJKamui »

Max

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Antw:Politik in Geschichten
« Antwort #4 am: 10.11.18, 11:53 »
Also. Politik muss nicht mit der Holzhammermethode geschehen und nicht immer in einer Aussage wie "Tut X auf jeden fall" oder "Tut X nie" münden. Jedes Detail einer Geschichte, egal wie unbedeutend, kann etwas vermitteln. (Beispielsweise bei mir: Wie bestimmt einigen schon aufgefallen ist, ist die chinesische Währung plötzlich die Weltwährung. Ich bin nie in Detail drauf eingegangen, aber das erzeugt schon eine große Aussage.
Ja, sowas finde ich gut und eigentlich auch sehr geschickt :)
Man kann natürlich die Zusammenhänge erklären und beschreiben oder aber man lässt es nonchalant für sich stehen, was je wie Du darlegst auch eine Botschaft ist :)
- [...] Kelvin, machen wir die Luken auf, wir rufen ihn, rufen dort hinunter, vielleicht hört er uns? Aber wie heißt er? Denk nur, wir haben alle Sterne und Planeten benannt, aber vielleicht hatten die schon Namen? Welch ein Übergriff! Hör zu, gehen wir hin. Wir werden schreien... wir sagen ihm, was er aus uns gemacht hat, bis er entsetzt ist... dann baut er uns silberne Symmetriaden und betet für uns mit seiner Mathematik und überschüttet uns mit blutenden Engeln, und seine Qual wird unsere Qual sein, und seine Angst unsere Angst, und er wird uns anflehen um das Ende. Denn das ist alles, was er sein mag und tun mag, das ist Flehen um das Ende. Warum lachst du nicht? Ich mache doch nur Spaß. Wenn wir als Rasse mehr Humor hätten, wäre es vielleicht nicht soweit gekommen.

 

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