Autor Thema: Pandemie an Bord  (Gelesen 1905 mal)

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Alexander_Maclean

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Pandemie an Bord
« am: 13.06.20, 09:57 »
Nicht erst seit Corona ist das Thema Pandemie in der Literatur nicht wegzudenken. Meistens eher im Horrorgenre - Krankheiten die ihre Opfer zu Zombies machen - aber auch Science Fiktion hat sich immer mal wieder damit befasst.

In Star Trek waren es vor allen die beiden Folgen mit den Psi 2000 Virus.

Und auch ich habe für meine "One Year a Crew" Projekt eine Story in der Pipeline, wo ein Außenteam eine Krankheit an Bord bringt, die dann um sich greift.

Interessanterweise ist dass aber in Star Trek gar nicht so einfach. Denn:

- Biofilter im Transporter erledigen fast alle Erreger und Viren.
- medizinische Scanner werden als sehr zuverlässig dargestellt. Vermutlich würde ein Tricorder recht schnell einen Virus wie das Covid 19 entdecken.
- Kraftfelder und autarkte Lebenserhaltungssysteme würden auch eine komplette Isolation der Patienten ermöglichen.
- Schutzanzüge und anderes medizinisches Equipment sind dank Replikator gut verfügbar.
- durch bestimmugn der Kommunikatoren lassen sich Infektionsketten gut nachvollziehen
- Quarantäne im Quartier mit "Homeoffice" ist dank Replikator und Fernzugriff meiner Meinung nach auch kein Problem.

Daher mal die Frage an euch: Was sind so eure Überlegungen in diese Richtung?
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Projekt "One Year a Crew" Status: Konzept 100% Schreiben 28,26% Grafisches 0% Erscheinjahr 2022


Kontikinx1404

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Antw:Pandemie an Bord
« Antwort #1 am: 13.06.20, 10:57 »
Trotz aller vorsichtsmaßnahmen in star Trek gibt es immer lücken, durch die ein Virus an bord kommen kann.

Eine infizierte Person, die Äußerlich gesund erscheint kann auch ohne Benutzung des Transporters an bord gelangen. Z.B mit einem Shuttle oder über die Gangway wenn das Schiff
an einer Raumstation angedockt ist. Auch durch kontaminerte Ladung oder vorräte können Krankheitserreger unbemerkt an Bord kommen und sich übers Lüftungssystem gut
verteilen, so das jeder etwas davon hat.

Ein Tricorder, beispielsweise kann nur das entdecken was in seiner Datenbank ist und was er kennt. Bei völlig unbekanntem würde der auch nichts anzeigen.
Außerdem wird nicht jede Person die an Bord kommt automatisch mit einem Tricorder gescannt.

Auch ein Besucher könnte unwissentlich infiziert sein, sein Virus verteilen und dann das Schiff wieder verlassen. Finde dann mal den Auslöser der Pandemie.

Wie du siehst gibt es mehrere Möglichkeiten.
Alle meine Geschichten sind auch in meinem Portfolio verfügbar.
Mein Portfolio: http://www.sf3dff.de/index.php/topic,3793.msg186274.html#msg186274

SSJKamui

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Antw:Pandemie an Bord
« Antwort #2 am: 13.06.20, 12:19 »
Der Regisseur vom ersten Star Trek Film hat auch ein Sci Fi Film über eine Pandemie produziert namens Andromeda: Tödlicher Staub aus dem All.

Alexander_Maclean

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Antw:Pandemie an Bord
« Antwort #3 am: 13.06.20, 13:26 »
@Konti
Natürlich gibt es noch Möglichkeiten.

In der geschichte habe ich mich für ein Prion entschieden, dass einzeln harmlos, aber in Verbindung mit anderen Stoffen unangenehme Folgen hat.
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Roger van Dyke

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Antw:Pandemie an Bord
« Antwort #4 am: 07.07.20, 18:02 »
Hallo Alex,

meine Interpretation zum Thema Pandemie findest Du in meiner neuesten Story "Ein Unglück kommt selten allein"
Ich bin gespannt, wie es dir gefällt und bin vor allem auf Dein Feedback gespannt.
All meine Geschichten und meine sonstigen Werke findet ihr in meinem Portfolio
Rogers Portfolio =/\= http://www.sf3dff.de/index.php/topic,1970.msg77466.html#msg77466



Kürzlich war ich in Frankfurt auf der Zeil und habe den Menschen zugehört, die an mir vorübereilten. Da hab ich wieder richtig Sehnsucht nach Deutschland bekommen, wo alle meine Sprache sprechen.

SSJKamui

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Antw:Pandemie an Bord
« Antwort #5 am: 18.07.20, 18:59 »
Zum Thema Sicherheitssysteme gegen Pandemien: Viren sind das extremste Beispiel für R Selektion. (Was Viren deshalb auch schädlich und gefährlich macht. Ein Virus ist darauf programmiert, so schnell es geht möglichst viel vom Wirt zu "Fressen" und möglichst viele Kinder in die Welt zu setzen, egal ob der Wirtskörper das überlebt oder nicht. ) Deshalb mutieren Viren viel häufiger als andere Lebewesen. Das Ergebnis ist, Viren testen immer richtig viele Kombinationsmöglichkeiten durch. Deshalb kann es nie so etwas wie einen hundert Prozent Schutz gegen Viren geben.

Bestes Beispiel sind Grippeviren. Man hat den Virus. Der Körper bildet Antikörper gegen den Virus, die eine 2. Erkrankung verhindern. Nutzt überhaupt nichts. Vom Grippevirus gibt es mitlerweile dann schon 20 neue Varianten, die der Körper nicht erkennen kann.

Will Pears

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Antw:Pandemie an Bord
« Antwort #6 am: 16.01.22, 01:07 »
Ich denke aktuell auch darüber nach, so was mal durchzuspielen und werde mir wie bei vielen anderen Dingen die Freiheit nehmen, das ganze BioFilter Ding als nicht allzu advanct darzustellen. Denn klar ist, dass in der Darstellung von Medizin, die allgemein vermittelt wurde, eigentlich sowas nicht geben kann. Fast alles lässt sich per Hypospray auf Knopfdruck heilen. Alles ist absolut nicht-invasiv und dauert maximal 5 Minuten.

Ich glaube, dass das der peripheren Rolle von Medizin geschuldet ist. Selbst die Naturwissenschaften, die auch immer wieder sehr stark modifiziert wird, um zum Inhalt der Folge zu passen, werden noch authentischer bzw. komplexer dargestellt. Es gab immer mal wieder Folgen, in denen das dann für eine besondere Erkrankung massiv zurückgedreht wurde. Und in TNG hat die Enterprise gefühlt jede 5. Folge irgendeinen Impfstoff von A nach B verschifft, weil der nicht replizierbar war...

Aber irgendwie war das i.d.R. immer nur Aufhänger, um etwas anderem nachzugehen. Ich habe bei Star Trek-Folgen, in denen es um irgendwas "Wissenschaftliches" ging, immer das Gefühl gehabt, dass sich mit irgendwas beschäftigt wurde, das dann Thema war. Irgendwelche Strahlung verursacht dieses oder jenes, ein stellares Phänomen wird beleuchtet, etc. Das war natürlich alles Humbug, aber es wurde sich mit dem Humbug beschäftigt. Bei vielen Medizin-Folgen, die mir im Gedächtnis blieben, ging es aber eher darum, diplomatisch an ein Gegenmittel, einen Impfstoff, etc. zu kommen oder um die gesellschaftlichen oder individuellen Folgen einer Behinderung oder Erkrankung.

Zumindest ich für meinen Teil habe in der Corona-Zeit sehr viel über Virologie, den Unterschied zwischen Epidemien und Pandemien, die Verbreitung von Virenkrankheiten, deren Erfassung, Mutationen und Impfstoffe gelernt. Ich glaube, dass bei Star Trek sehr häufig ähnlich mit wissenschaftlichen Phänomenen, die die Gesellschaft kennen gelernt hat, umgegangen wurde. Das Erfassen von Strahlungswerten, die häufige Hilflosigkeit gegen diese, waren Dinge, die in der Gesellschaft (bis in die 90er noch viel präsenter wegen des ewig drohenden Nuklearkriegs) präsent waren.

Ich glaube, dass es vor diesem Hintergrund sehr, sehr spannend sein könnte, nicht nur an Bord mal ein Krankheitsszenario zu beschreiben, sondern das ggf. mal zum Thema für eine Episode zu machen: Auf Betazed wird ein Virus bekannt, das rasch um sich greift. Es ist noch völlig unklar, ob nur Betazoid:innen sich anstecken können. Die USS [Fügen Sie hier Namen Ihres FF-Schiffs ein] eskortiert drei führende Virolog:innen nach Betazed, um die Lage einzuschätzen.

Thema könnten dann solche Sachen sein, die inzwischen zumindest Leuten, die sich selbst peripher mit der Pandemie beschäftigt haben, durchaus ein Begriff sein sollten: Wie ist der R-Wert, wie sind die Inzidenzen pro X Einwohner. Kann ein Biofilter (sodenn das eben Teil der persönlichen Sicht auf das Star Trek-Universum ist) den rausfiltern? Wie weit ist der Virus verbreitet? Hat sich der Virus schon auf andere (Föderations-)Welten oder Schiffe oder Stationen verbreitet. Kann der Tricorder den Virus erfassen? Wenn ja, immer? Oder nur ab einer bestimmten Viruslast? Et cetera et cetera et cetera...

Und je nach persönlichem Interesse können die jeweiligen Autor:innen natürlich auch hingehen und jeweils mehr Fokus auf Frage legen wie: Wie informieren wir die Gesellschaft, wie überzeugen wir die Politik zu schnellem Handeln, wie bringen wir die Leute dazu, auf bestimmte Freiheiten zu verzichten, wie kriegen wir Eigenverantwortung hin. Das kann dann, auch wieder je nach Utopie-Grad (von TOS/ TNG bis DS9), entweder ein fast schon satirischer Gegenentwurf zum (deutschen) Corona-Management sein (weil: die zentrale planetare Regierung genau die richtigen Schritte ergreift, auf Expert:innen hört, Maßnahmen umsetzt, aber auch die Leute das Risiko verstehen, sich verantwortungsvoll verhalten, etc.) oder eben eine Analogie, in der bestimmte Fehler sich wiederholen oder leicht andere Folgen haben, ...

Ich glaube einfach, dass da sehr viel Potential wäre. Zumindest in den nächsten 5 Jahren. Sobald Corona-Inzidenzen nicht mehr so selbstverständlich wie das Wetter berichtet werden, wird nach und nach das Wissen darum, was das alles heißt abflachen. Aber für ein paar Jahre/ Jahrzehnte wird es, sodenn mensch es in dem eigenen Geschreibsel gut erklärt, weiter wachrufbar sein. In 30/ 40/ 50 Jahren wird es dann so sein wie für uns dieses Nuklearkriegszenario: Ja, wir verstehen rational das Drohszenario, das es gab, aber es hat nicht mehr die irrationale Komponente. Es wirkt für uns fremd und seltsam. Wobei das natürlich für diejenigen, die es voll erlebt haben, immer verständlicher bleiben wird als für die Nachgeborenen.

Sorry, dass ich immer so ausschweife. Aber andererseits verleiten Foren ja schon sehr zu so was :D Ich gehe daher einfach mal davon aus, dass das ok ist und euch nicht  zu sehr verschreckt :D :D
Mein kleiner Blog, in dem ich Kurzgeschichten und anderes Geschreibsel veröffentliche: https://maxim-chomsky.blogspot.com/

 

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