Forum > Allgemein

Die Utopie als Geschichte - Chancen und Grenzen

<< < (29/29)

SSJKamui:
Das ist eine Sache, die Grundlegend für den Traditionalismus. Disziplin und Freiheit werden da nicht als Gegensatz angesehen, sondern als Komplementär. Teilweise ist das dort so, dass quasi mehr Freiheit in einem Bereich gleichzeitig mehr Verbote in anderen Bereichen mit sich ziehen.

Bestes Beispiel ist hier das Buch "Eros und das Mysterium der Liebe". Das ist freiheitlicher und freizügiger als  alles, was heute als gesellschaftlich akzeptiert ist und steht den Hippies in nichts nach. Jedoch ist da teilweise, WIE der Geschlechtsverkehr nun auszusehen hat, reglementierter als heute. Und z.B. sind zwar Orgien laut dem Buch erlaubt, aber gleichzeitig ist vorher und nachher eine lange Zeit der Abstinenz vorgeschrieben, wo im religiösen Orden sogar der Gedanke an Sex bestraft wird. (Dies erinnert ein wenig an das Pon Farr bei Star Trek.)

Im Traditionalismus wären die Vulkanier von allen Spezies in Star Trek die Spezies, die als am Maskulinsten gelten würde. Das göttlich maskuline Prinzip ist, dass der Mensch sein Leben für abstrakte Prinzipien geben würde, und gleichzeitig starke Selbstdisziplin aufweist um das Weltliche in ihm zu überwinden. Natürlich gelten die Ritter auch als Maskulin, aber das maskulinste Leben im Traditionalismus ist der Mönch. (Der König wäre auch sehr männlich, ist aber nicht rein männlich, weil der sich noch um ein Volk zu kümmern hat und deshalb sein Leben nicht nur rein abstrakten Prinzipien widmen kann. )

Das göttlich maskuline Prinzip ist auch beschrieben als "in sich ruhendes Prinzip", oder als der "Fels in der Brandung", an das sich andere im Notfall klammern können.  Es gibt da auch den Spruch "Viel in der Welt bewegen und sich selbst da möglichst wenig von seiner Position weg bewegen", oder "Herrschen ohne zu Herrschen".

Die Klingonen wären laut dem Traditionalismus nicht wirklich maskulin, weil die zwar krieger sind, aber sich nicht wirklich beherrschen können und sich zu "bekloppt" verhalten. Deshalb sind die Vulkanier da überlegen.

Die Kultur die das "göttlich weibliche Prinzip" (Fürsorge und Hingabe) bei Star Trek am Besten verkörpert, sind wahrscheinlich die Betazoiden. Deshalb würde, wenn es die Betazoiden in der Realität geben würde, dies wahrscheinlich auch eine Kultur sein, die rituelle Extasetechniken (Entheogene Drogen, Tänze, Sexrituale etc.) verwenden würde, vergleichbar mit dem Tantra auf der Erde.

SSJKamui:
http://www.youtube.com/watch?v=aCgkLICTskQ

Das wäre für Max interessant. Ein Philosoph der sich mit Zukunft und Utopien beschäftigt und postuliert, dass die heutigen Menschen keine wirkliche Ideen einer Zukunft haben, sondern deren Vorstellung einer Zukunft eigentlich immer die Widerholung von etwas aus der Vergangenheit ist.

Max:
Danke für den Hinweis.
Das klingt sehr interessant :)

Navigation

[0] Themen-Index

[*] Vorherige Sete

Zur normalen Ansicht wechseln