Forum > Da gedachte ein zweiter des Satyrs

Opalblau - 07/2379

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--- Zitat von: Max am 14.03.15, 11:45 ---Danke :) Aber ich glaube, dass ist gar nicht so "besonders", wahrscheinlich gar keine Leistung, eben weil das einfach meine Art zu Schreiben ist und nicht wirklich viel mit Fleiß und Arbeit zu tun hat ;)

--- Ende Zitat ---

Na ja, es zeugt aber schon von einer beeindruckenden und zweifellos beneidenswerten Textsicherheit. Vielleicht ist es bei Kurzgeschichten ja ein bisschen anders, aber zumindest bei längeren Texten gehe ich im Laufe der Zeit schon noch so gefühlte zig Mal über jeden Absatz drüber, tausche Worte aus, ändere Formulierungen oder ganze Sätze (und stelle immer wieder verblüfft fest, dass mein jüngeres Ich doch nicht so doof ist, wie ich prinzipiell immer annehme, sodass ich die Textelemente, bei denen ich dachte, sie würden fehlen, und die ich dann, kaum, dass ich sie eingefügt habe, zwei Sätze weiter unten doch noch im Text vorfinde, und somit alles gerade neu Reingeschriebene wieder rauslöschen muss, was in der Gesamtbetrachtung unglaublich Zeit kostet, und wohl auch dazu beiträgt, dass ich immer Jahre brauche, bis ich mit einer Geschichte fertig werde, und, oh mein Gott, ich hoffe dieser ellenlange Schachtelsatz nimmt endlich ein Ende, weil ich den Überblick verloren habe.)

Äh...

Was ich damit sagen wollte... beeindruckend, dass bei der Text sozusagen direkt "sitzt". :)

Max:
Danke, Star, :), aber ich glaube wie gesagt, dass es da einfach unterschiedliche Ansätze gibt, die irgendwie alle zu ihrem "richtigen Ziel" führen.
ABer das mit dem Austauschen von Worten oder Formulierungen, bei denen man am Ende merkt, dass sich unbedingt was gebracht haben, kenne ich auch.
Bei mir gibt es bei den Korrekturphasen manchmal ein ganz merkwürdiges Phänomen: Beim Schreiben passiert es ja schon mal, dass man mit den Gedanken weiter ist und deswegen ein Wort einfach nicht getippt wird; nun neige ich ja zu einem eher umständlichen Stil mit Einschüben oder Inversionen, der mich hin und wieder reinlegt, indem ich beim Korrigieren manchmal meine, da stimme irgendwas nicht, obwohl alles in Ordnung ist  :bash ;) Da denke ich mir dann auch immer mal wieder: "Mensch, vertraue doch einfach dem, was Du damals geschrieben hast"  :Work :keks ;)

VGer:
So lieber Max, hier bin ich, wie versprochen. Die ersten drei Folgen habe ich gelesen während wir im Stau gestanden sind (habe einfach mal chronologisch begonnen ...) und der Urlaub hat gerade erst begonnen, Kommentare kommen allerdings nach und nach weil ich auf dem Tablet schreibe wie ein legasthenischer Schimpanse und das möchte ich Dir nicht und auch sonst niemandem antun.

Dein Schreibstil war mir sofort sympathisch – ich bin ja generell nicht so der Fan von Abenteuer und Kabumm, also weiß ich diese ruhige, fast schon introspektive Erzählweise sehr zu schätzen. Viel passiert ja auch nicht in der Geschichte ... ;)

Ebenso Dein Auge für Details und feinsinnige Beschreibungen. Der Flug der Sonden sticht dabei ganz besonders hervor – auch wenn die Landschaften so anders und befremdlich sind, konnte ich es mir gut vorstellen. Ich finde es großartig, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, einmal etwas ganz anderes zu kreieren – zu oft nehmen Autoren ja den einfacheren und langweiligeren Weg, färben die Bäume blau und schon ist eine Welt vermeintlich außerirdisch, obwohl es sonst aussieht wie in einem beliebigen Park in L.A. oder Berlin.

Wen ich sofort ins Herz geschlossen habe, das ist Commander Heyse. Wobei, eine Frage: was ist denn ein "Einsatzoffizier", das habe ich noch nie gehört? Ist das Deine Übersetzung von "Executive Officer"? Zuerst dachte ich nämlich eher an "Taktischer Offizier", aber später dann ist ein dezidierter Taktiker aufgetaucht?

Wenn ich zitieren darf? Heyse kannte die Flottenpolitik und es war das Schicksal von Raumschiffen wie der Satyr, dass sie großartige Entdeckungen machten, aber auch von einem solchen Glanzlicht zum nächsten eilten und dazwischen immer wieder dort aufzutauchen hatten, wo ihre Leistungen benötigt wurden; die Durchdringung des Neuen, die viel Zeit, viel Mühe, aber auch eine ganz eigene Art der Befriedigung mit sich brachte, bliebe anderen überlassen. – das ist für mich die Schlüsselstelle, die mich irgendwie sehr berührt hat.

Nun gut, das war's fürs Erste auch von mir. Bis bald, bin gespannt auf mehr! :)

Alexander_Maclean:
@v'ger
Ich bin zwar nicht max, aber deine Frage mit dem Einsatzoffizier kann ich dir beantworten.

Das ist der OPS Offizier wie Data oder Harry. Und da finde ich das deutsche Wort sehr schön.

Max:

--- Zitat von: VGer am 04.08.15, 16:54 ---So lieber Max, hier bin ich, wie versprochen. Die ersten drei Folgen habe ich gelesen während wir im Stau gestanden sind (habe einfach mal chronologisch begonnen ...) und der Urlaub hat gerade erst begonnen, Kommentare kommen allerdings nach und nach weil ich auf dem Tablet schreibe wie ein legasthenischer Schimpanse und das möchte ich Dir nicht und auch sonst niemandem antun.

--- Ende Zitat ---
Cool, danke fürs Lesen  :lieb Ich freue mich schon auf die Kommentare und jetzt auch besonders über diesen hier! :)


--- Zitat von: VGer am 04.08.15, 16:54 ---Dein Schreibstil war mir sofort sympathisch – ich bin ja generell nicht so der Fan von Abenteuer und Kabumm, also weiß ich diese ruhige, fast schon introspektive Erzählweise sehr zu schätzen. Viel passiert ja auch nicht in der Geschichte ... ;)

Ebenso Dein Auge für Details und feinsinnige Beschreibungen. Der Flug der Sonden sticht dabei ganz besonders hervor – auch wenn die Landschaften so anders und befremdlich sind, konnte ich es mir gut vorstellen. Ich finde es großartig, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, einmal etwas ganz anderes zu kreieren – zu oft nehmen Autoren ja den einfacheren und langweiligeren Weg, färben die Bäume blau und schon ist eine Welt vermeintlich außerirdisch, obwohl es sonst aussieht wie in einem beliebigen Park in L.A. oder Berlin.

--- Ende Zitat ---
"Opalblau" ist ein wenig ein Spezialfall: Hier habe ich mich mal richtig ausgetobt! Ich persönlich liebe solch eine Weltraumexotik und empfinde es auch als ästhetische Chance, solche 'Bilder' nicht nur als Grafik oder in Sci-Fi-Filmen zu sehen, sondern sie über Worte entstehen zu lassen. Für mich persönlich genügt das fast für eine Geschichte, bei "Opalblau" habe ich das eben noch mit einem kleinen Rätsel verknüpft.
Mir ist es da auch wichtig, den Weltraum als Bühne für etwas wirklich Fremdes ernst zu nehmen und bemühe mich deswegen, neue Landschaften zu schaffen.


--- Zitat von: VGer am 04.08.15, 16:54 ---Wen ich sofort ins Herz geschlossen habe, das ist Commander Heyse. Wobei, eine Frage: was ist denn ein "Einsatzoffizier", das habe ich noch nie gehört? Ist das Deine Übersetzung von "Executive Officer"? Zuerst dachte ich nämlich eher an "Taktischer Offizier", aber später dann ist ein dezidierter Taktiker aufgetaucht?

Wenn ich zitieren darf? Heyse kannte die Flottenpolitik und es war das Schicksal von Raumschiffen wie der Satyr, dass sie großartige Entdeckungen machten, aber auch von einem solchen Glanzlicht zum nächsten eilten und dazwischen immer wieder dort aufzutauchen hatten, wo ihre Leistungen benötigt wurden; die Durchdringung des Neuen, die viel Zeit, viel Mühe, aber auch eine ganz eigene Art der Befriedigung mit sich brachte, bliebe anderen überlassen. – das ist für mich die Schlüsselstelle, die mich irgendwie sehr berührt hat.

--- Ende Zitat ---
Zu Beginn, also als ich die Serienplanung angefangen habe, sollte Heyse, also ein Erster Offizier, die zentrale Figur sein. Ich finde, dieser Posten ist vielleicht sogar der spannendste überhaupt.

ST blieb in meinen Augen sehr oft sehr oberflächlig, aber das ist nicht mal nur negativ gemeint, weil man Abenteuer zu sehen bekam und einige Rätsel gelöst wurden und man mit diesen Lösungen meist auch zufrieden sein konnte. Bei anderen klassischen Sci-Fi-Autoren wird da schon mehr in die Tiefe gegangen, weil die Lösung manchmal erst der Einstieg in weitere Frage ist. "Opalblau" könnte da mMn eben auch eher der Einstieg sein, aber das ist dann nicht mehr die Aufgabe der "Satyr". Ich dachte daran und wie es mir oder wie es einem Heyse gehen muss: Zufrieden, etwas erkannt zu haben, sich auf weitere Entdeckungen freuend, traurig darüber sein, dass man nicht die Gelegenheit hat, eine Sache wirklich zu "durchdringen".

Was den Einsatzoffizier anbelangt, hat Alex die Frage ja schon beantwortet :) Danke, Alex :)


--- Zitat von: VGer am 04.08.15, 16:54 ---Nun gut, das war's fürs Erste auch von mir. Bis bald, bin gespannt auf mehr! :)

--- Ende Zitat ---
Danke :) Ich bin auch schon gespannt :D

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