Autor Thema: Die Utopie als Geschichte - Chancen und Grenzen  (Gelesen 22164 mal)

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SSJKamui

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Antw:Die Utopie als Geschichte - Chancen und Grenzen
« Antwort #135 am: 15.03.16, 22:51 »
Mir ist gerade was aufgefallen zum Thema Utopie als Genre. Ich hab ja geschrieben, warum es wenige Utopien als Film gibt, liegt auch daran, dass in Utopien eigentlich nichts passiert und die Geschichte eigentlich meistens nichts weiter als eine Stadtrundfahrt ist. Mir ist aber gerade folgende Überlegung in den Sinn gekommen: Sind Oculus Rift, Playstation VR etc. vielleicht die idealen Medien für utopische Geschichten? (Gibt ja schon viele Rift Anwendungen, wo man nur fiktionale Orte erkundet, ohne "Spielziel".)

Max

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Antw:Die Utopie als Geschichte - Chancen und Grenzen
« Antwort #136 am: 16.03.16, 10:03 »
Da ist sicherlich was möglich :)
Gibt es nicht schon ein neues Spiel, bei dem man Millionen von Planeten erkunden kann? Weil diese Welten alle vom Computer generiert werden, soll es wohl genug Abwechslung geben :)

Das wäre auch eine Richtung, in die die Utopie gehen kann; das bedeutet aber nicht nur "Stadtrundfahrten".
Ich glaube, dass es gut möglich ist, Geschichten zu verfassen, die sich einfach um das Lösen eines Rätsels und Mysteriums drehen. Das kann auch spannend.
Träumereien siegen immer über das Wirkliche, wenn sie dazu die Gelegenheit erhalten.


SSJKamui

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Antw:Die Utopie als Geschichte - Chancen und Grenzen
« Antwort #138 am: 19.11.18, 13:13 »
https://ef-magazin.de/2018/11/19/13981-die-umwelt-utopie-oekotopia-von-ernest-callenbach-zwischen-guten-ideen-und-linksgruener-ideologie

Ne kleine Ankündigung von mir. Ich werde demächst auch bei meiner Journalistischen Arbeit einige Utopien besprechen. Das erste Werk, was ich mir vorgenommen habe, ist das Buch Ökotopia von Ernest Callenbach. Das nächste Buch wird wahrscheinlich Heinleins "Fremder in einer fremden Welt" werden.

Vielleicht mach Ich auch mal was zu Star Trek. Da werde Ich aber NICHT die Föderation besprechen. Für Traditionalisten gäbe es ein interessanteres Thema: Die Vulkanier.

Max

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Antw:Die Utopie als Geschichte - Chancen und Grenzen
« Antwort #139 am: 20.11.18, 21:55 »
:)
Für Traditionalisten gäbe es ein interessanteres Thema: Die Vulkanier.
Ah, das wäre allerdings auch interessant! ...schon allein deswegen, weil man sich ja fragen darf, wie utopisch die Vulkanier sind, weil man einiges, was bei den Vulkaniern zu beobachten ist, auch mit Zwang in Verbindung bringen könnte.
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SSJKamui

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Antw:Die Utopie als Geschichte - Chancen und Grenzen
« Antwort #140 am: 21.11.18, 10:02 »
Das ist eine Sache, die Grundlegend für den Traditionalismus. Disziplin und Freiheit werden da nicht als Gegensatz angesehen, sondern als Komplementär. Teilweise ist das dort so, dass quasi mehr Freiheit in einem Bereich gleichzeitig mehr Verbote in anderen Bereichen mit sich ziehen.

Bestes Beispiel ist hier das Buch "Eros und das Mysterium der Liebe". Das ist freiheitlicher und freizügiger als  alles, was heute als gesellschaftlich akzeptiert ist und steht den Hippies in nichts nach. Jedoch ist da teilweise, WIE der Geschlechtsverkehr nun auszusehen hat, reglementierter als heute. Und z.B. sind zwar Orgien laut dem Buch erlaubt, aber gleichzeitig ist vorher und nachher eine lange Zeit der Abstinenz vorgeschrieben, wo im religiösen Orden sogar der Gedanke an Sex bestraft wird. (Dies erinnert ein wenig an das Pon Farr bei Star Trek.)

Im Traditionalismus wären die Vulkanier von allen Spezies in Star Trek die Spezies, die als am Maskulinsten gelten würde. Das göttlich maskuline Prinzip ist, dass der Mensch sein Leben für abstrakte Prinzipien geben würde, und gleichzeitig starke Selbstdisziplin aufweist um das Weltliche in ihm zu überwinden. Natürlich gelten die Ritter auch als Maskulin, aber das maskulinste Leben im Traditionalismus ist der Mönch. (Der König wäre auch sehr männlich, ist aber nicht rein männlich, weil der sich noch um ein Volk zu kümmern hat und deshalb sein Leben nicht nur rein abstrakten Prinzipien widmen kann. )

Das göttlich maskuline Prinzip ist auch beschrieben als "in sich ruhendes Prinzip", oder als der "Fels in der Brandung", an das sich andere im Notfall klammern können.  Es gibt da auch den Spruch "Viel in der Welt bewegen und sich selbst da möglichst wenig von seiner Position weg bewegen", oder "Herrschen ohne zu Herrschen".

Die Klingonen wären laut dem Traditionalismus nicht wirklich maskulin, weil die zwar krieger sind, aber sich nicht wirklich beherrschen können und sich zu "bekloppt" verhalten. Deshalb sind die Vulkanier da überlegen.

Die Kultur die das "göttlich weibliche Prinzip" (Fürsorge und Hingabe) bei Star Trek am Besten verkörpert, sind wahrscheinlich die Betazoiden. Deshalb würde, wenn es die Betazoiden in der Realität geben würde, dies wahrscheinlich auch eine Kultur sein, die rituelle Extasetechniken (Entheogene Drogen, Tänze, Sexrituale etc.) verwenden würde, vergleichbar mit dem Tantra auf der Erde.
« Letzte Änderung: 21.11.18, 10:03 by SSJKamui »

 

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