Autor Thema: Gärtner oder Architekt  (Gelesen 1397 mal)

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Alexander_Maclean

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Gärtner oder Architekt
« am: 05.07.15, 13:31 »
George R.R. Martin (für die wenigen unter such die noch nie was von ihm gehört haben, vo ihm ist "Game of Thrones"), war gesternin Hamburg und hatte in einen Interview auch was zu Thema schreiben erzählt.

Hier geht es zum ersten teil des Interiews: http://www.serienjunkies.de/news/grrm-autoren-architekten-grtner-68961.html

Der wichtigste Beitrag war sein Kommentar über Autoren die je nach Person mehr ein Architekt ist oder mehr ein Gärtner.

Ein Arhitekt plant alles vor, während ein gärtner die Geschichte einfach wachsen lässt.

Und daher geht meine Frage an euch.

Was für eina Art Autor seit ihr?

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Ich bin, so denke ich der Gärtner einer Tomatenpflanze. Sie bekommt einen Stab, den Hauptplot als Rankhilfe. Unwichtige neue Zwischentriebe aka unbedeutende nebenhandlungen entferne ich auch. aber ansonsten lasse ich es schon einfach wachsen und bin selber gespannt wohin die Reise geht.
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Fleetadmiral J.J. Belar

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #1 am: 05.07.15, 13:36 »
Ich zähle mich zu den Landschaftsgärtnern. Eine kleine Mischung aus Gärtner und Architekt. Ich lasse der Geschichte zwar ihren Freiraum und sie wachsen und gedeihen aber einen Wildwuchs lasse ich nicht zu. Ich lege auch ab und an Bete an und plane etwas vor, bevor ich es angehe.
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Star

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #2 am: 05.07.15, 13:38 »
Ich halte nichts von entweder/oder. Ich habe bereits beide Varianten probiert, und kann nicht sagen, dass die eine besser wäre, als die andere. Hat beides Vor- aber auch Nachteile. Allerdings gibt es Geschichten, die von der einen Herangehensweise mehr profitieren als die andere, und danach sollte man sich letztendlich richten. Was immer für die Geschichte gut ist. Wer ein zweites Babylon 5 schreiben will, der sollte sich besser vorher hinsetzen und planen. Wer eine schmissige Geschichte schreiben will, kann davon profitieren, vieles offen zu lassen, um genug Spontanität zu gewährleisten. Von daher: kein "Oder". Nur ein "Je nachdem" :) :D
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Alexander_Maclean

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #3 am: 05.07.15, 13:52 »
@star
Es geht ja nicht um das entweder oder.

wobei ich beim Architekten schon ein wenig an david denken musste.

sondern um eine selbsteinschätzung.

Ist aber eine interessante aussage, dass du es anch Projekt angehst.

weil ich eher der ansicht bin, dasses vom typ des Autos abhängt und man gar nicht aus seiner Haut aus kann.

@JJ
Passt zu dir. Große Planungen nur im Detail wird alles mehr fließend.
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Kirk

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #4 am: 05.07.15, 14:17 »
Ich bin eindeutig ein Gärtner, wenn ich zuviel Plane kommt irgendwann die Schreibblockade weil ich nicht genau dahin komme wo ich hin muss damit der Plan aufgeht.
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Kontikinx1404

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #5 am: 05.07.15, 14:18 »
Gärtner oder Architekt. Das ist eine gute Frage. Ich kann mich da Stars ansicht zum teil anschließen.
Es scheint aber auch auf die länge der Story anzukommen. Eine Kurzgeschichte kann man im Kopf, ohne Script, problemlos schreiben.
Das hat bei meiner letzten gut funktioniert. Einen Roman würde ich nicht ohne Script angehen wollen, einfach der länge wegen.

Bei kurzen story wäre ich eher der Gärtner. Bei längeren Storys eher der Architekt.

Roger van Dyke

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #6 am: 05.07.15, 14:33 »
Ich weiß gar nicht, ob man das so verallgemeinern kann.

Der Grundstock ist oft eine spontane Idee, die manchmal einfach angeflogen kommt. Natürlich ist mir klar, dass das alleine nicht reicht. Das Ganze muss mit Leben gefüllt werden. Ich suche dann nach weiteren Ideen, die zum Inhalt passen. Das ist mal ein Geistesblitz oder auch schon eine ganze Szene die einem im Kopf rumspukt. Das zusammengepackt gibt einen roten Faden, praktisch das Skelett der Story.
Aber alles Andere, die ganzen Dialoge, die Beschreibungen, die meisten kleinen Episoden zwischen den Charakteren das kommt dann alles so ganz zwischendurch beim Schreiben.

Ich lege also im Prinzip nur den groben Handlungsablauf fest. und so werden aus 5 bis 10 Seiten schnell mal 400.
=/\=
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Kürzlich war ich in Frankfurt auf der Zeil und habe den Menschen zugehört, die an mir vorübereilten. Da hab ich wieder richtig Sehnsucht nach Deutschland bekommen, wo alle meine Sprache sprechen.

Dahkur

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #7 am: 05.07.15, 14:35 »
:D Mein Lieblingsstreitthema. Zu dem habe ich auf einem anderen Forum schon komplett fruchtlose Zirkeldiskussionen mit einem Vertreter der Architektengilde geführt, bis ich es endlich mal gelernt habe, den Mund zu halten und den Typen labern zu lassen.

Ich bin Wildwuchsgärtnerin. Sowohl bei KGs als auch bei Romanen. Bei mir existiert eine Idee und mit der im Kopf schreibe ich los. Letztens habe ich wieder das "Exposé" meines bisher längsten Romans gefunden, das da lautete: "Bienenvolk - versteckte Absichten - wollen medizinische Hilfe - Hauptdirektive aushebeln." Daraus entstand dann beim Schreiben eine Trilogie, von der bisher zwei Bände mit 140 000 Wörtern existieren, die - nach Meinung meiner Leser - funktionieren.

Ich habe es einmal mit einem ausführlichen Exposé versucht. Das hat bei mir dann leider den Effekt, dass ich keinen Drang mehr zum Schreiben hatte, weil ich ja wusste, wie der Plot läuft. Ich möchte beim Schreiben gerne mitlesen und mich überraschen lassen.

Mir ist völlig klar, dass diese Vorgehensweise bei längeren Projekten gehörig in die Hose gehen kann. Ich würde sie jetzt auch nicht unbedingt jemandem empfehlen, aber es ist meine Art an das Hobby Schreiben heranzugehen.
"I am the sum of my art, therein lies my life." (Duncan Regehr/"A Dragon's Eye")

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Alexander_Maclean

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #8 am: 05.07.15, 15:49 »
Kenn ich irgendwie.

Ich habe noch zwei Krimigeschichten auf Halde. hier lohnt es sich schon etwas mehr zu üplanen. aber denkst du ich habe Lust die zu schreiben.
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Max

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #9 am: 05.07.15, 19:52 »
Ich finde Martins Analogie eigentlich sehr schön, wobei ich sagen muss, dass ich mich dessen ungeachtet eigentlich auch nicht gleich zu einem der beiden "Berufe" zählen würde.
In dem, was Roger schrieb, habe ich mich aber sehr wiedergefunden. Bei mir steht (auch) eine einzelne tragende Grundidee immer im Vordergrund, der Rest funktioniert dann meistens schon so, dass ich mir (zumindest bis zu einer gewissen Anzahl von Seiten) eigentlich keine Sorgen machen muss.


Am Rande bemerkt hat es sicherlich Vorteile, als Architekt unterwegs zu sein, denn bei guter Planung und Umsetzung steht das Gebäude irgendwann, während die Arbeit an einem Garten nie aufhört :))

SSJKamui

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Antw:Gärtner oder Architekt
« Antwort #10 am: 05.07.15, 20:18 »
Bei mir ist ein wenig beides. Auf der einen Seite habe ich bei meinem Film schon einen Plan, was wann passiert. Das hat den Vorteil, dass Ich Anspielungen auf zukünftige Ereignisse verstecken kann. Eine mehr als wichtige Episode wurde sowohl in Episode 1 als auch in Episode 2 vorbereitet. Und an einer Stelle in Episode 2 wird schon versteckt, aber sehr deutlich erwähnt, was im Finale passieren wird. Einige Figuren, die in Episode 2 auftauchen, wurden in Episode 1 schon namentlich erwähnt.

Auf der anderen Seite habe Ich genug Flexibilität integriert, um Teile von Episoden ändern zu können, neue Ideen einzufügen etc.  Manchmal habe Ich auch große Teile des geplanten Plots abgeändert.

Eine Sache, die Ich geändert habe, ist das verstärkte Auftreten politischer Themen. Das war zuerst nicht so geplant gewesen, aber das hat sich einfach so ergeben.

Was auf Vorschlag von Anderen rein gekommen war, war die Stadtansicht mit den vielen Grünpflanzen in Episode 2, das Design des Raumanzugs in der Nachrichtensendung und noch einiges Anderes. Die Dialoge, von wegen "Wie geht es Dir, Karala?" "Bin froh, aus der Kälte rauszusein, bei diesem Sauwetter", sind ebenfalls durch Vorschläge entstanden.
« Letzte Änderung: 05.07.15, 20:23 by SSJKamui »

 

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