Autor Thema: "The Invincible" - Retro-SciFi-Abenteuer nach Stanislav Lem  (Gelesen 1323 mal)

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Tolayon

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Das im 50er Jahre Retro-Stil gehaltene SciFi-Abenteuer-Spiel nach Stanislav Lems Roman "Der Unbesiegbare" dürfte wohl voraussichtlich im Herbst erscheinen ...

Vorab hat ein auf diese Art von Videos spezialisierter Youtuber bereits zwei verschiedene Kapitel als Demo-Versionen durchgespielt. Das fertige Game wird wohl die komplette Romanhandlung nachstellen, wobei ich nicht sagen kann, inwiefern auch von der Vorlage abweichende Handlungen oder gar Enden zur Option stehen werden. Auf jeden Fall ist allein schon die Optik ein echter Hingucker:

The Invincible - A Retro-Futuristic Space Adventure Based on the Hard SciFi Book by Stanislav Lem

THE INVINCIBLE - An Atompunk Hard SciFi Space Thriller Based on the Book by Stanislav Lem! (Update)

Mr Ronsfield

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Ich dachte zuerst an eine Verbindung zu der Comic Serie von Robert Kirkman, die gibts aber scheinbar nicht.
Ich kenn die vorlage nicht, aber das Game sieht gut aus
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Max

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Das erinnert mich doch an was ;) "Das Schicksal des 'Kondor'"!

Es erinnert mich aber auch daran, dass ich den Roman "Der Unbesiegbare" schon seit Monaten im Literatur-Thread vorstellen wollte.
"Der Unbesiegbare" gehört für mein Dafürhalten schon zu den besten Romanen von Stanisław Lem, auf jeden Fall, wenn man abenteuerliche Science Fiction mit technischem Anspruch mag.

Ich glaube, irgendwann gelesen zu haben, dass das Entwicklungsstudio aus Polen stammt. Das schürt so ein bisschen die Hoffnung, dass man sich dem Erbe Lems verpflichtet fühlt. Das würde dem Spiel meiner Meinung nach nur gut tun, weil es ihm im Meer der Sci-Fi-Games einen besonderen Touch geben würde. Schon dass das Spiel einen Retro-Anstrich hat, lässt da viel hoffen. Die Optik ist super und "Zutaten" wie die Hintergrundmusik schaffen die richtige, verstörende Stimmung.

Es steht bei mir ohnehin ein Computerkauf an; ich hoffe doch mal, dass ein neuer Laptop die Systemanforderungen erfüllen wird, denn ich würde "The Invincible" schon sehr genre spielen.


Nach allem, was ich bis jetzt gesehen habe, ist das Spiel schon sehr bemüht, die Handlung der Vorlage aufzugreifen.
Ich weiß nicht, ob das bis zum Schluss funktionieren wird. Der Roman-Plot bietet genug Stoff für ein spannendes, eigentlich sogar action-geladenes Spiel. Aber um dem Spiel einen typischen Klischee-Show-Down zu geben, müsste man ein gutes Stück weit vom Roman abweichen, würde ich sagen. Da "The Invincible" aber kein Ego-Shooter ist, darf man hier wirklich optimistisch sein.

Ganz der Vorlage entspricht das Spiel aber schon mal deswegen nicht, weil im Buch keine Frauen vorkommen - kleiner Interpretationsspoiler: der Planet selbst, Regis III, bekommt vom Autor feminine Attribute zugeschrieben (vgl. Glasenapp: Femina Astralis, in Düring (Hrsg.) / Jekutsch (Hrsg.): "Mensch, Denker, Schriftsteller").
Gut, dass das Team in diesem Punkt von Lems Weltbild, das in dieser Hinsicht rückständig war, abweicht.
« Letzte Änderung: 23.07.23, 11:11 by Max »

Tolayon

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Das Game soll am 6. November veröffentlicht werden ... Hier sind schon mal vorab über zwei Stunden Spieldurchlauf, soweit ich verstanden habe stellt die Handlung eine Art Vorgeschichte zum Roman dar (oder ist sie doch eher ein Teil davon?).
Auf jeden Fall will der Youtuber noch zwei weitere Videos veröffentlichen, was mit diesem hier auf insgesamt 7 bis 8 Stunden Gameplay kommen soll (die man sich natürlich nicht alle ansehen muss, aber es zeigt, was in diesem Spiel alles steckt).

=> http://www.youtube.com/watch?v=--pFZbzK4U4
« Letzte Änderung: 04.11.23, 22:57 by Tolayon »

Max

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Das Game soll am 6. November veröffentlicht werden ... Hier sind schon mal vorab über zwei Stunden Spieldurchlauf, soweit ich verstanden habe stellt die Handlung eine Art Vorgeschichte zum Roman dar (oder ist sie doch eher ein Teil davon?).
Ich habe mir nur Ausschnitte angeschaut, weil ich schon überlege, mir das Spiel zuzulegen (falls mein Computer noch schnell genug dafür ist). Aber es macht tatsächlich den Eindruck, als folge man hier nicht der Crew des namengebenden "Unbesiegbaren", was dann also wirklich für eine Vorgeschichte spricht.

Tolayon

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Wobei die Vorgeschichte wahrscheinlich vor allem in dem zuletzt geposteten Video mit dem über zweistündigen Gameplay stattfände. Schon gegen Ende des Videos sieht man einen offenbar von der "Invincible" stammenden Kampfroboter ...

Aber wie es aussieht, ist der Spielercharakter womöglich in allen Abschnitten/ Kapiteln die Biologin der "Dragonfly", des wesentlich kleineren konföderierten Schiffes; allerdings müsste sie dann in den späteren Kapiteln mit der Besatzung des titelgebenden Schiffs interagieren.

Im Prinzip ist diese Adaption nicht viel anders als ein Film, wo zum Teil schon mal fast gar nichts mehr von der Romanvorlage erhalten bleibt. Aber auch wenn ich selbst Stanislav Lems Roman nicht gelesen habe, glaube ich kaum, dass die Entwickler dieses auf ihn basierenden Spiels zu sehr von der Handlung abweichen. Alle wichtigen Elemente - wie der Planet mit den metallischen Lebensformen und wie gesagt auch die "Invincible" selbst - sind vorhanden, und die Retro-Ästhetik trägt in meinen Augen noch einmal zur allgemeinen Glaubwüwrdigkeit bei.

Max

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Ich glaube auch, dass der eigentliche Science-Fiction-Aufhänger rund um den Planeten und was dort vor sich geht - also die Lösung des Rätsels - dem Buch von Stanisław Lem entsprechen wird.
Allerdings frage ich mich, was die Entwickler aus dem Ende machen werden. Das trägt im Roman durchaus dramatische Züge, aber ich weiß nicht, ob es Spielern (und "Zuschauern") heutzutage genügt.

Ein paar Veränderungen fallen aber schon ins Auge. Ich weiß zum Beispiel nicht, was das mit dieser "Konföderation" soll. Da wird eine Ebene aufgemacht, die es im Buch überhaupt nicht gibt und die ich persönlich auch für unnötig halte.

Aber es ist wirklich schön zu sehen, dass alles dank der Retro-Optik einen besonderen Charme erhält.
Das ist wie mit "Der Krieg der Welten" von H.G. Wells, das in der Spielberg-Version so viel an Kraft verliert, weil es in die Gegenwart übertragen wurde. Sicher, aus Sicht von Wells spielte die Geschichte in seiner Gegenwart und Lem hat bei "Der Unbesiegbare" auch an eine Zukunft gedacht, die aus seiner Warte heraus betrachtet top-modern war. Dennoch macht es das Produkt besonders, wenn es als Kind seiner Entstehungszeit verstanden wird, finde ich.
« Letzte Änderung: 05.11.23, 23:48 by Max »

Tolayon

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Ich habe jetzt zwar nicht den Roman gelesen, aber nach dem Anschauen aller drei Durchspiel-Videos von "Alpha Beta Gamer" sind mir folgende (höchstwahrscheinliche) Unterschiede in der Spiel-Adaption aufgefallen:

1. Das titelgebende Schiff wird im ganzen Spiel tatsächlich nur erwähnt und taucht allenfalls in einem der möglichen Enden praktisch als "Cameo" auf.

2. Anstelle der "Invincible" ist hier die "Kondor" auf dem Planeten gestrandet, ein Quasi-Schwesterschiff, vielleicht geringfügig kleiner, aber immer noch imposant und in der bekannten 50er Jahre Retro-Optik gehalten.

3. Der Titel "The Invincible" scheint sich hier - grammatikalisch nicht ganz korrekt - in erster Linie auf die metallenen Schwarm-Wesen/ "Fliegen" zu beziehen, die sich selbst durch abgefeuerte Atomraketen nicht beeindrucken lassen.

4. In Stanislav Lems Romanen scheint die Menschheit komplett geeint zu sein, aber hier ist sie aufgespalten in eine "Allianz" (die Fraktion mit den großen Brummern, einschließlich der Invincible) und der "Konföderation" ("Commonwealth"), aus deren Perspektive praktisch die gesamte Handlung erzählt wird.

5. Es fließen in einigen Konversationen auch modernere Themen mit ein, wie Feminismus und KI (wobei Letzteres womöglich auch schon im Roman angeschnitten wird bzw. generell in Lems Werken). Die Hauptperson ist auch eine Astro-Biologin, und ich bin mir bei Lem zwar nicht ganz sicher, aber meines Erachtens nach bestanden die Besatzungen in seinen Romanen praktisch ausschließlich aus Männern.



 

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