Science Fiction, 3D Modelling & Fan Fiction

FanFiction => Autorentipps => Thema gestartet von: ulimann644 am 30.08.09, 14:47

Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: ulimann644 am 30.08.09, 14:47
Hier möchte ich ein wenig über den ( Spannungs )Aufbau einer geplanten Story eingehen. Natürlich gibt es hier kein Patentrezept, aber ein gewisses Muster lässt sich doch, gerade in Actionlastigen Geschichten immer wieder beobachten:

Ein gern benutzter Aufbau:

1. Ein steiler Spannungsanstieg; der erste Feindkontakt - meist verbucht hier erst einmal der Gegner den Triumph.
2. Abflachen der Spannungskurve und ein etwas genaueres Beschreiben der allgemeinen Lage.
3. Die Planungsphase - hier finden sich die Helden zusammen und überlegen was zu tun ist. ( Mit einem Seitenblick was der Gegner derzeit macht )
4. Eine zweite erneute Kontaktaufnahme zum Feind.
5. Das hineinreiten der Heldenpartie in größere Schwierigkeiten denen man in...
6. ...nur mit Mühe und Not entkommt - manchmal erleidet man hier einen schmerzlichen Verlust
7. Der Anstieg der Spannungskurve - man trifft sich zur finalen Auseinandersetzung ( Eventuelle erneute Verluste inklusive )
8. Das mehr oder weniger glorreiche Ende derer, die überleben.

Sicher gibt es auch Abweichungen oder Erweiterungen dazu, aber dieses Grundgerüst kann man oft - gerade in Filmen - beobachten. ( Zum Beispiel benutzt \"Star Wars Episode 4\" genau diesen Aufbau )
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: David am 12.08.10, 21:43
Zitat
Ich hoffe, es ist okay, wenn ich meine Taktik zum Aufbau einer Story hier mit einfüge und keinen neuen Thread extra aufmache.
Ich finde es passt hier gut rein


Ich organisiere das zumeist in einem *.odt-Dokument von OpenOffice.
Dabei teile ich das in bestimmte Punkte auf:
=A=

So in etwa sieht btw. meine Skriptdatei für einen Roman aus.
Fertige Szenen werden dabei nicht gelöscht, sondern einfach durchgestrichen.
Übersprungene Szenen rot gefärbt.
Probleme oder unfertige Szenen grün

Die Datei zu \"Opferung\" umfasst momentan 6 Seiten.

Vielleicht ist diese Veranschauung meiner Vorgehensweise ja für den ein oder anderen von euch ma ganz hilfreich, besonders, wenn ihr ma den Überblick über euer Werk verliert oder einfach nicht wisst, wie ihr mit vielen Ideen schon im Vorfeld eines Roman umgehen sollt.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Will Pears am 13.08.10, 14:01
Tja.. ich bin im Moment dabei, einen handlungsbogen auf eine Story zu spannen, wo keine Feinde auftauchen. Es handelt sich dabei um die Pilot-Folge meiner FF-ST-Serie..

- Einführung von zwei Charakteren in konträren Situationen

- Eingriff in das Leben eines der Charaktere (Kommandoübernahme eines wichtigen Projekts; in meinem Fall Schifssaustausch mit der Romulanischen Flotte)

- Vorstellung von 1-2 Charakteren

- Aufeinandertreffen der beiden konträren Charaktere und Veränderung der Leben beider Charaktere

- Beginn der eigentlichen Handlung (Start des Projekts)

- Soap-Phase 1: (Zusammenleben der Crew; Vorstellung von unwichtigeren Charakteren, kleinere Plots)

- Spannungshöhepunkt 1: Diplomatisches Aufeinandertreffen = Empfang (für die Serie wichtige Polit. Personen, Militärs, usw. der randeren Fraktion beziehen Position gegenüber dem Projekt)

- Soapphase 2: Erkundung der für die Serie häufiger auftretenden Lokalität (in meinem Fall Romulus); 1 weiterer Charakter

- Spannungshöhepunkt 2: Diplomatisches Aufeinandertreffen = Bankett (weniger Personen als bei Empfang; Festlegung der Missionen im Zuge des Projekts)

- unterschwellig wird die geheime Gefahr dargestellt/angedeutet, bleibt der Crew jedoch verborgen (Shinzon)

- Cliffhanger: Die 1. wirkliche Mission steht bevor und der Hauptcharakter hält eine Rede zum Abschluss

Ich weiß, dass das kaum an ulimanns Handlungsbogen rankommt und sehr verworren ist. Aber ich würd gerne andere Ideen für Pilotfolgen hören

mfg,
Daniel
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: David am 13.08.10, 14:05
Also ich finde, dein Konzept ist schon recht gut.
Das wichtigste IMO ist, dass man nicht zu sehr durchplant, um sich chancen offen zu halten, wenn man doch ma watt verändern will.

Einen konkreten Tipp kann ich dir leider nicht geben, da ich mit Pilotromanen immer so meine Schwierigkeiten hatte, was auch der Grund ist, dass ich keine FF-Serien mehr schreibe und schreiben möchte.

Da sind Einzelromane einfacher.

=A=

Ansonsten denke ich, dass du natürlich selbst wissen musst, in wie weit im Voraus du deine Story planen willst.

Ich selbst habe schlechte Erfahrungen damit gemacht, alles von vorn bis hinten durchzuplanen.

Aber wenn du damit klar kommst... kein Ding.

Ich bin gespannt, was du daraus zauberst.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Visitor5 am 13.08.10, 14:09
Ich bin von der Idee einer zu langen Geschichte auch abgekommen und schreibe sie nun als Kurzgeschichten.

Sicher zieht sich die Handlung durch alle Teile hindurch, die Charaktere verändern sich, aber dennoch sind sie eigentlich in sich abgeschlossen, behandeln eine Situation oder zwei, und das war\'s.

Es ist verdammt kraftraubend, wenn man an einer Stelle nicht weiterkommt, aber man mindestens zwanzig Ideen für einen späteren Zeitraum hat. :D
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: David am 13.08.10, 14:12
Zitat
Original von Visitor5
Es ist verdammt kraftraubend, wenn man an einer Stelle nicht weiterkommt, aber man mindestens zwanzig Ideen für einen späteren Zeitraum hat. :D



Sach ma, kannst du Gedanken lesen?!?  8o
Genau so geht es mir meistens auch.

Zum Bleistift:
Ich weis schon ziemlich genau, wie ich eine Reihe von Szenen in einem Wald im Hauptteil der Story schreiben will, dat is alles schon seit Monaten im Kopf.

Aber im Moment, noch weit von der Handlung auf dem Planeten entfernt, da geht das ziemlich zäh voran.

Könnte man ja glatt ma einen wissenschaftlichen Essay drüber verfassen.  :D
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Alexander_Maclean am 13.08.10, 14:22
Wenn man aber ein Storyauugbau hat, kann man doch die Szenen \"vorschreiben\".

zumnindest mache ich es so.

bsp: Morning Star Entscheidungen II

aktuell 53 Seiten (gut 52einviertel ;) )

Drei Kaptiel sind noch nicht ganz fertig. Und bei einen muss ich die einleitung neu schreiben. Aber das letzte Kapitel steht schon.


Und dann habe ich noch eine xtratdatei für sogenannte \"Splitter\", szenen die mir spontan eingefallen sind, die ich mir für später aufhebe.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Visitor5 am 13.08.10, 14:26
Naja... zuerst war es eine Geschichte, die nicht recht in mein Universum zu passen schien und ein weiser Mann brachte es wie folgt auf den Punkt:

Zitat
Wie wäre es, wenn du die KuGe unabhängig von deinem \"Kontinuum\" schreibst?

Dann wäre sie aus deinem Kopf und du könntest dich besser auf dein anderes Werk konzentrieren.


Das gab den Anstoss, die Ideen die ich habe als Kurzgeschichten zu verfassen und sie, ähnlich einem Säckchen Perlen, auf eine Schnur aufzuziehen...

Dies passt perfekt in mein Konzept und zu meinem Stil, scheint aber die Leserschaft nicht wirklich zu beglücken... :D


Edit: \"Deutsche Sprache... \"
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Drake am 15.10.10, 21:52
Ein Thema das ich persönlich als ebenso reizvoll wie wichtig finde ist die \"Wendung\". Grob gesagt, man versucht, dem Leser etwas zu geben, was er so nicht erwartet hat. So ein Moment kann in mehreren Variationen auftauchen (darauf gehe ich später weiter ein), hat aber generell den Sinn, zu überraschen. Damit so etwas funktioniert braucht man natürlich ein gewisses Maß an Planung, sei es in Bezug auf die Story selbst oder einen größeren Handlungsbogen. Man muss wissen, wohin man mit dem Plot will und wie man diesen Moment schrittweise aufbauen kann. Aber letztendlich lohnt es sich, weil man die Befriedigung hat, dass der Leser beeindruckt sein wird, was man sich da zurechtgesponnen hat.

Da ich mir durchaus anmaße, auf dem Gebiet ein paar Erfahrungen (sowohl als Leser, als auch als Autor) zu haben, möchte ich das mal en Detail aufdröseln und vielleicht ein paar nützliche Tipps verteilen und Beispiele geben. Aus Spoilergründen greife ich da aber lieber nicht auf mein eigenes Repertoire zurück. ;)

Also, welche Ausprägungen gibt es (ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber diese drei mag und benutze ich besonders gerne)?

1. Der \"Xanatos-Gambit\"

Eines meiner Lieblingsstilmittel, das aber gleichzeitig auch am schwersten durchzuziehen ist. Wem der Begriff nichts sagt, der Name kommt vom Charakter des David Xanatos aus der Zeichentrickserie \"Gargoyles\", der für diese Art Taktik berühmt war (und netterweise von Jonathan \"Riker\" Frakes gesprochen wurde). Standardmäßig ist das eine Bösewicht-Taktik, aber durchaus auch für Helden anwendbar.

Der Xanatos-Gambit umfasst zwei aufeinander aufbauende Pläne, oder auch einen Plan mit zwei möglichen Ausgängen. Alles dreht sich darum, dass der Planer von beiden (oder allen) möglichen Ausgängen profitiert, wobei idealerweise zunächst nur ein Teilplan sichtbar ist. Dieser \"offene\" Plan ist der, den der Leser (und die Helden/Bösewichter) kennt. Egal wer ihn ausführt, dieser Plan wird von der Gegenseite zu sabotieren versucht und zwar erfolgreich. das ist einfach, aber dann beginnt der schwierige Part: In dem Moment der Niederlage oder kurz danach muss offenbart werden, dass der Planer in Wahrheit noch einen anderen, \"geheimen\" Plan hatte und durch Durchkreuzung des \"offenen\" dieser \"geheime\" Plan entweder aufgeht oder vorangetrieben wurde.

Nehmen wir ein Beispiel, das viele kennen dürften, nämlich Star Wars, konkret den Klonkrieg.

Palpatine aka Darth Sidious hat dort eine Position inne, die es ihm erlaubt, egal was passiert, vom Ausgang des Krieges zu profitieren. Er sitzt als Kanzler mit Notstandsvollmachten auf dem Chefsessel der Republik, gleichzeitig dirigiert er als Sidious die Separatisten. Egal wer gewinnt, er bleibt an der Spitze sitzen und kann seine Feinde die Jedi ausrotten (durch Order 66 oder durch den Sieg der Separatisten). In diesem Beispiel kennt der Zuschauer natürlich durch die Originaltrilogie die Identität von Sidious, aber man stelle sich vor, das wäre ihm unbekannt: In dem Moment in dem Palpatine als Sidious enttarnt wird, hat der Leser einen Schock-Moment, denn ihm wird klar, dass Palpi das alles geplant hat und er gewinnen wird, egal was passiert.

Die Schwierigkeit liegt darin, diese Pläne sorgfältig darauf abzuklopfen, dass möglichst wenig schiefgehen kann. Wenn man eine Schwachstelle übersieht und der Leser denkt: \"Ja, das hat aber nur funktioniert, weil er einfach Glück hatte!\", dann ist der ganze Effekt für die Katz. Das erfordert eine Menge Planung und kontinuierliches Abklopfen des eigenen Plans.

Ein besonderer Vorteil dieses Stilmittels (und mit der Grund, warum ich es so sehr mag) ist, dass der Leser den Eindruck bekommt, dass der Planer intelligent ist und mitdenkt. Das ist besonders nützlich, wenn es sich um einen Bösewicht handelt, da intelligente Bösewichte leider immer noch eher rar gesäht sind.
Der andere Vorteil ist, dass man den Helden einen Scheinsieg gönnt und gleichzeitig dem Bösewicht einen eigenen Sieg verschafft. Das wirkt der Abnutzung entgegen, die jeder Antagonist hat, der zu oft den Kürzeren gegen den Helden zieht (s. die Borg in Trek, oder diverse effektiv zu Lachnummern verkommende Kinderserien-Bösewichte).

2. Foreshadowing

Ein sehr schönes Fremdwort, das im Prinzip nichts anderes bedeutet als \"Andeutungen\", hier speziell in Bezug auf spätere Plotereignisse. Das ist mit etwas Planung sehr einfach abzuziehen und ich denke viele haben es schon in der einen oder anderen Variation benutzt. Dennoch, es lohnt, sich darüber gesondert Gedanken zu machen, aus Gründen die weiter unten erläutert werden.

Diesmal ein klassisches Beispiel: MacBeth

Der Hauptcharakter bekommt prophezeit, dass \"kein Mann, geboren von einer Frau\" (sinngemäße Übersetzung des englischen \"No man from a woman born\") ihn töten könne und ist natürlich dementsprechend übermütig. Bis er dann doch getötet wird und von seinem Gegner gesagt bekommt, dass er \"aus dem Leib seiner Mutter gerissen\", also per Kaiserschnitt und nicht \"von einer Frau\" geboren wurde.
(Eine einfacher gestrickte Variation davon findet sich im Herrn der Ringe: Der Hexenkönig prahlt, dass kein Mann ihn töten könne, Eowyn antwortet lapidar sie sei kein Mann und erledigt ihn)

Das erklärt auch direkt, worum es dabei geht: Idealerweise darf der Leser nicht merken, dass das was man ihm da hinwirft etwas wichtiges ist, bis er dann ein paar Absätze/Stories weiter merkt, dass sich da schon lange im Hintergrund etwas zusammengebraut hat. Bei sowas muss man sich in die Lage des Lesers versetzen können und sich darüber im klaren sein, was er a.) gerade weiß (wir Autoren wissen ja meistens mehr als er) und b.) was er erwartet. Dieses Wissen (bzw. Unwissen) und die Erwartungen nutzt man für dieses Stilmittel aus, entweder indem man die andeutung nur in einem Nebensatz einstreut oder indem man eine Aussage bewusst so doppeldeutig formuliert, dass er auf eine falsche Fährte gelockt wird.

Was hierbei schiefgehen kann, ist dass man zuviel verrät, oder die Andeutung zu offensichtlich und durchschaubar macht. Immer dran denken, das funktioniert nur, wenn der Leser später denkt: \"Moment, da war doch vorhin schon mal was! *Zurückblätter* Das ergibt ja auf einmal alles einen Sinn!\" Prophezeiungen oder Vorhersagen sind eine sehr klassische Art das zu erreichen (s. das Beispiel), können aber auch nach hinten losgehen, eben WEIL sie schon so oft verwendet wurden.
Also aufpassen. ;)

3. Plot-Coupons

Diese kleinen Biester sind eng verwandt mit dem Foreshadowing und ich glaube jeder der schonmal eine klassische Detektivgeschichte der Marke Sherlock Holmes gelesen hat dürfte sich etwas darunter vorstellen können. Es sind minimale Hinweise, die direkt auf eine Lösung hinarbeiten. Der Unterschied ist, dass Plot-Coupons für die Lösung des Problems wichtig bis unverzichtbar sind, Foreshadowing dagegen nur ein \"netter Bonus\". Auch hier ist das Ziel ein \"Aha!\"-Erlebnis für den Leser.

Ein Beispiel hatte ich ja schon genannt: Sherlock Holmes, der seine Fälle löst, weil er wichtige Details bemerkt und zusammenführt, die den anderen (und dem Leser) verborgen bleiben, bis Holmes seine Beweiskette herunterrappelt und den Täter überführt.

Hier ist die Hauptschwierigkeit die Hinweise so einzubauen, dass es später nicht so wirkt als habe man sie beider Auflösung erst aus dem Hut gezaubert, aber sie trotzdem beim ersten Durchlesen unscheinbar sind. Gesprochene Hinweise kann man in Dialogen über ein eigentlich anderes Thema (oder in einem Nebensatz) verstecken, Gegenstände oder andere Hinweise in Beschreibungen der Umgebung. Es muss sich so lesen, als würde man eigentlich die ganze Zeit von etwas anderem schreiben, dem der Leser gerade keine echte Bedeutung für die Lösung des Problems beimisst. Außerdem ergeben idealerweise nur alle Coupons zusammen die Lösung, damit der Leser nicht zufällig beim Stolpern über einen einzelnen die Lösung erkennt, die man eigentlich erst Seiten später enthüllen wollte.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: SSJKamui am 16.10.10, 14:35
Ich stimme zu.

Irgendwie erinnern mich manche Ausdrücke, die du verwendet hast an die Lexikonseite \"TVTropes.com\". Besonders der Begriff \"Xanatos Gambit\" kommt mir sehr bekannt vor.

Die Seite ist teilweise wirklich echt nützlich bei der Planung von Geschichten. Zum Beispiel hatte ich mein Caine Konzept zu seiner aktuellen Form entwickelt nachdem ich dort einige Artikel zu Alienkonzepten las.

So ein Xanatos Gambit hatte ich in meiner ersten Star Trek Fanfic eingesetzt. Da wurden die Q Opfer einer solchen Falle und wollten den Plan einer anderen Spezies aufhalten. Erst am Ende erfuhren sie, dass diese andere Spezies die Aktionen der Q genau eingeplant hatte, weshalb die Q genau das auslösten, was diese Spezies wollte. (Und das war mehr als \"ungemütlich\", um es mal so zu sagen.)
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Fleetadmiral J.J. Belar am 16.10.10, 14:37
@ Drake

Toller Post. Und sehr lehrreich.
Ich denke, ich werde mich irgendwann mal an das Xanatos Gamit wagen. Denn diese Form der Verwicklung liebe ich sehr. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ich mir damit im Moment noch die Zähne ausbeiße.

Gruß
J.J.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: SSJKamui am 16.10.10, 14:40
Zitat
Original von Fleetadmiral J.J. Belar
@ Drake

Toller Post. Und sehr lehrreich.
Ich denke, ich werde mich irgendwann mal an das Xanatos Gamit wagen. Denn diese Form der Verwicklung liebe ich sehr. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ich mir damit im Moment noch die Zähne ausbeiße.

Gruß
J.J.


Ja, ich liebe diese Pläne auch sehr. Gerade beim Thema Zeitreisen nutzte ich dieses Thema häufig, dass die Antagonisten die Protagonisten häufig zu Zeitreisen verleitet haben, da diese so glaubten, sie könnten die Antagonisten aufhalten, was dann aber das Gegenteil auslöste. (Komischerweise verleiten mich gerade Zeitreiseplots immer zu solchen Ideen.)
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Fleetadmiral J.J. Belar am 16.10.10, 14:48
Zeitreisen scheinen in der Tat für solcherlei Pläne geradezu prädestiniert zu sein.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: SSJKamui am 16.10.10, 15:02
Zitat
Original von Fleetadmiral J.J. Belar
Zeitreisen scheinen in der Tat für solcherlei Pläne geradezu prädestiniert zu sein.


Ja, das stimmt wirklich. Eine Frage, die sich mir gerade stellt ist ob man vielleicht mal einen Plot aufziehen kann, in dem die Guten so einen Plot nutzen gegen die Feinde und es erst in der letzten Sekunde klar wird, dass sowohl die Protagonisten als auch die Antagonisten von einer höherrangigen Person so reingelegt wurden.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Fleetadmiral J.J. Belar am 16.10.10, 15:10
Das wäre mal was innovatives. Die Idee gefällt mir. Ich sehe mich nur im Moment außer Stande, sowas kompliziertes umzusetzen. Aber das wäre echt mal ein Versuch wert.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: SSJKamui am 16.10.10, 15:25
Zitat
Original von Fleetadmiral J.J. Belar
Das wäre mal was innovatives. Die Idee gefällt mir. Ich sehe mich nur im Moment außer Stande, sowas kompliziertes umzusetzen. Aber das wäre echt mal ein Versuch wert.


Ja, besonders da diesmal alles auf der Seite der Guten geplant währe würde es schwerer sein, das gut durchzuziehen.

Manchmal kommt man aber wenn man gewisse Verhältnisse bei solchen Plotelementen umdreht aber wirklich auf sehr innovative Ideen.  

Diese Seite, die ich vorher eben mal erwähnt hatte, TVTropes ist teilweise durch deren Artikel eine gute Hilfe für solche Überlegungen: http://tvtropes.org/pmwiki/pmwiki.php/Main/XanatosGambit

Das hat mir schon mehrfach sehr geholfen, auf einige gute Ideen zu kommen.
Titel: Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Visitor5 am 16.10.10, 16:51
Hm, ich finde Drake hat das ist sehr gut niedergeschrieben und erklärt.

Ich halte es auch gerne so, dass in meinen Geschichten immer wieder Personen auftauchen, scheinbar in \"Nebenrollen\"... :D

Darsha steckt zwar mittendrin in diesem Netz, aber bislange konnte ich ja nur einen kleinen Teil darlegen, weil ich die Geschichte ja aus ihrer Perspektive erzähle. ;)
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: SSJKamui am 08.08.11, 14:40
Was mir teilweise sehr geholfen hat in vielen Fällen war der Aufbau des Monomythos (auf dem unter Anderem auch Star Wars basiert) im ersten Bereich:

1. Die Situation vor dem "Ruf"
Die Welt ist aus irgendeinem Grund nicht "in Ordnung", genau so wie das Leben des Protagonisten.

2. Der Ruf zum Abenteuer
Irgendwie ergibt sich eine Situation wo der Held die Frage bekommt, ob er seinen "Auftrag" annehmen will oder nicht. (Mit Auftrag meine ich in die Geschichte hinein kommen, im Plot eine Rolle spielen.) Dazu muss vorher eine Situation geschaffen werden, in der die Frage gestellt wird. Die Frage muss auch nicht explizit sein, sie kann auch implizit sein.

Beispiele: Pike fragt Kirk in Star Trek 11 ob er der Sternenflotte beitreten will, Luke Skywalker findet in Star Wars die Nachricht von Leia, Morpheus kontaktiert Neo in der Matrix

Man kann den Ruf auch sogar umgekehrt haben, das der Held gesagt bekommt, er solle nicht aufs Abenteuer gehen und der Held das Ganze dann Umdreht. (Beispielsweise in 300 der Diplomat, der Leonidas mitteilt das quasi der Ruf doch Wahnsinn sei und Leonidas antwortet "Das ist Wahnsinn? Nein. Das ist ..." ihr wisst schon was gemeint ist. )

3. Die Weigerung
Der Held sollte mindestens einen Grund haben, warum er den Auftrag nicht annehmen kann, entweder aus sich heraus (Beispiel Shinji Ikari aus Neon Genesis Evangelion hat Angst, glaubt er sei der Mission nicht gewachsen, glaubt alle anderen nutzen ihn nur aus) oder Extern als "Verweigerung". (Luke bei Star Wars muss bei der Ernte helfen, Naruto aus der gleichnamigen Serie wird nicht an die Ninja Akademie aufgenommen, Randi im Spiel Secret of Mana darf das Schwert nicht nehmen, Ark aus Terranigma darf nicht in die "Verbotene Tür".)

Der Held wägt ab und entscheidet sich danach erstmal für den Ruf. Oder aber der Held wird in den Ruf gezwungen. (In Secret of Evermore activiert sich die Maschine von allein und bringt den Helden so oder so in die andere Welt.)

Die Weigerung kann auch nach der "Zusage" kommen, nach dem Motto, es ist mir doch zuviel. Bei Military Science Fiction kommt das Häufig durch ein versuchtes Desertieren/Fahnenflucht. Da gibt der Held quasi vorher nur eine vorläufige Zusage und ist sich noch nicht hundertprozentig Sicher, was er aber erst nach dem Desertieren wird.

4. Die Hilfe
Am Anfang ist der Held noch schwach und nicht in der Lage seine Mission zu erfüllen, was ihm vor Augen geführt wird dadurch, das er in eine brenzliche Situation kommt und auf die Hilfe anderer angewiesen ist um zu überleben. Häufig wird dieser Helfer dann auch der Lehrmeister des Helden.

5. Die Schwelle/die erste Prüfung
Damit das Abenteuer losgehen kann und der Held vom normalen Leben endgültig in der Held endgültig in das Heldenleben übergeht muss der Held vorher eine Prüfung bestehen. Das muss nicht unbedingt Kampf sein. Es kann auch wie in Star Wars 4 bedeuten, man findet jemanden der einen aus der Heimat wegbringt und in die neue Welt bringt zum Ziel der Mission.

6. Der Bauch des Wahls/Die Nahtoderfahrung
Am Ende muss der Held ein mal mit dem fast unausweichlichen Tod konfrontiert werden um endgültig zum Helden zu werden und das zu bekommen, was man als Held braucht. (In Mythen ist das bekannteste Beispiel dafür wohl der Kampf von Siegfried gegen den Drachen, wodurch Siegfried seine Panzerung erhält.) Sehr häufig ist diese Begegnung durch eine Art riesiges, starkes Ungeheuer erfüllt, gegen das der Held kämpfen muss.  (Sehr häufig in RPG Computerspielen, wo man solche Wesen als Endgegner besiegen muss um dann irgendein McGuffin Item zu bekommen was einen als Held weiterbringt. ) Man braucht aber kein Monster um dieses Element zu nutzen. Die Mako Vergiftung von Cloud in Final Fantasy 7 oder die Reise durch die Zone im russischen Film Stalker kann man eigentlich auch ähnlich interpretieren.

Man kann Elemente daraus auch verschieben und muss die Punkte nicht in dieser Reihenfolge abarbeiten. Man könnte auch Punkte wiederholen und dem Helden nacheinander mehrere Monster auf den Hals hetzen. Dieses Schema hilft mir gerade bei "Origin Stories" extremst, insbesonders wenn mir nichts mehr einfällt. (Da die Charaktere da noch nicht etabliert sind gehören Origin Stories sowieso zum Schwersten.)
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: ulimann644 am 08.08.11, 15:26
Ich würde sagen dieses Schema ist nur für eine gewisse Art von Erzählung anwendbar - die der klassischen Heldensage (sei das nun in einer Fantasy-Welt, oder aber in der SF)

Für meine Geschichten kann ich damit nur bedingt etwas anfangen - wohl am ehesten noch für "Das Paranetz". Da erkenne ich gewisse Ähnlichkeiten. Vielleicht auch noch ganz grob für "Lockruf der Sterne"

Alle anderen Geschichten und Serien von mir funktionieren weniger nach diesem Schema...
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Lairis77 am 08.08.11, 15:52
Passt natürlich nicht auf alle Arten von Geschichten ... aber irgendwie ziemlich gut auf "Resistance" :D.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: SSJKamui am 08.08.11, 16:05
Ich würde sagen dieses Schema ist nur für eine gewisse Art von Erzählung anwendbar - die der klassischen Heldensage (sei das nun in einer Fantasy-Welt, oder aber in der SF)

Ja, da ist was dran. Dieses Schema entstammt auch einer Wissenschaftlichen Untersuchung was Heldensagen unterschiedlicher Länder gemeinsam haben basierend auf den Theorien des Psychologen Carl Gustav Jung, der der Meinung war das es bestimmte Symbole in Mythen gibt, welche sich widerholen, auch in unterschiedlichen Ländern. (Ein Beispiel was mir aufgefallen war war die Geschichte vom gallanten Yiraiya aus Japan, wo ein Schüler eines alten Meisters von einer Schlange zum Bösen verführt wird. Da taucht das Symbol der Verführung durch die Schlange auf, wie in der Bibel. (Abgesehen davon erinnert der Plot dieser Sage ein wenig an Star Wars Episode 3 mit dem Kampf Meister gegen Schüler.) Dann gibt es in Griechenland die Achillesferse, bei den Germanen Siegfrieds Lindenblatt und in Japan Benkeis Schwachstelle, was alles sehr ähnliche Konzepte sind. )

Das Schema wurde durch George Lucas sehr stark popularisiert und taucht in vielen Hollywood FIlmen auf, zum Beispiel "Der König der Löwen" von Disney.  Auch die Plots von Avatar und Star Trek 11 sind laut einigen Theorien auf diesem Schema entwickelt.

Passt natürlich nicht auf alle Arten von Geschichten ... aber irgendwie ziemlich gut auf "Resistance" :D.

Das Thema kenne ich. Ich habe auch einige Stories verfasst, wo ich mich nicht daran gehalten habe und es passte trotzdem fast hundertprozentig. (Vielleicht hatte Cal Gustav Jung mit dem Kollektiven Unbewussten, was in jedem steckt doch recht. ;))
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: David am 16.11.14, 19:30
Aus einem Zeitungsartikel, den ich gerade zufällig gefunden habe:

Zitat
Wie du einen Roman schreibst: Die Schneeflocken-Methode [1]

Von Jacky | 26.9.2008 | Schreiben Lernen

Schneeflocke

Wie schafft man eigentlich so ein Monsterprojekt “ich schreibe einen Roman“? In der Vergangenheit habe ich mich ja schon einige Male mit dieser Thematik auseinander gesetzt und berichte auch immer wieder, wie sich die Dinge bei mir so entwickeln. Aber wie machen das andere Leute so?

In dieser vierteiligen Serie übersetze ich den Artikel “How to Write a Novel: The Snowflake Method” von Randy Ingermanson, in dem er beschreibt, wie er an das Projekt “Roman schreiben” heran geht. Darauf gestoßen bin ich durch Rezna, ein dickes Dankeschön an dieser Stelle. Teil 2 | Teil 3 | Teil 4

[Anm. des Übersetzers: Aufgrund seiner Länge, habe ich den Artikel in drei Stücke aufgeteilt, der vierte Teil enthält eine Zusammenfassung, Stellungnahme und einige Erweiterungen meinerseits.]
“How to Write a Novel: The Snowflake Method”
von Randy Ingermanson
Einen Roman zu schreiben ist einfach.

Einen guten Roman zu schreiben ist schwer. So ist das Leben. Wenn es einfach wäre, dann würden wir alle Bestseller schreiben, die mit Preisen überschüttet werden.

Offen gesagt, es gibt tausende von Menschen da draußen, die dir erklären können, wie man einen Roman schreibt. Es gibt tausend verschiedene Methoden. Die Beste für dich, ist die, die am besten für dich funktioniert.

In diesem Artikel, möchte ich dir zeigen, was für mich funktioniert. Ich habe 6 Romane veröffentlicht und etwa ein Dutzend Preise für meine Geschichten gewonnen. Ich lehre die Kunst des Schreibens ständig auf Konferenzen. Eine meiner berühmtesten Vorlesungen heißt: “Wie man einen Roman schreibt, indem man das benutzt, was ich die Schneeflocken-Methode nenne”.

Dieser Artikel ist die meistbesuchte Seite unter meinen Webseiten und hat hunderte von Aufrufen pro Tag. Also kannst du dir denken, dass ziemlich viele Leute sie nützlich finden. Dir geht es vielleicht nicht so, aber das ist okay für mich. Sieh dir an was ich zu sagen habe, entscheide was für dich funktioniert und ignoriere den Rest! Wenn es dich zum Kotzen bringt, bin ich nicht beleidigt. Verschiedene Schriftsteller sind verschieden. Wenn dich meine Methoden zum schwingen bringen, bin ich glücklich. Ich werde mein Bestes geben, um die Dinge zu strukturieren, aber das letzte Urteil darüber, was für dich funktioniert, triffst du. Viel Spaß … schreib deinen Roman!
Die Bedeutung von Design

Gute Fiktion passiert nicht einfach, sie wird designet. Du kannst die Designarbeit vorher machen, oder nachdem du deinen Roman geschrieben hast. Ich habe es auf beide Weisen probiert und ich glaube fest daran, dass es viel schneller geht, und zu besseren Ergebnissen führt, wenn man es vorher macht. Design ist harte Arbeit, deshalb ist es wichtig frühzeitig eine gute Methode zu finden. Dieser Beitrag wird dir eine umfassende Anleitung für deine Designarbeit geben.

Unsere fundamentale Frage lautet: Wie designet man einen Roman?

Einige Jahre lang, war ich ein Softwareentwickler der große Projekte designet hat. Ich schreibe Romane auf die gleiche Weise, nämlich indem ich die “Schneeflocken-Methode” anwende.  Okay, was ist denn jetzt die Schneeflocken-Methode? Wirf dazu bitte einen Blick auf die Bilder in diesem Artikel [Anm. des Autors: Er hatte hier eine Seite verklinkt, die bei mir nicht funktioniert, deshalb hab ich etwas umformuliert. Interessant ist zu dem Thema jedenfalls diese Seite]

Koch SchneeflockeAls erstes siehst du ein hübsches Muster, auch bekannt als Schneeflockenstruktur. Erzähl es niemandem, aber das ist ein wichtiges, mathematisches Objekt, das schon tiefgehend untersucht wurde. Für unsere Zwecke, ist es nur eine coole Skizze einer Schneeflocke. Wenn du dort ein wenig nach unten scrollst, siehst du vier Symbole, wovon das Erste ein großes Dreieck ist. Wenn du an jeder glatten Seite ein kleineres Dreieck hinzufügst erhältst du den Stern rechts daneben. Wiederholst du diesen Schritt oft genug erhältst du irgendwann eine Schneeflocke. Am Anfang sieht es noch nicht wirklich nach einer Schneeflocke aus, aber nach ein paar Schritten wird die Ähnlichkeit langsam immer größer, bis es schließlich Eine ist.

Die ersten Schritte sehen so aus:

Schneeflocken Entwicklung

Ich möchte, dass du so auch deinen Roman erstellst – Du fängst klein an, dann fügst du solange Dinge hinzu bis es wie eine Geschichte aussieht. Ein Teil davon ist kreative Arbeit und ich kann dir nicht beibringen, wie man die erledigt. Nicht hier jedenfalls. Aber der größte Teil der Arbeit ist lediglich Organisation — ordne alles in einen gut strukturierten Roman. Das ist es, was ich dir hier beibringen möchte.

Wenn du wie die meisten Menschen bist, dann verbringst du viel Zeit damit, über deinen Roman nachzudenken, bevor du überhaupt anfängst zu schreiben. Du betreibst etwas Recherche. Du versinkst in Tagträumen darüber, wie die Geschichte funktionieren könnte. Du machst Brainstorming. Du fängst an die verschiedenen Stimmen der Charaktere zu hören. Du denkst darüber nach, worum es in dem Buch überhaupt geht — den tieferen Sinn. Das ist ein wichtiger Teil bei jedem Buch, ich nenne es “Komposition”. Es ist ein informeller Prozess und jeder Schriftsteller macht ihn anders. Ich gehe davon aus, dass du weißt, wie du deine Geschichten am besten “komponierst”, dass du schon eine fertige Idee für einen Roman im Kopf hast und bereit bist dich hinzusetzen und zu schreiben.
Zehn Schritte zum Design

Aber bevor du anfängst zu schreiben, musst du deine Arbeit organisieren. Du musst all diese wundervollen Ideen auf Papier festhalten. Warum? Weil deine Erinnerung fehlbar ist und deine Kreativität möglicherweise große Löcher in der Geschichte übrig gelassen hat — Löcher die du füllen musst, bevor du anfängst deinen Roman zu schreiben. Du brauchst ein Designdokument. Und du musst es auf eine Art und Weise produzieren, die dir nicht die Lust nimmt deine Geschichte am Ende auch zu schreiben. Hier ist meine 10-Schritte-Methode um ein Designdokument zu erstellen. Ich benutze diese Methode, um meine Romane zu schreiben und hoffe, sie wird dir helfen.
Schritt 1

Nimm dir eine Stunde Zeit und schreibe eine Ein-Satz-Zusammenfassung deines Romans. Etwas in der Art wie: “Ein gewitzter Physiker reist in der Zeit zurück um Apostel Paulus zu töten” (Das ist die Zusammenfassung meines ersten Romans “Transgression”). Dieser Satz wird dir für immer als 10-Sekunden-Verkaufswerkzeug dienen. Das ist die Übersicht, das Analogon zu dem großen Dreieck in der Schneeflockenstruktur.

Wenn du später ein Exposé für deinen Roman schreibst, sollte dieser Satz ziemlich am Anfang erscheinen. Er ist der Aufhänger, der dein Buch an den Editor verkaufen wird, dem Gremium, dem Verkaufspersonal, den Geschäftsführern der Buchläden und schlussendlich deinen Lesern. Also mach daraus das Beste was du kannst!

Einige Hinweise, was einen gute “Zusammenfassung in einem Satz” ausmacht:

    Kürzer ist besser. Versuch es mit 15 Wörtern oder weniger.
    Keine Charakternamen, bitte! Besser schreib “ein blinder Trapezkünstler” anstatt “Anna Müller“.
    Verbinde das große Ganze und die persönliche Ebene der Geschichte. Welcher Charakter hat am meisten zu verlieren? Dann sag mir, was er gewinnen möchte.
    Lies die einzeiligen Klappentexte in der New York Times [Anm. des Übersetzers: Ich habe im deutschsprachigen Raum noch nichts vergleichbares gefunden und bin für jeden Hinweis dankbar] Bestsellerliste, um zu lernen wie man das macht. Eine Zusammenfassung in einem Satz zu erstellen ist eine eigene Kunst.

Schritt 2

Nimm dir noch eine Stunde Zeit und erweitere deinen Satz zu einem vollständigen Absatz. Dieser Absatz soll den Aufbau deiner Geschichte beschreiben, die größten Katastrophen und das Ende der Geschichte. Das ist das Analogon zum zweiten Stadium der Schneeflocke. Ich unterteile eine Geschichte gerne in “drei Katastrophen und ein Ende“. Jede der Katastrophen braucht ein Viertel des Buches um sich zu entwickeln und das Ende nimmt das letzte Viertel ein. Ich weiß nicht ob das die ideale Struktur ist, es ist nur mein persönlicher Geschmack.

Wenn du an die Drei-Akte-Struktur glaubst, dann entspricht die erste Katastrophe dem Ende des ersten Akts. Die zweite Katastrophe ist  die Mitte von Akt 2. Die dritte Katastrophe entspricht dem Ende von Akt 2 und erzwingt Akt 3, der alles noch einmal verdaut. Es ist okay, wenn die erste Katastrophe durch äußere Umstände erzeugt wird, aber ich denke, dass die zweite und dritte Katastrophe dadurch eingeleitet werden sollte, dass der Protagonist versucht die “Dinge in Ordnung zu bringen“. Er macht es einfach nur schlimmer und schlimmer.

Auch diesen Absatz kannst du in deinem Exposé verwenden. Idealerweise hat dein Absatz fünf Sätze. Ein Satz um den Hintergrund und den Aufbau der Geschichte zu erläutern. Dann ein Satz für jede deiner drei Katastrophen. Dann ein weiterer Satz um das Ende zu erzählen. Wenn das verdächtig nach Klappentext klingt, dann weil … es einer ist, und die Rückseite eines Buches ist die Stelle, wo er eines Tages auftauchen wird.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Kontikinx1404 am 16.11.14, 20:06
Toller Zeitungsartikel.

Wäre es möglich auch die anderen Teile zu lesen, oder den Link zu posten wo der Artikel zu finden ist?
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: David am 16.11.14, 20:12
Ich habe schon die Website der Zeitung durchsucht, aber da scheint der Artikel entweder zu fehlen oder es könnte ein Fehler vorliegen.

Sorry.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Kirk am 16.11.14, 20:14
Ha, ich wusste doch das mal irgendwo gelesen zuhaben: http://www.schriftsteller-werden.de/kreatives-schreiben/wie-du-einen-roman-schreibst-die-schneeflocken-methode-2/ (http://www.schriftsteller-werden.de/kreatives-schreiben/wie-du-einen-roman-schreibst-die-schneeflocken-methode-2/)

Das müsste das eigentlich sein.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Kontikinx1404 am 16.11.14, 20:17
Genau das ist es vielen Dank
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Roger van Dyke am 16.11.14, 20:34

Sehr interessant. Mal sehen wie andere das angehen.
Man kann daraus ja nur lernen, wie man besser, schneller und effektiver ans Ziel kommt.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Star am 17.11.14, 14:11
Zitat
Es gibt tausend verschiedene Methoden. Die Beste für dich, ist die, die am besten für dich funktioniert.

Das ist im Grunde schon das einzig Relevante in diesem Artikel. Je älter und erfahrener ich werde, desto mehr bin ich davon überzeugt, dass, ganz egal, worum es geht - Schreiben, Zeichnen, Sonstwas -, die Arbeits- und Vorgehensweise selbst eher unwichtig ist. Es führen eine Menge Wege zum Ziel und jeder einzelne bringt seine eigenen Vor- und Nachteile, die sich auf jeden anders auswirken, und jeder wählt sich daher eben den Weg raus, der am besten zu ihm und dem angestrebten Ziel passt. Nein, das wirklich wichtige, ist die Einstellung des Autors/Zeichners/Sonstwas, der Wille, das Ziel auch wirklich zu erreichen. Alles andere ist zweitrangig.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Leela am 18.11.14, 03:53
Das Problem der meisten Schreiber, ob professionell oder nicht, ist: Sie haben eigentlich gar nichts zu erzählen. Und wenn doch sind es nur ein oder zwei gewitzte Szenen, die aber niemals Stoff für einen Roman abgeben.

Auch viele FF Autoren schreiben aus merkwürdigsten Gründen; Weil sie ihre Figuren mögen und denken die müssen sie mal wieder los schicken. Oder weil sie einfach eben FF-Autoren sind und daher denken sei müssen schreiben. Oder schlicht weil sie Lust zu schreiben haben... All das heisst aber nicht das sie auch wirklich was zu erzählen haben. Leider. Und von kreativem Erzählen fang ich da gar nicht erst an.

Frage 1 an jeden Autor ist daher meiner Meinung nach: Hast Du auch wirklich was zu erzählen?
Und mit dieser Frage kann man fast 80% der "Literatur" bereits im Vorfeld... einstellen.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Star am 18.11.14, 13:02
Auch viele FF Autoren schreiben aus merkwürdigsten Gründen; Weil sie ihre Figuren mögen und denken die müssen sie mal wieder los schicken. Oder weil sie einfach eben FF-Autoren sind und daher denken sei müssen schreiben. Oder schlicht weil sie Lust zu schreiben haben... All das heisst aber nicht das sie auch wirklich was zu erzählen haben. Leider. Und von kreativem Erzählen fang ich da gar nicht erst an.

Ich vermute, das liegt daran, dass verblüffend viele FF-Autoren verblüffend wenig lesen - und wenn doch, dann fast nur Romane aus Bereichen, die sie eh schon kennen. Nun fängt Wachstum aber immer außerhalb der eigenen Komfort-Zone an, weshalb der Blick über den Tellerrand eigentlich unumgänglich ist. Tolkiens Herr der Ringe entstand auch nicht, weil Tolkien viel Fantasy las, sondern weil er sich zu der Zeit mit Büchern über finnische Philosophie beschäftigte. Wer das Medium Buch mag, viel liest, und nicht davor zurückschreckt, seine eigene Stimme zu finden und zu benutzen, der wird auch immer etwas zu erzählen haben. Und sei es nur etwas, was später unter das Label "Unterhaltungsliteratur" fällt.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Max am 18.11.14, 13:13
Ich lese Leelas Kommentar eher in die Richtung, dass es schnell an wirklichen Inhalten fehlen könnte.
Hmm, das Erzählen an sich muss dabei nicht mal unbedingt zum Problem werden. Ich fürchte, ich würde dann wieder beim Begriff der "Botschaft" landen. Ich finde, eine Geschichte sollte dem Leser etwas hinterlassen... Ich würde Leelas "Frage 1 an jeden Autor ist daher meiner Meinung nach: Hast Du auch wirklich was zu erzählen?" ein wenig ergänzen mit "Hast Du auch wirklich eine Aussage, ein Thema?"
Für einen Roman bräuchte es dann eben ein Thema, das von mehr als nur einer oder zwei netten Szenen getragen wird.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Leela am 19.11.14, 01:40
Ich würde Leelas "Frage 1 an jeden Autor ist daher meiner Meinung nach: Hast Du auch wirklich was zu erzählen?" ein wenig ergänzen mit "Hast Du auch wirklich eine Aussage, ein Thema?

Habe ich bewusst weggelassen - weil, so meine ich, nicht tragfähig. Meiner Ansicht nach kann eine Erzählung auch nur interessant sein und eben erzählend - sie hinterlässt dann keine Botschaft aber ein Lesevergnügen und vielleicht etwas Freude oder neue Eindrücke und Infos. An der STelle wollte ich eigentlich Joyce anführen XD...
Aber... nein. Wenn Du bei Deiner Relevanz einer Botschaft bleibst, bekommst Du mit weiten Teilen älterer Weltliteratur Probleme.... glaube ich. Von Joyce mal ganz abgesehen.

Ich machs mal an einem hoffentlich unverfänglichem aber bekanntem Beispiel: Karl May. Seine Werke sind durchzogen von mehreren Botschaften - drei der zentralsten und immer wieder kehrenden sind: a) die verklärung einfacher Völker und Kulturen zu edlen Wilden, eine Art romantisierendes Naturvolk-Ethos... b) zugleich die Unterlegenheit aller anderen Völker unter die Europäische, insbesondere Deutsche Kultur/Gesellschaft und c) a und b zusammen genommen noch mal auf den Christlichen Glauben, also die Überlegenheit und Gnade und Güte Christlichen Glaubens als Allseeligmachend.
((( Toleranz als Botschaft spielt zwar auch eine wichtige Rolle ABER ist a-c untergordnet... Bsp. Old Shatterhand toleriert sowohl Glauben und Sitten der Indianer - aber auf eine ziemlich seltsame Art, nämlich in etwa wie ein Vater die Dummheiten seines Kindes... toleriert. Das heisst er lässt sie machen, aber steht immer (ab-)wertend im Hintergrund. In Karl Mays Toleranz als Botschaft fehlt zuemist die "echte" Akzeptanz. Was sie in meine Augen als Botschaft entwertet. )))


Ich glaube keines dieser Themen würde ein Romanautor heute noch vertreten oder als "Botschaft" in seine geschichten einbauen. Teils sind das rassistische Motive, teils Kulturchauvinismus, teils religiöse Intoleranz oder bestenfalls Unkenntnis und Propaganda. Trotzdem wird Karl May sowohl noch verkauft, als auch noch gelesen.... UND... es kann sogar Spass machen ihn zu lesen.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Star am 19.11.14, 13:50
Ich finde, eine Geschichte sollte dem Leser etwas hinterlassen...

In erster Linie erwarte ich von einer Geschichte, dass sie mich gut unterhält. Dass ich die aufgewandte Zeit nicht bereue. Das ist für mich das Zeichen, es mit einer guten Geschichte zu tun zu haben. Wenn sie mich darüber hinaus noch zum Nachdenken anregt, oder mir gar Wissen vermittelt, das ich vorher nicht besaß, dann ist das schon ein Zeichen, dass ich es mit einer sehr guten Geschichten zu tun habe.

Zitat
"Hast Du auch wirklich eine Aussage, ein Thema?"

Wäre ich jetzt spitzfindig, würde ich darauf hinweisen, dass eigentlich jede Geschichte zwangsläufig wenigstens eine Aussage und wenigstens ein Thema hat. Du kannst auch einen unterhaltsamen Roman über dreißig Leute schreiben, die eine Wüste durchqueren. Das Thema ist dann die Wüstendurchquerung, und die Aussage... nun, die hängt ein wenig vom Ausgang der Geschichte ab. Wenn sie verrecken, wird die Aussage sein, dass man (diese) Wüste (auf deren Art) nicht durchqueren kann. Wenn sie es schaffen, wir die Aussage sein, dass man diese Wüste auf deren Art eben doch durchqueren kann, und wenn man den Ausgang im Ungewissen lässt, dann wird die Aussage sein, dass sich der Leser selbst eine Aussage zusammenreimen darf.

Geschichten funktionieren auch immer wie ein Spiegel. Wenn ein Esel reinschaut, wird kein Apostel rausgucken. Wer tief genug gräbt, der wird immer irgendeine Aussage finden - selbst da, wo gar keine beabsichtigt war (aber welcher Autor würde so was schon zugeben?). Ob Thema und Aussage dann auch gut waren... nun, das ist natürlich eine ganz andere Frage, die dann wieder vom persönlichen Geschmack und tausend anderen Dingen abhängt (Stimmung, Tageszeit, Verdauungsschwierigkeiten), und daher kaum allgemein beantwortet werden kann (trotzdem lässt sich hier natürlich schön streiten).
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Max am 20.11.14, 12:50
Habe ich bewusst weggelassen - weil, so meine ich, nicht tragfähig. Meiner Ansicht nach kann eine Erzählung auch nur interessant sein und eben erzählend - sie hinterlässt dann keine Botschaft aber ein Lesevergnügen und vielleicht etwas Freude oder neue Eindrücke und Infos.
Möglich, wenn Du jemanden hast, der mit Sprache malt, hast Du damit ein Vergnügen. Aber Du hast geschrieben:
Sie haben eigentlich gar nichts zu erzählen.
Für mich klingt das eben, als ob die Betreffenden das Problem hätten, dass sie nichts - es geht also um ein "Objekt", um ein Thema - zu erzählen haben und nicht, dass sie nicht erzählen könnten. Der Vorgang, zu erzählen, wäre demnach also nicht das Problem.
Die Botschaft ist mMn wichtig, aber stürzen wir uns eher auf andere Ausdrücke wie 'Thema', 'Inhalt', oder, wenn ich beim Bild des Malens mit Worten bleibe, 'Motiv', sind unsere Vorstellungen wiederum vielleicht gar nicht so weit auseinander.

Nur Erzählen ohne eigentlichen Inhalt, hmm... schwierig.
Ich musste da spontan an Jelineks "Würgeengel" denken...

Zitat
Na gut, dann schweigt sie halt, die Frau Gräfin. Alles schläft, einsam wacht, aber schweigt. Sie schweigt in der Schweiz und sie schweigt in Deutschland und sie schweigt in England und sie schweigt in Ungarn und sie schwelgt im Überfluß oder was weiß ich.
Bald wird der Schatten grüner Tannen in die dachlose Höhle des abgebrannten Schlosses fallen, bald wird gar nichts mehr fallen, weil das Schloß selbst eingefallen sein wird, im Prinzip kein schlechter Einfall. Dort, die nackten Männer, sind ja nur an die 200 oder so, die schaffen wir noch,  [...].

Aus mehreren Gründen hinkt der Vergleich, angefangen damit, dass wir hier natürlich an sich ein Theaterstück vor uns haben. Zum zweiten wichtigen Grund später. Das "Problem" hier aber ist, dass im Grunde erzählt und erzählt und erzählt und erzählt wird; fast bis zum äußersten gefüllt mit Anspielungen und Wortspielen, die natürlich nicht jedermanns Sache sind. Man landet dann quasi bei einer Erzählung, die auf Anhieb so wirkt, als drehe sich alles nur um sie selbst, ohne dass der Zuhörer versteht, was hier vor sich geht und warum ihm das erzählt wird. Vielleicht landet man dann beim Schluss, dass es eine sehr subjektive Frage ist, ob man dann am Rest (Text für so 150 Seiten in diesem Stil) Gefallen findet.
Jelinek ist ein lustiges Beispiel, denn der Witz an der Sache mit den endlosen Erzählermonologen der Figuren ist, dass Jelinek im "Würgeengel" mit dem Massaker von Rechnitz sehr wohl ein sehr konkretes Thema hat. Für einen Theaterbesucher, der nicht vorbereitet ist, erscheint es alles andere als leicht, aus dem Erzählten eine Handlung, einen Plot, ein Ganzes als Geschichte zu (re)konstruieren. Als Experiment finde ich das interessant, es zeigt für mich aber auch, dass - vom rein ästhetischen Gefühl abgesehen - reines Erzählen nicht das wichtigste Ziel für einen Schreibenden sein muss (sollte?). Wie gesagt, rein vom Ästhetischen her, kann Erzählen allein vielleicht schon tragen.

Ich kenne Joyce nicht wirklich, aber ich würde jetzt einfach mal trotzdem behaupten, dass auch für ihn das Erzählen kein Selbstzweck war.


Ich machs mal an einem hoffentlich unverfänglichem aber bekanntem Beispiel: Karl May. Seine Werke sind durchzogen von mehreren Botschaften - drei der zentralsten und immer wieder kehrenden sind: a) die verklärung einfacher Völker und Kulturen zu edlen Wilden, eine Art romantisierendes Naturvolk-Ethos... b) zugleich die Unterlegenheit aller anderen Völker unter die Europäische, insbesondere Deutsche Kultur/Gesellschaft und c) a und b zusammen genommen noch mal auf den Christlichen Glauben, also die Überlegenheit und Gnade und Güte Christlichen Glaubens als Allseeligmachend.
((( Toleranz als Botschaft spielt zwar auch eine wichtige Rolle ABER ist a-c untergordnet... Bsp. Old Shatterhand toleriert sowohl Glauben und Sitten der Indianer - aber auf eine ziemlich seltsame Art, nämlich in etwa wie ein Vater die Dummheiten seines Kindes... toleriert. Das heisst er lässt sie machen, aber steht immer (ab-)wertend im Hintergrund. In Karl Mays Toleranz als Botschaft fehlt zuemist die "echte" Akzeptanz. Was sie in meine Augen als Botschaft entwertet. )))


Ich glaube keines dieser Themen würde ein Romanautor heute noch vertreten oder als "Botschaft" in seine geschichten einbauen. Teils sind das rassistische Motive, teils Kulturchauvinismus, teils religiöse Intoleranz oder bestenfalls Unkenntnis und Propaganda. Trotzdem wird Karl May sowohl noch verkauft, als auch noch gelesen.... UND... es kann sogar Spass machen ihn zu lesen.
Botschaften sind natürlich in einem gewissen Sinne auch eine Gefahr. Das ist klar. Aber dennoch fließen sie immer noch in die Literatur ein. Autoren wählen sich Themen, porträtieren beispielsweise die Gesellschaft und ihre Phänomene. Hundert Jahre später mag manche Aussage oder manche Position, die der Autor in einem Text vorgestellt hat, nicht mehr zeitgemäß und auch berechtigt moralisch überwunden sein.
Die Frage für mich aber bleibt, ob der Unterhaltungsfaktor abenteuerlicher Erzählungen bei Karl May existieren könnte, wenn er sich kein Thema, keinen Plot, keinen Inhalt und vor mir aus auch keine Botschaft (so sehr sie auch aus der Zeit gefallen ist) zurecht gelegt hätte. Ein Thema, eine Geschichte, ein Inhalt ist doch eigentlich ziemlich unabdingbar als Rahmen für die Erzählungen eines Romans.


In erster Linie erwarte ich von einer Geschichte, dass sie mich gut unterhält. Dass ich die aufgewandte Zeit nicht bereue. Das ist für mich das Zeichen, es mit einer guten Geschichte zu tun zu haben. Wenn sie mich darüber hinaus noch zum Nachdenken anregt, oder mir gar Wissen vermittelt, das ich vorher nicht besaß, dann ist das schon ein Zeichen, dass ich es mit einer sehr guten Geschichten zu tun habe.
Im Grunde würde ich das mit dem eben Beschriebenen Einschränkungen ja auch so sehen. Ein mit Worten gezeichnetes Stilleben kann schon funktionieren. Ansonsten bin ich allerdings auch der Meinung, dass ein Text sehr, sehr schnell automatisch eine Botschaft bekommt.
Man kann sich ein Thema wählen, das meiner Meinung nach nicht unbedingt genügend Stoff für einen Roman bietet, und trotzdem bei einer Botschaft landen. Die Idee mit der "Botschaft" ist also gar nicht mal das, worauf ich hinaus will. Vielleicht geht es mir wirklich eher um ein inhaltliches Gerüst, das durch das Erzählen geschmückt gehört.

Wäre ich jetzt spitzfindig, würde ich darauf hinweisen, dass eigentlich jede Geschichte zwangsläufig wenigstens eine Aussage und wenigstens ein Thema hat.
Das glaube ich nämlich auch.
Es wird kaum was rauskommen, wenn jemand versucht, etwas zu schreiben, ohne dass er bzw. sie ein Thema hat. Für ein paar Zeilen kann man einfach drauf losschreiben - und vielleicht schneller bei einer Botschaft als bei einem Thema landen ;)
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: David am 16.05.15, 00:06
Ich habe die letzten Tage versucht, die kommenden Romane - mit all meinen Notizen - ein wenig vorzubereiten und habe dabei ein von Max gemachten Vorschlag der "Strukturierung" verwendet und ich muss sagen, dass scheint tatsächlich sehr interessanter Weg zu sein, da ich viel mehr Ordnung reinbekomme, ohne mich zu sehr einzuschränken.

Ich hoffe, Max, Du bist einverstanden, wenn ich Deinen Vorschlag mal per Quote hier einbinde:

A-B-C-Strukturierungsvorschlag, von Max

A sei das Turnier-Setting
A1: Publikum kommt in die Halle
A2: Moderator beschreibt die Szenerie
A3: Publikum feiert die Sportler

B sei der Ferengi, der Wettbetrug betreiben will
B1: Ferengi plant seine Coup
B2: Ferengi versucht seinen Plan umzusetzen
B3: Ferengi scheitert und bekommt die Quittung

C seien die Sportler
C1: Geplänkel der Protagonisten vor dem Spiel
C2: Spiel erste Hälfte
C3: Spiel zweite Hälfte
C4: Triumph der Spieler
C5: Nachbetrachtungen durch die Sportler.

Das kannst Du alles schön ordentlich und unkompliziert der Reihe nach runterschreiben und dann zusammenstellen, etwa so:

C1 - B1 - A1 - C2 - A2 - B2 - C3 - C4 - A3 - B3 - C5

Das sind jetzt natürlich nur Beispiele, um das Prinzip zu erklären.

Ein "Funktionstest" steht meinerseits natürlich noch aus, aber ich muss doch zugeben, dass hat bei mir den einen oder anderen Knoten gelöst und ich brenne darauf - nach Abschluss der Überarbeitung von Band 2 - wieder durchzustarten.

Die Überarbeitung von Band II hat mir geholfen, die Phase der "chronischen Unlust" scheinbar zu überwinden und ich bin nun optimistisch, in diesem Jahr noch einen neuen Roman zu schaffen (Band 6)
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: VGer am 16.05.15, 14:48
Ich habe die letzten Tage versucht, die kommenden Romane - mit all meinen Notizen - ein wenig vorzubereiten und habe dabei ein von Max gemachten Vorschlag der "Strukturierung" verwendet und ich muss sagen, dass scheint tatsächlich sehr interessanter Weg zu sein, da ich viel mehr Ordnung reinbekomme, ohne mich zu sehr einzuschränken.

Ein "Funktionstest" steht meinerseits natürlich noch aus, aber ich muss doch zugeben, dass hat bei mir den einen oder anderen Knoten gelöst und ich brenne darauf - nach Abschluss der Überarbeitung von Band 2 - wieder durchzustarten.

Die Methode ist doch sehr bewährt ... wenn Du mal aufmerksam und analytisch Star Trek schaust, wird Dir auffallen, dass jede beliebige Folge einen A-Plot und einen B-Plot (und in seltenen Fällen auch einen C-Plot oder einen dahingehenden Subtext) hat. Meist ist der A-Plot die grundlegende Handlung auf dem Raumschiff und der B-Plot das "Ding der Woche".
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Max am 16.05.15, 16:58
Ich hoffe, Max, Du bist einverstanden, wenn ich Deinen Vorschlag mal per Quote hier einbinde:
Gerne, gerne.
Ich würde mich freuen, wenn das Prinzip bei Dir funktionieren würde :)

wenn Du mal aufmerksam und analytisch Star Trek schaust, wird Dir auffallen, dass jede beliebige Folge einen A-Plot und einen B-Plot (und in seltenen Fällen auch einen C-Plot oder einen dahingehenden Subtext) hat. Meist ist der A-Plot die grundlegende Handlung auf dem Raumschiff und der B-Plot das "Ding der Woche".
Oder anders rum, weil das Leben an Bord ja sehr oft eher "garnierte".
Ich habe da zufällig erst vor Kurzem drüber nachgedacht: Haupt- und Nebenhandlung - das ist doch eher ein Trend so ab den, hmm, keine Ahnung, Siebzigern oder gar Achtzigern, oder? Bei TOS etc. gab es sowas ja im Regelfall nicht.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: VGer am 16.05.15, 17:32
Hm, kann ich nicht sagen weil ich mich mit Fernsehen von damals im Allgemeinen und TOS im Speziellen nicht so gut auskenne, aber tendentiell hat sich die Erzählweise und Dramaturgie seit damals schon geändert, das ist zumindest mein Empfingen ... aber waren TOS Folgen nicht auch wesentlich kürzer als die späteren Serien, dass generell weniger zeitlicher Spielraum gegeben war, um eine elaborierte Nebenhandlung überhaupt unterzubringen?

Diese Aufteilung und Abwechslung in A- und B- Handlungsstränge, die gab es auch schon in TOS, auch wenn es nicht immer zwei voneinander getrennte Handlungsstränge gab. Dann war A eben die Brücke und B der Maschinenraum, oder A die Raumschiffbesatzung und B das Außenteam, oder A das Ding der Woche und B der zugehörige Bimbo der Woche. ;)
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Max am 16.05.15, 17:38
Na ja, es gab verschiedene Schauplätze, die aber meiner Erinnerung nach fast immer ein und derselben Geschichte dienten. So nach dem Motto... Kirk verschwindet auf einem Planeten und Scotty und Konsorten auf der Enterprise versuchen den verschwundenen Kirk zu finden. Das sind also sozusagen nur zwei Seiten einer Medaille.
Es gab sicherlich auch ein paar kleine Ausnahmen, das frisch vermählte Paar in der Romulaner-Folge vielleicht. Aber im Großen und Ganzen...

Man kann sich wirklich fragen, wo dann die ganze Zeit geblieben ist ;) Eigentlich sind TOS-Folgen nämlich eher noch länger, wenn ich mich da an meine Aufnahmezeiten (bei TOS noch auf VHS ;)) erinnere. TOS so um die 46 Minuten, ENT so um 42...
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: SSJKamui am 20.09.17, 16:36
Ich hab jetzt was Interessantes entdeckt: Der Arc von typischen TV Serien Folgen: (Ich vermute aber eher, das ist eher die Regel bei den Simpsons etc. als bei Star Trek)

1. Die Welt ist scheinbar komplett in Ordnung.
2. Dem Protagonisten stört eine unwichtige Kleinigkeit.
3. Der Protagonist macht etwas, um das zu beheben und bekommt etwas, was er sich scheinbar erträumt hat.
4. Die Nebenwirkungen seines Tuns verursachen aber viele Katastrophen (persönliche Katastrophen oder im Wortsinn)
5. Der Protagonist muss von Anderen zur Einsicht darin gebracht werden, was er angerichtet hat, aber er kapiert es irgendwann.
6. Der Protagonist repariert alle Schäden, die er angerichtet hat, und macht dabei das Rückgängig, was er in Schritt 3 getan hatte, weil er erkannte, dass dies es nicht wert war.
7. Alles kommt in die Ausgangssituation zurück und der Protagonist merkt, dass es eigentlich gar nicht so schlecht war, wie er in Schritt 2 geglaubt hatte.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Alexander_Maclean am 02.12.17, 21:20
Mal eine Frage von mir zur Struktur der Geschichte.

Wenn ich eine längere Geschichte plane, gehe ich nach der von grob nach fein Methode vor.

Heißt: Ich überlege mir eine Zusammenfassung für eine geschichte, schreibe diese auf.

Dann unterteile ich diese Geschichte in Kapitel. Und erstelle für jedes dieser Kapitel eine eigene Zusammenfassung.
Dabei versuche ich die Kapitel aber in etwa auf die gleiche Länge zu halten.

Jetzt ist es mir aber bereits mehrmals passiert, dass ich ein Kapitel splitte, weil ich beim Schreiben merke, dass ich zuviel in ein Kapitel packe.

Ist es ein Zeichen von schlechter Planung oder ganz normal im Schreibprozess?
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Max am 02.12.17, 22:54
Hmm, die Frage lautet in meinen Augen auch, was Du mit einem Kapitel erreichen willst. Die eigentliche Geschichte sollte meiner Meinung nach im Vordergrund stehen und dabei ist die Länge des Abschnitts im Grunde gar nicht so wichtig. Das zu Erzählende kann ja nicht immer gleich relevant sein, manches erfordert eher einen oberflächlichen Blick, anderes eine gezielte, eingehendere Betrachtung. Kapitel in Büchern sind ja auch oft ziemlich unterschiedlich lang. Es hat ja keinen Sinn, das, was Du erzählen möchtest, künstlich in die Länge zu ziehen oder zu kürzen.
In meinen Augen ist es sehr sinnvoll, sich einzelne Abschnitte (das sind die Kapitel) zu überlegen, aber ich halte nicht viel davon, sich zu sehr zu bemühen, die Kapitel auf gleiche Länge zu bringen. Ich würde mir also an Deiner Stelle überhaupt keine Sorgen machen und auch nicht in Richtung 'falsche Planung' denken. Im Gegenteil, aus dramaturgischer Sicht halte ich es eher für fatal, etwas, das zusammen gehört, mittels Kapitelsplittung zu zerreißen.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Kontikinx1404 am 03.12.17, 11:35
Ich weiß zwar nicht genau wie du arbeitest, Alex, die von Grob zu fein Methode würde ich beibehalten.
Die Kapitel auf eine bestimmte Wörterzahl zu begrenzen halte ich nicht für so gut. Auf manche dinge in der Story geht mal halt länger ein weil sie wichtiger sind und braucht daher mehr
wörter um alles gut zu erzählen/beschreiben. Wenn ein Kapitel also länger ist als das vorhergehende ist das sicher nicht schlimm. Das gibt es auch bei kommerziellen Büchern.
Mit schlechter Planung hat das nichts zu tun.
Ich wünsche Dir weiterhin viel erfolg beim schreiben.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Visitor5 am 24.12.17, 12:09
Meiner Meinung nach ist eine Geschichte etwas Lebendiges:

Ich halte es für falsch sie mit Gewalt in eine Form zu pressen. Abweichungen werden immer passieren und müssen auf die ein oder andere Art und Weise kompensiert werden: Entweder man muss seine Planung anpassen oder die Geschichte - wie es eben zweckdienlicher ist.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Alexander_Maclean am 24.12.17, 21:19
Ich verstehe ja was du meinst.

Aber ich bin auch stolz darauf, dass im Normalfall meine Planung so gut ist, dass sie mir drei ermöglicht.

1. Vorab zu wissen wie umfangreich eine Story ungefähr wird. (mit einer normalen Abweichungsspanne von etwa 10 - 15 %)
2. Quer durch die Story zu schreiben und am ende passt trotzdem alles, bis auf paar kleine Stellen wo ich nachbessern muss.
3. Auch nach Monaten Pause wider in die Story einzusteigen.

Dass ich aber bei einer Geschichte, deren Grundidee ich seit Jahren in meiner Ideenschublade hab, so sehr von meiner Originalplanung abweiche, lässt mich schon an meinen Fähigkeiten, als Hobbyschreiber zweifeln.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Dahkur am 25.12.17, 12:47
@Alex: Ich habe mir die letzten posts durchgelesen. Kann es nicht auch sein, dass Du eine Entwicklung als Autor durchgemacht hast?
Wenn ich mir meine alten Sachen mit den heutigen ansehe, dann merke ich, dass ich Geschichten, die ich früher mit 20 k Wörtern geschrieben hätte, heute auf 40 k bringe. Es ist keine große Änderung am inhaltlichen roten Faden, sondern in der Art, wie "ausführlich" ich schreibe.

Kann das vielleicht bei Dir der Fall sein, warum Du ein Kapitel plötzlich splitten musst, das Du nicht vorhattest zu splitten? Oder weichst Du inhaltlich von Deiner Planung ab?
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Alexander_Maclean am 25.12.17, 20:48
Ob ich von meiner Planung abweiche?

Ja und nein.

Nein, weil ich inhaltlich weiter dem Plot folge, den ich in der Planung entwickelt habe.

Aber auch wieder Ja, weil sich beim Schreiben ein Punkt als wichtiges Plotelement entwickelt, den ich vorher gar nicht so auf dem Schirm hatte.

ich meine , wenn  das einmal passiert. das gehört zum dynamischen Schreibprozess. aber bei zwei - bis dreimal mache ich mir dann schon Sorgen wie gut meine Planung eigentlich ist. Und wenn ich dazu den geschätzten Umfang um 30 - 40 % sprenge, ich will ja meinen Leser auch nicht langweilen.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Dahkur am 26.12.17, 22:27
Mein Rat ist da immer, dass Du einfach durchschreibst. Alles, was  Du Dir während des Schreibens an Gedanken über Länge und Leser machst, wird Dich unweigerlich im Schreibfluss hindern.

Schreib durch, wie es läuft, und such Dir dann eine gute Beta. Solche Punkte, wie die Frage, ob irgendeine Stelle ev. den Leser langweilen könnte, bekommst Du am besten durch eine Beta in den Griff.

Streichen kannst Du im Nachhinein immer noch.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Kirk am 27.12.17, 07:13
Ich habe in einem Rategeber gelesen während des Sreibens soll man einfach nur Text raushauen,  auch wenn der schlecht ist. Wenn man schon während des schreiben korrigiert macht man seine Kreativität kaput. Es hieß dort man solle lernen schlecht zu schreiben. Und Fehper oder wie hier zu lange Abschnitte erst wenn die Geschichte fertig ist überarbeiten,  und bis dahin keine Gedanken an die Stelle verschwenden.

Und ich habe in meiner aktuellen Geschichte eine Szene mit 2.200 Wörtern,  das ist länger als das erste Kapitel der Geschichte, beim überarbeiten werde ich gucken was davon für die Geschichte wichtig ist und was nicht.  Alles unwichtige fliegt raus, alles wichtige bleibt.  Und wenn das heißt das die Szene immer noch länger als andere Kapitel sind dann ist das so.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Dahkur am 27.12.17, 07:56
Ich habe in einem Rategeber gelesen während des Sreibens soll man einfach nur Text raushauen,  auch wenn der schlecht ist. Wenn man schon während des schreiben korrigiert macht man seine Kreativität kaput. Es hieß dort man solle lernen schlecht zu schreiben. Und Fehper oder wie hier zu lange Abschnitte erst wenn die Geschichte fertig ist überarbeiten,  und bis dahin keine Gedanken an die Stelle verschwenden.

Und ich habe in meiner aktuellen Geschichte eine Szene mit 2.200 Wörtern,  das ist länger als das erste Kapitel der Geschichte, beim überarbeiten werde ich gucken was davon für die Geschichte wichtig ist und was nicht.  Alles unwichtige fliegt raus, alles wichtige bleibt.  Und wenn das heißt das die Szene immer noch länger als andere Kapitel sind dann ist das so.

Ganz genau! Der Ratgeber, den Du zitierst, hat recht. Das Wichtigste ist, im Fluss zu bleiben und sich nicht schon beim Schreiben nach äußeren Parametern zu richten.

Um Deinem Beispiel noch eins drauf zu geben: Ich hatte letztens eine Gesprächsszene (Dukat, Sisko, Shakaar und der bajoranische Kai), die dermaßen ausgeartet ist, weil sich die Charaktere einfach in-character gestritten haben, dass ich bei 10.000 Wörtern dann doch totale Bedenken bekam und schier nicht mehr schreiben konnte, weil ich immer im Hinterkopf hatte, dass das niemand mehr lesen wird (ich strebe normalerweise eine Kapitellänge von unter 5000 Wörtern an, weil ich weiß, dass manche Leser - vor allem auf fanfiction.de - mit längeren Kapiteln überfordert sind). Ich habe die Szene dann abgebrochen und meiner Beta geschickt. Und siehe da - sie meinte, ich solle absolut gar nichts streichen, das sei genau so wie es ist, gut. Wir haben dann gemeinsam überlegt, wo man bei dem Gespräch am besten einen szenischen Cut setzen könnte, ich habe noch eine kleine Szene in der B-Handlung geschrieben und sie dazwischen gesetzt und hatte im Endeffekt dann tatsächlich zwei sehr lange Kapitel, die fast nur aus diesem Gespräch bestanden ... und kein Leser hat sich beschwert, eher im Gegenteil.
Titel: Antw:Das Rückgrad der Story - Der Aufbau
Beitrag von: Fleetadmiral J.J. Belar am 29.12.17, 11:25
Also ich finde es gibt keinen Grund an seinen schreiberischen Fähigkeiten zu zweifeln, wenn sich eine Szene anders entwickelt, als man es geplant hat. Im Gegenteil, ich persönlich finde das sogar noch besser, als stur seinen Plan einzuhalten. Ich plane ja recht wenig und schreibe von der Leber weg und meine Szene entwickeln sich wie sie sollen, mit ein wenig Regulation von mir.
Mich würde ein zu strenges Gerüst, zu sehr einschränken.
Aber weder das eine noch das andere ist falsch.
Jeder schreibt auf seine Weise. Ich finde nur, du solltest dir etwas Freiraum gönnen und die Geschichte machen lassen.
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