Autor Thema: Der Community Roman - Text  (Gelesen 88 mal)

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Alexander_Maclean

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Der Community Roman - Text
« am: 05.06.20, 16:16 »
Auf Anraten von Tolayon werde ich die texte nun hier veröffentlichen.

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„Wir nähern uns dem Parangara System, Ma'am.“, meldete der Steuermann der Unity, ohne sich nach hinten zu seiner Vorgesetzten Captain Oumiia umzudrehen.
„Auf Impulsgeschwindigkeit verlangsamen. Bereit machen zum Anflug auf den vierten Planeten“, erklärte die Frau.
„Ja, Ma'am.“

Ihre Stellvertreterin Commander  Miranda de Salquiero lehnte sich gegen die zweite Wissenschaftskonsole und versuchte, nicht an das Gespräch mit ihren Mann vor ein paar Tagen zu denken. Doch stattdessen kreisten ihre Gedanken ständig darum.

***

„Das heißt, also du und die Jungs kommen nicht  nach Parangara?“, fragte Miranda enttäuscht.
„Ja, leider.“, erklärte ihr Ehemann. „Aber die Verhandlungen mit den Miradorn sind so wichtig und Abgeordneter Abott musste sich darum kümmern. Ich bin nun mal sein Chefassistent und kann ihn da nicht alleine gehen lassen. Er braucht meine Hilfe dabei, das weißt du.“
„Ja, natürlich.“

Die Frau fuhr sich durch ihre dunklen Haare und erklärte: „Ich habe mich auf dich und die Jungs gefreut, das ist alles. Wie lange haben wir uns nicht gesehen? Sieben Monate?“
„Acht.“, erwiderte ihr Ehemann.
Dann erklärte er sanft: „Ich bin auch enttäuscht, Liebling. Die Kinder genauso.“

Miranda überlegte: „Könntest du nicht organisieren, dass wenigstens die Jungs kommen können?“
Doch der Mann schüttelte mit dem Kopf: „Schatz, du kannst keinen Sechszehnjährigen mit seinen vier Jahre jüngeren Bruder alleine durch die halbe Galaxis schicken.“
„Es sind nur etwa dreißig Lichtjahre. Und du könntest Mirl bitten, mitzufliegen.“, versuchte Miranda ihre Idee weiter zu verfolgen.

Doch ihr Ehemann blieb vernünftig. „Könnte ich. Aber es ist ja nicht nur die Reisedauer. Du hast keinen Landurlaub und bist mit eurer Mission eingebunden. Du hättest also gar nicht so viel Zeit für die Kinder. Außerdem haben wir es ja schon versucht. Und es hat nicht funktioniert. Oder muss ich dich an Fresnia erinnern:“
Miranda schnaubte: „Das war eine gänzlich andere Situation. Ich war enttäuscht, weil meine Bewerbung als Erster Offizier abgelehnt wurde und Captain Carrington stattdessen Oumiia an Bord geholt hat. Ich war zu sehr darauf bestrebt, sie auszustechen.“
Sie machte eine Pause: „Außerdem ist das fast vier Jahre her. Die Jungs waren da noch nicht so selbstständig wie heute.“

Miranda seufzte: „Aber du hast Recht. Es war damals nicht richtig, deine Mutter die Jungs aufzuhalsen. Und es wäre es auch heute nicht. Aber ich vermisse euch.“
„Wir dich doch auch.“

Der Mann versuchte aufmunternd zu lächeln. „Ich weiß, aktuell ist ein wenig der Wurm drin in unseren Reiseplänen. Sonst schaffen wir es ja, uns vier Mal im Jahr zu treffen. Wenn auch manchmal nur kurz. Nur hat es die letzten Male nicht geklappt. Ich bin darüber genauso frustriert wie du. Aber wir bleiben dran. Kopf hoch.“

Seine Frau presste kurz die Lippen zusammen, Einer einer längeren Pause fragte sie: „Nimmst du die Jungs mit?“
„Nein. Auch wenn sie die Miradorn noch nicht kennen, wäre es nicht klug.“
Miranda nickte zustimmend: „Ja, das stimmt. Ihr Xenosoziologisches Profil ist nicht ohne. Sie sind eine Level 8 Spezies auf der Torika Skala. Sei daher selbst vorsichtig.“
„Das bin ich.“

„Dann bleiben unsere Zwei also in der Schule?“, fragte die Frau ihren Ehepartner.
„Natürlich. Wobei in vier Wochen sowieso Ferien sind. Ich habe ein paar Strippen gezogen und es geschafft, deine Eltern nach Pacifica fliegen zu lassen, wo sie sich mit meinen Eltern und den Kindern treffen können. Ich hoffe, dass bis dahin die Verhandlungen abgeschlossen sind und ich dazu stoßen kann.“

Er setzte eine fragende Miene auf: „Wäre das auch was für dich?“
„Ich habe unseren Missionsplan nicht im Kopf.“, erklärte Miranda. „Da muss ich nachsehen. Es wäre aber schön. Pacifica ist eine wundervolle Welt. Ich schau mal, was sich machen lässt.“
„Gut.“

Der Mann lächelte: „Ich liebe dich.“
Miranda lächelte auch: „Ich dich auch.“ Sie küsste die Kuppen ihres Zeige- und Mittelfingers der rechten Hand und drückte diese kurz gegen den Bildschirm. Ihr Mann verstand die Geste und erwiderte sie.
„Gib den Jungs einen Kuss von mir.“
„Mache ich. Pass auf dich auf, Schatz.“
„Du auch auf dich.“

Dann wurde der Bildschirm dunkel. Miranda warf sich auf ihr Bett und brüllte ihre Frustration in ihr Kissen, so dass es niemand hören konnte.

***

„Commander?“

Erst jetzt bemerkte die stellvertretende Kommandantin, dass ihre Vorgesetzte mittlerweile neben sie gestellt hatte und sie etwas gefragt.
„Verzeihen sie, Captain.“
Oumiia schüttelte kurz mit dem Kopf und strich sich über den haarlosen Kopf. „Alles in Ordnung, Commander?“
„Ja, mir geht es gut.“, erklärte Commander de Salquiero brüsk.

Oumiia ignorierte das, wie so oft, und wiederholte ihre Frage: „Sie waren schon auf Parangara IV.“
„Ja, schon mehrmals Captain.“, erwiderte die Menschenfrau etwas ruhiger.
„Es ist mein erster Besuch dort.“, gab ihre Vorgesetzte zu. „Ich weiß aus der Datenbank, dass die Parangaraner eine sehr komplexe Kultur haben. Was denken sie, wird uns dort erwarten?“
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Projekt "One Year a Crew" Status: Konzept 100% Schreiben 28,26% Grafisches 0% Erscheinjahr 2022


 

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